Der Weg zu Glück und Erfüllung

Das Streben nach Glück ist zutief­st men­schlich, doch kann auch ziem­lich unglück­lich machen. Glück beschreibt oft nur ein tem­poräres Gefühl und viele behaupten es gäbe kein dauer­haftes Glücks­ge­fühl. Wohl aber so etwas wie Erfül­lung und Zufrieden­heit. Es gibt viele Wege dazu zu kom­men. Hier, wie ich die Sache sehe.

Manche mögen es auch als Lebenssinn oder Bes­tim­mung beze­ich­nen, was mir per­sön­lich ein biss­chen zu pathetisch ist. Das mag an mein­er ratio­nalen Nei­gung zu Natur­wis­senschaften liegen. Rein wis­senschaftlich betra­chtet spielt es ja keine große Rolle wer wir im Leben waren, was wir erre­icht haben uns ob wir dabei glück­lich waren oder nicht. Wenn es über­haupt einen Sinn gibt, dann den der Evo­lu­tion und das Über­leben der Gene. Aber lassen wir das mal bei Seite, denn das hil­ft uns ja nicht unbe­d­ingt weit­er. Mit dem Hin­ter­grund kön­nten wir auch die Decke über den Kopf ziehen und uns alles außer der Fortpflanzung egal sein lassen, weil es eh keine über­ge­ord­nete Rolle spielt. Mir gefällt es mehr von Erfül­lung statt Lebensinn zu sprechen.

Ich war immer der Überzeu­gung, dass es im Leben mehr geben muss als sich die Taschen voller Geld zu steck­en, bzw. darauf hinzuar­beit­en sich “irgend­wann” zurück lehnen zu kön­nen und das Leben endlich genießen kann und darf. Schon immer haben mich Geschicht­en von Aussteigern fasziniert, die diesem kon­ven­tionellen Weg von Aus­bil­dung-Arbeit­en-Kinder-Rente den Rück­en gekehrt haben und ein­fach das tun wonach ihnen ist. Mich beschäftigt schon seit Langem eine starke Sehn­sucht nach einem „inten­siv­eren, reicheren Leben“.

Glück kann mehr sein als ein Moment

Schritt 1 auf dem Weg zum Glück: Die Erkenntnis

Jed­er muss seinen eige­nen Platz im Leben find­en. Dafür gibt es keinen pauschalen Weg, den ich oder irgend­je­mand empfehlen kann. Auch keine pauschale Antwort. Ihr soll­tet euch über­legen was euch im Leben wichtig ist und was nicht. Was bere­it­et euch Freude und was nicht? Wenn ihr alle sozialen, gesellschaftlichen und finanziellen Verpflich­tun­gen außen vor lasst, was würdet ihr dann in eurem Leben tun? Da die finanziellen Sor­gen oft im Mit­telpunkt ste­hen, stelle ich anderen auch gerne die Frage, was sie tun wür­den, wenn sie mor­gen soviel im Lot­to gewin­nen wür­den, dass sie sich nie wieder um Geld sor­gen müssten. Wür­den sie mor­gen noch zu der gle­ichen Arbeit gehen? Oder etwas Neues wagen, was vielle­icht kein so hohes Einkom­men, dafür aber Erfül­lung ver­spricht?

Viele Men­schen denken nie darüber nach was sie genau von ihrem Leben erwarten und worin sie ihren per­sön­lichen Dasein­szweck sehen oder gar ihre Beru­fung. Jed­er hat bes­timmte Fähigkeit­en, beson­dere Inter­essen oder ganz spezielle Lei­den­schaften. Nicht jed­er muss aussteigen um sein Glück zu find­en. Es kann sein, dass ihr beispiel­sweise das Bedürf­nis habt, Men­schen zu helfen. Das kön­nt ihr auf ver­schiedene Weise umset­zen. Ihr kön­nt Arzt wer­den, bei einem gemein­nützi­gen Pro­jekt arbeit­en, vielle­icht sog­ar ein eigenes auf die Beine stellen oder Bedürfti­gen Hil­festel­lung leis­ten.

