Süddeutsche Bergwelt

14. Oktober 2011

Zwei Tage Mün­chen im Deut­schen Museum (sehr emp­feh­lens­wert), in der Bava­ria Film­stadt, mit herz­haf­tem Essen und gut gebrau­tem Wei­zen und ein im Hos­tel ver­ges­se­nes Hand­tuch spä­ter, fah­ren wir in den Natio­nal­park Berch­tes­ga­den, der so viel ver­spricht wie ein Wan­der­pa­ra­dies zu sein.

Fuchur lässt sich gern hin­ter den Ohren kraulen

Herz­haf­tes Essen und gutes Bier gibt es im “Wei­ßen Bräuhaus”

Die Sonne scheint und lockt uns in die Berge rund um den König­see, unweit von Berch­tes­ga­den ent­fernt, wo wir unser Zelt für die nächs­ten Tage auf­schla­gen. Wun­der­schöne Aus­bli­cke auf den fjordar­ti­gen See eröff­nen die Aus­sichts­punkte in den Fel­sen rings­herum. Um den See selbst kann man nicht wan­dern, zu ande­ren Stel­len am See kommt man über­wie­gend nur vom Was­ser aus – wie auch zur Halb­in­sel mit der Wall­fahrts­kir­che St. Bar­tho­lomä. Dort­hin ver­schlägt es uns nicht, statt­des­sen lau­fen wir den klei­nen Rund­weg „Maler­win­kel“ bis zur Raben­wand, der als einer der schöns­ten Aus­sichts­punkte auf den See beschrie­ben wird. Auf den Wan­der­we­gen fin­det man über­all kleine Boxen, in denen man sei­nen „Wan­der­pass“ stem­peln kann, sofern man einen hat.

Der König­see

Rund um den König­see ragen steile Fels­wände empor, der Watz­mann liegt in unse­rem Blick­feld. Wie aus­ge­stor­ben wirkt das Örtchen Schö­nau am König­see nach dem Ver­schwin­den der Tages-Touristenmassen.

Bestimmt einer der schöns­ten Cam­ping­plätze Deutschlands

Am nächs­ten Tag lacht uns die Sonne immer noch an, wes­we­gen es schwer­fällt sich von sei­nem Iso­mat­ten­plätz­chen auf dem lau­schi­gen Zelt­platz mit Blick auf die Berge und den strö­men­den Glet­scher­fluss zu lösen. Da Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten nur in Berch­tes­ga­den beste­hen, erle­di­gen wir das Anle­gen von Essens­vor­rä­ten gleich zuerst um mit dem Bus hin– und zurück­zu­kom­men bevor die­ser mög­li­cher­weise Betriebs­schluss hat. Erst danach bre­chen wir zu unse­rer Wan­de­rung zur Königs­ba­ch­alm auf. Das Wet­ter ver­schlech­tert sich etwas, die Sonne ver­schwin­det hin­ter Wol­ken, wes­halb die Sicht begrenzt ist und den See von oben nicht preis­gibt. Ein stei­ler Anstieg führt durch den Wald nach oben auf die Alm. Wir lau­fen wei­ter bis zur Mit­tel­sta­tion der Jen­ner­bahn mit der man sich auf den Gip­fel des Jen­ners trans­por­tie­ren las­sen kann. Hier keh­ren wir in eine Alm­hütte ein, genie­ßen die Kamin­wärme und süßen Apfel­stru­del. Hier oben kann man auch über­nach­ten – eine Vor­stel­lung, die uns bei­den gefällt und in mir schlum­mernde Heidi-Träume wiedererweckt.

Blick auf die Königs­ba­ch­alm und den Watzmann

Es dun­kelt bereits als wir uns an den Abstieg ins Tal machen, das Tap­pen durch die düs­ter wer­den­den Wäl­der ist nicht das ein­fachste Vor­ha­ben, aber wir schaf­fen es ohne dass Hin­tern und Erd­bo­den mit­ein­an­der Bekannt­schaft schließen.

