Ecuador: Das Naturparadies auf den Galapagos Inseln

Auf den Galapagos Inseln ist die Natur überall. Beim Tauchen und Schnorcheln entdecken wir die paradiesische Unterwasserwelt mit Hammerhaien, Mondfischen, Schildkröten, Adlerrochen, Seepferdchen und sogar Pinguinen. Alleine vom Bootsanleger aus lassen sich bereits Adlerrochen und Schwarzspitzenriffhaie beobachten. Auf dem Land erwarten uns knallpinke Flamingos, faule Leguane, flinke Eidechsen und urige Landschildkröten. Durch die Lüfte fliegen die an ihrem roten Kehlsack deutlich erkennbaren Fregattvögel, Spottdrosseln und Darwinkfinken zwitschern aus allen Büschen und Tölpel gebärden sich zum Verlieben mit ihren urkomischen Tänzen. Auf den Fischmärkten warten Pelikane und Seehunde auf ihr Häppchen. Man muss wirklich nicht lange suchen um eine große Vielfalt an Leben anzutreffen, ein Teleobjektiv erweist sich als überflüssig. Die Galapagos Inseln beheimaten Tiere, die es nirgends anders auf der Welt gibt. Jede Insel, sogar jede Region hat eine eigene endemische Spezies, die perfekt auf diese Umgebung angepasst ist. Es ist ein wahrer Schaukasten der Biodiversität.

Für uns als große Tier- und Naturfreunde sind die Galapagos Inseln ein wahrer Traum. Bereits am ersten Tag, an dem wir uns überwiegend in der Stadt Porto Ayora aufhalten, sehen wir zahlreiche Tiere, die sich so gar nicht scheu für Fotos in Pose bringen. Es gibt nicht viele Orte die mit den Galapagos Inseln mithalten können was solch persönliche und nahe Begegnungen mit urgeschichtlichen Arten betrifft. Anstatt scheu davon zu wuseln lassen sich die Leguane nicht stören von klickenden Kameras. Die Galapagos Inseln können einen dazu inspirieren anders über die Erde zu denken.

Die Kreaturen, die die Inseln ihre Heimat nennen, viele davon einzigartig auf den Inseln, tun so als wären Menschen nichts anderes als eine kurze Erscheinung. Und entgegen der landläufigen Meinung muss ein Trip auf die Galapagos Inseln nicht zwangsläufiger superteuer sein. Auch mit Budget-Backpacking ist es bequem möglich die vier bewohnten Inseln und ihre Tierwelt zu erkunden. Tauchen, Schnorcheln und Surfen lässt sich wunderbar einfach von den Inseln aus organisieren. Es ist ein großes Highlight zum Ende unserer Weltreise, das es uns nicht leicht macht sich auch ein bisschen wieder auf die Heimat zu freuen.

SANTA CRUZ
Zwei Stunden braucht das Flugzeug von Quito nach Baltra, einer Flughafeninsel auf Galapagos. Auf dem Weg zum Flughafengebäude sehen wir unseren ersten Landleguan, der unbeeindruckt in der staubigen Landschaft sitzt. Es ist heiß und trocken, die rotbraune Vulkanerde nur spärlich mit kleinen Bäumen und Kakteen bewachsen. Mit dem Bus geht es weiter durch die trockene Vulkanlandschaft bis wir einen kleinen Hafen erreichen und ein Boot hinüber zur Isla Santa Cruz nehmen.

In der Luft können wir die ersten Fregattvögel ausmachen. Mit dem Bus geht es einmal quer über die Insel, die in der Mitte ist mit dichtem Wald bewachsen ist, bevor wir Puerto Ayora erreichen, die Hauptstadt von Santa Cruz. Sie ist  die größte und am weitesten entwickelten Stadt auf den Galapagos Inseln; fast jeder Besucher der Inseln verbringt hier ein bisschen Zeit und seit es nur vom Flughafen auf ihr Schiff. Aber Santa Cruz ist mehr als nur eine Station auf dem Weg. Schöne Strände, Riesenschildkröten, das felsige Hinterland und tolle Tagesausflugsziele vor der Insel machen Santa Cruz zu einem lohnenswerten Ziel an sich.

Charles Darwin Research Station auf Santa Cruz
Wir beginnen unseren Galapagostrip mit einem Besuch der Charles Darwin Research Station, die am anderen Ende von Puerto Ayora auf Santa Cruz liegt. Auf dem Weg zur Forschungsstation begegnen wir bereits verschiedenen Darwinfinken und Spottdrosseln. Auch einige Galapagos Lava Eidechsen sind unterwegs und man muss fast aufpassen das man nicht auf sie tritt, da sie nicht besonders scheu sind. Ein Weg führt zum Strand hinunter, wo wir einige rote und schwarze Krabben und auch einen Marine Leguan auf den Steinen sitzen sehen. Durch die Luft fliegen Pelikane und Fregattvögel.

Hier und da finden sich Statuen des berühmtesten Besucher der Galapagosinseln – Charles Darwin, der an Bord der Beagle hierher kam. Tatsächlich verbrachte er aber nur fünf Wochen hier und beschäftigte sich vorwiegend mit Steinen, die Riesenschildkröten dienten ihm als Nahrung und er ritt sogar auf ihnen. Jahrzehnte später erst erschien seine Evolutionstheorie, die mehr auf Tauben und Methoden von Hundezüchtern in England zurückzuführen ist.

In der Eingangshalle des Forschungszentrums ist ein Walskelett ausgestellt, zudem gibt es Bilder und verschiedene Infotafeln, die sich mit der Flora und Fauna der Inseln und den verschiedenen Projekten wie die Erhaltung einer Finkenart beschäftigen. Mehr als 200 Wissenschaftler und Freiwillige arbeiten hier an Forschung und Naturschutz. Das bekannteste Projekt ist das Aufzuchtprogramm für Riesenschildkröten und wir sehen im ersten Gehege sehr große Landschildkröten mit sattelförmigen Panzern. Dazwischen befinden sich Gehege mit gelben Landleguanen. Im letzten Gehege sind mehrere domförmige Schildkröten. Eine kommt uns entgegen und wir können sie aus der Nähe beobachten. Zuerst denken wir, dass eine der Schildkröten schnarcht, aber eine Wärterin klärt uns auf darüber auf, dass dies Sexgeräusche sind. Wir sehen das Liebespaar weiter hinten ein wenig von den Büschen verdeckt.

Wir spenden noch etwas und kaufen Magneten, dann gehen wir in die Stadt zurück. An einer Waschstelle reinigt eine Frau Fische, wobei sie von Seehunden und Pelikanen belagert wird. Auch zwei Meerechsen sind da. Wir gehen auf einen kleinen Holzsteg der durch die Mangroven führt, auf dem ebenfalls eine Meerechse chillt. Im Wasser sehen wir Pufferfische und sogar einen Mini Adlerrochen. Da bekommen wir richtig Lust auf Schnorcheln! Auch auf dem weiteren Weg zurück in die Stadt sehen wir viele Meerechsen und Seehunde an einem Anlieger legen. Toll, wie leicht man hier an die Natur rankommt! Im Wasser am Bootsanleger sehen wir zwei Baby Schwarzspitzenriffhaie.

