Ägypten: Auf Tauchsafari im Roten Meer

Das Rote Meer ist als üppiges Tauchge­bi­et bekan­nt, das sich schnell von Deutsch­land aus erre­ichen lässt. Im klaren blauen Wass­er tüm­meln sich Delfine, Ham­mer­haie, Schild­kröten, Blaupunk­trochen und diverse Rifff­is­che. Wir begeben uns auf eine ein­wöchige Tauch­sa­fari auf der “Emper­or Elite” um diese bunte Rif­fwelt zu erkun­den.

Ich tauche nun erst seit rund 1,5 Jahren, dafür bin i10mch bere­its rund um die Welt getaucht: Malaysia, Indone­sien, Aus­tralien, Neusee­land, Gala­pa­gos und Male­di­v­en. Aber das nahe­liegende von Deutsch­land aus betra­chtet, näm­lich das Rote Meer, war bish­er nicht dabei. Dies gilt es aufzu­holen und wir pla­nen deshalb unseren Tauchurlaub in Ägypten. Die Sichtweit­en des Roten Meers sollen gigan­tisch sein und auch wenn die Arten­vielfalt nicht an die Male­di­v­en her­an­re­icht, lassen sich doch vielfältige Meeres­be­wohn­er find­en. Im Süden lock­en sog­ar Ham­mer­haie, Man­tarochen und mit viel Glück auch Wal­haie. Wer sagt also in Ägypten gäbe es nur kleine Dinge?

Wir haben eine Tauch­sa­fari in den Süden über das Fury Shoals Riff­sys­tem bis nach St. Johns an der Gren­ze zum Sudan gebucht und sind ges­pan­nt was Ägypten uns bietet.

Unser Flug geht direkt von München nach Marsa Alam, wohin es diverse Direk­t­flüge aus ganz Deutsch­land gibt. Von hier sind es nicht mehr als 15 Minuten nach Port Ghal­ib, dem Hafen in dem das Boot auf einen wartet. Wir kom­men spät in der Nacht an und leg­en uns erst um drei Uhr mor­gens in die Bet­ten unser­er Koje im unteren Deck.

Check Dive in Mursa Shouna

Der erste Tauch­gang find­et in Mur­sa Shouna, ein Stück südlich von Port Ghal­ib statt. Wir brauchen bei­de mehr Gewicht als erwartet, da wir Prob­leme haben abzu­tauchen. Wir tauchen an einem Hang ent­lang, der mit Weichko­rallen bewach­sen ist. Am besten gefall­en mir die pumpen­den Xenien, die über­all wach­sen. Auch einige Led­erko­rallen kön­nen wir iden­ti­fizieren. Brokkoli Weichko­ralen gibt es in gelb und braunen Tönen. Auch einige Steinko­rallen sehe ich, Grif­felko­rallen mit blauen Spitzen, sowie gelb-braune Feuerko­rallen. Aus der Nähe kann man gut ihre giftige Spitzen sehen, in denen sich ihr Nes­sel­gift befind­et. Zwei ver­schiedene Feuer­fis­che ziehen an uns vor­bei, außer­dem sehen wir Seenadeln und einen großen Sein­fisch. Die Sicht ist nicht so gut wie erwartet und das Wass­er ist für mich als Warmwasser­lieb­haber mit 25°C recht frisch, trotz 6mm Wet­suit.

Wir drehen, tauchen densel­ben Hang zurück und gehen langsam höher. Irgend­wo fällt mir mein zusät­zlich­es Blei aus der Tasche und ich kann mich nicht mehr unten hal­ten. Mich treibt es an die Ober­fläche. Zum Glück waren wir bere­its in seichtem Wass­er als das passiert ist. Wie üblich auf ein­er Tauch­sa­fari fol­gt Essen und Schlafen. Beim Mit­tagessen ler­nen wir unsere Mitreisenden etwas ken­nen. Neben ein­er größeren Gruppe Deutsch­er befind­en sich Nieder­län­der, Englän­der, ein Schweiz­er, eine Französin und eine Kore­aner­in auf dem Tauch­boot. Die Crew kommt kom­plett aus Ägypten.

