Ecuador: Das Naturparadies auf den Galapagos Inseln

Auf den Gala­pa­gos Inseln ist die Natur über­all. Beim Tauchen und Schnorcheln ent­deck­en wir die paradiesis­che Unter­wasser­welt mit Ham­mer­haien, Mond­fis­chen, Schild­kröten, Adler­rochen, Seep­fer­d­chen und sog­ar Pin­guinen. Alleine vom Boot­san­leger aus lassen sich bere­its Adler­rochen und Schwarzspitzen­riffhaie beobacht­en. Auf dem Land erwarten uns knallpinke Flamin­gos, faule Leguane, flinke Eidech­sen und urige Land­schild­kröten. Durch die Lüfte fliegen die an ihrem roten Kehl­sack deut­lich erkennbaren Fre­gattvögel, Spottdrosseln und Dar­wink­finken zwitsch­ern aus allen Büschen und Tölpel gebär­den sich zum Ver­lieben mit ihren urkomis­chen Tänzen. Auf den Fis­chmärk­ten warten Pelikane und See­hunde auf ihr Häp­pchen. Man muss wirk­lich nicht lange suchen um eine große Vielfalt an Leben anzutr­e­f­fen, ein Teleob­jek­tiv erweist sich als über­flüs­sig. Die Gala­pa­gos Inseln behei­mat­en Tiere, die es nir­gends anders auf der Welt gibt. Jede Insel, sog­ar jede Region hat eine eigene endemis­che Spezies, die per­fekt auf diese Umge­bung angepasst ist. Es ist ein wahrer Schaukas­ten der Bio­di­ver­sität.

Für uns als große Tier- und Naturfre­unde sind die Gala­pa­gos Inseln ein wahrer Traum. Bere­its am ersten Tag, an dem wir uns über­wiegend in der Stadt Por­to Ayo­ra aufhal­ten, sehen wir zahlre­iche Tiere, die sich so gar nicht scheu für Fotos in Pose brin­gen. Es gibt nicht viele Orte die mit den Gala­pa­gos Inseln mithal­ten kön­nen was solch per­sön­liche und nahe Begeg­nun­gen mit urgeschichtlichen Arten bet­rifft. Anstatt scheu davon zu wuseln lassen sich die Leguane nicht stören von klick­enden Kam­eras. Die Gala­pa­gos Inseln kön­nen einen dazu inspiri­eren anders über die Erde zu denken.

Die Krea­turen, die die Inseln ihre Heimat nen­nen, viele davon einzi­gar­tig auf den Inseln, tun so als wären Men­schen nichts anderes als eine kurze Erschei­n­ung. Und ent­ge­gen der landläu­fi­gen Mei­n­ung muss ein Trip auf die Gala­pa­gos Inseln nicht zwangsläu­figer super­teuer sein. Auch mit Bud­get-Back­pack­ing ist es bequem möglich die vier bewohn­ten Inseln und ihre Tier­welt zu erkun­den. Tauchen, Schnorcheln und Sur­fen lässt sich wun­der­bar ein­fach von den Inseln aus organ­isieren. Es ist ein großes High­light zum Ende unser­er Wel­treise, das es uns nicht leicht macht sich auch ein biss­chen wieder auf die Heimat zu freuen.

SANTA CRUZ
Zwei Stun­den braucht das Flugzeug von Quito nach Bal­tra, ein­er Flughafenin­sel auf Gala­pa­gos. Auf dem Weg zum Flughafenge­bäude sehen wir unseren ersten Landleguan, der unbeein­druckt in der staubi­gen Land­schaft sitzt. Es ist heiß und trock­en, die rot­braune Vulka­n­erde nur spär­lich mit kleinen Bäu­men und Kak­teen bewach­sen. Mit dem Bus geht es weit­er durch die trock­ene Vulkan­land­schaft bis wir einen kleinen Hafen erre­ichen und ein Boot hinüber zur Isla San­ta Cruz nehmen.

In der Luft kön­nen wir die ersten Fre­gattvögel aus­machen. Mit dem Bus geht es ein­mal quer über die Insel, die in der Mitte ist mit dichtem Wald bewach­sen ist, bevor wir Puer­to Ayo­ra erre­ichen, die Haupt­stadt von San­ta Cruz. Sie ist  die größte und am weitesten entwick­el­ten Stadt auf den Gala­pa­gos Inseln; fast jed­er Besuch­er der Inseln ver­bringt hier ein biss­chen Zeit und seit es nur vom Flughafen auf ihr Schiff. Aber San­ta Cruz ist mehr als nur eine Sta­tion auf dem Weg. Schöne Strände, Riesen­schild­kröten, das fel­sige Hin­ter­land und tolle Tage­saus­flugsziele vor der Insel machen San­ta Cruz zu einem lohnenswerten Ziel an sich.

Charles Dar­win Research Sta­tion auf San­ta Cruz
Wir begin­nen unseren Gala­pagostrip mit einem Besuch der Charles Dar­win Research Sta­tion, die am anderen Ende von Puer­to Ayo­ra auf San­ta Cruz liegt. Auf dem Weg zur Forschungssta­tion begeg­nen wir bere­its ver­schiede­nen Dar­win­finken und Spottdrosseln. Auch einige Gala­pa­gos Lava Eidech­sen sind unter­wegs und man muss fast auf­passen das man nicht auf sie tritt, da sie nicht beson­ders scheu sind. Ein Weg führt zum Strand hin­unter, wo wir einige rote und schwarze Krabben und auch einen Marine Leguan auf den Steinen sitzen sehen. Durch die Luft fliegen Pelikane und Fre­gattvögel.

Hier und da find­en sich Stat­uen des berühmtesten Besuch­er der Gala­pagosin­seln — Charles Dar­win, der an Bord der Bea­gle hier­her kam. Tat­säch­lich ver­brachte er aber nur fünf Wochen hier und beschäftigte sich vor­wiegend mit Steinen, die Riesen­schild­kröten dien­ten ihm als Nahrung und er ritt sog­ar auf ihnen. Jahrzehnte später erst erschien seine Evo­lu­tion­s­the­o­rie, die mehr auf Tauben und Meth­o­d­en von Hun­dezüchtern in Eng­land zurück­zuführen ist.

In der Ein­gang­shalle des Forschungszen­trums ist ein Walskelett aus­gestellt, zudem gibt es Bilder und ver­schiedene Infotafeln, die sich mit der Flo­ra und Fau­na der Inseln und den ver­schiede­nen Pro­jek­ten wie die Erhal­tung ein­er Finke­nart beschäfti­gen. Mehr als 200 Wis­senschaftler und Frei­willige arbeit­en hier an Forschung und Naturschutz. Das bekan­nteste Pro­jekt ist das Aufzucht­pro­gramm für Riesen­schild­kröten und wir sehen im ersten Gehege sehr große Land­schild­kröten mit sat­telför­mi­gen Panz­ern. Dazwis­chen befind­en sich Gehege mit gel­ben Landlegua­nen. Im let­zten Gehege sind mehrere dom­för­mige Schild­kröten. Eine kommt uns ent­ge­gen und wir kön­nen sie aus der Nähe beobacht­en. Zuerst denken wir, dass eine der Schild­kröten schnar­cht, aber eine Wär­terin klärt uns auf darüber auf, dass dies Sexgeräusche sind. Wir sehen das Liebe­spaar weit­er hin­ten ein wenig von den Büschen verdeckt.