Schnorcheltrip vor Santa Cruz
Den Nachmittag wollen wir mit Schnorcheln verbringen. Wir fahren aus der Bucht hinaus und sehen dabei Pelikane und Fregattvögel über uns hinweg fliegen. Ein Stückchen draußen können wir einen großen Galapagoshai ums Boot schwimmen sehen, ein ziemlich mächtiges Tier. Manchmal brodelt das Wasser von kleinen Fischen. Wir fahren zu einer vorgelagerten Insel auf der ein paar Seelöwen schlafen. Dann halten wir an einer Felswand, die nur ein paar Meter hoch ist.

Auf den heraus stehenden Steinen sitzen Fregattvögel, bei deren Männchen man gut den roten Kehlsack unter dem Schnabel erkennen kann. Daneben sitzen Pelikane, Möwen und Blaufußtölpel. Unweit davon entfernt stürzen wir uns nun selbst zum Schnorcheln ins Wasser. Leider ist die Sicht nicht so toll, aber wir sehen dennoch einige kleinere Fische und ein paar bunte Papageienfische, außerdem drei Schildkröten, die uns sehr nahe kommen und sich von uns überhaupt nicht stören lassen. Wir fahren weiter und springen in der Nähe eines Schiffswracks wieder ins Wasser, wo wir aber nicht zum Wrack sondern zur Küste schwimmen. Unter einem Stein entdecken wir schlafende Weißspitzenriffhaie; als wir uns ihnen nähern verschwinden aber die meisten.

Wir fahren weiter zu einem Mangrovenwäldchen und legen dort an. Eine Meerechse begrüßt uns und wir folgen einem Weg, der uns zu einer großen roten Salzlagune führt, die normalerweise von Flamingos frequentiert wird. Heute haben wir aber Pech. Wir folgen dem roten Pfad weiter und kommen an kleinen grünen Lagunen vorbei, in denen Fische und eine Zimtente schwimmen. Am Ende des Wegs erwartet uns Las Grietas, eine Lagune, die in einer Schlucht mit steilen Felswänden liegt. Wir schwimmen eine Runde durch das von Felswänden umrahmte kühle Wasser. Von den Felsen darf man leider nicht springen obwohl das natürlich das wahre Highlight wäre.

Ein Tauchgang mit Hammerhaien
Die Galapagos Inseln gehören zu den besten Tauchziele der Welt: Haie, Rochen, Schildkröten, Pinguine, Seelöwen, Muränen, Seepferdchen, viele Fische und wenn man Glück hat Delfine oder sogar Wale. Ein Liveaboard auf den Galapagos Inseln ist sicherlich ein Traum für viele Taucher, jedoch mit rund 4.000 Euro für eine Woche auch sehr teuer. Man kann aber auch von den bewohnten Inseln auf Tagestauchtouren starten. Die Galapagos Inseln sind bekannt für ihre hohe Dichte an Hammerhaischulen, was es wahrscheinlich macht sie anzutreffen. Besonders berühmt dafür ist der Tauchspot an den Gordon Rocks. Tauchanbieter gibt’s in Puerto Ayora wie Sand am Meer, von Preisen ab 130 bis 200 Dollar für zwei Tauchgänge, wobei die Last Minute Preise oft etwas günstiger sind. Wir haben 175$ bei Scuba Iguana gezahlt.

Mit Pickups fahren wir zurück zu dem kleinen Hafen wo wir auch gestern vom Flughafen kamen. Wir sind neun Taucher mit Guides, aber auf dem Boot ist ausreichend Platz. Es dauert nochmal eine gute halbe Stunde bis wir unseren ersten Tauchplatz erreichen. Er heißt Mosquera und liegt nördlich der Insel Seymour, an deren Rand wir entlang tauchen wollen. Das Wasser hier ist nicht so trüb-grün wie beim Schnorcheln aber richtig gut ist die Sicht leider auch nicht. Der sandige Boden ist mit Felsen bedeckt, die leicht bewachsen sind. Rechts von uns liegt die Insel, links das Blau des Ozeans.

Wir sehen bunte Papageienfische, Pufferfische und viele kleinere Fische. Ab und zu kommt aus dem Blau ein Schwarm Thunfische und einmal ein Barrakudaschwarm vorbeigeschwommen. Da sie aber nur vorbeiziehen und die Sicht eher mäßig ist, kann man sie nur schlecht beobachten. Auf einem Stein finden wir ein paar kleine, aber schöne Meeresschnecken, die schwarz türkis gestreift sind. Dann macht der Guide das Zeichen für Hammerhai und wir sehen einen großen Schatten im Blau schwimmen. Insgesamt sehen wir drei Stück, aufgrund der Sicht und ihrer Geschwindigkeit können wir aber nur ihre Kontur und keine Details erkennen. Dann tauchen wir auf und gehen aufs Boot zurück.

Unser nächstes Ziel sind die Gordon Rocks, die aus mehreren Felsen bestehen, die aus dem Wasser hinausragen. Auf ihnen sehen wir einige Seelöwen, Meerechsen und natürlich Seevögel. Es ist ein gutes Stück kälter hier, aber die Sicht ist besser. Das Gelände sieht ähnlich aus wie bei ersten Tauchgang, es gibt jedoch eine Strömung, die aber lange nicht so stark wie erwartet ist. Gordon Rocks weist normalerweise eine stärkere Strömung auf, weshalb nur Taucher mit mindestens 25 Tauchgängen mitgenommen werden. Der Strömung ist es auch zu verdanken, dass man hier reichhaltig Leben und die berühmten Hammerhaie sehen kann. Bald sehen wir einige Schildkröten, Napoleon-Lippfische und Stachelrochen. Dann kommt etwas Großes aus dem Blau. Es ist aber kein Hai sondern ein bizarr aussehender Mondfisch. Wow, das haben wir nicht erwartet!

Wir sehen immer wieder Schildkröten und Rochen, dann wieder Schatten im Blau – Hammerhaie! Wir halten uns an einem Stein fest und beobachten wie der Schwarm aus 15 bis 20 Haien vorbeizieht. Immer wieder kommen Hammerhaie aus dem Blau. Von manchen kann man auch Details und nicht nur die Umrisse im Blau erkennen. Da sie gegen die Strömung ziehen, kann man sie nur immer ein paar Sekunden sehen. Ziemlich cooler Tauchgang, wir haben mit dem Mondfisch eine seltene Spezies gesehen und dazu noch die Hammerhaischulen. Wir sind hoch zufrieden.