Abu Dabbab

Weit­er geht unsere Tauch­sa­fari in Abu Dab­bab, etwas südlich von Port Ghal­ib. Wir tauchen auf etwa 15m über sandi­gen Boden auf dem sich Blaupunk­trochen tüm­meln. Aus dem Boden ragen Koral­len­türme von denen manche bis knapp unter die Ober­fläche reichen. Sie sind dicht mit Weichko­rallen und auch ein paar Geweihko­rallen bewach­sen. Zwis­chen den Tür­men strömt mal kalt, mal warmes Wass­er hin­durch. Jedes Mal über­läuft mich ein Schauer und ich bin froh wieder eine warme Strö­mung zu erwis­chen. Die Türme sind von großen Schär­men klein­er bunter Fis­che bewohnt, die sich bei unserem Näherkom­men in die Korallen zurückziehen. Wir tauchen zum Boot zurück unter dem ein Schwarm Sepi­en ste­ht. Sie hal­ten aber Abstand von uns. Ich bin noch immer zu leicht, troz der 10kg, die ich bei mir trage, denn gegen Ende des Tauch­gangs habe ich Prob­leme unten zu bleiben. So ganz opti­mal lief der erste Tag noch nicht.

Sha’ab Maksour Süd

Der Mor­gen begin­nt gle­ich mit dem Brief­ing für den ersten Tauch­gang. Wir sind jet­zt am Riff Sha’ab Mak­sour. Das Riff geht bis zur Wasser­ober­fläche und ist mehrere hun­dert Meter lang. An jedem Ende gibt es ein Plateau. Wir tauchen erst die Süd­seite und das erste Mal unge­führt. Dies­mal wer­den wir mit Zodi­acs zu dem Tauch­platz gebracht. Son­st sind wir immer direkt vom Heck des Boots getaucht. Die See ist ziem­lich rau und so ist die Fahrt zum Tauch­platz schon ein Aben­teuer. Wir pla­nen einen neg­a­tiv­en Ein­stieg.

Beim Abtauchen kom­men wir an einem Schwarm Thun­fis­che vor­bei. Wir tauchen ein wenig über das Plateau. Hier sehen wir die geführte Gruppe am Hang ent­lang tauchen und schließen uns ihnen an. Lei­der erfahren wir später, dass wir dadurch die Grauen Riffhaie am Abbruch des Plateaus ver­passt haben. Sie sind uns aber zu schnell und so tauchen wir bald wieder alleine. Wir erkun­den in aller Sorgfalt das Riff. Der senkrechte Hang ist dicht mit Weichko­rallen bewach­sen. Wir schwim­men an kleinen Fis­chschwär­men vor­bei und sehen ein paar Ein­horn­fis­che. Am besten gefall­en uns aber die Ohren­quallen, die immer wieder an uns vor­beis­chwim­men.

Sha’ab Maksour Nord

Jet­zt tauchen wir an der Nord­seite des Riffs und wer­den wieder mit dem Zodi­ac zum Tauch­platz gebracht. Die See hat sich beruhigt und der Wellen­gang ist nicht mehr so hoch. Zu Beginn tauchen wir durch einen Canyon, der mit Weich- und Hartko­rallen bewach­sen ist. Am Ende des Canyons tauchen wir auf einem Plateau, das san­ft ins Blau abfällt. Wir tauchen um Koral­len­türme herum und kom­men zu einem Feld mit Steinko­rallen. Auf­grund ein­er Quer­strö­mung kön­nen wir lei­der nicht den gesamten Hang ent­lang tauchen und machen kehrt. Wir tauchen weit­er an den Koral­len­hän­gen ent­lang ins Frei­wass­er um den Saftey Stop durchzuführen.