Einen Tag spä­ter reg­net es und wir nut­zen den Tag um das Salz­berg­werk Berch­tes­ga­den zu besu­chen. Die­ses hat zwar mäch­tig Poten­tial beein­dru­ckend zu sein, die Qua­li­tät der Füh­rung ist jedoch unge­nü­gend durch Zeit­man­gel und Infor­ma­ti­ons­knapp­heit. Die Größe der Grup­pen trägt eben­falls nicht zu Erfolg bei, da man nicht alles sehen kann was infor­ma­tiv wäre. Die Umge­bung, die Gewölbe der Minen­schächte und das auf­wen­dig insze­nierte Multimedia-Angebot, die Erleb­nisse in Form einen lan­gen Minen­rut­sche kön­nen sich kaum ent­fal­ten durch die gehetzte Füh­rung. Sehr schade.

Der Spie­gel­see im Salz­berg­werk Berchtesgaden

Wir besu­chen danach den his­to­ri­schen Orts­kern Berch­tes­ga­dens, sehen dabei den wohl kleins­ten Edeka-Markt Deutsch­lands und essen einen wei­te­ren Apfel­stru­del im Café am Markt­platz. Die Gebirgs­stadt ist wirk­lich sehr hübsch, an dem Umstand kön­nen auch die tief­hän­gen­den grauen Wol­ken nichts ändern. Die his­to­ri­schen Gebäude, Kir­chen und die wehen­den Bayern-Flaggen ver­mit­teln ein sehr gebirgs­ty­pi­sches und hei­me­li­ges Gefühl. Die Tat­sa­che, dass an jeder Ecke ein Apfel­stru­del lockt, trägt zuge­ge­be­ner­ma­ßen auch ein klein wenig dazu bei.

Der wohl kleinste Edeka befin­det sich in Berch­tes­ga­den. Innen ist es noch enger als es von außen aussieht.

Berch­tes­ga­de­ner Altstadt

Berch­tes­ga­den ist so weit von Ham­burg ent­fernt wie es nur sein kann und den­noch die lange Reise wert. Mit den Regio­nal­bah­nen der Deut­schen Bahn hat man auf der Reise hier­her eine gute Deutsch­land­tour mit teil­weise hüb­schen Bahn­stre­cken hin­ter sich. Die Wan­der­mög­lich­kei­ten sind viel­fäl­tig, sogar der Watz­mann selbst ist in einer 2-Tagestour erklimm­bar. Die Aus­bli­cke auf die Berg­welt sind es jedoch alleine schon wert. Außer­dem habe ich auf die­ser Reise gelernt wie man sich ohne Hand­tuch abtrock­nen kann, aber das ist eine andere Geschichte ;)

Kurz vor Sonnenaufgang

Kurz vor Sonnenaufgang

Die Tafelberge des Elbsandsteingebirges

2. Oktober 2011

Der Pfaf­fen­stein und der Lili­en­stein sind die mar­kan­tes­ten Berge in der Säch­si­schen Schweiz. Beide Tafel­berge ste­hen sich gegen­über, getrennt durch das blau-grüne Band der Elbe. Tafel­berge sind steile Berge mit einem wei­ten Gip­fel­pla­teau, die durch flach­la­gern­des Sedi­ment­ge­stein entstehen.

Aus­blick vom Pfaf­fen­stein, den Lili­en­stein im Blick

Auf den Pfaf­fen­stein gelangt man über mehere Wege, jedoch ist der steile Trep­pen­auf­stieg, das “Nadel­öhr” genannt, der auf­re­genste. 600 Stu­fen füh­ren den Berg hin­auf wäh­rend an man­chen Stel­len keine zwei Per­so­nen neben­ein­an­der pas­sen. Teil­weise ist der Weg mit Eisen­lei­tern zu erklim­men und auch hier durch­klet­tert man die mär­chen­hafte Land­schaft der schrof­fen und zer­klüf­te­ten Sandsteinfelsen.