Wir spenden noch etwas und kaufen Mag­neten, dann gehen wir in die Stadt zurück. An ein­er Waschstelle reinigt eine Frau Fis­che, wobei sie von See­hun­den und Pelika­nen belagert wird. Auch zwei Meerech­sen sind da. Wir gehen auf einen kleinen Holzsteg der durch die Man­groven führt, auf dem eben­falls eine Meerechse chillt. Im Wass­er sehen wir Puffer­fis­che und sog­ar einen Mini Adler­rochen. Da bekom­men wir richtig Lust auf Schnorcheln! Auch auf dem weit­eren Weg zurück in die Stadt sehen wir viele Meerech­sen und See­hunde an einem Anlieger leg­en. Toll, wie leicht man hier an die Natur rankommt! Im Wass­er am Boot­san­leger sehen wir zwei Baby Schwarzspitzen­riffhaie.

Schnorchel­trip vor San­ta Cruz
Den Nach­mit­tag wollen wir mit Schnorcheln ver­brin­gen. Wir fahren aus der Bucht hin­aus und sehen dabei Pelikane und Fre­gattvögel über uns hin­weg fliegen. Ein Stückchen draußen kön­nen wir einen großen Gala­pagoshai ums Boot schwim­men sehen, ein ziem­lich mächtiges Tier. Manch­mal brodelt das Wass­er von kleinen Fis­chen. Wir fahren zu ein­er vorge­lagerten Insel auf der ein paar Seelöwen schlafen. Dann hal­ten wir an ein­er Fel­swand, die nur ein paar Meter hoch ist.

Auf den her­aus ste­hen­den Steinen sitzen Fre­gattvögel, bei deren Män­nchen man gut den roten Kehl­sack unter dem Schn­abel erken­nen kann. Daneben sitzen Pelikane, Möwen und Blau­fußtölpel. Unweit davon ent­fer­nt stürzen wir uns nun selb­st zum Schnorcheln ins Wass­er. Lei­der ist die Sicht nicht so toll, aber wir sehen den­noch einige kleinere Fis­che und ein paar bunte Papageien­fis­che, außer­dem drei Schild­kröten, die uns sehr nahe kom­men und sich von uns über­haupt nicht stören lassen. Wir fahren weit­er und sprin­gen in der Nähe eines Schiff­swracks wieder ins Wass­er, wo wir aber nicht zum Wrack son­dern zur Küste schwim­men. Unter einem Stein ent­deck­en wir schlafende Weißspitzen­riffhaie; als wir uns ihnen näh­ern ver­schwinden aber die meis­ten.

Wir fahren weit­er zu einem Man­groven­wäld­chen und leg­en dort an. Eine Meerechse begrüßt uns und wir fol­gen einem Weg, der uns zu ein­er großen roten Sal­zla­gune führt, die nor­maler­weise von Flamin­gos fre­quen­tiert wird. Heute haben wir aber Pech. Wir fol­gen dem roten Pfad weit­er und kom­men an kleinen grü­nen Lagunen vor­bei, in denen Fis­che und eine Zim­tente schwim­men. Am Ende des Wegs erwartet uns Las Gri­etas, eine Lagune, die in ein­er Schlucht mit steilen Fel­swän­den liegt. Wir schwim­men eine Runde durch das von Fel­swän­den umrahmte küh­le Wass­er. Von den Felsen darf man lei­der nicht sprin­gen obwohl das natür­lich das wahre High­light wäre.

Ein Tauch­gang mit Ham­mer­haien
Die Gala­pa­gos Inseln gehören zu den besten Tauchziele der Welt: Haie, Rochen, Schild­kröten, Pin­guine, Seelöwen, Murä­nen, Seep­fer­d­chen, viele Fis­che und wenn man Glück hat Delfine oder sog­ar Wale. Ein Live­aboard auf den Gala­pa­gos Inseln ist sicher­lich ein Traum für viele Tauch­er, jedoch mit rund 4.000 Euro für eine Woche auch sehr teuer. Man kann aber auch von den bewohn­ten Inseln auf Tages­tauch­touren starten. Die Gala­pa­gos Inseln sind bekan­nt für ihre hohe Dichte an Ham­mer­hais­chulen, was es wahrschein­lich macht sie anzutr­e­f­fen. Beson­ders berühmt dafür ist der Tauchspot an den Gor­don Rocks. Tauchan­bi­eter gibt’s in Puer­to Ayo­ra wie Sand am Meer, von Preisen ab 130 bis 200 Dol­lar für zwei Tauchgänge, wobei die Last Minute Preise oft etwas gün­stiger sind. Wir haben 175$ bei Scu­ba Igua­na gezahlt.

Mit Pick­ups fahren wir zurück zu dem kleinen Hafen wo wir auch gestern vom Flughafen kamen. Wir sind neun Tauch­er mit Guides, aber auf dem Boot ist aus­re­ichend Platz. Es dauert nochmal eine gute halbe Stunde bis wir unseren ersten Tauch­platz erre­ichen. Er heißt Mos­quera und liegt nördlich der Insel Sey­mour, an deren Rand wir ent­lang tauchen wollen. Das Wass­er hier ist nicht so trüb-grün wie beim Schnorcheln aber richtig gut ist die Sicht lei­der auch nicht. Der sandi­ge Boden ist mit Felsen bedeckt, die leicht bewach­sen sind. Rechts von uns liegt die Insel, links das Blau des Ozeans.

Wir sehen bunte Papageien­fis­che, Puffer­fis­che und viele kleinere Fis­che. Ab und zu kommt aus dem Blau ein Schwarm Thun­fis­che und ein­mal ein Bar­raku­daschwarm vor­beigeschwom­men. Da sie aber nur vor­beiziehen und die Sicht eher mäßig ist, kann man sie nur schlecht beobacht­en. Auf einem Stein find­en wir ein paar kleine, aber schöne Meer­ess­ch­neck­en, die schwarz türkis gestreift sind. Dann macht der Guide das Zeichen für Ham­mer­hai und wir sehen einen großen Schat­ten im Blau schwim­men. Ins­ge­samt sehen wir drei Stück, auf­grund der Sicht und ihrer Geschwindigkeit kön­nen wir aber nur ihre Kon­tur und keine Details erken­nen. Dann tauchen wir auf und gehen aufs Boot zurück.

Unser näch­stes Ziel sind die Gor­don Rocks, die aus mehreren Felsen beste­hen, die aus dem Wass­er hin­aus­ra­gen. Auf ihnen sehen wir einige Seelöwen, Meerech­sen und natür­lich Seevögel. Es ist ein gutes Stück käl­ter hier, aber die Sicht ist bess­er. Das Gelände sieht ähn­lich aus wie bei ersten Tauch­gang, es gibt jedoch eine Strö­mung, die aber lange nicht so stark wie erwartet ist. Gor­don Rocks weist nor­maler­weise eine stärkere Strö­mung auf, weshalb nur Tauch­er mit min­destens 25 Tauchgän­gen mitgenom­men wer­den. Der Strö­mung ist es auch zu ver­danken, dass man hier reich­haltig Leben und die berühmten Ham­mer­haie sehen kann. Bald sehen wir einige Schild­kröten, Napoleon-Lipp­fis­che und Stachel­rochen. Dann kommt etwas Großes aus dem Blau. Es ist aber kein Hai son­dern ein bizarr ausse­hen­der Mond­fisch. Wow, das haben wir nicht erwartet!

Wir sehen immer wieder Schild­kröten und Rochen, dann wieder Schat­ten im Blau — Ham­mer­haie! Wir hal­ten uns an einem Stein fest und beobacht­en wie der Schwarm aus 15 bis 20 Haien vor­beizieht. Immer wieder kom­men Ham­mer­haie aus dem Blau. Von manchen kann man auch Details und nicht nur die Umrisse im Blau erken­nen. Da sie gegen die Strö­mung ziehen, kann man sie nur immer ein paar Sekun­den sehen. Ziem­lich cool­er Tauch­gang, wir haben mit dem Mond­fisch eine sel­tene Spezies gese­hen und dazu noch die Ham­mer­hais­chulen. Wir sind hoch zufrieden.