Schnorcheln mit Delfinen

Am Nach­mit­tag kom­men wir nach Sataya. Die Sataya-Bucht ist bekan­nt für ihre Delfine. Mit Schnorchelaus­rüs­tung steigen wir in die Zodi­acs und suchen sie. Wir fahren nicht lange bis wir die ersten Rück­en­flossen sehen. Wir sprin­gen ins Wass­er als die Tiere an uns vor­bei ziehen. Es sind gut 30 Stück und auch ein paar Junge sind dabei. Vor allem wenn wir uns von den anderen Schnorch­lern ent­fer­nen, kön­nen wir nahe Begeg­nun­gen mit ihnen genießen. Manch­mal sind sie nur einen Meter von mir ent­fer­nt. Sie kom­men immer wieder zurück und ziehen unbeküm­mert ihre ele­gan­ten Kreise unter uns. Delfine unter Wass­er zu erleben ist schon ein ziem­lich tolles, aufre­gen­des Erleb­nis.

Sataya West

Dies­mal tauchen wir wieder direkt vom Boot aus. Wir tauchen über den Sand zu ein paar Koral­len­ber­gen. Es gibt wieder viele kleine Fis­che und schöne Korallen zu sehen. Ich ent­decke eine Nack­tsch­necke, eine hüb­sche Ster­nen­sch­necke. Sie ist ziem­lich groß, vielle­icht 10cm und bewegt sich sog­ar. Außer­dem ent­deck­en wir eine gelbe Meer­barbe und eine Pyja­ma-Sch­necke.

Nachttauchgang Sataya West

Unser viert­er Tauch­gang heute find­et in der Dunkel­heit statt. Es geht um kleine Dinge, die es zu sehen gibt wie Krabben, Gar­ne­len und Feuer­fis­che. Es soll hier aber auch die Spanis­che Tänz­erin geben, eine schöne rote Nack­tsch­necke, die 60cm groß wer­den kann und im Frei­wass­er im Schutz der Dunkel­heit “tanzt”. Da die Tiere nachts scheu sind, wird nicht in Grup­pen geführt, son­dern in Bud­dyteams getaucht. Bewaffnet mit Lam­p­en tauchen wir auf einen Koral­len­berg zu. Die Nacht ist mond­los, aber das Schiff ist beleuchtet und durch den weißen Sand ist es nicht stock­dunkel was die Nav­i­ga­tion erle­ichtert. Gle­ich zu Beginn find­en wir weiß-rot gestreifte Scheren­gar­ne­len. Wir umrun­den den Koral­len­berg und find­en einige Krabben und Ein­siedlerkreb­se, die sich in den Geweihko­rallen ver­steck­en. Auch Feuer­fis­che sind noch unter­wegs.

Wir wollen zu einem zweit­en Koral­len­berg. Den Schein des Boots hal­ten wir auf der recht­en Seite und schwim­men über den Sand ins Dun­kle. Wir hal­ten Auss­chau nach der Spanis­chen Tänz­erin, die auf dem Sand leben soll, wer­den aber nicht fündig. Wir erre­ichen den zweit­en Koral­len­berg und tauchen an ihm ent­lang. Hier ent­deck­en wir einen Haarstern. Unter dem Boot ste­ht noch ein Schwarm Fis­che, den das Licht ange­zo­gen hat. Dann sind wir auf dem Boot zurück. Ein langer Tag mit vier Tauchgän­gen und Schnorcheln mit Delfinen liegt hin­ter uns.

Claudio

Gle­ich nach dem Abtauchen sehen wir zwei große Murä­nen, eine davon kön­nen wir sog­ar fast ganz sehen. Langsam tauchen wir über Steinko­rallen nach oben. Wir tauchen in eine Höh­le, die mehr ein Tun­nel ist. Oben geschlossen ist sie nur sel­ten. Die Steinko­rallen haben hier ein bizarres Riff geschaf­fen. Die Tun­nel ver­laufen zwis­chen 5 und 9 Metern und wenn man wieder her­aus kommt sieht man von den Korallen geformte Kup­peln und Türme. Es erin­nert an eine gotis­che Kathe­drale. In den Tun­neln sieht man eine paar rote Großau­gen­barsche. Außer­halb ziehen und Fusiliere- und Schnap­per­schwärme ihre Run­den und Fal­ter­fis­che knab­bern an Quallen. Stars des Tauch­gangs sind aber die bizarren Koral­len­for­ma­tio­nen.