Auch die Angst vor dem Tod mag ein wenig damit zu tun haben. Wer noch soviel im Leben vorhat, es aber immer auf­schiebt, hat Angst nicht alles rechtzeit­ig zu schaf­fen. Wenn ihr aber jet­zt schon anfangt alles zu tun was ihr noch tun wollt und eure Wün­sche ver­wirk­licht, dann kann man sich auch ein Stück weit vor der Angst vor dem Tod befreien.

Was kann bei der Suche nach Erkenntnis helfen?

Was erfordert viel Nach­denken. Reisen, in die Natur gehen, Sport, vielle­icht auch medi­tieren oder bewusste “Ich-Zeit” schaf­fen, kann helfen sich über die Flut der Gedanken, die auf einen ein­strö­men sobald man anfängt darüber nachzu­denken, zu ord­nen. Begin­nt damit jeden Tag etwas zu tun wonach euch ist. Wovon ihr das Gefühl habt, dass ihr genau das tun wollt in eurem Leben.

Es ist auch ein Prozess euch selb­st ken­nen­zuler­nen. Jed­er Men­sch ist anders und hat andere Bedürfnisse. Zuerst müsst ihr eure Bedürfnisse ken­nen. Legt ihr Wert auf Flex­i­bil­ität oder geord­nete Struk­turen? Habt ihr ein Bedürf­nis nach Familen­zusam­men­halt oder nach Unab­hängigkeit? Geht ihr gerne Risikien ein oder sehnt euch nach Sicher­heit? Ist euch Bewe­gung wichtig oder seid ihr eher gemütlich? Solche Fra­gen helfen dabei eure Bedürfnisse zu erken­nen und zu hin­ter­fra­gen inwiefern sie bere­its gestillt wer­den und wo noch Poten­tial beste­ht. Manch­mal ergeben sich vielle­icht sog­ar Kon­flik­te in euren Bedürfnis­sen.

Dabei muss nicht gle­ich eine all­ge­me­ingültige Erken­nt­nis her­auskom­men. Es gibt sel­ten die einzig wahre Antwort auf eine Frage. Viel mehr kann sich die Antwort auch im Laufe des Lebens verän­dern. Es gilt auszupro­bieren, sich treiben zu lassen, immer wieder zu evaluieren. Sollte der daraufhin eingeschla­gene Weg nicht passen, kann man ihn jed­erzeit ändern. Wir sind jed­erzeit selb­st für unser Han­deln zuständig. Frei­heit heißt nicht nur die ver­meintliche Frei­heit der Wahl, son­dern jeden Moment bewusst zu erleben und zu entschei­den.

Wie erfüllt ist euer Leben bereits?

Sobald ihr her­aus­ge­fun­den habt, was eur­er Per­sön­lichkeit im Inner­sten entspricht, kön­nt ihr euch über­legen, ob euer Leben bere­its erfüllt ist. Macht ihr schon das, was euch erfüllt? Seid ihr zufrieden mit eur­er Lebenssi­t­u­a­tion, so ganz voll­ständig? Kön­nte es mehr sein? Oder geht euer Leben in eine kom­plett andere Rich­tung? Was gilt es vielle­icht zu reduzieren? Das kann auch eine Reduzierung der Arbeit­szeit zu Gun­sten eines erfüll­teren Pri­vatlebens mit Fam­i­lie und Hob­bys sein.

Ich kann mir nicht vorstellen wann ich mich je so frei und glück­lich fühlte wie auf Bergen oder Reisen, wo sich mir jedes Mal ein neuer Hor­i­zont eröffnet, ich neue Erfahrun­gen mache und mich ger­adezu besäufe an der Schön­heit der Natur.

