Ägypten: Auf Tauchsafari im Roten Meer

Das Rote Meer ist als üppiges Tauchgebiet bekannt, das sich schnell von Deutschland aus erreichen lässt. Im klaren blauen Wasser tümmeln sich Delfine, Hammerhaie, Schildkröten, Blaupunktrochen und diverse Rifffische. Wir begeben uns auf eine einwöchige Tauchsafari auf der „Emperor Elite“ um diese bunte Riffwelt zu erkunden.

Ich tauche nun erst seit rund 1,5 Jahren, dafür bin i10mch bereits rund um die Welt getaucht: Malaysia, Indonesien, Australien, Neuseeland, Galapagos und Malediven. Aber das naheliegende von Deutschland aus betrachtet, nämlich das Rote Meer, war bisher nicht dabei. Dies gilt es aufzuholen und wir planen deshalb unseren Tauchurlaub in Ägypten. Die Sichtweiten des Roten Meers sollen gigantisch sein und auch wenn die Artenvielfalt nicht an die Malediven heranreicht, lassen sich doch vielfältige Meeresbewohner finden. Im Süden locken sogar Hammerhaie, Mantarochen und mit viel Glück auch Walhaie. Wer sagt also in Ägypten gäbe es nur kleine Dinge?

Wir haben eine Tauchsafari in den Süden über das Fury Shoals Riffsystem bis nach St. Johns an der Grenze zum Sudan gebucht und sind gespannt was Ägypten uns bietet.

Unser Flug geht direkt von München nach Marsa Alam, wohin es diverse Direktflüge aus ganz Deutschland gibt. Von hier sind es nicht mehr als 15 Minuten nach Port Ghalib, dem Hafen in dem das Boot auf einen wartet. Wir kommen spät in der Nacht an und legen uns erst um drei Uhr morgens in die Betten unserer Koje im unteren Deck.

Check Dive in Mursa Shouna

Der erste Tauchgang findet in Mursa Shouna, ein Stück südlich von Port Ghalib statt. Wir brauchen beide mehr Gewicht als erwartet, da wir Probleme haben abzutauchen. Wir tauchen an einem Hang entlang, der mit Weichkorallen bewachsen ist. Am besten gefallen mir die pumpenden Xenien, die überall wachsen. Auch einige Lederkorallen können wir identifizieren. Brokkoli Weichkoralen gibt es in gelb und braunen Tönen. Auch einige Steinkorallen sehe ich, Griffelkorallen mit blauen Spitzen, sowie gelb-braune Feuerkorallen. Aus der Nähe kann man gut ihre giftige Spitzen sehen, in denen sich ihr Nesselgift befindet. Zwei verschiedene Feuerfische ziehen an uns vorbei, außerdem sehen wir Seenadeln und einen großen Seinfisch. Die Sicht ist nicht so gut wie erwartet und das Wasser ist für mich als Warmwasserliebhaber mit 25°C recht frisch, trotz 6mm Wetsuit.

Wir drehen, tauchen denselben Hang zurück und gehen langsam höher. Irgendwo fällt mir mein zusätzliches Blei aus der Tasche und ich kann mich nicht mehr unten halten. Mich treibt es an die Oberfläche. Zum Glück waren wir bereits in seichtem Wasser als das passiert ist. Wie üblich auf einer Tauchsafari folgt Essen und Schlafen. Beim Mittagessen lernen wir unsere Mitreisenden etwas kennen. Neben einer größeren Gruppe Deutscher befinden sich Niederländer, Engländer, ein Schweizer, eine Französin und eine Koreanerin auf dem Tauchboot. Die Crew kommt komplett aus Ägypten.