Am Abend beobacht­en wir am Steg noch Baby Schwarzspitzen­riffhaie, die kleine Fis­che jagen, und sog­ar einen kleinen Ham­mer­hai! Es ist Ebbe und in einem vom Meer abgeschlosse­nen Teich schwim­men zwei Baby Gol­drochen. Einige Seelöwen chillen auf den Bänken. Natur­mäßig ist hier immer was los.

Blau­fußtölpeltänze auf Nord Sey­mour Island
Heute ste­ht ein Lan­daus­flug, zum mehr oder weniger gle­ichen Ort vom Tauchen gestern, an. Lei­der gibt es keine Lizen­zen für Tauch­boote, die ihnen auch erlauben an Land zu gehen, weshalb man diese mit extra Touren abdeck­en muss. Mit dem Bus geht es wieder über die Insel zum Boot­san­leger, wo uns ein Schlauch­boot zu unserem Boot bringt. Unser erstes Ziel ist der Playa las Bachas, ein Sand­strand zwis­chen den Lavafelsen. Hier leg­en Meer­ess­child­kröten ihre Eier ab, weshalb wir den oberen Teil nicht betreten dür­fen. Ein klein­er Pfad führt zu ein­er Lagune, die von grü­nen Büschen und Kak­teen bewach­sen ist, Flamin­gos sind aber heute wieder keine da. Wir gehen in der Bucht schnorcheln. Die Sicht ist mit max­i­mal zwei Metern jedoch beschei­den.

Wir sehen ein paar kleine Fis­che und bunte Papageien­fis­che. Wir schnorcheln in eine kleine Lagune in der Hoff­nung Meerech­sen zu sehen, die wir zwar nicht sehen, aber dafür einen Seelöwen. Er fühlt sich wohl ein biss­chen in die Enge getrieben und flüchtet vor uns. Vor der Lagune kön­nen wir aber mit ihm schnorcheln. Er kommt ganz von alleine so nahe, dass man ihn auch Unter­wass­er gut sehen kann. Außer­dem sehen wir noch eine Schild­kröte, allerd­ings nur als Schat­ten im trüben Wass­er. Wir gehen an Land und erkun­den dort die spitzen, piek­si­gen Lavafelsen, wo einige große Rote Klip­penkrabben (Sal­ly Light­foot Crabs) sehen, die sich schnell vor uns ver­steck­en. Auch eine Meerechse ist da und lässt sich bere­itwillig fotografieren.

Wieder auf dem Boot fahren wir nach Sey­mour Island, wo wir im Schlauch­boot an die Lavaküste gebracht wer­den. Es gibt einen fel­si­gen Rundweg, der durch eine der aktivsten Seevögelkolonien von Gala­pa­gos führt. Prachtvolle Fre­gattvögel und Blau­fußtölpel sind die Haup­tat­trak­tion und egal zu welch­er Jahreszeit, es gibt immer Wer­bung, Paarung,  Brüten oder Kinder­aufzucht zu beobacht­en. Man kann den Nestern ganz nah kom­men weil es immer ein Paar ein­fältiger Boobys gibt, die sich entschei­den in der Mitte des Weges zu nis­ten. Ein ide­al­er Ort um Wildleben zu sehen. Im Wass­er schwimmt ein Seelöwe, in der Luft fliegen Fre­gattvögel und die kleinen braunen Nod­dy-Seeschwal­ben. Das Boot lan­det und wir steigen über die Lavafelsen. Dort schlafen Gabelschwanzmöwen, deren rot­er Augen­ring kennze­ich­nend ist. Sie sind nach­tak­tiv und zeigen jet­zt wenig Reak­tion.

Wir gehen ein paar Schritte über den rot­braunen, unbe­wach­se­nen Boden. Weit­er hin­ten find­en sich trock­ene Büsche und Kak­teen in denen Fre­gattvögel sitzen. Zwis­chen den roten Steinen sitzt ein Seelöwe. Wir fol­gen dem Weg zwis­chen Veg­e­ta­tion und Küsten­streifen, wo wir unser erstes Blau­fußtölpel­paar sehen bei dem das Män­nchen für das Weibchen tanzt. Zwis­chen­durch sehen wir immer wieder einen der Landleguane über den Boden kriechen oder unter den Büschen liegen.

In der Fre­gattvögelkolonie ist noch immer Brun­ftzeit und einige der Män­nchen zeigen ihren groß aufge­blase­nen roten Kehl­sack. Wir sehen auch viele Jungtiere, die noch einen weißen Kopf, aber schon die Größe der Erwach­se­nen haben. Auch ein paar kleinere Fre­gattvögel sind dabei und warten auf Fut­ter. Eines hat Glück und wird ger­ade gefüt­tert, was ziem­lich grob aussieht wie das Junge dem Alten in den Rachen sticht. Die Vögel fliegen dicht über unsere Köpfe hin­weg und bei einem Mann mit Dread­locks ver­wech­seln sie seine Haarpracht mit einem Lan­de­platz.

Dann kom­men wir zur Blau­fußtölpelkolonie. Die Blau­fußtölpel haben nicht wirk­lich Nester, son­dern brüten über­all wo es ihnen passt auf dem Boden. Einige Män­nchen tanzen um die Weibchen herum, wobei sie über den Weg und an unseren Füßen vor­bei tanzen. Ein Pärchen hat ger­ade Junge und wir sehen ihre Küken, ein anderes Pärchen hat zwei Eier. Die Tiere lassen sich von uns nicht stören und kom­men manch­mal von selb­st näher. Wenn man auf’s Meer blickt, sieht man die Blau­fußtölpel wie Jets vom Him­mel ins Meer stürzen um zu jagen.

Der Weg führt nun ins Innere der Insel, wo die Vögel weniger wer­den. Unter einem großen Kak­tus sehen aber wir einen großen Leguan liegen. Zurück an der Küste schweben viele Fre­gattvögel in der Luft und am Boden sehen wir noch ein paar Blau­fuß-Boobys. Dann geht es zurück auf’s Boot und wir fahren zurück nach San­ta Cruz. Auf dem Weg mit dem Bus zurück nach Puer­to Ayo­ra sehen wir eine Riesen­schild­kröte an der Straße sitzen.

 

 

ISLA ISABELA
Nach drei Tagen auf San­ta Cruz wollen wir die näch­ste Insel erkun­den: Isla Isabela, die größte und mit erst 700.000 Jahren eine der jüng­sten Inseln von Gala­pa­gos. Die Fahrt mit der Fähre dauert etwa zwei Stun­den und die Sonne bren­nt ganz schön herunter. Am Pier von Isabela liegen wieder Seelöwen herum und auf der Anfahrt in den Hafen kön­nen wir bere­its zwei Gala­pa­gos Pin­guine sehen. Die Gala­pa­gos-Pin­guine sind die nördlich­sten Pin­guine der Welt und es gibt sie hier, auf Isla Isabela. Wir nehmen ein Taxi vom Hafen in die Stadt Puer­to Vil­lamil und suchen uns ein Hotel. Nach dem Eincheck­en machen wir uns auf die Suche nach einem Tauch­cen­ter. Die Sonne ist heiß und anstren­gend. Das Ergeb­nis unser­er Suche: Das eine Tauch­cen­ter gibt es nicht mehr, das andere hat nicht auf.