Malahi

Malahi heißt soviel wie “der Spielplatz”, da es ein Labyrinth aus vie­len Tun­neln, Bögen und Canyons gibt, die man durch­tauchen kann. Wir tauchen nicht bis zum Boden ab, son­dern gle­ich zu einem der Canyons, der aus dem Riff her­auskommt. Immer wieder tauchen wir durch Bögen hin­durch oder gelan­gen aus den kleinen Canyons in mit blauem Licht erleuchtete Hallen. Das ganze Auf und Nieder geht aber auch auf die Ohren und der Druck­aus­gle­ich fällt schw­er­er. Als wir aus dem Riff her­aus­tauchen, komme ich schon nicht mehr auf den Grund, der mehrere Meter unter uns liegt. Wir schwim­men wieder durch das Riff hin­durch. Glück­licher­weise gibt es meist mehrere Möglichkeit­en durch die verwach­se­nen Koral­lengänge zu tauchen.

Als wir auf der Riff­seite des Boots her­auskom­men, haben wir noch etwas Luft und erkun­den zwei Koral­len­türme, die sieben bis fünf Meter unter der Wasser­ober­fläche enden und daher gut für den Safe­ty Stop tau­gen. Ein­er ist an der Spitze mit ein­er Tis­chko­ralle bewach­sen und es tum­meln sich viele kleine Fis­che darum. Als wir zum Boot tauchen, tauchen wir durch einen Schwarm Fusiliere und Ohren­quallen. Der beste Tauch­gang bish­er.

Nochmal Delfine in Sataya

Wir fahren wieder zurück Rich­tung Sataya, da unser näch­stes Ziel Daedalus ist. Da das Wet­ter im Süden recht insta­bil und windig ist, fahren wir nicht weit­er Rich­tung St. John’s son­dern wen­den uns der östlich gele­ge­nen Insel Daedalus zu. Auf dem Weg kom­men wir nochmal an den Delfinen vor­bei, was natür­lich Gele­gen­heit bietet nochmal mit ihnen auf Tuch­füh­lung zu gehen. Gle­ich nach­dem das Boot angelegt hat, wer­den wir mit den Zodi­acs raus­ge­bracht. Es sind wieder Delfine da, aber nicht so viele wie gestern. Die Beg­nun­gen gestern waren zwar näher, trotz­dem ist es wieder sehr schön. Wenn mal keine Delfine da sind, kann man die zahlre­ichen Quallen im Wass­er beobacht­en.

Sataya Süd

Wir ankern an der anderen Seite des Riffs als am Vortag und kön­nen daher ein neues Gebi­et erkun­den. Wir tauchen vom Boot aus über eine Sand­fläche. Gle­ich zu Beginn begrüßt uns eine kleine Muräne. Es gibt immer wieder kleine Koral­lenin­seln, auf denen wir Spi­ral­röhren­würmer find­en. Auf dem Sand liegen Eidech­sen­fis­che und auch Riesendrück­er­fis­che sind unter­wegs. Wir kom­men zu einem Abgrund und tauchen an sein­er Kante ent­lang. Hier fällt das Riff steil ins Blau ab. Im Blau jagt eine Makrele und ein Schwarm Fusiliere ist zu sehen. Die Kante endet an einem Hang an dem wir noch ein Stück ent­lang tauchen bis wir umkehren und im seicht­en Wass­er (5–6m) über eine Steinko­ral­len­feld tauchen. Es sind Porenko­rallen in Kup­pelform über die wir hin­weg tauchen. Dazwis­chen leben Geweihko­rallen. Über den Korallen ste­hen große Schnap­per­schwärme und ein paar Ban­ner­fis­che.