Am Abend beobachten wir am Steg noch Baby Schwarzspitzenriffhaie, die kleine Fische jagen, und sogar einen kleinen Hammerhai! Es ist Ebbe und in einem vom Meer abgeschlossenen Teich schwimmen zwei Baby Goldrochen. Einige Seelöwen chillen auf den Bänken. Naturmäßig ist hier immer was los.

Blaufußtölpeltänze auf Nord Seymour Island
Heute steht ein Landausflug, zum mehr oder weniger gleichen Ort vom Tauchen gestern, an. Leider gibt es keine Lizenzen für Tauchboote, die ihnen auch erlauben an Land zu gehen, weshalb man diese mit extra Touren abdecken muss. Mit dem Bus geht es wieder über die Insel zum Bootsanleger, wo uns ein Schlauchboot zu unserem Boot bringt. Unser erstes Ziel ist der Playa las Bachas, ein Sandstrand zwischen den Lavafelsen. Hier legen Meeresschildkröten ihre Eier ab, weshalb wir den oberen Teil nicht betreten dürfen. Ein kleiner Pfad führt zu einer Lagune, die von grünen Büschen und Kakteen bewachsen ist, Flamingos sind aber heute wieder keine da. Wir gehen in der Bucht schnorcheln. Die Sicht ist mit maximal zwei Metern jedoch bescheiden.

Wir sehen ein paar kleine Fische und bunte Papageienfische. Wir schnorcheln in eine kleine Lagune in der Hoffnung Meerechsen zu sehen, die wir zwar nicht sehen, aber dafür einen Seelöwen. Er fühlt sich wohl ein bisschen in die Enge getrieben und flüchtet vor uns. Vor der Lagune können wir aber mit ihm schnorcheln. Er kommt ganz von alleine so nahe, dass man ihn auch Unterwasser gut sehen kann. Außerdem sehen wir noch eine Schildkröte, allerdings nur als Schatten im trüben Wasser. Wir gehen an Land und erkunden dort die spitzen, pieksigen Lavafelsen, wo einige große Rote Klippenkrabben (Sally Lightfoot Crabs) sehen, die sich schnell vor uns verstecken. Auch eine Meerechse ist da und lässt sich bereitwillig fotografieren.

Wieder auf dem Boot fahren wir nach Seymour Island, wo wir im Schlauchboot an die Lavaküste gebracht werden. Es gibt einen felsigen Rundweg, der durch eine der aktivsten Seevögelkolonien von Galapagos führt. Prachtvolle Fregattvögel und Blaufußtölpel sind die Hauptattraktion und egal zu welcher Jahreszeit, es gibt immer Werbung, Paarung,  Brüten oder Kinderaufzucht zu beobachten. Man kann den Nestern ganz nah kommen weil es immer ein Paar einfältiger Boobys gibt, die sich entscheiden in der Mitte des Weges zu nisten. Ein idealer Ort um Wildleben zu sehen. Im Wasser schwimmt ein Seelöwe, in der Luft fliegen Fregattvögel und die kleinen braunen Noddy-Seeschwalben. Das Boot landet und wir steigen über die Lavafelsen. Dort schlafen Gabelschwanzmöwen, deren roter Augenring kennzeichnend ist. Sie sind nachtaktiv und zeigen jetzt wenig Reaktion.

Wir gehen ein paar Schritte über den rotbraunen, unbewachsenen Boden. Weiter hinten finden sich trockene Büsche und Kakteen in denen Fregattvögel sitzen. Zwischen den roten Steinen sitzt ein Seelöwe. Wir folgen dem Weg zwischen Vegetation und Küstenstreifen, wo wir unser erstes Blaufußtölpelpaar sehen bei dem das Männchen für das Weibchen tanzt. Zwischendurch sehen wir immer wieder einen der Landleguane über den Boden kriechen oder unter den Büschen liegen.

In der Fregattvögelkolonie ist noch immer Brunftzeit und einige der Männchen zeigen ihren groß aufgeblasenen roten Kehlsack. Wir sehen auch viele Jungtiere, die noch einen weißen Kopf, aber schon die Größe der Erwachsenen haben. Auch ein paar kleinere Fregattvögel sind dabei und warten auf Futter. Eines hat Glück und wird gerade gefüttert, was ziemlich grob aussieht wie das Junge dem Alten in den Rachen sticht. Die Vögel fliegen dicht über unsere Köpfe hinweg und bei einem Mann mit Dreadlocks verwechseln sie seine Haarpracht mit einem Landeplatz.

Dann kommen wir zur Blaufußtölpelkolonie. Die Blaufußtölpel haben nicht wirklich Nester, sondern brüten überall wo es ihnen passt auf dem Boden. Einige Männchen tanzen um die Weibchen herum, wobei sie über den Weg und an unseren Füßen vorbei tanzen. Ein Pärchen hat gerade Junge und wir sehen ihre Küken, ein anderes Pärchen hat zwei Eier. Die Tiere lassen sich von uns nicht stören und kommen manchmal von selbst näher. Wenn man auf’s Meer blickt, sieht man die Blaufußtölpel wie Jets vom Himmel ins Meer stürzen um zu jagen.

Der Weg führt nun ins Innere der Insel, wo die Vögel weniger werden. Unter einem großen Kaktus sehen aber wir einen großen Leguan liegen. Zurück an der Küste schweben viele Fregattvögel in der Luft und am Boden sehen wir noch ein paar Blaufuß-Boobys. Dann geht es zurück auf’s Boot und wir fahren zurück nach Santa Cruz. Auf dem Weg mit dem Bus zurück nach Puerto Ayora sehen wir eine Riesenschildkröte an der Straße sitzen.

 

 

ISLA ISABELA
Nach drei Tagen auf Santa Cruz wollen wir die nächste Insel erkunden: Isla Isabela, die größte und mit erst 700.000 Jahren eine der jüngsten Inseln von Galapagos. Die Fahrt mit der Fähre dauert etwa zwei Stunden und die Sonne brennt ganz schön herunter. Am Pier von Isabela liegen wieder Seelöwen herum und auf der Anfahrt in den Hafen können wir bereits zwei Galapagos Pinguine sehen. Die Galapagos-Pinguine sind die nördlichsten Pinguine der Welt und es gibt sie hier, auf Isla Isabela. Wir nehmen ein Taxi vom Hafen in die Stadt Puerto Villamil und suchen uns ein Hotel. Nach dem Einchecken machen wir uns auf die Suche nach einem Tauchcenter. Die Sonne ist heiß und anstrengend. Das Ergebnis unserer Suche: Das eine Tauchcenter gibt es nicht mehr, das andere hat nicht auf.