Blick auf die Fes­tung Königstein

Oben befin­det sich ein Gast­haus mit Aus­sichts­turm und meh­rere Aus­sichts­punkte mit Blick auf die Fes­tung König­stein, der größ­ten Berg­fes­tung Euro­pas, den Lili­en­stein, land­wirt­schaft­li­che Flä­chen und die Fel­sen der Säch­si­schen Schweiz. Auch hier gibt es Trep­pen und Lei­tern, die einen schwin­del­er­re­gende Aus­bli­cke ermöglichen.

Zer­klüf­tete Fel­sen auf dem Pfaffenstein

Der steile Auf­stieg am “Nadelöhr”

Der Lili­en­stein ist ein wenig ein­sa­mer und uri­ger, der Auf­stieg leich­ter. Vom Lili­en­stein aus über­blickt zu den Fel­sen der Säch­si­schen Schweiz auch das Elb­tal. Ver­schie­dene Aus­sichts­punkte rund um das Gip­fel­pla­teau ermög­li­chen einen 360° Rundumblick.

Aus­blick vom Lilienstein

Ciao Sardegna!

23. August 2011

Sar­di­ni­ens Land­schaft ist geprägt von kris­tall­kla­rem tür­ki­sen Was­ser, fan­tas­ti­schen Küs­ten­an­sich­ten, Fels­for­ma­tio­nen, schrof­fen Gip­fel, tie­fen Täler, mär­chen­haf­ten Höh­len und duf­ten­den Sträu­chern. Die kur­vi­gen Stra­ßen Sar­di­ni­ens sind ebenso zeit­rau­bend wie herr­li­che Aus­bli­cke eröff­nend und ich werde das Flip-Flop-Flip-Flop-Geräusch des Mor­gens an unse­rem Zelt vor­bei ver­mis­sen. Wir hat­ten volle sie­ben Tage Son­nen­schein und blauen Him­mel bei mal mehr mal weni­ger anstren­gen­den durch­schnitt­li­chen 34°C tags­über. Im Hoch­sai­son­mo­nat August hat man lei­der nicht viel Ruhe und Ein­sam­keit an den Strän­den, für grö­ßere Wan­der­tou­ren ist es zu heiß. Es emp­fiehlt sich also Sar­di­nien im Früh­ling oder Herbst zu besu­chen, auch wenn das Wet­ter dann unbe­re­chen­ba­rer ist. Das Inse­lin­nere ist immer­noch sehr abge­schie­den, denn die Haupt­at­trak­tion sind die Küs­ten und vor allem die Ita­lie­ner vom Fest­land über­flu­ten die Insel im Sommer.

Buch­ten Sar­di­ni­ens aus der Luft betrachtet

Am letz­ten Tag las­sen wir uns Zeit, schla­fen solange es die Hitze zulässt und packen in Ruhe ein. In einem kli­ma­ti­sier­ten Shop­ping­cen­ter essen wir das letzte Gelato und eine Pizza bevor wir die Flug­reise mit spek­ta­ku­lä­ren Aus­bli­cken auf Sar­di­nien, Kor­sika und die Alpen antreten.

Seglers Traum — Das Maddalena Archipel

22. August 2011

Mor­gens fah­ren wir in das Örtchen Palau von wo aus man Aus­flüge in das Madda­lena Archi­pel unter­neh­men kann. Es besteht aus sie­ben Haupt­in­seln und 40 klei­nen Inseln. Die gro­ßen Inseln sind die höchs­ten Erhe­bun­gen eines inzwi­schen unter Was­ser gele­ge­nen Tals, das frü­her Sar­di­nien und Kor­sika mit­ein­an­der ver­band. Der Wind hat dazu beige­tra­gen das Gra­nit­ge­stein in skur­rile Fels­skulp­tu­ren zu ver­wan­deln, die heute das Archi­pel überziehen.