Schnorcheln bei Las Tin­tor­eras
Um den Tag noch zu nutzen buchen wir einen Trip zu den Las Tin­tor­eras den kleinen vorge­lagerten Inseln von Puer­to Vil­lamil. Wir fahren zum Pier und steigen in ein Boot. Unser Auflug führt uns zur dem Hafen gegenüber­liegen­den Insel, die aus tief gefurchtem Lavafels beste­ht und zum Teil mit Man­groven bewach­sen ist. Wir sehen einen Pin­guin im Wass­er und auch an Land liegt ein­er. Während wir sie beobacht­en, tauchen noch andere Pin­guine auf, die im Meer plantschen, während unter unserem Boot ein Adler­rochen hin­durch schwimmt.

Wir fahren weit­er und kom­men zu ein­er Pin­guinkolonie, in der sich ger­ade einige Tiere mausern. Auf ein­er kleinen Man­grovenin­sel sehen wir einen großen Rei­her ste­hen bevor wir an ein­er Insel aus Lavagestein lan­den. Über der Wasserkante krabbeln rote und schwarze Klip­penkrabben herum. Die Lava, aus der die Insel beste­ht, ist schnell erstar­rt und hat dabei bizarre Spitzen geformt. Teil­weise ist sie mit ein­er weißen Flechte bewach­sen. Es gibt auch Man­groven, die jedoch mit einem eingeschleppten Pilz befall­en sind.

Wir fol­gen einem Pfad durch das Lavafeld auf dem wir manch­mal kleine Erd­kuhlen sehen, die alte Nester der Meerech­sen sind. Es sind auch ein paar Baby-Leguane unter­wegs. Wir kom­men zu einem Kanal, dessen Wände voller Leguane sind. Manche von ihnen sind noch braun von Erde, was ein Zeichen ist, dass sie erst heute geschlüpft sind. Wir gehen an dem vielle­icht zwei Meter bre­it­en Kanal ent­lang, in dem Weißspitzen­riffhaie schwim­men. Am Ende des Kanals sind gut 20 Haie zusam­men gekom­men, die größten 1,5m lang. Mit­ten durch dieses Hairudel schwimmt eine Schild­kröte. Wir gehen den Weg weit­er bis zu einem Strand aus Lavagestein und Koral­len­bruch­stück­en, wo eben­falls Leguane liegen.

Wir fahren ein kurzes Stück und begin­nen dann unseren Schnorchel­gang, bei dem wir an der Küste ent­lang schnorcheln. Bald sehen wir die erste Schild­kröte. Der Boden ist hier mit grü­nen Algen bewach­sen, die die Tiere fressen. Es sind so viele Schild­kröten da und kaum ist eine weg, taucht eine andere auf. Ein­mal sehen wir drei Stück auf ein­mal. Von Schild­kröten kann ich nie genug bekom­men. Son­st sehen wir viele kleine Fis­che, aber auch große Papageien- und Igelfis­che. Dann schnorcheln wir an einem kurzen Stück Man­groven­wald vor­bei und in einen der Kanäle hinein um Haie zu suchen, wobei uns ein Seelöwe ent­ge­gen kommt.

Der Guide schwimmt ziem­lich schnell durch den Kanal, Haie sehen wir aber keine. Bei ein­er Pause ent­deckt Alex aber Shrimps und Sch­neck­en an der Kanal­wand. Als wir den Kanal ver­lassen sehen wir zwei Pin­guine, die direkt auf uns zu schwim­men. Die Pin­guine stört unsere Anwe­sen­heit nicht und ein­er wäre beim Auf­tauchen fast in mich hinein gekracht. Sowohl ich als auch der Pin­guin erschreck­en sich ganz schön als er direkt auf mich zurast. Wir sehen nochmal einen Adler­rochen und fahren dann zurück an Land.

Giant Tor­toise Breed­ing Cen­ter
Wir gehen durch die Stadt und fol­gen dann einem Steg über eine rote Lagune. In ihr ste­hen zwei der extrem pinken Gala­pagos­flamin­gos herum. Auch ein Schwarz­nack­en-Stelzen­läufer und weiße Geis­terkrabben tüm­meln sich am Rand der Lagune. Dem Weg weit­er fol­gend kom­men wir an zwei weit­eren Lagunen mit mehreren Flamin­gos vor­bei. Auch Enten und Finken sind zu sehen. Der Weg führt nun in einen Wald mit gifti­gen Bäu­men, die man nicht berühren soll. Kurz darauf kom­men wir im Schild­krö­ten­cen­ter an, in dem die auf der Insel heimis­chen Schild­kröten gezüchtet wer­den. In den Gehe­gen sind sie in allen Größen zu sehen. Um auch hier haben wir wieder die Gele­gen­heit Schild­kröten­sex zu sehen und zu hören. Die Gehege der ganzen Jun­gen sind mit einem Git­ter abgedeckt und sie sind nur schlecht zu sehen. Es gibt auch eine kleine Ausstel­lung in der der Lebenslauf und die Bedro­hun­gen der Schild­kröten gezeigt wer­den.

Wir gehen den Weg zurück den wir gekom­men sind, anstatt durch die Stadt gehen wir jedoch am Strand ent­lang. Der Sand­strand ist von schwarzen Lavaflüssen unter­brochen auf denen Meerech­sen sitzen. Im Wass­er schwim­men Seelöwen. Wir essen in einem der Restau­rants an der Straße, die ziem­lich gün­stig sind. Das Tauch­cen­ter hat ger­ade offen, da der Guide aber nicht da ist, bieten sie momen­tan keine Touren an. Also kein Tauchen auf dieser Insel, schade.

Auf der Suche nach Seep­fer­d­chen in den Los Tune­les
Heute wollen wir die Los Tune­les besuchen und beschnorcheln, in dessen Lavafor­ma­tio­nen man nicht nur vie­len Schild­kröten begeg­nen kann son­dern auch die Chance hat Seep­fer­d­chen zu sehen. Wir gehen zum Haupt­platz und früh­stück­en. Danach zu unserem Tou­run­ternehmer. Mit einem Bus wer­den wir zum Pier gebracht. Außer uns sind noch acht andere Schnorch­ler dabei, eine Schul­gruppe aus den USA. Ich wün­schte ich hätte damals solche coolen Klassen­fahrten gehabt. Mit dem Boot fahren wir an der Küste ent­lang. In ein­er Bucht kön­nen wir schnorcheln und gle­ich die erste Schild­kröte sehen. Wir schnorcheln weit­er in die Bucht­en hinein. Es ist nicht tief und es gibt viele Felsin­seln und Verzwei­gun­gen.

Wir sehen viele Fis­che, vor allem schwarze Demoi­sellen, aber auch bunte Gala­pa­gos Lipp­fis­che und kleine Puffer­fis­che. Unter einem Stein sehen wir einen Okto­pusarm, aber er ver­steckt sich schnell. Wir kom­men zu ein­er Höh­le, wo wir ein paar Weißspitzen­riffhaie liegen sehen. Um sie gut zu sehen muss an sich ein wenig in die Höh­le wagen, aber es ist immer noch Luft über einem. Wir suchen noch ein wenig, find­en aber keine weit­eren Haie mehr. Wir schnorcheln wed­er in die freie Bucht um Schild­kröten zu sehen. Es sind genü­gend da und man braucht nicht viel zu suchen. Sie sind auch nicht sehr scheu, oft sehen wir zwei drei auf ein­mal. Am Boden wächst rotes See­gras und er ist mit ein­er Art blauen Koralle bewach­sen.

Wir sehen auch einige Papageien­fis­che und Schwärme von Grun­z­ern. Dann begeben wir uns auf die Suche nach Seep­fer­d­chen, wofür wir in eine kleine mit Man­groven bewach­se­nen Bucht hinein schnorcheln. Es ist nicht tief und das Wass­er ist voll mit Schwebteilchen und wir bemühen uns nicht noch weit­eren Dreck aufzuwirbeln. Unser Guide find­et ein gelbes und ein schwarzes Seep­fer­d­chen unweit voneinan­der ent­fer­nt. Sie sind viel größer als wir gedacht hät­ten, aber sehr gut getarnt, weshalb für uns kaum Chan­cen beste­hen selb­st welche zu find­en. Dann geht es zum Boot zurück. Es dauert aber bis wir ein­steigen, da wir immer noch eine weit­ere Schild­kröte find­en, die wir anschauen müssen.