Schnorcheln bei Las Tintoreras
Um den Tag noch zu nutzen buchen wir einen Trip zu den Las Tintoreras den kleinen vorgelagerten Inseln von Puerto Villamil. Wir fahren zum Pier und steigen in ein Boot. Unser Auflug führt uns zur dem Hafen gegenüberliegenden Insel, die aus tief gefurchtem Lavafels besteht und zum Teil mit Mangroven bewachsen ist. Wir sehen einen Pinguin im Wasser und auch an Land liegt einer. Während wir sie beobachten, tauchen noch andere Pinguine auf, die im Meer plantschen, während unter unserem Boot ein Adlerrochen hindurch schwimmt.

Wir fahren weiter und kommen zu einer Pinguinkolonie, in der sich gerade einige Tiere mausern. Auf einer kleinen Mangroveninsel sehen wir einen großen Reiher stehen bevor wir an einer Insel aus Lavagestein landen. Über der Wasserkante krabbeln rote und schwarze Klippenkrabben herum. Die Lava, aus der die Insel besteht, ist schnell erstarrt und hat dabei bizarre Spitzen geformt. Teilweise ist sie mit einer weißen Flechte bewachsen. Es gibt auch Mangroven, die jedoch mit einem eingeschleppten Pilz befallen sind.

Wir folgen einem Pfad durch das Lavafeld auf dem wir manchmal kleine Erdkuhlen sehen, die alte Nester der Meerechsen sind. Es sind auch ein paar Baby-Leguane unterwegs. Wir kommen zu einem Kanal, dessen Wände voller Leguane sind. Manche von ihnen sind noch braun von Erde, was ein Zeichen ist, dass sie erst heute geschlüpft sind. Wir gehen an dem vielleicht zwei Meter breiten Kanal entlang, in dem Weißspitzenriffhaie schwimmen. Am Ende des Kanals sind gut 20 Haie zusammen gekommen, die größten 1,5m lang. Mitten durch dieses Hairudel schwimmt eine Schildkröte. Wir gehen den Weg weiter bis zu einem Strand aus Lavagestein und Korallenbruchstücken, wo ebenfalls Leguane liegen.

Wir fahren ein kurzes Stück und beginnen dann unseren Schnorchelgang, bei dem wir an der Küste entlang schnorcheln. Bald sehen wir die erste Schildkröte. Der Boden ist hier mit grünen Algen bewachsen, die die Tiere fressen. Es sind so viele Schildkröten da und kaum ist eine weg, taucht eine andere auf. Einmal sehen wir drei Stück auf einmal. Von Schildkröten kann ich nie genug bekommen. Sonst sehen wir viele kleine Fische, aber auch große Papageien- und Igelfische. Dann schnorcheln wir an einem kurzen Stück Mangrovenwald vorbei und in einen der Kanäle hinein um Haie zu suchen, wobei uns ein Seelöwe entgegen kommt.

Der Guide schwimmt ziemlich schnell durch den Kanal, Haie sehen wir aber keine. Bei einer Pause entdeckt Alex aber Shrimps und Schnecken an der Kanalwand. Als wir den Kanal verlassen sehen wir zwei Pinguine, die direkt auf uns zu schwimmen. Die Pinguine stört unsere Anwesenheit nicht und einer wäre beim Auftauchen fast in mich hinein gekracht. Sowohl ich als auch der Pinguin erschrecken sich ganz schön als er direkt auf mich zurast. Wir sehen nochmal einen Adlerrochen und fahren dann zurück an Land.

Giant Tortoise Breeding Center
Wir gehen durch die Stadt und folgen dann einem Steg über eine rote Lagune. In ihr stehen zwei der extrem pinken Galapagosflamingos herum. Auch ein Schwarznacken-Stelzenläufer und weiße Geisterkrabben tümmeln sich am Rand der Lagune. Dem Weg weiter folgend kommen wir an zwei weiteren Lagunen mit mehreren Flamingos vorbei. Auch Enten und Finken sind zu sehen. Der Weg führt nun in einen Wald mit giftigen Bäumen, die man nicht berühren soll. Kurz darauf kommen wir im Schildkrötencenter an, in dem die auf der Insel heimischen Schildkröten gezüchtet werden. In den Gehegen sind sie in allen Größen zu sehen. Um auch hier haben wir wieder die Gelegenheit Schildkrötensex zu sehen und zu hören. Die Gehege der ganzen Jungen sind mit einem Gitter abgedeckt und sie sind nur schlecht zu sehen. Es gibt auch eine kleine Ausstellung in der der Lebenslauf und die Bedrohungen der Schildkröten gezeigt werden.

Wir gehen den Weg zurück den wir gekommen sind, anstatt durch die Stadt gehen wir jedoch am Strand entlang. Der Sandstrand ist von schwarzen Lavaflüssen unterbrochen auf denen Meerechsen sitzen. Im Wasser schwimmen Seelöwen. Wir essen in einem der Restaurants an der Straße, die ziemlich günstig sind. Das Tauchcenter hat gerade offen, da der Guide aber nicht da ist, bieten sie momentan keine Touren an. Also kein Tauchen auf dieser Insel, schade.

Auf der Suche nach Seepferdchen in den Los Tuneles
Heute wollen wir die Los Tuneles besuchen und beschnorcheln, in dessen Lavaformationen man nicht nur vielen Schildkröten begegnen kann sondern auch die Chance hat Seepferdchen zu sehen. Wir gehen zum Hauptplatz und frühstücken. Danach zu unserem Tourunternehmer. Mit einem Bus werden wir zum Pier gebracht. Außer uns sind noch acht andere Schnorchler dabei, eine Schulgruppe aus den USA. Ich wünschte ich hätte damals solche coolen Klassenfahrten gehabt. Mit dem Boot fahren wir an der Küste entlang. In einer Bucht können wir schnorcheln und gleich die erste Schildkröte sehen. Wir schnorcheln weiter in die Buchten hinein. Es ist nicht tief und es gibt viele Felsinseln und Verzweigungen.

Wir sehen viele Fische, vor allem schwarze Demoisellen, aber auch bunte Galapagos Lippfische und kleine Pufferfische. Unter einem Stein sehen wir einen Oktopusarm, aber er versteckt sich schnell. Wir kommen zu einer Höhle, wo wir ein paar Weißspitzenriffhaie liegen sehen. Um sie gut zu sehen muss an sich ein wenig in die Höhle wagen, aber es ist immer noch Luft über einem. Wir suchen noch ein wenig, finden aber keine weiteren Haie mehr. Wir schnorcheln weder in die freie Bucht um Schildkröten zu sehen. Es sind genügend da und man braucht nicht viel zu suchen. Sie sind auch nicht sehr scheu, oft sehen wir zwei drei auf einmal. Am Boden wächst rotes Seegras und er ist mit einer Art blauen Koralle bewachsen.