Luft­auf­nahme des Madda­lena Archipels

Wir neh­men an einer Boots­tour durchs Archi­pel teil, die uns zu den grö­ße­ren Inseln führt — vor­bei an der größ­ten Insel La Madda­lena bis zur Isola Spargi, wo kleine Buch­ten mit atem­be­rau­bend blauem Was­ser zu fin­den sind.

Isola Spargi

Zahl­rei­che Boote vor der Isola Spargi

Hier gibt es einen Badestopp, ebenso wie an der Isola Santa Maria. Da lei­der meh­rere Boote hier­her unter­wegs sind, sind die Strände recht voll und lee­ren sich dann wenn die Boote etwa zeit­gleich wie­der able­gen. Die Infor­ma­tio­nen wer­den auf dem Boot nur auf ita­lie­nisch durch­ge­ge­ben wes­halb ich lei­der nicht viel mehr Inter­es­san­tes wie­der­ge­ben kann.

Das Madda­lena Archi­pel — Isola Spargi

Der letzte Badestopp fin­det am Porto della Madonna statt — ein Gewäs­ser zwi­schen den drei mit­tel­gro­ßen Inseln un das Was­ser lässt bis tief auf den Grund bli­cken. Viele Yach­ten und Segel­boote lie­gen hier vor Anker.

Gewäs­ser des Porto della Madonna

Es muss herr­lich sein die zahl­rei­chen Inseln, Fels­for­ma­tio­nen, Höh­len und tat­säch­lich ein­sa­men Buch­ten mit dem eige­nen Segel­boot zu erkun­den, den Maes­trale kreu­zend. Solch eine Boots­tour ist emp­feh­lens­wert mit klei­ne­ren Boo­ten wie einem Segel­boot oder einem moto­ro­sier­ten Schlauch­boot zu unter­neh­men um den Mas­sen zu ent­ge­hen — vor­auss­ge­setzt das nötige Klein­geld dafür ist vor­han­den.
Abends nut­zen wir den Zelt­platz bei Palau, der direkt am Meer liegt, in dem wir noch­mal baden. Unsere deut­schen Zelt­nach­barn schen­ken uns ita­lie­ni­schen Wein für unse­ren Son­nen­schirm. Der Ster­nen­him­mel und das nächt­li­che Palau leuch­tet über das Meer hin­weg, sanf­ter Wind streicht über unsere Haut — ein schö­ner Aus­klang des Sommerurlaubs.

Märchenhöhlen

21. August 2011

Mor­gens hüp­fen wir ins kühle Nass der Buch­ten an der West­küste. Es ist so unge­wohnt den Mee­res­grund bis ins Detail zu sehen, die Füße auf dem Sand und das sich bre­chende Son­nen­licht auf dem Grund. Die Strände hier sind weit­läu­fi­ger und am Mor­gen ist es auch noch recht ruhig. Trotz unge­teer­ter Sand­stra­ßen hier­her in den recht uner­schlos­se­nen Teil der Costa Verde, die natur­be­las­sen daher kommt, füllt sich der Strand und Park­platz schnell gegen Mit­tag. Durch die geringe Ver­schlos­sen­heit kommt uns die bedroh­li­che Nähe der Tan­kna­del am unte­ren Rand nicht gele­gen. Nach Hof­fen und Ban­gen gelan­gen wir nach einer gefühl­ten Ewig­keit end­lich an eine Tank­stelle deren Selbst­be­die­nungs­sys­tem nicht sofort zu durch­schauen ist. Freund­li­che Sar­den hel­fen uns aber weiter.

Spiag­gia di Piscinas

Durch die Stadt Bosa mit ihrer Pal­men­pro­me­nade am Fluss sowie die mit­tel­al­ter­li­che Stadt Alg­hero fah­ren wir auf dem Weg  nach Nor­den durch bis zum Capo Cac­cia, einem spek­ta­ku­lä­ren Kap hoch über dem Meer, das hier so blau erscheint wie sel­ten gese­hen. Weiße Klip­pen ragen senk­recht aus dem Was­ser empor und bil­den eine spek­ta­ku­läre Küstenlandschaft.

