Ecuador: Galapagos mit schmalem Budget

Die Galapagos Inseln sind ein Traum, die Natur ist hier einfach überall. Viele denken jedoch, dass eine Reise dort immer sehr teuer sein muss. Tatsächlich ist es aber möglich eine wunderschöne Reise auf die Galapagos Inseln zu gestalten ohne einen Loch in sein Konto zu brennen. Man muss keine teure Cruise machen um das Beste der Galapagos Inseln und ihrer Tierwelt geboten zu bekommen. Hier verrate ich euch wie das geht.

Entgegen der landläufigen Meinung muss ein Trip auf die Galapagos Inseln nicht zwangsläufiger superteuer sind. Auch mit Budget-Backpacking ist es bequem möglich die vier bewohnten Inseln und ihre Tierwelt zu erkunden. Auch Aktivitäten wie Tauchen, Schnorcheln und Surfen lassen sich wunderbar einfach von den Inseln aus organisieren. Klar, Galapagos ist teurer als das ecuadoriansche Festland, dennoch lässt sich auch hier mit schmalem Budget reisen.

Eine Cruise ist sicherlich sehr schön, da man damit auch auf abgelegenere Inseln gelangt. Trotzdem könnt ihr auf den Hauptinseln sowie jenen, die ihr per Tagesausflug erreichen könnt, ohne Abstriche die gesamte Tierwelt Galapagos bestaunen.

Flug nach Galapagos

Von Guayaquil oder Quito kann man auf die Galapagos Inseln fliegen. Zwei Flughäfen gibt es auf den Galapagos Inseln: Baltra Airport bei Santa Cruz und der Airport auf San Cristobal. Es bietet sich an zugunsten eines Insel-Hoppings jeweils einen der Flughäfen auf Ankunft und Abreise zu legen. So spart ihr euch eine Fährenfahrt. Je nachdem wann und mit welcher Airline ihr bucht, kosten die Hinflüge von Guayaquil oder Quito etwa 130 Euro aufwärts.

Den teuren Flug nach Ecuador kann man sich natürlich nicht sparen. Solltet ihr aber ohnehin in der Gegend sein, bietet es sich auf jeden Fall an die Galapagos Inseln mitzunehmen anstatt diese Tour aus Angst vor den Kosten zu streichen.

Für einen Kurztrip empfehlen sich die Galapagos Inseln nicht. Am Flughafen müsst ihr dann den Eintritt in den Nationalpark Galapagos zahlen, der egal wie lange ihr bleibt, mit $100  durchaus happig ist. Es lohnt sich also ein bis zwei Wochen auf den Inseln zu bleiben.

Vom Baltra Flughafen in die Stadt fahrt ihr zuerst mit einem kostenlosen Bus zur Fähre, die euch in 10 Minuten und für $1 über den Kanal bringt. Drüben nimmt euch dann der Bus für $2 nach Puerto Ayora mit. Alternativ kostet ein Taxi rund $18 in die Stadt.

Vom Flughafen auf San Cristobal kommt ihr mit einem Taxi für $3 in die Stadt.

Insel-Hopping

Die drei Hauptinseln sind Santa Cruz, San Cristobal und Isabela. Zweimal täglich verkehrende Fähren verbinden jede dieser Inseln mit Santa Cruz, von wo aus man jede weitere Insel anfahren kann. Die Fährfahrten kosten rund $25 bis $35 und dauern etwa zwei bis drei Stunden von/nach Santa Cruz.

Außerdem ist auch die Insel Floreana bewohnt. Nach Floreana verkehrt jedoch keine regelmäßige öffentliche Fähre, aber verschiedene private Anbieter können eine Überfahrt oder einen Tagestrip organisieren. Die Unterkünfte auf Floreana sind allerdings mit höheren Kosten verbunden. Die meisten bleiben auf Santa Cruz, San Cristobal und Isabela jeweils ein paar Tage um jede der Inseln und deren Umgebung zu erkunden.