Ich kann mir nicht vorstellen wann ich mich je so frei und glück­lich fühlte wie auf Bergen oder Reisen

Schritt 2 auf dem Weg zum Glück: Die Umsetzung

Wenn ihr erkan­nt habt, was euer Leben erfüllen würde, ist es noch lange nicht getan. Es gilt jet­zt sich damit zu befassen, wie man das Schritt für Schritt in sein Leben inte­gri­eren kann. Ich per­sön­lich befinde mich seit ger­aumer Zeit in dieser Phase. Wie bringe ich alles unter einen Hut, was ich mir vorgenom­men habe aus meinem Leben zu machen? Ich weiß bere­its, was ich vom Leben erwarte und wozu mein tief­stes Inneres mir fast schmerzhaft und beina­he täglich mir rät. Ich habe immer das Gefühl, dass mir wertvolle Leben­szeit zwis­chen den Fin­gern zer­rin­nt, wenn ich nicht das tue, was ich eigentlich tun will. Ich habe bish­er auch nur Minis­chritte unter­nom­men. Den wenig­sten fällt es leicht einen klaren Schnitt zu machen und von heute auf mor­gen sein Leben kom­plett zu ändern. Das ist oft ja auch gar nicht nötig. Vielle­icht reichen kleinere Dinge um euch zufrieden­er zu machen.

Schritt für Schritt

Ich habe damit ange­fan­gen nach München umzuziehen, um näher an den Bergen zu sein und somit mein­er Lei­den­schaft öfter nachge­hen zu kön­nen. Ich habe meine Arbeit­szeit um die Hälfte reduziert um noch mehr Zeit für mein Pri­vatleben zu haben. Für das Berg­steigen, meinen Blog und meine ehre­namtliche Mitar­beit bei Green­peace. Ich habe ein ein­jähriges Sab­bat­i­cal beantragt um mir meinen Traum von der Wel­treise zu erfüllen. Ich habe mir einen VW Bus angeschafft um mehr draußen unter­wegs sein zu kön­nen. Und trotz­dem reicht es mir noch nicht. Ich will mehr davon! Und weniger davon in einem Büro zu sitzen. Aber wann, wenn nicht in der heuti­gen Zeit, sollte es möglich sein ein geeignetes Konzept zu find­en um alles in Ein­klang brin­gen zu kön­nen?

Sich völ­lig freizu­machen von finanziellen, sozialen oder gesellschaftlichen Rah­menbe­din­gun­gen ist eben nicht so ein­fach. Das geht meis­tens nicht von heute auf mor­gen. Es braucht also Zeit. Und einen Plan.

Aber was ist mit dem Geld?

Viele mögen auch an die Finanzen denken. Es mag sein, dass das was euch vorschwebt, vielle­icht nicht beson­ders viel­sprechend ist was das Einkom­men ange­ht. Dazu zwei Gedanken: Zum einen liegt der Schlüs­sel oft in der Reduzierung. Braucht es wirk­lich den Lebens­stan­dard, den ihr momen­tan habt oder ver­sucht ihr damit nur eine gewisse Leere in euch zu füllen?
Zum anderen ist es so, dass wenn jemand etwas mit großer Lei­den­schaft ausübt, auch andere Leute davon angesteckt wer­den. Und sobald andere Leute davon angesteckt wer­den, desto größer das Poten­tial daraus auch ein gewiss­es Einkom­men zu erzie­len. Ihr wollt reisen, die Welt ent­deck­en? Ihr kön­nt darüber schreiben, bloggen, Bilder verkaufen — die Möglichkeit­en sind zahlre­ich. Es hat nichts damit zu tun ein­fach nicht mehr zu arbeit­en, son­dern viel mehr damit sich die Arbeit selb­st auszusuchen, je nach per­sön­lichen Vor­lieben. Hier­bei sind vom Wis­senschaftler bishin zum eige­nen Pro­jekt keine Gren­zen geset­zt.

Los geht’s — auf die wichtigste Reise eures Lebens

Was ist also wirk­lich wichtig im Leben? Um das her­auszufind­en ist eine Reise ins Inner­ste nötig. Es ist wis­senschaftlich erwiesen, dass Erleb­nisse langfristig glück­lich­er machen als materielle Güter. In fünf Jahren werdet ihr euch noch an diesen einen Urlaub erin­nern und davon zehren, aber was bleibt in fünf Jahren von dem neuen Fernse­her? Seid mutig und macht euch auf, auf die Reise in euer Selb­st! Dann kommt das Glück von ganz allein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.