Prag: Von Burgen, Knödeln und Lichtern

U-Bahnschacht
U-Bahn­schacht

Wir schlafen etwas länger auf­grund der späten Heimkehr, brechen gegen Mit­tag  auf und fahren aber­mals mit der Straßen­bahn in die Stadt. Hier besteigen wir die Prager Metro. Das ÖPNV-Sys­tem Prags ist her­vor­ra­gend organ­isiert, man gelangt schnell, zuver­läs­sig, gün­stig und ein­fach über­all hin. Von unserem Hotel sind es nur 12 Minuten in die Innen­stadt. Die Prager U-Bahn­höfe sind bunt gekachelt, die Roll­trep­pen führen sehr steil in die Tiefe unter das bunte Treiben Prags. Zac war heute schon mutiger und ver­fol­gte das Geschehen von einem Spalt in mein­er Tasche mit.

Wir laufen hoch auf die Prager Burg, genießen dort erst­mal die Aus­sicht auf die Däch­er Prags. Die Prager Burg ist Prags bekan­nteste Attrak­tion und schon fast eine kleine in sich abgeschlossene Stadt. Weit­er­hin ist es die größte his­torische Bur­gan­lage der Welt, 570m lang und 128m bre­it.

Über die Georgs­gasse gelan­gen wir auf den drit­ten Burghof. Hier beein­druckt der riesige St.-Veits-Dom. Auf den ersten Blick scheint es sich um atem­ber­aubende Gotik zu han­deln, in Wirk­lichkeit wurde das drei­bogige Haupt­pro­tal aber als eins der let­zten Kirchen­teile erst 1953 fer­tiggestellt. Wir haben kalte Füße und wär­men sie uns erst ein­mal im Burgcafé mit ein­er heißen Schoko­lade für den Magen.

Blick über Prag
Blick über Prag

Das pit­toreske Gold­ene Gäss­chen ver­läuft ent­lang der nördlichen Burgmauer und wird von winzi­gen bun­ten Häuschen flankiert. Allerd­ings kostet das Gold­ene Gäss­chen Ein­tritt und so erhaschen wir nur einen kleinen Ein­blick auf den Anfang der Gasse vom Tor aus, auch auf das blaue Haus mit der Num­mer 22, in dem Kaf­ka ein Jahr lang wohnte.

Zac wünscht sich was
Zac wün­scht sich was

Im zweit­en Burghof ste­ht ein barock­er Spring­brun­nen in dem viele Münzen auf trock­en­em Grund liegen, denn im Win­ter hat der Brun­nen kein Wass­er, nicht mal Eis. Zac wirft eine Kro­ne in den Brun­nen und wün­scht sich etwas, sich­er etwas ganz katzen­haftes wie viel Fut­ter und pelzige Katzen­damen.

Durch den ersten Burghof gelangt man auf den Hrad­schin­er Platz. Das attrak­tive und friedliche Wohn­vier­tel Hrad­schin erstreckt sich von der Prager Burg bis zum Kloster Stra­hov. Wir liefen bis zum Kloster und war­fen einen Blick hinein. Auf dem Klostergelände befind­et sich weit­er­hin eine große Kloster­bib­lio­thek, die aber Neu­jahr geschlossen hat. Es wurde langsam dunkel und der Platz erstrahlte im Licht der Lat­er­nen und der blauen Stunde. Ein schön­er Anblick. Ein wenig Schnee kam auch vom Him­mel, allerd­ings eher nass als fest. Nun liefen wir abwärts und der Weg vom Kloster bis in die Neruda­gasse ist wirk­lich zauber­haft. Die kahlen Bäume, die ihre Äste auf den Weg ragen lassen, die zahlre­ichen Lat­er­nen am Weges­rand, der zarte Schnee, der die Wege bedeck­te – aber auch rutschig machte -, der Blick über die Däch­er der Klein­seite und auf den Prager Eif­fel­turm — eine 62m hohe Eif­fel­turm­nach­bil­dung im Rah­men der Prager Ausstel­lung.

Die Neruda­gasse ist schmal und über­sät mit vie­len Cafés und Restau­rants. Hier essen wir typ­isch tschechisch – böh­mis­che Knödel, allerd­ings ohne den dazuge­höri­gen Schweine­brat­en für mich. Obwohl das Restau­rant hüb­sch anmutete, waren die Kell­ner unfre­undlich und trotz der dreis­prachi­gen Speisekarte und touris­tis­ch­er Hochburg der englis­chen Sprache nicht ganz Herr, weswe­gen Missver­ständ­nisse auf­trat­en. Geschmeckt hat’s trotz­dem, auch dem Kater.

Mhmmm Chai Latte :)
Mhm­mm Chai Lat­te :)

Wir gin­gen zurück über die Karls­brücke in die Alt­stadt und von dort zum Wen­zel­splatz, der im Mit­te­lal­ter als Pfer­de­markt diente. Es han­delt sich eher um einen bre­it­en Boule­vard als einen Platz im eigentlichen Sinn. Der Platz ist größ­ten­teils eine Mis­chung aus Kap­i­tal­is­mus-Mon­u­menten, pom­pös­er Galerie, viel­er gle­ichgeart­ete Würstchen­bu­den, Fast­food-Restau­rants und kost­spieli­gen Hotels. Hier ent­decke ich auch das „Hotel Ambas­sador“, eben dieses Hotel in dem meine Mut­ter ihre Hochzeit­sreise ver­brachte. Wir find­en einen Star­bucks und Zac und Sid genießen hier ihren ersten Chai Lat­te und ler­nen ihn sofort lieben. Wir laufen dann ein wenig abseits des Platzes und find­en den „kubis­tis­chen Lat­er­nenpfahl“. Er stammt von 1915 und sucht weltweit seines­gle­ichen.

Die Národ­ní tří­da ist eine Straße im Herzen Prags unweit vom Wen­zel­splatz. Sie wird von zahlre­ichen mit­tel­teuren Läden und öffentlichen Gebäu­den wie dem Staat­sthe­ater flankiert. Wir betreten hier das „Rock Café“ und trinken ein tschechis­ches Bier – Pilsen­er Urquell. Zac schlürft auch ein wenig mit, stellt aber fest, dass Bier nichts für kleine Kater ist.

Mit dem etwas benebel­ten Zac lan­den wir um Mit­ter­nacht wieder im Hotel und nach dem Schmök­ern in der mit­ge­bracht­en Reiselit­er­atur schlafen wir.

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