Wir tauchen Rich­tung Boot zurück. Es wird nun tiefer und sandi­ger. Wir tauchen zu zwei Koral­len­tür­men hinüber, die in der Nähe der Boote ste­hen. Zwis­chen den Tür­men kommt ein großer Napoleon Lipp­fisch her­vor und ver­schwindet bald wieder. Endlich mal ein großer Fisch. Kurz darauf geht es zurück aufs Boot.

Nachttauchgang Sataya Süd

Ich bin müde vom Tag und verzichte heute auf den vierten Tauch­gang. Schon gestern waren mir vier Tauchgänge und Delfin­schnorcheln zu viel. Alex lässt ihn sich aber nicht nehmen und taucht zusam­men mit einem Nieder­län­der. Sie find­en einen Barsch unter einem Stein und eine große Scheren­gar­nele. In den Korallen sitzen wieder rosa­far­bene Krabben und am Boden find­en sie zwei God­ef­froys Wurm­see­gurken, soge­nan­nte Alien See­gurken. Eine zeit­lang wer­den sie von zwei Feuer­fis­chen begleit­et, die im Licht ihrer Lam­p­en kleine Fis­che fan­gen. Schön anzuschauen, aber auch gruselig, wenn die hochgifti­gen Fis­che knapp an einem vor­beis­chwimen. In einem kleinen Koral­len­turm hängt s-för­mig eine Muräne und darüber zwei Scheren­gar­ne­len. Kurz darauf schwimmt eine große Muräne im Frei­wass­er an ihnen vobei. Eine Spanis­che Tänz­erin war lei­der wieder nicht dabei.

In der Nacht fährt das Boot Rich­tung Daedalus Riff. Es schaukelt ziem­lich wild, was sich im Liegen aber gut ertra­gen lässt.

Daedalus: Hammerhai-Welt

Daedalus befind­et sich mit­ten im Roten Meer, genau zwis­chen Sau­di Ara­bi­en und Ägypten. Auf der kleinen Insel ste­ht ein Leucht­turm mit einem lan­gen Steg. Neben uns sind noch etwa 10 andere Live­aboards vor Ort. Das Riff ist beina­he rund, an sein­er bre­itesten Stelle etwa 500m messend. Die Nord­seite ist am belieb­sten bei Tauch­ern, da hier starke Strö­mungen Bar­racu­d­as, Thun­fis­che und Ham­mer­haie anlock­en. An den anderen Seit­en find­en sich steile Wände, diemit Weich- und Hartko­rallen bedeckt sind.

Hier begeben wir uns die näch­sten zwei Tage auf Ham­mer­hai Suche. Bei den Tauchgän­gen heißt es Top oder Flop — nur Blau oder Haie.

Mit dem Zodi­ac fahren wir an die Nord- oder Ost­seite des Riffs und tauchen auf etwa 25m Tiefe ab um dann ins Blau zu schwim­men. Meist sehen wir nur Bar­raku­das und ein paar Dok­tor­fis­che. Beim zweit­en Tauch­gang schwimmt ein Ham­mer­hai ein gutes Stück unter uns vor­bei. Beim drit­ten sehen wir einen Sei­den­hai.

Erst am näch­sten Tag haben wir mehr Glück und tre­f­fen auf etwa 30m auf einen Ham­mer­hai, den wir das erste Mal kom­plett sehen kön­nen. Kurz danach auch noch einen zweit­en, allerd­ings nur schemen­haft im Blau. Beim Safe­ty Stop haben wir aber richtig Glück. Ein Weißspitzen­hochsee­hai taucht auf und beschnup­pert uns. Er kommt ziem­lich nahe und schwimmt ganz nah an uns vor­bei. Ein schönes Tier, aber auch ein wenig gruselig, da diese Haie schon Men­schen ange­grif­f­en haben. Der Hai dreht eine Runde und ver­schwindet dann wieder.

