Rofan-Runde: Seekarlspitze & Rofanspitze

Das Tourenge­bi­et der Erfurter Hütte bietet mit kurzen Anstiegen zur Rofan­spitze und Seekarl­spitze wun­der­schöne, ein­fache Ski­touren mit ein­er lan­gen Abfahrtsvari­ante nach Wiesing. Daneben bietet der Hochiss eine (sehr) anspruchsvolle Alter­na­tive.

Aufstieg zur Erfurter Hütte über die Piste

Eigentlich kann man von Mau­rauch aus mit der Gondel hoch zur Erfurter Hütte fahren und sich dann ganz gemütlich im Ski­tourenge­bi­et des Rofans tum­meln. Wir sind aber fleißig und nehmen die 900hm bis zur Bergsta­tion mit. Über die Piste geht es wenig spek­takulär bergauf, erst über Forststraße, die kaum als Piste zu beze­ich­nen ist, dann auf der Piste ent­lang, zulet­zt steil auf ein­er schwarz­er Piste bis zur Erfurter Hütte. Vor uns bre­it­et sich das Hoch­plateau vom Rofan aus. Oben gibt’s dann erst­mal ein Mit­tagessen inform von Kass­patzn. Ziem­lich schweißtreiben­der Auf­stieg, was vor allen den höheren Tem­per­a­turen und der Sonne zu ver­schulden ist. Es fühlt sich an wie eine typ­is­che Früh­jahrsski­tour.

Zur Seekarlspitze

Dann machen wir uns nochmal auf — das Ziel ist die Seekarl­spitze. Nur zwei Stun­den und 500 Höhen­meter. Wir steigen kurz auf um dann ein Stück abz­u­fahren bzw. eher auf den Fellen zu gleit­en, dann geht’s weit­er in freies Gelände. Es geht bald schon erste knack­ige steile Stücke bergauf, vor allem eine schmale Rinne, die nicht mal mehr Spitzkehren zulässt, erweist sich als sehr müh­sam. Vor allem, da ich keine Harscheisen dran habe. Schließlich komme ich mit Trep­pen­schrit­ten irgend­wie hoch.

Weit­er geht es dann flach­er durch eine Mulde in die Rich­tung der gewalti­gen Fel­swände, die sich über uns auftür­men. Vor allem der Roßkopf sieht hier sehr imposant aus. Links vom Roßkopf steigen wir auf den bre­it­en Rück­en der Seekarl­spitze. Von hier aus geht es in Spitzkehren steil hin­auf zum Gipfel. Hier ist die Ober­fläche extrem harschig und ich rutsche immer wieder weg. Dadurch brauchen wir länger zum Gipfel als geplant. Der Gipfel ist ziem­lich abge­blasen und hat kaum Schnee. Da ich ohne­hin mit den Skiern nicht mehr weit komme, trage ich den let­zten Rest und komme ziem­lich fer­tig am sehr windi­gen Gipfel an.

Ein kleines (Gedenk-)Kreuz ziert den höch­sten Punkt und wir verkriechen uns hin­ter ein­er kleinen mit Steinen gefüll­ten Sitzbank. Die Sonne geht unter und zaubert mal wieder eine fan­tastis­che Atmo­sphäre, es dro­ht aber auch Dunkel­heit und der Wind lädt nicht zum Ver­weilen ein. Fotos müssen natür­lich trotz kaltem, tosenden Wind noch sein, dann fellen wir ab und begeben uns zur Abfahrt.

Abfahrt von der Seekarlspitze

Diese ist durch den gefrore­nen Harsch auch kein allzu großer Spaß. Manch­mal mehr rutschend, als fahrend gelan­gen wir zum Fuß der Seekarl­spitze, biegen hier irgend­wie anders ab als beim Auf­stieg und ver­fransen uns hier­bei ein biss­chen.

Schließlich muss ich dann noch einen kleinen Auf­stieg bewälti­gen um zur eigentlichen Route zurück­zukehren, was sich als nicht eben leicht erweist. Wed­er Trep­pen­schritte noch Tra­gen mag so richtig klap­pen. Bei den Trep­pen­schrit­ten rutschen meine Ski­er immer, beim Tra­gen sinke ich tief ein. Schlussendlich robbe ich irgend­wie auf den Knien nach oben, bin aber danach ziem­lich fer­tig. Zum Glück kommt jet­zt nur noch ein klein­er Gege­nanstieg, den man dank Pis­ten­rau­pen­prä­pa­ra­tion recht ein­fach bewälti­gen kann und wir gelan­gen in der Dunkel­heit an die Erfurter Hütte, wo drin­gend heißer Tee und Suppe her­müssen um meine durch die kalte Luft lädierten Atemwege wieder aufzuwär­men.

Ziem­lich erschöpft gehen wir schon früh zu Bett, auch wenn sich der Schlaf nicht so richtig ein­stellen mag. Immer­hin haben wir heute doch 1.400hm bei nicht ger­ade ide­alen Bedin­gun­gen bewältigt.

Aufstieg zur Rofanspitze

Am näch­sten Mor­gen ste­ht die Rofan­spitze auf dem Pro­gramm, der wohl beliebteste Tourengipfel in dem Gebi­et. Nach dem Früh­stück gehen wir anfangs wieder den gle­ichen Weg wie zur Seekarl­spitze um uns dann aber rechts vor­bei am Roßkopf zu hal­ten. Über eine kurze Steil­stufe geht es in die Scharte zwis­chen Roßkopf und Rofan­spitze. Dann queren wir den Hang der Rofan­spitze und begeben uns in steilen Spitzkehren hin­auf bis zum Gipfel. Auch hier windet es wieder erbar­mungs­los und wir suchen nach dem Gipfelkreuzbe­such ein einiger­maßen windgeschütztes Pausen­plätzchen auf. Beim Abfellen frieren einem wieder mal die Fin­ger in dem kalten Wind ein und das obwohl unter­halb des Gipfels T-Shirt-Wet­ter ange­sagt war.

Von der Rofan­spitze kann man bei guter Schnee­lage und guter Law­inen­sicher­heit direkt nach Süden nach Wiesing abfahren. Auf diese Art und Weise kann man 1.600hm Abfahrt genießen. Die Hänge sind jedoch mitunter recht steil und anspruchsvoll.

Wir kom­men an einem Park­platz bei Wiesing her­aus und tra­gen unsere Ski­er bei gefühlten 10°C plus im strahlen­den Früh­lingswet­ter etwa 20 Minuten hin­unter in die Stadt zur Bussta­tion, wo der Bus ein­mal die Stunde nach Mau­rach fährt und wir somit wieder am Aus­gangspunkt lan­den.

 


FAKTEN ZU DEN TOUREN
Zustieg Erfurter Hütte (1.831m)
Gehzeit: 2,5h
Höhen­meter: 850 m
Expo­si­tion: S, SSW
Aus­gangspunkt: Mau­rach, 970m
Mehr zur Tour gibt’s hier.

Ski­tour Seekarl­spitze (2.261m)
Gehzeit: 2h
Höhen­meter: 565m
Expo­si­tion: S, SW
Aus­gangspunkt: Erfurter Hütte (1.831m)
Mehr zur Tour gibt’s hier.

Ski­tour Rofan­spitze (2.259m)
Gehzeit: 2h
Höhen­meter: 560 m
Expo­si­tion: S, SW
Aus­gangspunkt: Erfurter Hütte (1.831m)
Mehr zur Tour gibt’s hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.