Junge Meerechsen bei Las Tintoeras
Junge Meerechsen bei Las Tintoeras

Unterkünfte

Einfache Hospedajes und Hostals bieten relativ günstige Unterkünfte an. Hier kostet eine Nacht im Doppelzimmer etwa 30 bis 50$ pro Nacht, inklusive Frühstück. Folgende Unterkünfte kann ich empfehlen:

In Puerto Ayora (Santa Cruz)
Hospedaje Darwin B&B, 40$ im Doppelzimmer pro Nacht inkl. Frühstück
Av Baltra y Thomas de Berlanga

In Puerto Villamil (Isabela) 
Gladys Mar, 30$ im Doppelzimmer pro Nacht
Calle Pinzon y Artesano

In Puerto Baquerizo Moreno (San Cristobal)
Hostal Cattleya, 50$ im Doppelzimmer pro Nacht inkl. Frühstück
Luis Morales y Avenida de la Armada Nacional

Goldrochen am Hafen von Puerto Ayora

Essen

Neben zahlreichen teuren Restaurants mit internationalen Gerichte, gibt es meist Marktstände und kleinere Restaurants, die Menüs für rund $5 anbieten und aus Suppe, Hauptmahlzeit und Getränk bestehen.

In Puerto Ayora (Santa Cruz)
Weiter weg vom Hafen gibt es eine Nebenstraße mit vielen Marktständen, die gutes und günstiges Essen anbieten. Vor allem wenn man Seafood mag ideal. Im Supermarkt am Hafen kann man auch Selbstverpflegung einkaufen.

In Puerto Villamil (Isabela)
An der Hauptstraße gibt es einige Stände hintereinander, die günstige Menüsets für etwa 7$ anbieten.

In Puerto Baquerizo Moreno (San Cristobal)
In der Vilamil Straße gibt es einige günstige Restaurants, die günstige Menüsets anbieten.

Beste kostenlose Touren

Abgesehen von kostenpflichtigen Touren kann man viele Orte auf den Hauptinseln auch auf eigene Faust erkunden.

Auf Santa Cruz
Hafen von Puerto Ayora – Ganz simpel bietet der Hafen großartige Tierbeobachtungsmöglichkeiten. Von faulen Seehunden, die die eigentlich für wartende Fährpassagiere gedachte Bänke belegen, bishin zu Baby-Weißspitzenriffhaien und Baby-Adlerrochen gibt’s hier immer was zu sehen. Haie und Rochen lassen sich am besten nachts beobachten, wenn der Steg beleuchtet wird und die Tiere auf Jagd sind.

Charles Darwin Research Station – Hier gibt es Riesenschildkröten und Leguane zu sehen und auf dem Spaziergang hierher könnt ihr Darwinfinken, Spottdrosseln, Meerechsen, Seehunde und Pelikane treffen.

Tortuga Bay – Nach 45 Minuten Fußmarsch von Puerto Ayora könnt ihr die wunderschöne Tortuga Bay erreichen, wo ihr surfen, schnorcheln und sonnenbaden könnt.

Las Grietas – Las Grietas ist eine mit kühlem Wasser gefüllte Felsschlucht. mit steilen Felswänden. Hierher kommt ihr mit einem Wassertaxi ($0,60) und einem anschließenden kurzen Fußmarsch an einer Salzlagune vorbei.

Landschildkröten in der Charles Darwin Research Station
Landschildkröten in der Charles Darwin Research Station


Auf Isabela

Concha de Perla – Ein wunderbarer Schnorchelspot unweit vom Hafen. Auf einem von sonnenbadenden Meerechsen bevölkerten Steg geht ihr durch einen Mangrovenwald zu dieser Bucht in der ihr auf Adlerrochen, bunte Fische und mit Glück auch auf Pinguine und tauchende Meerechsen stoßen könnt. Wenn ihr keine eigene Schnorchelausrüstung dabei habt, könnt ihr diese für etwa $5 in der Stadt leihen.