Zwis­chen­durch tauchen wir an der nord­west­lichen Seite, in „Anemone City“. Der Steil­hang ist hier dicht mit großen Anemo­nen bewach­sen. Die Anemo­nen-Stelle ist nicht groß, vielle­icht 30m lang. Ich frage mich warum es hier so viele Anemo­nen gibt, da ich son­st am Riff oder all­ge­mein hier im Roten Meer nur sehr sel­ten Anemo­nen gese­hen habe. Darin die üblichen Bewohn­er: viele Anemo­nen­fis­che, die ihre Behausung vertei­di­gen. Wir lassen uns mit der leicht­en Strö­mung weit­er­trieben und beobacht­en das Riff.

Wir sehen Bar­raku­das, Makre­len und Thun­fis­che. Das Riff ist ein fast senkrechter Hang und dicht mit Weichko­rallen bewach­sen. Im Blau schwim­men Schwärme Fusiliere, Dok­tor­fis­che und schwarze Schnap­per. Ich bleibe oft ein wenig im Blau um vielle­icht noch einen Ham­mer­hai zu sehen, lei­der erfol­g­los. Wir tauchen auf und steigen ins Zodi­ac. Wobei man eher in das Zodi­ac hinein­robbt. Erst entledigt man sich dem Bleigurt und dem BCD, dann schiebt man sich mit Schwung in das Zodi­ac hinein.

Beim let­zten Tauch­gang sehen wir nochmal zwei Ham­mer­haie, die aber bei­de nach kurz­er Zeit wieder ver­schwinden. Da mir lei­der recht schnell die Luft aus­ge­ht, tauchen wir ver­früht auf. Wir lassen uns vom Zodi­ac ein­sam­meln und nach und nach kom­men auch die anderen Tauch­er hoch. Sie haben nochmal Ham­mer­haie gese­hen und zwar viele. Sie sind noch von acht Ham­mer­haien umkreist wor­den und haben einen Fuchshai gese­hen. Ziem­lich bit­ter für uns. Auch beim Aben­dessen an Bord erzählen alle wie viele Haie sie gese­hen haben und wie nahe sie gekom­men sind. Das kann einem schon die Laune ver­hageln. Wenig­stens kon­nten wir einen Weißspitzen Hochsee­hai aus der näch­sten Nähe sehen. Das Boot legt ab und wird wieder fährt es wild schaukel­nd die Nacht durch nach Elphin­stone.

 

Besuch auf dem Leuchtturm von Daedalus

Nach den ersten Tagen auf See kön­nen wir das erste Mal wieder an Land gehen um den Leucht­turm von Daedalus zu besichti­gen. Der Leucht­turm wurde im 19. Jahrhun­dert von den Briten gebaut und ste­ht inmit­ten des Riffs auf einem kleinen Sand­streifen. Der Leucht­turm wird noch immer von vier Leuten betrieben, die ein­mal im Monat mit Vor­räten ver­sorgt wer­den. Das Zodi­ac bringt uns zu einem lan­gen Steg auf dem Schienen zum Leucht­turm führen. Unter dem Steg ist das Riff wohl kaum einen Meter tief und man kann rosa­far­bene Korallen sehen.

Der Leucht­turm und das kleine umeigende Gelände sehen ein wenig ver­fall­en aus, der Leucht­turm ist aber noch in Betrieb und die achtköp­fige Mannschaft verkauft T-Shirts vom Daedalus Riff. Eine schmale Wen­del­treppe führt den Turm hin­auf, dann fol­gen noch zwei enge steile Stiegen ohne Gelän­der. Von oben sieht man das gesamte Riff und das umliegende Meer. Nir­gend­wo ist Land zu sehen, ein 360° Panora­ma aus Wass­er. Ein wun­der­schön­er Anblick.

 

Elphinstone Nordseite

Das Riff ist 300m lang und endet auf zwei Sitzen in einem Unter­wasser­plateau. Wir wer­den auf die andere Seite des Riffs gebracht. Wieder ist ein neg­a­tiv­er Ein­stieg vom Zodi­ac nötig. Das nördliche Plateau liegt auf ca. 20m Tiefe und fällt dann langsam ab. Wir tauchen an der Kante ent­lang an der das Platau steil abfällt. Wir sehen einen Grauen Riffhai, der an der Kante ent­lang schwimmt. Als wir 30m Tiefe erre­ichen, drehen wir um und tauchen zurück. Kurz bevor wir wieder das Ende des Plateaus erre­ichen, schwimmt uner­wartet ein Ham­mer­hai über unsere Köpfe hin­weg. Seine typ­is­che Form zeich­net sich deut­lich gegen den Him­mel ab. Endlich bekom­men wir eine gelun­gene Ham­mer­hai-Sich­tung und das obwohl wir hier in Elphin­stone gar keine erwartet habe.