Schließlich fahren wir weit­er und mit dem Boot in die Los Tune­les hinein, enge Schneisen aus Fels durch die das Boot manövri­ert wer­den muss. Manche Felsen bilden Bögen und sind mit Kak­teen bewach­sen. Wir gehen auf die Lavafelsen und bewun­dern die Bögen und Schlucht­en, die sich aus Gasein­schlüssen gebildet haben, was wie in einem Sci­ence Fic­tion Film anmutet. Oben auf dem Fels brüten zwei Blau­fußtölpel und das Män­nchen führt ger­ade seinen ulki­gen Tanz aus, wobei wir sie aus näch­ster Nähe beobacht­en kön­nen. Unten im Wass­er schwim­men Schild­kröten durch die Kanäle. Auf dem Rück­weg nach Puer­to Vil­lamil begeg­nen wir noch einem Pin­guin und auf einem großen Felsen, der mit­ten aus dem Ozean aufragt, sitzt eine Schar Naz­ca-Tölpel. Sie nutzen den Fels als Rast­platz für ihre Fis­chzüge auf dem Ozean.

Schnorcheln direkt am Steg
Am Nach­mit­tag lei­hen wir uns Schnorchelaus­rüs­tung und gehen zur Con­cha de Per­la, ein­er Bucht, die nicht weit vom Pier ent­fer­nt ist. Auf einem Steg durch einen Man­groven­wald, der mit son­nen­baden­den Meerech­sen bevölk­ert ist, gelan­gen wir zur Bucht. Wir schnorcheln an den Man­groven ent­lang und durch die Bucht. Wir sehen viele Fis­che und auch eine Schule junger Adler­rochen ist unter­wegs und wir tre­f­fen immer wieder auf sie. High­light ist aber ein junger See­hund, der direkt vom Steg mit uns schwimmt und seine Pirou­et­ten um uns herum dreht.

Am näch­sten Tag haben wir erst für den Nach­mit­tag eine Fähre zurück nach San­ta Cruz bekom­men, weshalb wir gle­ich nach dem Früh­stück nochmal zum Schnorcheln in die Con­cha de Per­la gehen. Es ist Ebbe und der Wasser­stand ist viel niedriger als gestern. Direkt am Steg liegt ein großer Stachel­rochen und auch die Adler­rochen sind wieder unter­wegs, heute sog­ar zu siebt. Das High­light ist ein Pin­guin, den wir sehen, aber bald wie ein Tor­pe­do davon schießt. Außer­dem begeg­nen wir zwei großen Legua­nen beim Schwim­men, lei­der taucht kein­er von ihnen. Auch ein junger Seelöwe schwimmt wieder mit uns. Die Sicht ist ziem­lich gut heute und dafür, dass wir nur die Zeit bis zur Fähre über­brück­en, erleben wir sehr viel.

SAN CRISTOBAL
Um zu ein­er der Inseln zu gelan­gen, muss man immer wieder über San­ta Cruz um von dort die näch­ste Fähre zur anderen Insel zu nehmen. Die Fahrt nach San Cristo­bal ist ziem­lich rup­pig. Um kurz nach 9 Uhr kom­men wir an und wer­den abge­holt. Wir gehen an der Strand­prom­e­nade ent­lang an deren Ufer sehr viele Seelöwen, Pelikane und Blau­fußtölpel sitzen. Nach einem ver­späteten Früh­stück und einem Aus­rüs­tungscheck im hiesi­gen Tauch­cen­ter, wollen wir eine Tax­i­tour ins Inland machen.

Zwei frisch angekommene Amerikanin­nern wollen die Tour auch machen und da es zu viert viel gün­stiger ist, warten wir auf sie. In der Wartezeit kuschel ich mit den zwei Hotelmiezen. Um 13:30 Uhr wer­den wir von einem der weißen Pick Up Taxis abge­holt und fahren ins Innere der Insel.

Das Hin­ter­land von San Cristo­bal
Unser erster Halt ist die El Jun­co Lagune. Wir fol­gen einem Weg, der auf einen Hügel hin­auf führt. Oben angekom­men liegt die Lagune vor uns, die auf 700m über Meereshöhe im Krater eines Vulka­ns liegt und eines der weni­gen Süßwasser­vorkom­men auf Gala­pa­gos ist. Mehrere Fre­gattvögel segeln über den See und baden in ihm. Sie nutzen das Frischwass­er um sich das Meer­salz aus dem Gefieder zu waschen. Danach schüt­teln sie sich in der Luft, was recht witzig aussieht. Wir gehen auf einem Pfad ent­lang um den See herum, was uns einen schö­nen Blick auf die Küste und das Meer offen­bart. Wir begeg­nen auch eini­gen Finken und kleinen weiße Rei­her.

Unser näch­ster Halt ist das hiesige Schild­kröte­naufzuchtzen­trum. Es ist eine große Anlage und auf dem Gelände laufen die Schild­kröten frei herum. Gle­ich am Ein­gang sehen wir ein großes Exem­plar. Das Gelände ist ziem­lich groß und die Tiere nur schw­er in den dicht­en Gestrüpp auszu­machen. Eine große Schild­kröte ver­sucht sich durch einen Gestrüp­phaufen zu schieben. Dann kom­men wir zu den Gehe­gen, wo die jun­gen Schild­kröten zu Hause sind. In mit Zäunen abgedeck­ten Gehe­gen sind die kle­in­sten zu sehen. Sie sind ein Jahr alt und unge­fähr 10cm groß. In zwei Freilaufge­he­gen sind die vier bis fünf und zwei bis drei Jahre alten Schild­kröten zu sehen. Wir beobacht­en sie beim Fressen und rum­liegen. Auch die zah­men Spottdrosseln sind all­ge­gen­wär­tig. Wir gehen weit­er und suchen das Gestrüpp ab. Oft ist es schw­er einen Stein von ein­er Schild­kröte zu unter­schei­den, aber wir find­en noch ein paar.

Wir fahren weit­er nach Puer­to Chi­no, wo uns ein langer Weg vom Park­platz zum Strand hinab führt. Wir woll­ten eigentlich ein wenig schnorcheln, aber die Bran­dung ist viel zu stark, man kön­nte hier schon fast sur­fen. Tat­säch­lich ist San Cristo­bal auch für seine Surf­breaks bekan­nt. Auf dem feinen Sand­strand liegt ein Seelöwe. Wir gehen über das Vulka­ngestein auf einen kleinen Hügel,von wo aus wir die ganze Bucht überblick­en kön­nen und ein paar Stachel­rochen und sog­ar Haie im Wass­er schwim­men sehen kön­nen. Am Strand beobacht­en wir die Finken, die mir bere­itwillig Brotkru­men aus der Hand fressen. Nach­dem wir eine her­rlichen Son­nenun­ter­gang erlebt haben fahren wir zurück nach Puer­to Vil­lamil.

Tauchen auf San Cristo­bal
Heute mor­gen find­en wir vor unserem Zim­mer einen reich gedeck­ten Früh­stück­stisch. Um 7:30 Uhr legt unser Tauch­boot ab. Unser heutiges Ziel ist der Kick­er Rock. Bevor wir ihn ans­teuern hal­ten wir in ein­er Bucht zu einem Check Tauch­gang. Das Wass­er ist nicht viel tiefer als fünf Meter und wir üben das Fluten der Masken, Wieder­auf­nahme des Reg­u­la­tors und Fin­tips, da wir auch Anfänger in der Runde haben. Dabei wer­den wir die ganze Zeit von einem großen Seelöwen umschwom­men, der uns neugierig unter­sucht.