Capo Cac­cia

Blau, Blauer, Meer­was­ser auf Sardinien

Eine Treppe führt hier 656 Stu­fen hin­un­ter zum Meer und der Grotta di Net­tuno, einer mär­chen­haf­ten Hhle mit dich­ten Wäl­dern aus Sta­lak­ti­ten und Stalagmiten.

Von oben hat man wun­der­bare Pan­ora­ma­aus­bli­cke auf die umge­ben­den Buch­ten, Yach­ten und die windum­toste Insel Isola Fora­dada. Im Ver­gleich zu den drau­ßen herr­schen­den Tem­pe­ra­tu­ren von 40°C ist es hier unten trotz hoher Luft­feuch­tig­keit mit 18–20°C sehr ange­nehm. Danach fah­ren wir an der Nord­küste ent­lang, erle­ben einen spek­ta­ku­lä­ren Son­nen­un­ter­gang und spa­zie­ren am Strand von Bade­see ent­lang. Es geht noch bis Santa Teresa di Gall­ura, wo wir für diese Nacht unser Zelt aufschlagen.

Cagliari

20. August 2011

Kak­te­en­früchte

Des Mor­gens baden wir in dem blauen Was­ser des Spiag­gia Torre della Saline. Der Strand hier ist weit­läu­fi­ger als jene im Nor­den und nicht weni­ger schön.

Küs­ten­land­schaft

Die Küs­ten­straße ver­läuft an wei­te­ren wun­der­ba­ren wei­ßen Strän­den, die alle­samt Lust auf Baden machen. Auch wun­der­bare Aus­sich­ten von den Klip­pen beglei­ten uns stets.

Aus­bli­cke, Aus­bli­cke, Ausblicke

Wir besu­chen das Capo Fer­rato und des­sen Strände und fah­ren dann in Sar­di­ni­ens Haupt­stadt Cagliari. Auf dem Weg in die Stadt sehen wir links das Meer, rechts große Salz­pfan­nen mit Flamingos.

Enge Gas­sen in Castello

Cagliari besteht aus stei­len engen Gas­sen — eine pul­sie­rende Hafen­stadt vol­ler boden­stän­di­gen Leben. Nach Pasta und Gelato lau­fen wir hin­auf zum Bezirk Cas­tello auf dem Hügel, der die Alt­stadt mar­kiert. Ein monu­men­ta­ler Trep­pen­auf­gang führt hier hin­auf. Schroffe Stein­mau­ern umschlie­ßen die hier ste­hen­den Häu­ser der Aris­to­kra­ten und reli­giö­ser Autoritäten.

Trep­pen­auf­gang zum Castello

Umwer­fende Aus­bli­cke auf die Stadt und das Meer eröff­nen sich von der Platt­form oben. Die mäch­tige Kathe­drale di Santa Maria thront auf einem Platz wo anschei­nend gerade jemand Bedeu­ten­des ver­hei­ra­tet wurde. Viele Men­schen und Film­ka­me­ras befin­den sich vor der Kir­che. Über das römi­sche Amphi­thea­ter gehen wir zurück zum Auto und fah­ren an die West­küste bis nach Por­ti­xeddu, wo wir die Nacht verbringen.

Reste des Amphitheaters

Göttliche Winde

19. August 2011

Heute ver­ab­schie­den wir uns vom Golfo indem wir noch gran­diose Aus­bli­cke von oben auf das blaue Meer genie­ßen. Wir bege­ben uns ins Lan­des­in­nere des Parco Nazio­nale del Golfo di Orosei e del Gen­n­ar­gentu und machen uns auf den Weg zur Goal Su Gor­ropu (Gorropu-Schlucht), deren senk­rechte Fels­wände bis zu 400m hoch hin­auf­ra­gen. Auf dem Weg dort­hin brennt die Sonne erbar­mungs­los und wir freuen uns über jeden Schat­ten, jeden Luft­hauch. Den Wind den man in Nord­deutsch­land so oft ver­flucht, ersehnt man hier immerzu her­bei wäh­rend die Sonne unge­hin­dert auf die Haut brennt.