Wir sehen auch einige Papageienfische und Schwärme von Grunzern. Dann begeben wir uns auf die Suche nach Seepferdchen, wofür wir in eine kleine mit Mangroven bewachsenen Bucht hinein schnorcheln. Es ist nicht tief und das Wasser ist voll mit Schwebteilchen und wir bemühen uns nicht noch weiteren Dreck aufzuwirbeln. Unser Guide findet ein gelbes und ein schwarzes Seepferdchen unweit voneinander entfernt. Sie sind viel größer als wir gedacht hätten, aber sehr gut getarnt, weshalb für uns kaum Chancen bestehen selbst welche zu finden. Dann geht es zum Boot zurück. Es dauert aber bis wir einsteigen, da wir immer noch eine weitere Schildkröte finden, die wir anschauen müssen.

Schließlich fahren wir weiter und mit dem Boot in die Los Tuneles hinein, enge Schneisen aus Fels durch die das Boot manövriert werden muss. Manche Felsen bilden Bögen und sind mit Kakteen bewachsen. Wir gehen auf die Lavafelsen und bewundern die Bögen und Schluchten, die sich aus Gaseinschlüssen gebildet haben, was wie in einem Science Fiction Film anmutet. Oben auf dem Fels brüten zwei Blaufußtölpel und das Männchen führt gerade seinen ulkigen Tanz aus, wobei wir sie aus nächster Nähe beobachten können. Unten im Wasser schwimmen Schildkröten durch die Kanäle. Auf dem Rückweg nach Puerto Villamil begegnen wir noch einem Pinguin und auf einem großen Felsen, der mitten aus dem Ozean aufragt, sitzt eine Schar Nazca-Tölpel. Sie nutzen den Fels als Rastplatz für ihre Fischzüge auf dem Ozean.

Schnorcheln direkt am Steg
Am Nachmittag leihen wir uns Schnorchelausrüstung und gehen zur Concha de Perla, einer Bucht, die nicht weit vom Pier entfernt ist. Auf einem Steg durch einen Mangrovenwald, der mit sonnenbadenden Meerechsen bevölkert ist, gelangen wir zur Bucht. Wir schnorcheln an den Mangroven entlang und durch die Bucht. Wir sehen viele Fische und auch eine Schule junger Adlerrochen ist unterwegs und wir treffen immer wieder auf sie. Highlight ist aber ein junger Seehund, der direkt vom Steg mit uns schwimmt und seine Pirouetten um uns herum dreht.

Am nächsten Tag haben wir erst für den Nachmittag eine Fähre zurück nach Santa Cruz bekommen, weshalb wir gleich nach dem Frühstück nochmal zum Schnorcheln in die Concha de Perla gehen. Es ist Ebbe und der Wasserstand ist viel niedriger als gestern. Direkt am Steg liegt ein großer Stachelrochen und auch die Adlerrochen sind wieder unterwegs, heute sogar zu siebt. Das Highlight ist ein Pinguin, den wir sehen, aber bald wie ein Torpedo davon schießt. Außerdem begegnen wir zwei großen Leguanen beim Schwimmen, leider taucht keiner von ihnen. Auch ein junger Seelöwe schwimmt wieder mit uns. Die Sicht ist ziemlich gut heute und dafür, dass wir nur die Zeit bis zur Fähre überbrücken, erleben wir sehr viel.

SAN CRISTOBAL
Um zu einer der Inseln zu gelangen, muss man immer wieder über Santa Cruz um von dort die nächste Fähre zur anderen Insel zu nehmen. Die Fahrt nach San Cristobal ist ziemlich ruppig. Um kurz nach 9 Uhr kommen wir an und werden abgeholt. Wir gehen an der Strandpromenade entlang an deren Ufer sehr viele Seelöwen, Pelikane und Blaufußtölpel sitzen. Nach einem verspäteten Frühstück und einem Ausrüstungscheck im hiesigen Tauchcenter, wollen wir eine Taxitour ins Inland machen.

Zwei frisch angekommene Amerikaninnern wollen die Tour auch machen und da es zu viert viel günstiger ist, warten wir auf sie. In der Wartezeit kuschel ich mit den zwei Hotelmiezen. Um 13:30 Uhr werden wir von einem der weißen Pick Up Taxis abgeholt und fahren ins Innere der Insel.

Das Hinterland von San Cristobal
Unser erster Halt ist die El Junco Lagune. Wir folgen einem Weg, der auf einen Hügel hinauf führt. Oben angekommen liegt die Lagune vor uns, die auf 700m über Meereshöhe im Krater eines Vulkans liegt und eines der wenigen Süßwasservorkommen auf Galapagos ist. Mehrere Fregattvögel segeln über den See und baden in ihm. Sie nutzen das Frischwasser um sich das Meersalz aus dem Gefieder zu waschen. Danach schütteln sie sich in der Luft, was recht witzig aussieht. Wir gehen auf einem Pfad entlang um den See herum, was uns einen schönen Blick auf die Küste und das Meer offenbart. Wir begegnen auch einigen Finken und kleinen weiße Reiher.

Unser nächster Halt ist das hiesige Schildkrötenaufzuchtzentrum. Es ist eine große Anlage und auf dem Gelände laufen die Schildkröten frei herum. Gleich am Eingang sehen wir ein großes Exemplar. Das Gelände ist ziemlich groß und die Tiere nur schwer in den dichten Gestrüpp auszumachen. Eine große Schildkröte versucht sich durch einen Gestrüpphaufen zu schieben. Dann kommen wir zu den Gehegen, wo die jungen Schildkröten zu Hause sind. In mit Zäunen abgedeckten Gehegen sind die kleinsten zu sehen. Sie sind ein Jahr alt und ungefähr 10cm groß. In zwei Freilaufgehegen sind die vier bis fünf und zwei bis drei Jahre alten Schildkröten zu sehen. Wir beobachten sie beim Fressen und rumliegen. Auch die zahmen Spottdrosseln sind allgegenwärtig. Wir gehen weiter und suchen das Gestrüpp ab. Oft ist es schwer einen Stein von einer Schildkröte zu unterscheiden, aber wir finden noch ein paar.

Wir fahren weiter nach Puerto Chino, wo uns ein langer Weg vom Parkplatz zum Strand hinab führt. Wir wollten eigentlich ein wenig schnorcheln, aber die Brandung ist viel zu stark, man könnte hier schon fast surfen. Tatsächlich ist San Cristobal auch für seine Surfbreaks bekannt. Auf dem feinen Sandstrand liegt ein Seelöwe. Wir gehen über das Vulkangestein auf einen kleinen Hügel,von wo aus wir die ganze Bucht überblicken können und ein paar Stachelrochen und sogar Haie im Wasser schwimmen sehen können. Am Strand beobachten wir die Finken, die mir bereitwillig Brotkrumen aus der Hand fressen. Nachdem wir eine herrlichen Sonnenuntergang erlebt haben fahren wir zurück nach Puerto Villamil.