Kick­er Rock oder Leon Dormi­do (schlafend­er Löwe) ist eine Insel aus Vulka­nasche, deren Wände steil aus dem Ozean her­vor ragen. Sie ist ges­pal­ten und durch einen vielle­icht 30m bre­it­en Kanal getren­nt, wo wir tauchen wollen. Adler­rochen, Schild­kröten, Seelöwen, Ham­mer­haie und Weißspitzen­riffhaie wer­den hier oft gese­hen. Auch unter Wass­er fällt die Insel steil ab und wir tauchen an der Wand in den Kanal hinein. Wir tre­f­fen auf einen Sand­bo­den und Steine, über die wir hin­weg tauchen. Die Bran­dung treibt uns vor und zurück. Wir sind von vie­len Fis­chschwär­men umgeben und kön­nen bei­de Seit­en des Kanals sehen. Außer­dem sehen wir einen vio­let­ten Ste­in­fisch und viele Seeigel. Wir tauchen in eine Senke wo wir einige kleine Gal­pagoshaie sehen.

In der Wartezeit für unseren zweit­en Tauch­gang mumpfeln wir Obst und beobacht­en die Vögel auf der Insel — Nod­dy-Seeschwal­ben, Naz­ca- und Blau­fußtölpel. Oben auf der Insel haben Fre­gattvögel ihre Kolonie in ein paar Sträuch­ern und auch einige Seelöwen haben in der steilen Wand ein Plätzchen gefun­den. Bei unserem zweit­en Tauch­gang tauchen wir an ein­er anderen Stelle der Insel an der steilen Wand hinab. In der Wand sind Löch­er in denen Seeigel und kleine Fis­che ihr zu Hause haben. Wir tauchen an der Wand ent­lang und sind wieder von ein­er großen Zahl Fis­chschwär­men umgeben. Immer wieder schauen wir ins Blaue ob vielle­icht etwas Großes auf uns zukommt. Wir tauchen bis zu ein­er Fels­biegung wo eine Strö­mung vor­bei kommt. Hier bleiben wir ein wenig und sehen einen großen Bar­raku­daschwarm an uns vor­bei schwim­men. Zurück an der Fel­swand ent­deck­en wir eine Muräne und auch ein Seelöwe schaut kurz vor­bei.

Im Gegen­satz zu den anderen Inseln kann man hier Tauch- und Landgänge verbinden, was es direkt zu unser Lieblingsin­sel macht. Wir fahren dazu mit dem Boot zur Insel San Cristo­bal zurück und lan­den. Bevor wir an Land gehen, bekom­men wir Mit­tagessen. Da wir mit dem großen Boot nicht lan­den kön­nen, wer­den wir in zwei Grup­pen mit einem Schlauch­boot an Land gebracht. Die Küste beste­ht aus jungem Lavastein mit kleinen Sand­strän­den dazwis­chen, wo wir von Spottdrosseln begrüßt wer­den. Die Gegend ist er vor kurzem für Touris­ten freigeben wor­den und es gibt keinen Weg, weshalb wir uns selb­st einen bah­nen. Der Boden ist mit dicht­en niedri­gen Flecht­en bewach­sen und fed­ert ein gutes Stück unter unseren Füßen.

Wir kom­men auf ein großes Lavafeld, das erst 1.000 Jahre alt und der jüng­ste Teil der etwa 2,4 Mil­lio­nen Jahre alten Insel ist. Wir kön­nen richtig sehen wie die Lava während des Fließens erstar­rt ist. Es leben hier nur Kak­teen als Pio­nierpflanzen, da es keine Erde gibt. Wir gehen zu einem Strand und baden ein wenig im war­men Wass­er. Ein paar rotäugige Lavamöwen sitzen auf den Felsen und beobacht­en uns dabei. Am faszinierend­sten sind aber die Pelikane und Tölpel, die in der Bucht jagen und aus der Luft ins Wass­er schießen.

Tauchen am Pun­ta Pitt
Auch heute ver­brin­gen wir unseren Tag mit einem kom­binierten Tauch- und Landtrip. Unser Ziel ist der Pun­ta Pitt im Nor­den von San Cristo­bal, dem einzi­gen Ort, wo man alle drei Boo­by Arten sehen kann: Blau­fuß-, Rot­fuß- und Naz­ca-Tölpel. Wie schon gestern ste­hen wir nach dem Früh­stück um 7:30 Uhr am Pier. Die Gruppe ist größer als gestern aber es sind nur fünf Tauch­er, der Rest schnorchelt. Auf unser­er Fahrt kom­men wir wieder am Kick­er Rock vor­bei.

Nach ein­er guten Stunde steuern wir eine Fel­swand an. Die Wand bildet eine Nis­che in die der Kapitän das Boot hine­in­s­teuert. Die Küste ragt hier senkrecht etwa 100m aus dem Ozean empor. Bre­it ist die Nis­che nicht und beim Her­aus­fahren reißt fast die hin­tere Leit­er vom Boot ab. Wir fahren ein Stück weit­er und kom­men zur Kathe­drale. Die Küste ist hier unter­spült und es hat sich ein Tun­nel gebildet. Wenn das Boot richtig ste­ht kön­nen wir durch den Tun­nel den Kick­er Rock sehen.

Auf der weit­eren etwa zweistündi­gen Fahrt sitzen wir oben im Boot und lassen uns die Hüte unwieder­bringlich von den Köpfen ins Meer wehen. Eine kleine Felsin­sel schaut vor der Küste aus dem Wass­er, um die viele Sturm­schwal­ben herum­schwim­men und Naz­ca-Tölpel nis­ten. Auch Fre­gattvögel und Blau­fußtölpel sind zu sehen. Etwas von der Insel ent­fer­nt sprin­gen wir ins Wass­er. Es ist nur acht Meter tief und daher ist es schön hell und far­big. Wir schwim­men über Sand­bo­den und Fels­brock­en. Oft umgeben uns große Fis­chschwärme, unter den Felsvor­sprün­gen liegen Haie und Rochen. Wir sehen auch eine große Sch­necke mit Haus und etwas was wir nicht direkt iden­ti­fizieren kön­nen. Sieht aus wie wenn eine Koralle eine Qualle geheiratet hätte, wahrschein­lich eine Art Seestern. Auch eine Schule Adler­rochen sehen wir.

Nach dem Auf­tauchen fahren wir mit dem Boot zum Strand und machen dort Pause. Wir sehen einen kleinen, vielle­icht zwei Wochen alten Seelöwe. Er ist alleine und sieht ziem­lich erschöpft aus. Wenn seine Mut­ter nicht bald aus dem Meer zurück kommt, wird er wohl ver­hungern, denn selb­st fis­chen kann er noch nicht. Auch zwei streng riechende Kadav­er von zwei aus­gewach­se­nen Seelöwen liegen am Strand. Auf der anderen Seite des Strands spie­len ein paar junge Seelöwen und auch Meerech­sen und Krabben liegen auf den Felsen. Ich gehe noch kurz mit einem Seelöwen schnorcheln bevor wir wieder zum Boot und unserem zweit­en Tauch­gang hin­aus­fahren.

Der zweite Tauch­gang ver­läuft ähn­lich wie der erste, ist mit 15m jedoch tiefer. Wir sehen ein Feld aus dem viele Röhre­naale ihren Kopf aus dem Sand streck­en und auch ein Sand­stück, das voll mit Hun­derten von Seester­nen liegt. Beim Safe­ty Stop sehen wir noch einen Adler­rochen.