Abu Dabbab

Weiter geht unsere Tauchsafari in Abu Dabbab, etwas südlich von Port Ghalib. Wir tauchen auf etwa 15m über sandigen Boden auf dem sich Blaupunktrochen tümmeln. Aus dem Boden ragen Korallentürme von denen manche bis knapp unter die Oberfläche reichen. Sie sind dicht mit Weichkorallen und auch ein paar Geweihkorallen bewachsen. Zwischen den Türmen strömt mal kalt, mal warmes Wasser hindurch. Jedes Mal überläuft mich ein Schauer und ich bin froh wieder eine warme Strömung zu erwischen. Die Türme sind von großen Schärmen kleiner bunter Fische bewohnt, die sich bei unserem Näherkommen in die Korallen zurückziehen. Wir tauchen zum Boot zurück unter dem ein Schwarm Sepien steht. Sie halten aber Abstand von uns. Ich bin noch immer zu leicht, troz der 10kg, die ich bei mir trage, denn gegen Ende des Tauchgangs habe ich Probleme unten zu bleiben. So ganz optimal lief der erste Tag noch nicht.

Sha’ab Maksour Süd

Der Morgen beginnt gleich mit dem Briefing für den ersten Tauchgang. Wir sind jetzt am Riff Sha’ab Maksour. Das Riff geht bis zur Wasseroberfläche und ist mehrere hundert Meter lang. An jedem Ende gibt es ein Plateau. Wir tauchen erst die Südseite und das erste Mal ungeführt. Diesmal werden wir mit Zodiacs zu dem Tauchplatz gebracht. Sonst sind wir immer direkt vom Heck des Boots getaucht. Die See ist ziemlich rau und so ist die Fahrt zum Tauchplatz schon ein Abenteuer. Wir planen einen negativen Einstieg.

Beim Abtauchen kommen wir an einem Schwarm Thunfische vorbei. Wir tauchen ein wenig über das Plateau. Hier sehen wir die geführte Gruppe am Hang entlang tauchen und schließen uns ihnen an. Leider erfahren wir später, dass wir dadurch die Grauen Riffhaie am Abbruch des Plateaus verpasst haben. Sie sind uns aber zu schnell und so tauchen wir bald wieder alleine. Wir erkunden in aller Sorgfalt das Riff. Der senkrechte Hang ist dicht mit Weichkorallen bewachsen. Wir schwimmen an kleinen Fischschwärmen vorbei und sehen ein paar Einhornfische. Am besten gefallen uns aber die Ohrenquallen, die immer wieder an uns vorbeischwimmen.

Sha’ab Maksour Nord

Jetzt tauchen wir an der Nordseite des Riffs und werden wieder mit dem Zodiac zum Tauchplatz gebracht. Die See hat sich beruhigt und der Wellengang ist nicht mehr so hoch. Zu Beginn tauchen wir durch einen Canyon, der mit Weich- und Hartkorallen bewachsen ist. Am Ende des Canyons tauchen wir auf einem Plateau, das sanft ins Blau abfällt. Wir tauchen um Korallentürme herum und kommen zu einem Feld mit Steinkorallen. Aufgrund einer Querströmung können wir leider nicht den gesamten Hang entlang tauchen und machen kehrt. Wir tauchen weiter an den Korallenhängen entlang ins Freiwasser um den Saftey Stop durchzuführen.

Schnorcheln mit Delfinen

Am Nachmittag kommen wir nach Sataya. Die Sataya-Bucht ist bekannt für ihre Delfine. Mit Schnorchelausrüstung steigen wir in die Zodiacs und suchen sie. Wir fahren nicht lange bis wir die ersten Rückenflossen sehen. Wir springen ins Wasser als die Tiere an uns vorbei ziehen. Es sind gut 30 Stück und auch ein paar Junge sind dabei. Vor allem wenn wir uns von den anderen Schnorchlern entfernen, können wir nahe Begegnungen mit ihnen genießen. Manchmal sind sie nur einen Meter von mir entfernt. Sie kommen immer wieder zurück und ziehen unbekümmert ihre eleganten Kreise unter uns. Delfine unter Wasser zu erleben ist schon ein ziemlich tolles, aufregendes Erlebnis.