Giant Tortoise Breeding Center – Ein kurzer Fußmarsch von der Stadt bringt euch zu einer roten Lagune bei der ihr auf extrem pinke Galapagosflamingos und andere Vögel treffen könnt. Das Schildkrötencenter beheimatet die auf Isabela endemischen Riesenschildkröten.

Schnorcheln in der Bucht Concha de Perla
Schnorcheln in der Bucht Concha de Perla

Auf San Cristobal
Umgebung rund um das Interpretationszentrum, Las Tijeretas & La Loberia – Im Interpretationszentrum könnt ihr alles über die Geschichte und Entstehung der Inseln lernen. Über einen Pfad kommt ihr zur Bucht Las Tijeretas, wo ihr hervorragend schnorcheln könnt. Viele bunte kleine Fische, Seehunde und Meerechsen tümmeln sich hier. Auf dem Rückweg könnt ihr am Stand La Loberia vorbeischauen, wo sich zahlreiche Seehunde in der Sonne aalen.

Die wunderschöne Bucht Las Tijeretas lädt zum Schnorcheln ein
Die wunderschöne Bucht Las Tijeretas lädt zum Schnorcheln ein

Beste bezahlte Touren

Abseits der Hauptinseln lassen sich Tagestouren auf die umliegenden, nur von Tieren bewohnten Inseln organisieren. Oft ist Schnorcheln im Programm mit dabei. Halbtagestouren kosten meist um die $45, Ganztagestouren um die $100.

Auf Santa Cruz
North Seymour Island (Ganztagestour/$150) – hier gibt es eine große Kolonie von Fregattvögeln, Blaufußtölpeln und große Leguane schlafen unter Sträuchern

Gordon Rock’s (Ganztagestour/$130-175) – Tauchgang mit Hammerhaien

Highland-Tour (Halbtagestour/$40 pro Taxi) – Auf dem Weg vom oder zum Flughafen lassen sich problemlos noch ein paar Sehenswürdigkeiten mitnehmen. Allen voran die Rancho Primicias (Eintritt $3), eine private Farm auf deren Gelände Riesenschildkröten frei leben. Unweit davon lässt sich ein begehbarer Lavatunnel erkunden und etwas weiter gibt es zwei große Sinklöcher mit steilen Wänden zu sehen..

Landleguan
Leguan auf North Seymour Island


Auf Isabela

Los Tuneles (Halbtagestrip/$30) – Schnorcheltrip durch Lavaformationen, in denen man sowohl Schildkröten, Seepferdchen als auch Weißspitzenriffhaien begegnet. Auf den Felsen tanzen Blaufußtölpel.

Las Tintoreras (Halbtagestrip/80$) – Trip zur vorgelagerten Insel, die aus tief gefurchtem Lavafels besteht. Hier kann man mit Pinguinen, Schildkröten, Seelöwen und Weißspitzenriffhaien schnorcheln. Meerechsen, rote Klippenkrabben und bizarre Lavaformationen erwarten einen außerhalb des Wassers.

Hautnahe Begegnung mit Schildkröten auf einem Schnorcheltrip zu Los Tuneles
Hautnahe Begegnung mit Schildkröten auf einem Schnorcheltrip zu Los Tuneles

 

Auf San Cristobal
Punta Pitt (Ganztagesour) – Am besten zusammen mit zwei Tauchgängen kombinieren. Punta Pitt ist der einziger Ort, wo man alle drei Booby Arten sehen kann: Blaufuß-, Rotfuß- und Nazca-Tölpel

Kicker Rock’s / Leon Dormido (Ganztagestour/190$ für Tauchen/$140 für Schnorcheln) – Schnorcheln oder Tauchen mit Hammerhaien und mit viel Glück auch Walhaien

Highland-Tour (Halbtagestour/60$ pro Taxi) – Eine Taxi-Tour über die El Junco Lagune, einem mit Süßwasser gefüllten Vulkankrater in dem Fregattvögel sich das Salz aus den Federn waschen, das Schildkrötenaufzuchtzentrum Galapaguera bis zum Puerto Chino, einem schönen Strand. Die Tour mit dem Taxi kostet etwa $60, was ein echtes Schnäppchen ist, wenn ihr eucht zu fünft dafür zusammentut.