Nach dem Tauch­gang gibt es Mit­tagessen und wir fahren zu dem Strand zurück. Über einen kleinen Pfad gehen wir an der Küste hin­auf. Wir sehen ein paar hier endemis­che Lava Eidech­sen. Es ist faszinierend wie winzige Anpas­sun­gen auf genau eine Umge­bung zu so vie­len neuen Arten geführt hat. Bald wird der Weg eben­er und wir sehen ein brü­ten­des Blau­fußtölpel­paar. In einem Baum sehen wir unsere ersten Rot­fußtölpel, deren Füße knall­rot und Schnä­bel blau sind. Ihre Far­ben­fröh­lichkeit macht den Blau­fußtölpeln glatt Konkur­renz, aber sie tanzen nicht, was die Blau­fußtölpel ein­fach noch immer zur liebenswertesten Spezies auf den Gala­pa­gos Inseln macht. In den Bergen und Felsen aus Vulka­nasche hin­ter uns sehen und hören wir ein paar Ziegen.

Sie dürften eigentlich nicht hier sein und sind eine Bedro­hung für die heimis­che Natur, eingeschleppt von frühen Siedlern. Immer wieder wer­den Ziegen gejagt, was einiger­maßen schwierig in dem unwegsamen Gelände ist. Die Ziegen kön­nen lei­der nichts dafür, dass sie am falschen Ort sind, was die Geschichte sehr trau­rig macht. Die Ein­führung von Haustieren auf den Hauptin­seln ist eine der größten Her­aus­forderun­gen für den Arten­schutz. Wilde Ziegen und Schweine sowie Rat­ten dez­imierten viele ein­heimis­che Arten in nur weni­gen Jahren. Alleine die Ziegen wer­den für das Ausster­ben von vier bis fünf Arten ver­ant­wortlich gemacht. Rinder, Katzen, Hunde, Esel, Frösche und Rat­ten sind weit­ere Bedro­hun­gen für die endemis­che Flo­ra und Fau­na. Hun­derte von Insek­te­narten wur­den einge­führt, ein­schließlich ein­er Wespe­nart, die Rau­pen­lar­ven dez­imierten, die wieder­rum eine wichtige Nahrungsquelle für Finken sind. Fast 800 Pflanzenarten wur­den einge­führt, davon sind Brombeeren die schlimm­sten, da sie die Bio­di­ver­sität um 50% ver­ringern.

Wir gehen weit­er und kom­men an weit­eren Blau­fußtölpel Brut­paaren vor­bei. Dabei sehen wir Küken in ver­schiede­nen Altersstufen. Ein Blau­fußtölpel­paar hat immer zwei Eier aus denen Junge schlüpfen, eins fungiert dabei jedoch nur als “Back­up”, falls das andere ster­ben sollte. Es wer­den niemals bei­de Junge aufge­zo­gen. Das Stärkere Junge wird bevorzugt und mehr gefüt­tert, während das andere hungern muss. In der Regel ist es das, das man nach Fut­ter schreien hört, das andere liegt zufrieden und satt im Nest. Entwed­er stirbt eines der Kinder von alleine oder es wird von dem anderen aus dem Nest gestoßen und ist somit für die Mut­ter nicht mehr von Inter­esse, da sie es nicht mehr als ihres erken­nt. Ein Blau­fußtölpelnest kön­nte man sich übri­gens nicht ein­fach­er vorstellen: Ein paar Steine und ein Kreis aus Guano markieren es.

Wir erre­ichen eine Steilküste, wo wir Rot­fußtölpel beim Brüten in eini­gen niedri­gen Bäu­men beobacht­en könne. Fre­gattvögel patrouil­lieren an der Küste. Wir fol­gen dem Weg in ein­er Schleife zurück und gehen wieder auf’s Boot. Auf der Rück­fahrt sehen wir einen schö­nen Son­nenun­ter­gang während große Schwärme Stur­mvögel übers Wass­er fliegen.

Inter­pre­ta­tion­szen­trum und Schnorcheln am Las Tijere­tas
Heute ist unser let­zter ganz­er Tag auf den Gala­pa­gos Inseln und somit auch unser­er Reise. Ein wenig Wehmut schle­icht sich da schon ein, da die Gala­pa­gos Inseln es einem denkbar schw­er machen Abschied von diesem Nomaden­leben zu nehmen, das wir nun schon seit einem Jahr führen. Die Sonne bren­nt schon am Mor­gen herunter und es ist ziem­lich heiß. Wir gehen ins Inter­pre­ta­tion­szen­trum am anderen Ende von Puer­to Vil­lamil. Dort ler­nen wir etwas über die Geschichte und Entste­hung der Inseln. Auch aktuelle Prob­leme wer­den vorgestellt.

in Bischof von Pana­ma ent­deck­te die Gala­pa­gos Inseln zufäl­lig im 16. Jahrhun­dert als er vom Kurs nach Peru abkam. Er beschrieb als erstes die Riesen­schild­kröten und die Vögel mit den passenden Worten „…so albern, dass sie nicht ein­mal wis­sen wie man flüchtet und viele kon­nten per Hand gefan­gen wer­den“. In den nach­fol­gen­den Jahren wur­den die Inseln vor allem als Basis für Piraten­schiffe und als Frischfleis­chzu­fuhr in Form von Tausenden Schild­kröten, da diese über ein Jahr auf See über­leben kon­nten, genutzt. Zwis­chen 1811 und 1844 wur­den über 100.000 Schild­kröten auf diese Weise getötet. Auch die Seelöwen­pop­u­la­tion wurde durch die Fell­jagd stark reduziert.

Die ältesten der heute sicht­baren Inseln wur­den vor etwa vier bis fünf Mil­lio­nen Jahren von aus­brechen­den Unter­wasservulka­nen geformt. Die soge­nan­nte Hotspot The­o­rie besagt, dass tief in der Erde sta­tionäre Vulka­ne ver­bor­gen sind, die sich in steti­gen Inter­vallen so sehr erhitzen, dass die Erd­kruste schmilzt und diese Vulka­ne aus­brechen. Die Gala­pagos­re­gion ist vulka­nisch sehr aktiv — mehr als 50 Aus­brüche wur­den seit ihrer Ent­deck­ung 1535 aufgeze­ich­net. Die Gala­pa­gos Inseln bewe­gen sich langsam Rich­tung Südosten, weshalb die südöstlichen Inseln die ältesten sind — Isla Española ist über drei Mil­lio­nen Jahre alt, Isla Fer­nan­d­i­na und Isla Isabela sind dage­gen nur 750.000 Jahre alt. Die nord­west­lichen Inseln wer­den noch immer von aktiv­en Vulka­nen geformt.

Als die Gala­pa­gos Insel geformt wur­den, waren sie unfrucht­bare vulka­nis­che Inseln ohne jeglich­es Leben. Da die Inseln waren niemals mit dem Fes­t­land ver­bun­den waren, mussten alle jet­zt existieren­den Arten über 1.000km offe­nen Ozean und viele Gefahren über­queren um hier her zu kom­men. Während die Vögel fliegend herkom­men kön­nten, sind kleine Säugetiere, Land­vögel und Rep­tilien sowie Pflanzen und Insek­ten auf schwim­mender Veg­e­ta­tion herüber gekom­men. Pflanzen­samen und Insek­teneier kön­nten in ihren Mägen oder an Fed­ern und Füßen von Vögeln hier­her gekom­men sein. Als die ersten ein­wan­dern­den Arten vor Mil­lio­nen Jahren anka­men, fan­den sie wenig Konkur­renz vor. Einige Tiere über­lebten, brüteten und pro­duzierten Nach­wuchs. Die Jun­gen waren zwar von der gle­ichen Art wie ihre Eltern, hat­ten aber kleine Unter­schiede.