Kleine Freunde

Eidech­sen kreu­zen immer wie­der unse­ren Weg, die Sträu­cher (“Mac­chia”) rings­herum duf­ten und ein wun­der­bar glas­kla­rer Bach mit wei­ßen run­den Stei­nen gesäumt beglei­tet uns stets. Hier kann man auch mal Erfri­schung suchen, ebenso wie an den Quel­len in den Wäl­dern, die eis­kal­tes Wass­ser spenden.

Nach knapp 2 Stun­den errei­chen wir den Ein­gang der Schlucht, vor denen wun­der­bare Fel­spools vor der Kulisse der auf­ra­gen­den Wände zum küh­len Baden einladen.

Gola Gor­ropu Schlucht

Ein wah­res Para­dies nach den Stra­pa­zen. Hier ver­brin­gen wir einige Zeit bevor wir den leich­ter fal­len­den und dank tie­fer ste­hen­der Sonne schat­ti­ge­ren Rück­weg antreten.

Rock­pools vor dem Ein­gang der Schlucht

Erfri­schung

Dann fah­ren wir wei­ter süd­lich und über den lan­gen ber­gi­gen Abschnitt des Pas­ses Genna ee Sil­vana. Impo­sante Bli­cke bie­ten sich hier vom Stra­ßen­rand auf das umlie­gende Berg­land, begrünte Hügel und ein­same Dör­fer. Am Abend errei­chen wir den Cam­ping­platz in Mura­vera am Strand der Costa Rei.

Golfo di Orosei

18. August 2011

Der Golfo di Orosei liegt wie eine Mond­si­chel an der Ost­küste Sar­di­ni­ens, in der sich impo­sante Fels­klip­pen, Bade­buch­ten und Höh­len befin­den. Wir fah­ren bis zur Cala Fuili, einer klei­nen Fels­bucht vor der Kulisse eines frucht­ba­ren Tales.

Cala Fuili

Wenn man anstatt links zum Strand hin­un­ter nach rechts oben läuft fin­det man den ver­steck­ten Weg zur Cala Luna. 4km füh­ren einen über Klip­pen, durch Büsche und über Stock, Stein und Fel­sen. Oft ist mehr Klet­tern als Lau­fen ange­sagt und die hohen Tem­pe­ra­tu­ren machen es einem nicht leicht. Immer wenn wir den­ken, dass nur noch eine Anhöhe kom­men kann, kam eine wei­tere. Mit zuneh­men­der Ver­zweif­lung dach­ten wir an die bevor­ste­hende Rück­tour sowie dem sich bedroh­lich dem Ende nei­gen­den Was­ser­vor­rat. Ein ein­deu­ti­ger Fall von Fal­schein­schät­zung. In der Hitze von 37°C ist Wan­dern gleich dop­pelt so schwer, die Stre­cke ist auch nicht unbe­dingt für einen ent­spann­ten Spa­zier­gang zu emp­feh­len. Wir machen viele kleine Pau­sen, freuen uns über jeden noch so spär­li­chen Schat­ten unter den duf­ten­den Sträu­chern. Ver­schwitzt und durs­tig kom­men wir nach der Stra­paze an der Cala Luna an, wo man dank tou­ris­ti­scher Erschlos­sen­heit durch ver­schie­dene Boots­tou­ren hier­her eis­kal­tes Was­ser erwer­ben kann.