Tauchen auf San Cristobal
Heute morgen finden wir vor unserem Zimmer einen reich gedeckten Frühstückstisch. Um 7:30 Uhr legt unser Tauchboot ab. Unser heutiges Ziel ist der Kicker Rock. Bevor wir ihn ansteuern halten wir in einer Bucht zu einem Check Tauchgang. Das Wasser ist nicht viel tiefer als fünf Meter und wir üben das Fluten der Masken, Wiederaufnahme des Regulators und Fintips, da wir auch Anfänger in der Runde haben. Dabei werden wir die ganze Zeit von einem großen Seelöwen umschwommen, der uns neugierig untersucht.

Kicker Rock oder Leon Dormido (schlafender Löwe) ist eine Insel aus Vulkanasche, deren Wände steil aus dem Ozean hervor ragen. Sie ist gespalten und durch einen vielleicht 30m breiten Kanal getrennt, wo wir tauchen wollen. Adlerrochen, Schildkröten, Seelöwen, Hammerhaie und Weißspitzenriffhaie werden hier oft gesehen. Auch unter Wasser fällt die Insel steil ab und wir tauchen an der Wand in den Kanal hinein. Wir treffen auf einen Sandboden und Steine, über die wir hinweg tauchen. Die Brandung treibt uns vor und zurück. Wir sind von vielen Fischschwärmen umgeben und können beide Seiten des Kanals sehen. Außerdem sehen wir einen violetten Steinfisch und viele Seeigel. Wir tauchen in eine Senke wo wir einige kleine Galpagoshaie sehen.

In der Wartezeit für unseren zweiten Tauchgang mumpfeln wir Obst und beobachten die Vögel auf der Insel – Noddy-Seeschwalben, Nazca- und Blaufußtölpel. Oben auf der Insel haben Fregattvögel ihre Kolonie in ein paar Sträuchern und auch einige Seelöwen haben in der steilen Wand ein Plätzchen gefunden. Bei unserem zweiten Tauchgang tauchen wir an einer anderen Stelle der Insel an der steilen Wand hinab. In der Wand sind Löcher in denen Seeigel und kleine Fische ihr zu Hause haben. Wir tauchen an der Wand entlang und sind wieder von einer großen Zahl Fischschwärmen umgeben. Immer wieder schauen wir ins Blaue ob vielleicht etwas Großes auf uns zukommt. Wir tauchen bis zu einer Felsbiegung wo eine Strömung vorbei kommt. Hier bleiben wir ein wenig und sehen einen großen Barrakudaschwarm an uns vorbei schwimmen. Zurück an der Felswand entdecken wir eine Muräne und auch ein Seelöwe schaut kurz vorbei.

Im Gegensatz zu den anderen Inseln kann man hier Tauch- und Landgänge verbinden, was es direkt zu unser Lieblingsinsel macht. Wir fahren dazu mit dem Boot zur Insel San Cristobal zurück und landen. Bevor wir an Land gehen, bekommen wir Mittagessen. Da wir mit dem großen Boot nicht landen können, werden wir in zwei Gruppen mit einem Schlauchboot an Land gebracht. Die Küste besteht aus jungem Lavastein mit kleinen Sandstränden dazwischen, wo wir von Spottdrosseln begrüßt werden. Die Gegend ist er vor kurzem für Touristen freigeben worden und es gibt keinen Weg, weshalb wir uns selbst einen bahnen. Der Boden ist mit dichten niedrigen Flechten bewachsen und federt ein gutes Stück unter unseren Füßen.

Wir kommen auf ein großes Lavafeld, das erst 1.000 Jahre alt und der jüngste Teil der etwa 2,4 Millionen Jahre alten Insel ist. Wir können richtig sehen wie die Lava während des Fließens erstarrt ist. Es leben hier nur Kakteen als Pionierpflanzen, da es keine Erde gibt. Wir gehen zu einem Strand und baden ein wenig im warmen Wasser. Ein paar rotäugige Lavamöwen sitzen auf den Felsen und beobachten uns dabei. Am faszinierendsten sind aber die Pelikane und Tölpel, die in der Bucht jagen und aus der Luft ins Wasser schießen.

Tauchen am Punta Pitt
Auch heute verbringen wir unseren Tag mit einem kombinierten Tauch- und Landtrip. Unser Ziel ist der Punta Pitt im Norden von San Cristobal, dem einzigen Ort, wo man alle drei Booby Arten sehen kann: Blaufuß-, Rotfuß- und Nazca-Tölpel. Wie schon gestern stehen wir nach dem Frühstück um 7:30 Uhr am Pier. Die Gruppe ist größer als gestern aber es sind nur fünf Taucher, der Rest schnorchelt. Auf unserer Fahrt kommen wir wieder am Kicker Rock vorbei.

Nach einer guten Stunde steuern wir eine Felswand an. Die Wand bildet eine Nische in die der Kapitän das Boot hineinsteuert. Die Küste ragt hier senkrecht etwa 100m aus dem Ozean empor. Breit ist die Nische nicht und beim Herausfahren reißt fast die hintere Leiter vom Boot ab. Wir fahren ein Stück weiter und kommen zur Kathedrale. Die Küste ist hier unterspült und es hat sich ein Tunnel gebildet. Wenn das Boot richtig steht können wir durch den Tunnel den Kicker Rock sehen.

Auf der weiteren etwa zweistündigen Fahrt sitzen wir oben im Boot und lassen uns die Hüte unwiederbringlich von den Köpfen ins Meer wehen. Eine kleine Felsinsel schaut vor der Küste aus dem Wasser, um die viele Sturmschwalben herumschwimmen und Nazca-Tölpel nisten. Auch Fregattvögel und Blaufußtölpel sind zu sehen. Etwas von der Insel entfernt springen wir ins Wasser. Es ist nur acht Meter tief und daher ist es schön hell und farbig. Wir schwimmen über Sandboden und Felsbrocken. Oft umgeben uns große Fischschwärme, unter den Felsvorsprüngen liegen Haie und Rochen. Wir sehen auch eine große Schnecke mit Haus und etwas was wir nicht direkt identifizieren können. Sieht aus wie wenn eine Koralle eine Qualle geheiratet hätte, wahrscheinlich eine Art Seestern. Auch eine Schule Adlerrochen sehen wir.

Nach dem Auftauchen fahren wir mit dem Boot zum Strand und machen dort Pause. Wir sehen einen kleinen, vielleicht zwei Wochen alten Seelöwe. Er ist alleine und sieht ziemlich erschöpft aus. Wenn seine Mutter nicht bald aus dem Meer zurück kommt, wird er wohl verhungern, denn selbst fischen kann er noch nicht. Auch zwei streng riechende Kadaver von zwei ausgewachsenen Seelöwen liegen am Strand. Auf der anderen Seite des Strands spielen ein paar junge Seelöwen und auch Meerechsen und Krabben liegen auf den Felsen. Ich gehe noch kurz mit einem Seelöwen schnorcheln bevor wir wieder zum Boot und unserem zweiten Tauchgang hinausfahren.