Wir tauchen weit­er am Hang des Riffs ent­lang. Er ist mit Weich- und Steinko­rallen bewach­sen. Ich sehe einen Feuer­fisch und ent­decke eine Pyja­ma Nack­tsch­necke. Unter uns erscheint eine Karettschild­kröte, die ger­ade an ein­er Weichko­ralle fut­tert. Bei mir wird langsam wieder die Luft knapp, weshalb wir uns höher hal­ten. Dann bleiben wir auf fünf Meter und sehen uns das Riff an. Wir sehen noch einen kleineren Napoleon Lipp­fisch bevor wir vom Riff wegeschwim­men und vom Zodi­ac abge­holt wer­den. Der beste Tauch­gang bish­er!

Elphinstone Südseite

Wir tauchen vom Boot aus und ohne Guide. Wir gehen tiefer bis wir bei ca. 24m auf das Plateau stoßen. Wir tauchen an ihm ent­lang bis wir auf den Riffhang stoßen. Nun hal­ten wir das Riff rechts von uns und tauchen an ihm ent­lang. Ich sehe ein paar Anten­nen in einem Loch und denke, dass sie zu Schrimps oder etwas ähn­lichem gehören. Lei­der ver­steck­en sie sich. Wir tauchen weit­er und beobacht­en das mit Weich- und Steinko­rallen bewach­sene Riff. Im Blau schwim­men Fusiliere und schwarze Schnap­per. Wir sehen einen Feuer­fisch und viele kleine Riff­barsche. Wir sehen noch eine Nack­tsch­necke und tauchen zum Boot zurück. Die Wellen sind höher und das Boot schaukelt stark, was den Ausstieg aus dem Wass­er nicht ger­ade leichter macht. Das Boot legt ab und wir fahren zur Küste zurück.

Elkh Rafy

Unser let­zter Tauch­gang auf dieser Tauch­sa­fari find­et in der Nähe der Küste statt an der Port Ghal­ib liegt. Wie schon beim let­zten Tauch­gang tauchen wir ohne Guide. Der Hang fällt san­ft in die Tiefe ab. Wir sehen einige Feuer­fis­che und einen Ste­in­fisch. Im Sand sind kleine Löch­er in denen sich Knal­lkreb­se ver­steck­en. Auch zwei Blaupunk­trochen sind unter­wegs. Wir tauchen lange zwis­chen drei und fünf Meter und im Son­nen­licht ent­fal­tet sich die Pracht der Korallen.

Wir tauchen zum Boot zurück und reini­gen unsere Sachen. Dann leg­en wir in Port Ghal­ib an und wer­den mit dem Zodi­ac in das Tauch­büro unseres Anbi­eters gebracht um unsere Rech­nung zu zahlen. Die let­zte Nacht auf dem Boot ste­ht an bevor wir mor­gen für das Woch­enende ins Hotel umziehen. Eine schöne Tauch­sa­fari mit vie­len Ein­drück­en liegt hin­ter uns.

Chillout in Port Ghalib

Den näch­sten Tag ver­brin­gen wir gechillt in der Hote­lan­lage und ver­brin­gen den Tag mit Son­nen­baden, Pool­plan­schen und ein­er Mas­sage am Abend. Eine Woche Tauch­sa­fari ist dur­chaus anstren­gend und den Tag Nicht­stun kön­nen wir gut ver­tra­gen.