Tanzende Blaufußtölpel
Tanzende Blaufußtölpel

Tauchen

Leidenschaftliche Taucher unter euch werden wissen, dass die Galapagos Inseln ein wahrer Tauchertraum sind. Aber eben auch, dass Liveaboards schmerzlich teuer sind (um die $4.000 pro Woche). Das soll euch aber nicht daran hindern diese wunderbare Unterwasserwelt kennenzulernen, denn Tauchausflüge können von allen drei Hauptinseln organisiert werden. Je nach Anbieter kosten zwei Tauchgänge hier $130 bis $200. Sicherlich nicht gerade das Mekka für Budget-Taucher. Ohnehin empfiehlt es sich ein paar Tage im Voraus bei dem preferierten Tauchanbieter zu reservieren, da die Qualitätsunterschiede immens sind. TripAdvisor ist hier euer bester Freund. Außerdem bekommt ihr dann den Last-Minute-Preis, der nochmal etwas günstiger ist.

Empfehlen kann ich folgende Tauchanbieter und -spots:

Santa Cruz:
Scuba Iguana (Last-Minute-Preis zwei Tauchgänge für $175)
Bester Tauchspot: Gordon Rocks – Bekannt für die große Dichte an Hammerhai Schulen, mit Glück auch Mondfische und Walhaie zu sichten

San Cristobal:
Wreck Bay Diving Center ($160 bis $190 für zwei Tauchgänge inkl. Landgang)
Bester Tauchspot: Kicker’s Rock (Leon Dormido) –  Bekannt für Adlerrochen, Schildkröten, Seelöwen, Hammerhaie und Weißspitzenriffhaie

Solltet ihr nur Budget für einen Tauchausflug haben, legt diesen auf San Cristobal. Hier bekommt ihr neben dem Tauchen nämlich auch Landgänge. Normalerweise haben die Tauchunternehmen keine Lizenz neben den Tauchgängen auch an Land zu gehen, obwohl es sich anbieten würde. Oft fährt man sonst am nächsten Tag nochmal die gleichen Strecken um sich die Tierwelt an Land anzusehen. Das Wreck Bay Diving Center bietet solche kombinierten Touren zu fairen Preisen an.

Barrakudaschwarm
Barrakudaschwarm am Kicker’s Rock

 

Kostenaufstellung

Also, Butter bei die Fische – hier findet ihr nochmal in der Übersicht was wie viel kostet.

Was Kosten
Flug $130-160
Eintritt in den Nationalpark $100
Fahrt vom Flughafen in die Stadt $3
Fährfahrt $25-35
Ein Mittagsmenü $4
Übernachtung $30-50
Ganztagestour $150
Halbtagestour $30-80
Taxi-Tour ins Hochland von San Cristobal $60 pro Taxi
Taxi-Tour ins Hochland von Santa Cruz und zum Flughafen $40 pro Taxi
Zwei Tauchgänge $130-200
Verleih von Schnorchelausrüstung $5
1l Trinkwasser $1

 


Lasst euch nicht von irgendwelchen Aussagen von Touranbietern abschrecken, die sagen, dass die Galapagos Inseln ohne Cruise sich nicht lohnen würden. Ihr könnt die meisten der Tiere bereits sehen wenn ihr alleine durch die Stadt geht oder am Hafen steht.

Warst du schon mal auf den Galapagos Inseln oder plant eine Reise dahin? Schreibt mir eure Erfahrungen und Fragen in den Kommentaren unter diesem Artikel.

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