Der zweite Tauchgang verläuft ähnlich wie der erste, ist mit 15m jedoch tiefer. Wir sehen ein Feld aus dem viele Röhrenaale ihren Kopf aus dem Sand strecken und auch ein Sandstück, das voll mit Hunderten von Seesternen liegt. Beim Safety Stop sehen wir noch einen Adlerrochen.

Nach dem Tauchgang gibt es Mittagessen und wir fahren zu dem Strand zurück. Über einen kleinen Pfad gehen wir an der Küste hinauf. Wir sehen ein paar hier endemische Lava Eidechsen. Es ist faszinierend wie winzige Anpassungen auf genau eine Umgebung zu so vielen neuen Arten geführt hat. Bald wird der Weg ebener und wir sehen ein brütendes Blaufußtölpelpaar. In einem Baum sehen wir unsere ersten Rotfußtölpel, deren Füße knallrot und Schnäbel blau sind. Ihre Farbenfröhlichkeit macht den Blaufußtölpeln glatt Konkurrenz, aber sie tanzen nicht, was die Blaufußtölpel einfach noch immer zur liebenswertesten Spezies auf den Galapagos Inseln macht. In den Bergen und Felsen aus Vulkanasche hinter uns sehen und hören wir ein paar Ziegen.

Sie dürften eigentlich nicht hier sein und sind eine Bedrohung für die heimische Natur, eingeschleppt von frühen Siedlern. Immer wieder werden Ziegen gejagt, was einigermaßen schwierig in dem unwegsamen Gelände ist. Die Ziegen können leider nichts dafür, dass sie am falschen Ort sind, was die Geschichte sehr traurig macht. Die Einführung von Haustieren auf den Hauptinseln ist eine der größten Herausforderungen für den Artenschutz. Wilde Ziegen und Schweine sowie Ratten dezimierten viele einheimische Arten in nur wenigen Jahren. Alleine die Ziegen werden für das Aussterben von vier bis fünf Arten verantwortlich gemacht. Rinder, Katzen, Hunde, Esel, Frösche und Ratten sind weitere Bedrohungen für die endemische Flora und Fauna. Hunderte von Insektenarten wurden eingeführt, einschließlich einer Wespenart, die Raupenlarven dezimierten, die wiederrum eine wichtige Nahrungsquelle für Finken sind. Fast 800 Pflanzenarten wurden eingeführt, davon sind Brombeeren die schlimmsten, da sie die Biodiversität um 50% verringern.

Wir gehen weiter und kommen an weiteren Blaufußtölpel Brutpaaren vorbei. Dabei sehen wir Küken in verschiedenen Altersstufen. Ein Blaufußtölpelpaar hat immer zwei Eier aus denen Junge schlüpfen, eins fungiert dabei jedoch nur als „Backup“, falls das andere sterben sollte. Es werden niemals beide Junge aufgezogen. Das Stärkere Junge wird bevorzugt und mehr gefüttert, während das andere hungern muss. In der Regel ist es das, das man nach Futter schreien hört, das andere liegt zufrieden und satt im Nest. Entweder stirbt eines der Kinder von alleine oder es wird von dem anderen aus dem Nest gestoßen und ist somit für die Mutter nicht mehr von Interesse, da sie es nicht mehr als ihres erkennt. Ein Blaufußtölpelnest könnte man sich übrigens nicht einfacher vorstellen: Ein paar Steine und ein Kreis aus Guano markieren es.

Wir erreichen eine Steilküste, wo wir Rotfußtölpel beim Brüten in einigen niedrigen Bäumen beobachten könne. Fregattvögel patrouillieren an der Küste. Wir folgen dem Weg in einer Schleife zurück und gehen wieder auf’s Boot. Auf der Rückfahrt sehen wir einen schönen Sonnenuntergang während große Schwärme Sturmvögel übers Wasser fliegen.

Interpretationszentrum und Schnorcheln am Las Tijeretas
Heute ist unser letzter ganzer Tag auf den Galapagos Inseln und somit auch unserer Reise. Ein wenig Wehmut schleicht sich da schon ein, da die Galapagos Inseln es einem denkbar schwer machen Abschied von diesem Nomadenleben zu nehmen, das wir nun schon seit einem Jahr führen. Die Sonne brennt schon am Morgen herunter und es ist ziemlich heiß. Wir gehen ins Interpretationszentrum am anderen Ende von Puerto Villamil. Dort lernen wir etwas über die Geschichte und Entstehung der Inseln. Auch aktuelle Probleme werden vorgestellt.

in Bischof von Panama entdeckte die Galapagos Inseln zufällig im 16. Jahrhundert als er vom Kurs nach Peru abkam. Er beschrieb als erstes die Riesenschildkröten und die Vögel mit den passenden Worten „…so albern, dass sie nicht einmal wissen wie man flüchtet und viele konnten per Hand gefangen werden“. In den nachfolgenden Jahren wurden die Inseln vor allem als Basis für Piratenschiffe und als Frischfleischzufuhr in Form von Tausenden Schildkröten, da diese über ein Jahr auf See überleben konnten, genutzt. Zwischen 1811 und 1844 wurden über 100.000 Schildkröten auf diese Weise getötet. Auch die Seelöwenpopulation wurde durch die Felljagd stark reduziert.

Die ältesten der heute sichtbaren Inseln wurden vor etwa vier bis fünf Millionen Jahren von ausbrechenden Unterwasservulkanen geformt. Die sogenannte Hotspot Theorie besagt, dass tief in der Erde stationäre Vulkane verborgen sind, die sich in stetigen Intervallen so sehr erhitzen, dass die Erdkruste schmilzt und diese Vulkane ausbrechen. Die Galapagosregion ist vulkanisch sehr aktiv – mehr als 50 Ausbrüche wurden seit ihrer Entdeckung 1535 aufgezeichnet. Die Galapagos Inseln bewegen sich langsam Richtung Südosten, weshalb die südöstlichen Inseln die ältesten sind – Isla Española ist über drei Millionen Jahre alt, Isla Fernandina und Isla Isabela sind dagegen nur 750.000 Jahre alt. Die nordwestlichen Inseln werden noch immer von aktiven Vulkanen geformt.

Als die Galapagos Insel geformt wurden, waren sie unfruchtbare vulkanische Inseln ohne jegliches Leben. Da die Inseln waren niemals mit dem Festland verbunden waren, mussten alle jetzt existierenden Arten über 1.000km offenen Ozean und viele Gefahren überqueren um hier her zu kommen. Während die Vögel fliegend herkommen könnten, sind kleine Säugetiere, Landvögel und Reptilien sowie Pflanzen und Insekten auf schwimmender Vegetation herüber gekommen. Pflanzensamen und Insekteneier könnten in ihren Mägen oder an Federn und Füßen von Vögeln hierher gekommen sein. Als die ersten einwandernden Arten vor Millionen Jahren ankamen, fanden sie wenig Konkurrenz vor. Einige Tiere überlebten, brüteten und produzierten Nachwuchs. Die Jungen waren zwar von der gleichen Art wie ihre Eltern, hatten aber kleine Unterschiede.