Auf der Suche nach der Seekuh in Marsa Mubarak

Wir sind eigentlich auf der Suche nach einem Dugong, denn hier hat man die besten Chan­cen. Die Seekuh ste­ht ganz oben auf der Liste der Tiere, denen ich unter Wass­er begeg­nen will. Wie viele Seekühe es noch im Roten Meer gibt, ist lei­der nicht erfasst. 1989 waren es noch um die 2.000 Seekühe. Sie gel­ten laut IUCN als gefährdet. In Marsa Mubarak soll es eine ein­heimis­che Seekuh namens Kevin geben. Die Wahrschein­lichkeit ist recht hoch, dass wir sie dort tre­f­fen kön­nen. Wir organ­isieren uns einen Schnorchel­trip, denn beim Schnorcheln hat man bessere Chan­cen als beim Tauchen, weil Seekühe nicht beson­ders tief leben.

Wir starten unseren ersten Schnorchel­gang. Dabei sehen wir Ste­in­fis­che, Feuer­fis­che, Murä­nen, Flöten­fis­che. Schon mal nicht schlecht für den Anfang. Wir durchkäm­men das See­gras, es zeigt sich aber wed­er eine Seekuh noch eine Schild­kröte. Bei unserem zweten Schnorchel­gang sehen wir ienige Schild­kröten. Immer wieder schaue ich ins Blau und immer wenn ich was größeres sehe, denke ich “Ein Dugong!”, aber es ist tat­säch­lich nur eine Schild­kröte, eine ziem­lich große. Es gibt hier nicht nur See­gras, son­dern auch ein kleines Riff mit den typ­is­chen Riff­is­chen wie Murä­nen, Feuer­fis­chen, Ste­in­fis­chen, Clown­fis­chen und sog­ar einem Okto­pus.

Nach dem Mit­tagessen chillen wir in der Sonne bis plöt­zlich jemand schre­it “Dugong! Dugong! Sea­cow!” Und wir sprin­gen auf und ich zieh mir sofort Flossen und Maske an und schwimme in die Rich­tung. Kurze Zeit später stellt sich her­aus, dass sich nicht um eine Seekuh, son­dern um eine große Schild­kröte han­delt, die wir auch vorher schon­mal gese­hen haben. Ich will’s nicht so ganz wahrhaben und schnorchel trotz­dem in die Rich­tung weit­er. Vielle­icht ver­steckt sich da ja doch ein Dugong? Lei­der nicht, es ist nur die Schild­kröte. Ich schaue mir die Schild­kröte trotz­dem an, wenn ich schon mal da bin und schnorchel wieder zurück. Schade, keine Seekuh. Aus der Ent­fer­nung sieht man den großen grauen Rück­en des einein­halb Ton­nen schw­eren Veg­e­tari­er wohl ziem­lich gut an der Ober­fläche wenn sie auf­taucht. In diesem Fall war es aber eben nur eine große Schild­kröte.

Dann schnorcheln wir noch ein biss­chen am Riff ent­lang. Eine Seekuh zeigt sch lei­der bis zum Ende des Tages nicht. Trotz­dem ein sehr schön­er Schnorchelt­ag. Wir haben alles gese­hen, was man so sehen kann, außer der Seekuh. Wir wer­den wohl nach Flori­da müssen um auf unsere Seekuhkosten zu kom­men.

Auf dem Rück­flug nach München haben wir fan­tastis­ches Wet­ter und kön­nen beina­he die gesamte Zeit wolken­los die Welt unser uns sehen. Beson­ders München und die umgebende Berg­welt sind gut zu sehen.


TAUCHSAFARI MIT EMPEROR ELITE


Die Emper­or Elite bietet beina­he das ganze Jahr Tauchtrips um Hurgha­da und Marsa Alam an. 24 Gäste haben auf dem Boot Platz und auch die unteren Kabi­nen sind mit Kli­maan­lage verse­hen. Zwei pro­fes­sionelle Tauchguides begleit­en einen auf die Tauchgänge. Das Essen ist ent­ge­gen jed­er Erwartung auf so einem Tauch­boot her­aus­ra­gend gut! Jet­zt buchen»

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