Das Was­ser der Cala Luna ist kris­tall­klar, bis auf den Mee­res­grund wer­den Bli­cke gewährt. Die Boote sehen aus als wür­den sie schwe­ben, da man ihren Schat­ten auf dem Mee­res­grund aus­ma­chen kann.
Erschöpft legen wir uns ins Meer, dann an den Strand, wo die Sonne mir noch mehr Bräune zau­bert, Anika jedoch Son­nen­brand beschert. Erst nach ausgbie­bi­gem Aus­ru­hen kön­nen wir uns zum Foto­gra­fie­ren auf­raf­fen. Der Strand ist durch die Ankunft zahl­rei­cher Bade­boote ziem­lich voll. Tat­säch­lich hat­ten wir auf dem Wan­der­weg das erste Mal Ein­sam­keit auf Sar­di­nien — und Stille.

Cala Luna

Für den Rück­weg neh­men wir dann dank­bar ein Boot. Die Aus­sicht die­sen anstren­gen­den Weg zurück­zu­klet­tern — immer wie­der berg­auf und bergab — ist keine gute. Mit dem Boot fah­ren wir ent­lang der Küs­ten­fel­sen zurück nach Calla Gonone, wo unser Zelt­platz ist. Aller­dings müs­sen wir noch zur Cala Fuili-Bucht zurück, wo wir das Auto geparkt haben. Dies schaf­fen wir mit einem klei­nem Auto, das immer vier Per­so­nen mit­nimmt. Des­halb müs­sen wir etwas war­ten bis wir an der Reihe sind. Der Fah­rer nimmt auch mal fünf Per­so­nen trotz Pro­test der Dame vom Ticket­of­fice mit. Die Ita­lie­ner neh­men halt alles etwas lockerer.

Sardische Träume

17. August 2011

Ankunft auf Sar­di­nien abends, gerade sehen wir noch die Sonne rot glü­hend hin­ter den Ber­gen untergehen.

Anflug auf Sardinien

Es ist warm, Blu­men blü­hen, Pla­men ste­hen am Flug­ha­fen, Mücken schwir­ren. Durch Pro­bleme mit dem bereits von zu Hause gebuch­tem Auto — ver­ur­sacht durch Unfle­xi­bi­li­tät sei­tens der sar­di­schen Auto­ver­mie­tung — dau­ert es etwas län­ger bis wir unse­ren Zelt­platz in Porto San Paolo errei­chen. Hung­rig (bis auf Scho­ko­rie­gel haben wir nichts ohne Koch­vor­gang Ess­ba­res dabei) und müde krie­chen wir in unser Zelt. Des Nachts reg­net der Rasen­spren­ger auf das Zelt. Mor­gen wird alles bes­ser, hel­ler, son­ni­ger, sagen wir uns.

Und so kam es dann auch: Blauer Him­mel und Sonne begrüßt uns am nächs­ten Mor­gen, wir sind von Pal­men umge­ben. Nach­dem wir unsere Vor­räte auf­ge­stockt haben, fah­ren wir an den Strand, wo wir begeis­tert im glas­kla­ren Was­ser plant­schen und die Aus­sicht auf die stei­len Fel­sen der Isola Tavo­lara genießen.

Strand mit Isola Tavo­lara im Hintergrund

Strandsand an den noch etwas blei­chen Füßen

Lei­der ist es sehr voll, aber das kann die Freude über den Som­mer nicht trü­ben. Nach­dem wir uns erfrischt und mit ers­ter Bräune ver­se­hen haben, fah­ren wir zum Capo Coda di Cavallo, von wo aus man eine gigan­ti­sche Aus­sicht auf von Yach­ten über­säte sma­ragd­grün­blaue Buch­ten hat. Hüb­sche Feri­en­häus­chen schmie­gen sich eng an den Berg.