Sataya West

Diesmal tauchen wir wieder direkt vom Boot aus. Wir tauchen über den Sand zu ein paar Korallenbergen. Es gibt wieder viele kleine Fische und schöne Korallen zu sehen. Ich entdecke eine Nacktschnecke, eine hübsche Sternenschnecke. Sie ist ziemlich groß, vielleicht 10cm und bewegt sich sogar. Außerdem entdecken wir eine gelbe Meerbarbe und eine Pyjama-Schnecke.

Nachttauchgang Sataya West

Unser vierter Tauchgang heute findet in der Dunkelheit statt. Es geht um kleine Dinge, die es zu sehen gibt wie Krabben, Garnelen und Feuerfische. Es soll hier aber auch die Spanische Tänzerin geben, eine schöne rote Nacktschnecke, die 60cm groß werden kann und im Freiwasser im Schutz der Dunkelheit „tanzt“. Da die Tiere nachts scheu sind, wird nicht in Gruppen geführt, sondern in Buddyteams getaucht. Bewaffnet mit Lampen tauchen wir auf einen Korallenberg zu. Die Nacht ist mondlos, aber das Schiff ist beleuchtet und durch den weißen Sand ist es nicht stockdunkel was die Navigation erleichtert. Gleich zu Beginn finden wir weiß-rot gestreifte Scherengarnelen. Wir umrunden den Korallenberg und finden einige Krabben und Einsiedlerkrebse, die sich in den Geweihkorallen verstecken. Auch Feuerfische sind noch unterwegs.

Wir wollen zu einem zweiten Korallenberg. Den Schein des Boots halten wir auf der rechten Seite und schwimmen über den Sand ins Dunkle. Wir halten Ausschau nach der Spanischen Tänzerin, die auf dem Sand leben soll, werden aber nicht fündig. Wir erreichen den zweiten Korallenberg und tauchen an ihm entlang. Hier entdecken wir einen Haarstern. Unter dem Boot steht noch ein Schwarm Fische, den das Licht angezogen hat. Dann sind wir auf dem Boot zurück. Ein langer Tag mit vier Tauchgängen und Schnorcheln mit Delfinen liegt hinter uns.

Claudio

Gleich nach dem Abtauchen sehen wir zwei große Muränen, eine davon können wir sogar fast ganz sehen. Langsam tauchen wir über Steinkorallen nach oben. Wir tauchen in eine Höhle, die mehr ein Tunnel ist. Oben geschlossen ist sie nur selten. Die Steinkorallen haben hier ein bizarres Riff geschaffen. Die Tunnel verlaufen zwischen 5 und 9 Metern und wenn man wieder heraus kommt sieht man von den Korallen geformte Kuppeln und Türme. Es erinnert an eine gotische Kathedrale. In den Tunneln sieht man eine paar rote Großaugenbarsche. Außerhalb ziehen und Fusiliere- und Schnapperschwärme ihre Runden und Falterfische knabbern an Quallen. Stars des Tauchgangs sind aber die bizarren Korallenformationen.

Malahi

Malahi heißt soviel wie „der Spielplatz“, da es ein Labyrinth aus vielen Tunneln, Bögen und Canyons gibt, die man durchtauchen kann. Wir tauchen nicht bis zum Boden ab, sondern gleich zu einem der Canyons, der aus dem Riff herauskommt. Immer wieder tauchen wir durch Bögen hindurch oder gelangen aus den kleinen Canyons in mit blauem Licht erleuchtete Hallen. Das ganze Auf und Nieder geht aber auch auf die Ohren und der Druckausgleich fällt schwerer. Als wir aus dem Riff heraustauchen, komme ich schon nicht mehr auf den Grund, der mehrere Meter unter uns liegt. Wir schwimmen wieder durch das Riff hindurch. Glücklicherweise gibt es meist mehrere Möglichkeiten durch die verwachsenen Korallengänge zu tauchen.

Als wir auf der Riffseite des Boots herauskommen, haben wir noch etwas Luft und erkunden zwei Korallentürme, die sieben bis fünf Meter unter der Wasseroberfläche enden und daher gut für den Safety Stop taugen. Einer ist an der Spitze mit einer Tischkoralle bewachsen und es tummeln sich viele kleine Fische darum. Als wir zum Boot tauchen, tauchen wir durch einen Schwarm Fusiliere und Ohrenquallen. Der beste Tauchgang bisher.