Ein klas­sis­ches Gala­pa­gos Beispiel ist das eines Vogel­paars, die ein Junges mit einem leicht verän­derten Schn­abel her­vor­bracht­en und in der verän­derten Umge­bung kön­nen diese Jun­gen unter Umstän­den einen Vorteil erlan­gen. Diese bess­er angepassten Nachkom­men geben vorteil­hafte genetis­che Merk­male weit­er und über viele Gen­er­a­tio­nen hin­weg erweisen sich einige Merk­male als nüt­zlich­er als andere. Schließlich kann die orig­inäre Spezies als eine andere ange­se­hen wer­den als die ihrer Nachkom­men. Dies ist die Quin­tes­senz von Dar­wins Evo­lu­tion­s­the­o­rie der natür­lichen Auslese. Mit ein­er Vielfalt von Inseln und Leben­sräu­men, kön­nen ver­schiede­nen Schn­abel­typen vorteil­hafte Anpas­sun­gen für ver­schiedene ökol­o­gis­che Nis­chen ergeben. Aus diesem Grund gib es so viele Finke­narten auf Gala­pa­gos, Dar­win­finken genan­nt.

Dann gehen wir über einen Pfad durch einen Wald zum Cer­ro de las Tijere­tas hin­auf, von wo aus wir eine schöne blaue Bucht unter uns liegen sehen. Wir gehen in diese Bucht hin­unter und nehmen ein erfrischen­des Bad mit Schnorchel­sachen. In der Bucht spie­len ein paar Seelöwen und Unter­wass­er sehen wir Pandafis­che, Demoi­sellen und viele bunte kleine Fis­che. Wir machen eine Pause und sitzen am Steg und plöt­zlich sehen wir eine Meerechse im Wass­er schwim­men und tauchen. Schnell sprin­gen wir hin­ter­her. Ich begleite die Meerechse, die wieder taucht und Algen frisst. Dann taucht der Leguan weit­er bis er ein neues Büschel Algen find­et. Wir beobacht­en ihn bis er wieder an Land geht. Danach schwimmt auch noch ein See­hund um uns herum. Das fehlte uns noch auf unser­er Wun­schliste und wir sind abso­lut glück­lich das zum Abschluss noch gese­hen zu haben. So eine Meerechse sieht ein biss­chen aus wie Godzil­la Unter­wass­er.

Hin­ter­land von San­ta Cruz
Am Abend nehmen wir die Fähre zurück nach San­ta Cruz. Unser Flug geht erst am näch­sten Nach­mit­tag, was uns vorher noch Zeit gibt das Hin­ter­land von San­ta Cruz zu erkun­den, das ohne­hin auf dem Weg zum Flughafen liegt. Wir nehmen ein Taxi und fahren zur Ran­cho Prim­i­cias, eine pri­vate Farm auf deren Gelände Riesen­schild­kröten frei leben. Wir gehen auf dem Gelände herum und beobacht­en die Tiere. Die Schild­kröten sind ziem­lich schreck­haft und wir ver­suchen sie nicht zu verängsti­gen. Sie liegen rum oder fressen das grün-braune Gras.

Die Tüm­pel sind aus­getrock­net, da es seit Wochen nicht gereg­net hat. Nor­maler­weise mögen sie es sich in den Schlammpfützen Küh­lung zu ver­schaf­fen. Einige der Tiere haben jedoch noch feucht­en Schlamm am Panz­er kleben. Wir gehen herum und find­en noch schlam­mige Tüm­pel in denen ein paar liegen. Wir beobacht­en wie eine große Schild­kröte ein paar der auf den Bäu­men wach­senden gifti­gen Äpfel vom Boden mampft. Sie sind immun gegen das Gift und es scheint zu schmeck­en. Der Panz­er der hier leben­den Tiere ist dom­för­mig, wahrschein­lich weil sie sich haupt­säch­lich vom Gras ernähren und somit keinen lan­gen Hals brauchen um an höher liegen­des Grün zu kom­men.

Das näch­ste Ziel ist ein bege­hbar­er Lavatun­nel. Unser Tax­i­fahrer will uns am anderen Ende abholen. Der Tun­nel ist etwa 1km lang und beleuchtet. Er ist vier-fünf Meter bre­it und oft mehrere Meter hoch. An ein­er Stelle wird es niedrig und wir kriechen nur auf allen vieren vor­wärts. Kurz vor Schluss wird es nochmal enger, dann ste­hen wir wieder im Son­nen­licht. Die Lavatun­nel formten sich als die äußere Schicht des Lavaflusses aushärtete. Als dieser stoppte floss die Lava inner­halb weit­er, höhlte die harte Schicht aus und hin­ter­ließ diese Tun­nel. Die Fahrt geht weit­er zu den Los Geme­los, zwei riesi­gen Sin­klöch­ern mit steilen Wän­den. Sie sind dicht mit Scale­sia Wald bewach­sen, den es nur auf Gala­pa­gos gibt.

Abschied
Dies war die let­zte Attrak­tion, bevor wir mit der Fähre zum Flughafen über­set­zen. Auf der Fähre denke ich nochmal an das ver­gan­gene Jahr zurück und ver­suche die Sonne, das blaue Wass­er tief in mir zu spe­ich­ern. So endet unsere Wel­treise mit einem absoluten High­light, das es uns nicht ein­fach macht Abschied zu nehmen von diesem Jahr voller Wun­der. Die berühmten Gala­pa­gos Inseln mit ihrer vulka­nis­chen, über­natür­lichen Land­schaften, sind zurecht ein Mag­net für Tier­lieb­haber.

Hier kann man riesi­gen klo­bi­gen Schild­kröten, chill­i­gen Meerech­sen, rehäugige Seelöwen, tänzel­nde Blau­fußtölpel und viele andere ungewöhn­liche Arten sowohl an Land als auch im Meer ganz nahe kom­men. Dabei han­delt es sich hier nicht um ein tro­pis­ches Paradies, die meis­ten Inseln sind kaum bewach­sen und einige sehen mehr nach Mond­land­schaft als nach Karibik aus. Gala­pa­gos ist ein­er der weni­gen Orte der Welt wo der men­schliche Fußab­druck auf einem Min­i­mum gehal­ten wird und man Evo­lu­tion qua­si live erleben kann. Ein Wahnsinnsort, der hier nur jedem ans Herz gelegt sei. Vom Flugzeug sehen wir nochmal auf San­ta Cruz herunter, dann San Cristo­bal und Kick­er Rock.

 


ÜBERNACHTEN
in Puer­to Ayo­ra
Hospeda­je Dar­win B&B, 40$ im Dop­pelz­im­mer pro Nacht inkl. Früh­stück
Av Bal­tra y Thomas de Berlan­ga

in Puer­to Vil­lamil
Gladys Mar, 30$ im Dop­pelz­im­mer pro Nacht
Calle Pin­zon y Arte­sano

in Puer­to Baque­r­i­zo Moreno
Hostal Cat­t­leya, 50$ im Dop­pelz­im­mer pro Nacht inkl. Früh­stück
Luis Morales y Aveni­da de la Arma­da Nacional

ESSEN
in Puer­to Ayo­ra
Weit­er weg vom Hafen gibt es eine Neben­straße mit vie­len Mark­t­stän­den, die gutes und gün­stiges Essen anbi­eten. Vor allem wenn man Seafood mag ide­al.

in Puer­to Vil­lamil
An der Haupt­straße gibt es einige Stände hin­tere­inan­der, die gün­stige Menüsets für etwa 7$ anbi­eten

in Puer­to Baque­r­i­zo Moreno
In der Vil­amil Straße gibt es einige gün­stige Restau­rants, die gün­stige Menüsets anbi­eten

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