Capo Coda di Cavallo

Auf dem Weg an den Golfo di Orosei fah­ren wir kur­ven­rei­che Straflen, sehen eine Burg aus dem 12. Jahr­hun­dert auf einem Hügel thro­nen, noch mehr tolle Aus­bli­cke auf Berg– und Küs­ten­land­schaft wäh­rend unge­dul­dige Ita­lie­ner hin­ter uns drän­geln. All­ge­mein hal­ten jene von Ver­kehrs­re­geln nicht allzu viel. Es wird ein­fach drauf los­ge­fah­ren, die ande­ren pas­sen schon auf. Wenn etwas nicht passt wird halt gehupt. Auto­fah­ren in Städ­ten ist hier nicht ganz so ein­fach, wenn man auf typisch deut­sche Vor­sicht bedacht ist.
Durch einen Tun­nel gelangt man zu einer Straße, die sich in Ser­pen­ti­nen zum Meer hinab win­det und wir ver­brin­gen die Nacht in Cala Gonone, direkt am Golfo di Orosei.

Zelt­platz Cala Gonone

Kajakfahrt auf der Schwentine

14. August 2011

Nord­deutsch­land ist nicht nur von einer wind­ge­peitsch­ten Küs­ten­land­schaft geprägt, son­dern auch von diver­sen Seen und Flüs­sen. Die Seen­platte der Hol­stei­ni­schen Schweiz sowie die Schwen­tine zwi­schen Eutin und Kiel laden zu einer Kanu­tour ein. Wir star­ten unsere Tour mit einem 2er Kajak von Plön aus und freuen uns über den in der letz­ten Zeit ver­miss­ten Son­nen­schein, der immer wie­der zwi­schen den Wol­ken her­vor­dringt und uns Wärme beschert. Durch den klei­nen Plö­ner See gelangt man in die Schwen­tine, die man bis nach Kiel hin­durch­pad­deln könnte. Wir pau­sie­ren an einem wun­der­schön gele­ge­ne­nen Steg mit einem Baum, genie­ßen die Sonne und ein paar Snacks bevor wir wei­ter in die Schwen­tine fahren.

Pause am Klei­nen Plö­ner See

Hier ver­leiht einem die Strö­mung mäch­tig Antrieb und die Ufer sind von Schilf gesäumt. Viele Vögel besie­deln das Ufer, auch die ein oder andere Kuh wird an den See­ufern gesich­tet. Es herrscht eine unheim­li­che Ruhe, man fühlt sich fern von jeg­li­cher Zivi­li­sa­tion. Ein Stück­chen Wild­nis mit­ten in Deutsch­land, schwer zu glau­ben. Wir über­nach­ten am Lan­ker See kurz vor Preetz und sehen einen fan­tas­ti­schen Son­nen­un­ter­gang, der die Abend­stim­mung tief gol­den färbt. Ster­nen­him­mel und ein wär­men­des  Feuer run­den den Tag ab.

Son­nen­un­ter­gang am Lan­ker See

Abend­stim­mung

Am nächs­ten Tag haben wir lei­der nicht soviel Glück. Der Mor­gen beginnt grau und wir pad­deln noch bis nach Preetz. Bis nach Rais­dorf wie ursprüng­lich ange­peilt schaf­fen wir es nicht mehr um noch genü­gend Zeit für die Rück­tour zu haben. Wir keh­ren also in Preetz um und kämp­fen uns gegen die Strö­mung zurück in den Lan­ker­see, wo wir eine kleine Pause mit Tee und Kaf­fee an der Bade­stelle mit Imbiss machen. Von hier an reg­net es nur noch Hunde und Kat­zen. Schöne Land­schaft weicht einer aben­teu­er­li­chen Fahrt durch dich­ten Regen und durch­nässt bis auf die Kno­chen kom­men wir wie­der in Plön an.

Nichts­des­to­trotz ist das Plö­ner Seen­ge­biet wun­der­bar für eine Kajak– oder Kanu­tour. Wie ein Stück Schwe­den und des­sen ein­same Wild­nis auf den Flüs­sen mutet es hier an. Für das nächste Mal neh­men wir uns die Seen östlich von Plön vor, die man bis Eutin durch­pad­deln kann.