Nochmal Delfine in Sataya

Wir fahren wieder zurück Richtung Sataya, da unser nächstes Ziel Daedalus ist. Da das Wetter im Süden recht instabil und windig ist, fahren wir nicht weiter Richtung St. John’s sondern wenden uns der östlich gelegenen Insel Daedalus zu. Auf dem Weg kommen wir nochmal an den Delfinen vorbei, was natürlich Gelegenheit bietet nochmal mit ihnen auf Tuchfühlung zu gehen. Gleich nachdem das Boot angelegt hat, werden wir mit den Zodiacs rausgebracht. Es sind wieder Delfine da, aber nicht so viele wie gestern. Die Begnungen gestern waren zwar näher, trotzdem ist es wieder sehr schön. Wenn mal keine Delfine da sind, kann man die zahlreichen Quallen im Wasser beobachten.

Sataya Süd

Wir ankern an der anderen Seite des Riffs als am Vortag und können daher ein neues Gebiet erkunden. Wir tauchen vom Boot aus über eine Sandfläche. Gleich zu Beginn begrüßt uns eine kleine Muräne. Es gibt immer wieder kleine Koralleninseln, auf denen wir Spiralröhrenwürmer finden. Auf dem Sand liegen Eidechsenfische und auch Riesendrückerfische sind unterwegs. Wir kommen zu einem Abgrund und tauchen an seiner Kante entlang. Hier fällt das Riff steil ins Blau ab. Im Blau jagt eine Makrele und ein Schwarm Fusiliere ist zu sehen. Die Kante endet an einem Hang an dem wir noch ein Stück entlang tauchen bis wir umkehren und im seichten Wasser (5-6m) über eine Steinkorallenfeld tauchen. Es sind Porenkorallen in Kuppelform über die wir hinweg tauchen. Dazwischen leben Geweihkorallen. Über den Korallen stehen große Schnapperschwärme und ein paar Bannerfische.

Wir tauchen Richtung Boot zurück. Es wird nun tiefer und sandiger. Wir tauchen zu zwei Korallentürmen hinüber, die in der Nähe der Boote stehen. Zwischen den Türmen kommt ein großer Napoleon Lippfisch hervor und verschwindet bald wieder. Endlich mal ein großer Fisch. Kurz darauf geht es zurück aufs Boot.

Nachttauchgang Sataya Süd

Ich bin müde vom Tag und verzichte heute auf den vierten Tauchgang. Schon gestern waren mir vier Tauchgänge und Delfinschnorcheln zu viel. Alex lässt ihn sich aber nicht nehmen und taucht zusammen mit einem Niederländer. Sie finden einen Barsch unter einem Stein und eine große Scherengarnele. In den Korallen sitzen wieder rosafarbene Krabben und am Boden finden sie zwei Godeffroys Wurmseegurken, sogenannte Alien Seegurken. Eine zeitlang werden sie von zwei Feuerfischen begleitet, die im Licht ihrer Lampen kleine Fische fangen. Schön anzuschauen, aber auch gruselig, wenn die hochgiftigen Fische knapp an einem vorbeischwimen. In einem kleinen Korallenturm hängt s-förmig eine Muräne und darüber zwei Scherengarnelen. Kurz darauf schwimmt eine große Muräne im Freiwasser an ihnen vobei. Eine Spanische Tänzerin war leider wieder nicht dabei.

In der Nacht fährt das Boot Richtung Daedalus Riff. Es schaukelt ziemlich wild, was sich im Liegen aber gut ertragen lässt.