Ein klassisches Galapagos Beispiel ist das eines Vogelpaars, die ein Junges mit einem leicht veränderten Schnabel hervorbrachten und in der veränderten Umgebung können diese Jungen unter Umständen einen Vorteil erlangen. Diese besser angepassten Nachkommen geben vorteilhafte genetische Merkmale weiter und über viele Generationen hinweg erweisen sich einige Merkmale als nützlicher als andere. Schließlich kann die originäre Spezies als eine andere angesehen werden als die ihrer Nachkommen. Dies ist die Quintessenz von Darwins Evolutionstheorie der natürlichen Auslese. Mit einer Vielfalt von Inseln und Lebensräumen, können verschiedenen Schnabeltypen vorteilhafte Anpassungen für verschiedene ökologische Nischen ergeben. Aus diesem Grund gib es so viele Finkenarten auf Galapagos, Darwinfinken genannt.

Dann gehen wir über einen Pfad durch einen Wald zum Cerro de las Tijeretas hinauf, von wo aus wir eine schöne blaue Bucht unter uns liegen sehen. Wir gehen in diese Bucht hinunter und nehmen ein erfrischendes Bad mit Schnorchelsachen. In der Bucht spielen ein paar Seelöwen und Unterwasser sehen wir Pandafische, Demoisellen und viele bunte kleine Fische. Wir machen eine Pause und sitzen am Steg und plötzlich sehen wir eine Meerechse im Wasser schwimmen und tauchen. Schnell springen wir hinterher. Ich begleite die Meerechse, die wieder taucht und Algen frisst. Dann taucht der Leguan weiter bis er ein neues Büschel Algen findet. Wir beobachten ihn bis er wieder an Land geht. Danach schwimmt auch noch ein Seehund um uns herum. Das fehlte uns noch auf unserer Wunschliste und wir sind absolut glücklich das zum Abschluss noch gesehen zu haben. So eine Meerechse sieht ein bisschen aus wie Godzilla Unterwasser.

Hinterland von Santa Cruz
Am Abend nehmen wir die Fähre zurück nach Santa Cruz. Unser Flug geht erst am nächsten Nachmittag, was uns vorher noch Zeit gibt das Hinterland von Santa Cruz zu erkunden, das ohnehin auf dem Weg zum Flughafen liegt. Wir nehmen ein Taxi und fahren zur Rancho Primicias, eine private Farm auf deren Gelände Riesenschildkröten frei leben. Wir gehen auf dem Gelände herum und beobachten die Tiere. Die Schildkröten sind ziemlich schreckhaft und wir versuchen sie nicht zu verängstigen. Sie liegen rum oder fressen das grün-braune Gras.

Die Tümpel sind ausgetrocknet, da es seit Wochen nicht geregnet hat. Normalerweise mögen sie es sich in den Schlammpfützen Kühlung zu verschaffen. Einige der Tiere haben jedoch noch feuchten Schlamm am Panzer kleben. Wir gehen herum und finden noch schlammige Tümpel in denen ein paar liegen. Wir beobachten wie eine große Schildkröte ein paar der auf den Bäumen wachsenden giftigen Äpfel vom Boden mampft. Sie sind immun gegen das Gift und es scheint zu schmecken. Der Panzer der hier lebenden Tiere ist domförmig, wahrscheinlich weil sie sich hauptsächlich vom Gras ernähren und somit keinen langen Hals brauchen um an höher liegendes Grün zu kommen.

Das nächste Ziel ist ein begehbarer Lavatunnel. Unser Taxifahrer will uns am anderen Ende abholen. Der Tunnel ist etwa 1km lang und beleuchtet. Er ist vier-fünf Meter breit und oft mehrere Meter hoch. An einer Stelle wird es niedrig und wir kriechen nur auf allen vieren vorwärts. Kurz vor Schluss wird es nochmal enger, dann stehen wir wieder im Sonnenlicht. Die Lavatunnel formten sich als die äußere Schicht des Lavaflusses aushärtete. Als dieser stoppte floss die Lava innerhalb weiter, höhlte die harte Schicht aus und hinterließ diese Tunnel. Die Fahrt geht weiter zu den Los Gemelos, zwei riesigen Sinklöchern mit steilen Wänden. Sie sind dicht mit Scalesia Wald bewachsen, den es nur auf Galapagos gibt.

Abschied
Dies war die letzte Attraktion, bevor wir mit der Fähre zum Flughafen übersetzen. Auf der Fähre denke ich nochmal an das vergangene Jahr zurück und versuche die Sonne, das blaue Wasser tief in mir zu speichern. So endet unsere Weltreise mit einem absoluten Highlight, das es uns nicht einfach macht Abschied zu nehmen von diesem Jahr voller Wunder. Die berühmten Galapagos Inseln mit ihrer vulkanischen, übernatürlichen Landschaften, sind zurecht ein Magnet für Tierliebhaber.

Hier kann man riesigen klobigen Schildkröten, chilligen Meerechsen, rehäugige Seelöwen, tänzelnde Blaufußtölpel und viele andere ungewöhnliche Arten sowohl an Land als auch im Meer ganz nahe kommen. Dabei handelt es sich hier nicht um ein tropisches Paradies, die meisten Inseln sind kaum bewachsen und einige sehen mehr nach Mondlandschaft als nach Karibik aus. Galapagos ist einer der wenigen Orte der Welt wo der menschliche Fußabdruck auf einem Minimum gehalten wird und man Evolution quasi live erleben kann. Ein Wahnsinnsort, der hier nur jedem ans Herz gelegt sei. Vom Flugzeug sehen wir nochmal auf Santa Cruz herunter, dann San Cristobal und Kicker Rock.

 


ÜBERNACHTEN…
in Puerto Ayora
Hospedaje Darwin B&B, 40$ im Doppelzimmer pro Nacht inkl. Frühstück
Av Baltra y Thomas de Berlanga

in Puerto Villamil
Gladys Mar, 30$ im Doppelzimmer pro Nacht
Calle Pinzon y Artesano

in Puerto Baquerizo Moreno
Hostal Cattleya, 50$ im Doppelzimmer pro Nacht inkl. Frühstück
Luis Morales y Avenida de la Armada Nacional

ESSEN…
in Puerto Ayora
Weiter weg vom Hafen gibt es eine Nebenstraße mit vielen Marktständen, die gutes und günstiges Essen anbieten. Vor allem wenn man Seafood mag ideal.

in Puerto Villamil
An der Hauptstraße gibt es einige Stände hintereinander, die günstige Menüsets für etwa 7$ anbieten

in Puerto Baquerizo Moreno
In der Vilamil Straße gibt es einige günstige Restaurants, die günstige Menüsets anbieten

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