Daedalus: Hammerhai-Welt

Daedalus befindet sich mitten im Roten Meer, genau zwischen Saudi Arabien und Ägypten. Auf der kleinen Insel steht ein Leuchtturm mit einem langen Steg. Neben uns sind noch etwa 10 andere Liveaboards vor Ort. Das Riff ist beinahe rund, an seiner breitesten Stelle etwa 500m messend. Die Nordseite ist am beliebsten bei Tauchern, da hier starke Strömungen Barracudas, Thunfische und Hammerhaie anlocken. An den anderen Seiten finden sich steile Wände, diemit Weich- und Hartkorallen bedeckt sind.

Hier begeben wir uns die nächsten zwei Tage auf Hammerhai Suche. Bei den Tauchgängen heißt es Top oder Flop – nur Blau oder Haie.

Mit dem Zodiac fahren wir an die Nord- oder Ostseite des Riffs und tauchen auf etwa 25m Tiefe ab um dann ins Blau zu schwimmen. Meist sehen wir nur Barrakudas und ein paar Doktorfische. Beim zweiten Tauchgang schwimmt ein Hammerhai ein gutes Stück unter uns vorbei. Beim dritten sehen wir einen Seidenhai.

Erst am nächsten Tag haben wir mehr Glück und treffen auf etwa 30m auf einen Hammerhai, den wir das erste Mal komplett sehen können. Kurz danach auch noch einen zweiten, allerdings nur schemenhaft im Blau. Beim Safety Stop haben wir aber richtig Glück. Ein Weißspitzenhochseehai taucht auf und beschnuppert uns. Er kommt ziemlich nahe und schwimmt ganz nah an uns vorbei. Ein schönes Tier, aber auch ein wenig gruselig, da diese Haie schon Menschen angegriffen haben. Der Hai dreht eine Runde und verschwindet dann wieder.

Zwischendurch tauchen wir an der nordwestlichen Seite, in „Anemone City“. Der Steilhang ist hier dicht mit großen Anemonen bewachsen. Die Anemonen-Stelle ist nicht groß, vielleicht 30m lang. Ich frage mich warum es hier so viele Anemonen gibt, da ich sonst am Riff oder allgemein hier im Roten Meer nur sehr selten Anemonen gesehen habe. Darin die üblichen Bewohner: viele Anemonenfische, die ihre Behausung verteidigen. Wir lassen uns mit der leichten Strömung weitertrieben und beobachten das Riff.

Wir sehen Barrakudas, Makrelen und Thunfische. Das Riff ist ein fast senkrechter Hang und dicht mit Weichkorallen bewachsen. Im Blau schwimmen Schwärme Fusiliere, Doktorfische und schwarze Schnapper. Ich bleibe oft ein wenig im Blau um vielleicht noch einen Hammerhai zu sehen, leider erfolglos. Wir tauchen auf und steigen ins Zodiac. Wobei man eher in das Zodiac hineinrobbt. Erst entledigt man sich dem Bleigurt und dem BCD, dann schiebt man sich mit Schwung in das Zodiac hinein.

Beim letzten Tauchgang sehen wir nochmal zwei Hammerhaie, die aber beide nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Da mir leider recht schnell die Luft ausgeht, tauchen wir verfrüht auf. Wir lassen uns vom Zodiac einsammeln und nach und nach kommen auch die anderen Taucher hoch. Sie haben nochmal Hammerhaie gesehen und zwar viele. Sie sind noch von acht Hammerhaien umkreist worden und haben einen Fuchshai gesehen. Ziemlich bitter für uns. Auch beim Abendessen an Bord erzählen alle wie viele Haie sie gesehen haben und wie nahe sie gekommen sind. Das kann einem schon die Laune verhageln. Wenigstens konnten wir einen Weißspitzen Hochseehai aus der nächsten Nähe sehen. Das Boot legt ab und wird wieder fährt es wild schaukelnd die Nacht durch nach Elphinstone.

 

Besuch auf dem Leuchtturm von Daedalus

Nach den ersten Tagen auf See können wir das erste Mal wieder an Land gehen um den Leuchtturm von Daedalus zu besichtigen. Der Leuchtturm wurde im 19. Jahrhundert von den Briten gebaut und steht inmitten des Riffs auf einem kleinen Sandstreifen. Der Leuchtturm wird noch immer von vier Leuten betrieben, die einmal im Monat mit Vorräten versorgt werden. Das Zodiac bringt uns zu einem langen Steg auf dem Schienen zum Leuchtturm führen. Unter dem Steg ist das Riff wohl kaum einen Meter tief und man kann rosafarbene Korallen sehen.

Der Leuchtturm und das kleine umeigende Gelände sehen ein wenig verfallen aus, der Leuchtturm ist aber noch in Betrieb und die achtköpfige Mannschaft verkauft T-Shirts vom Daedalus Riff. Eine schmale Wendeltreppe führt den Turm hinauf, dann folgen noch zwei enge steile Stiegen ohne Geländer. Von oben sieht man das gesamte Riff und das umliegende Meer. Nirgendwo ist Land zu sehen, ein 360° Panorama aus Wasser. Ein wunderschöner Anblick.

 

Elphinstone Nordseite

Das Riff ist 300m lang und endet auf zwei Sitzen in einem Unterwasserplateau. Wir werden auf die andere Seite des Riffs gebracht. Wieder ist ein negativer Einstieg vom Zodiac nötig. Das nördliche Plateau liegt auf ca. 20m Tiefe und fällt dann langsam ab. Wir tauchen an der Kante entlang an der das Platau steil abfällt. Wir sehen einen Grauen Riffhai, der an der Kante entlang schwimmt. Als wir 30m Tiefe erreichen, drehen wir um und tauchen zurück. Kurz bevor wir wieder das Ende des Plateaus erreichen, schwimmt unerwartet ein Hammerhai über unsere Köpfe hinweg. Seine typische Form zeichnet sich deutlich gegen den Himmel ab. Endlich bekommen wir eine gelungene Hammerhai-Sichtung und das obwohl wir hier in Elphinstone gar keine erwartet habe.

Wir tauchen weiter am Hang des Riffs entlang. Er ist mit Weich- und Steinkorallen bewachsen. Ich sehe einen Feuerfisch und entdecke eine Pyjama Nacktschnecke. Unter uns erscheint eine Karettschildkröte, die gerade an einer Weichkoralle futtert. Bei mir wird langsam wieder die Luft knapp, weshalb wir uns höher halten. Dann bleiben wir auf fünf Meter und sehen uns das Riff an. Wir sehen noch einen kleineren Napoleon Lippfisch bevor wir vom Riff wegeschwimmen und vom Zodiac abgeholt werden. Der beste Tauchgang bisher!

Elphinstone Südseite

Wir tauchen vom Boot aus und ohne Guide. Wir gehen tiefer bis wir bei ca. 24m auf das Plateau stoßen. Wir tauchen an ihm entlang bis wir auf den Riffhang stoßen. Nun halten wir das Riff rechts von uns und tauchen an ihm entlang. Ich sehe ein paar Antennen in einem Loch und denke, dass sie zu Schrimps oder etwas ähnlichem gehören. Leider verstecken sie sich. Wir tauchen weiter und beobachten das mit Weich- und Steinkorallen bewachsene Riff. Im Blau schwimmen Fusiliere und schwarze Schnapper. Wir sehen einen Feuerfisch und viele kleine Riffbarsche. Wir sehen noch eine Nacktschnecke und tauchen zum Boot zurück. Die Wellen sind höher und das Boot schaukelt stark, was den Ausstieg aus dem Wasser nicht gerade leichter macht. Das Boot legt ab und wir fahren zur Küste zurück.

Elkh Rafy

Unser letzter Tauchgang auf dieser Tauchsafari findet in der Nähe der Küste statt an der Port Ghalib liegt. Wie schon beim letzten Tauchgang tauchen wir ohne Guide. Der Hang fällt sanft in die Tiefe ab. Wir sehen einige Feuerfische und einen Steinfisch. Im Sand sind kleine Löcher in denen sich Knallkrebse verstecken. Auch zwei Blaupunktrochen sind unterwegs. Wir tauchen lange zwischen drei und fünf Meter und im Sonnenlicht entfaltet sich die Pracht der Korallen.

Wir tauchen zum Boot zurück und reinigen unsere Sachen. Dann legen wir in Port Ghalib an und werden mit dem Zodiac in das Tauchbüro unseres Anbieters gebracht um unsere Rechnung zu zahlen. Die letzte Nacht auf dem Boot steht an bevor wir morgen für das Wochenende ins Hotel umziehen. Eine schöne Tauchsafari mit vielen Eindrücken liegt hinter uns.

Chillout in Port Ghalib

Den nächsten Tag verbringen wir gechillt in der Hotelanlage und verbringen den Tag mit Sonnenbaden, Poolplanschen und einer Massage am Abend. Eine Woche Tauchsafari ist durchaus anstrengend und den Tag Nichtstun können wir gut vertragen.

Auf der Suche nach der Seekuh in Marsa Mubarak

Wir sind eigentlich auf der Suche nach einem Dugong, denn hier hat man die besten Chancen. Die Seekuh steht ganz oben auf der Liste der Tiere, denen ich unter Wasser begegnen will. Wie viele Seekühe es noch im Roten Meer gibt, ist leider nicht erfasst. 1989 waren es noch um die 2.000 Seekühe. Sie gelten laut IUCN als gefährdet. In Marsa Mubarak soll es eine einheimische Seekuh namens Kevin geben. Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass wir sie dort treffen können. Wir organisieren uns einen Schnorcheltrip, denn beim Schnorcheln hat man bessere Chancen als beim Tauchen, weil Seekühe nicht besonders tief leben.

Wir starten unseren ersten Schnorchelgang. Dabei sehen wir Steinfische, Feuerfische, Muränen, Flötenfische. Schon mal nicht schlecht für den Anfang. Wir durchkämmen das Seegras, es zeigt sich aber weder eine Seekuh noch eine Schildkröte. Bei unserem zweten Schnorchelgang sehen wir ienige Schildkröten. Immer wieder schaue ich ins Blau und immer wenn ich was größeres sehe, denke ich „Ein Dugong!“, aber es ist tatsächlich nur eine Schildkröte, eine ziemlich große. Es gibt hier nicht nur Seegras, sondern auch ein kleines Riff mit den typischen Riffischen wie Muränen, Feuerfischen, Steinfischen, Clownfischen und sogar einem Oktopus.

Nach dem Mittagessen chillen wir in der Sonne bis plötzlich jemand schreit „Dugong! Dugong! Seacow!“ Und wir springen auf und ich zieh mir sofort Flossen und Maske an und schwimme in die Richtung. Kurze Zeit später stellt sich heraus, dass sich nicht um eine Seekuh, sondern um eine große Schildkröte handelt, die wir auch vorher schonmal gesehen haben. Ich will’s nicht so ganz wahrhaben und schnorchel trotzdem in die Richtung weiter. Vielleicht versteckt sich da ja doch ein Dugong? Leider nicht, es ist nur die Schildkröte. Ich schaue mir die Schildkröte trotzdem an, wenn ich schon mal da bin und schnorchel wieder zurück. Schade, keine Seekuh. Aus der Entfernung sieht man den großen grauen Rücken des eineinhalb Tonnen schweren Vegetarier wohl ziemlich gut an der Oberfläche wenn sie auftaucht. In diesem Fall war es aber eben nur eine große Schildkröte.

Dann schnorcheln wir noch ein bisschen am Riff entlang. Eine Seekuh zeigt sch leider bis zum Ende des Tages nicht. Trotzdem ein sehr schöner Schnorcheltag. Wir haben alles gesehen, was man so sehen kann, außer der Seekuh. Wir werden wohl nach Florida müssen um auf unsere Seekuhkosten zu kommen.

Auf dem Rückflug nach München haben wir fantastisches Wetter und können beinahe die gesamte Zeit wolkenlos die Welt unser uns sehen. Besonders München und die umgebende Bergwelt sind gut zu sehen.


TAUCHSAFARI MIT EMPEROR ELITE

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