Neuseeland: Quer durch die Vulkanlandschaft in Tongariro

Das Ton­gariro Cross­ing ist zurecht ein­er der beliebesten Tagestreks in Neusee­land. Durch Vulkan­land­schaft geht es durch den Ton­gariro Nation­al­park, vor­bei an glitzern­den Bergseen und Vulkankratern. Wem die 19,4 km in 5,5 Stun­den nicht genug sind, der kann noch Seit­en­trips auf die Vulka­ne Mt Ngau­ru­hoe (3h) und Mt Ton­gariro (1,5h) machen. Dieser Ort diente den „Herr der Ringe“ Fil­men als Mor­dor und Mt Ngau­ru­hoe als Mount Doom, dem Schick­sals­berg.

Früh um 7.30 Uhr geht es mit dem Bus zum Start des Ton­gariro Cross­ings. Um kurz vor 8 starte ich dann. Ich bin ges­pan­nt wie lange ich wohl brauchen werde, denn um 16 Uhr soll uns der Bus am End­punkt abholen. Ich weiß nun nicht ob noch Zeit für Seit­en­streck­en ist, der­er es zwei gibt: Zur Spitze des Mt Ngau­ruhoe (3h) und zur Spitze des Mt Ton­gariro (1 ½h).

Der Hostelbe­sitzer hat mich ganz schön fer­tig gemacht, da ich wed­er regen­feste Klei­dung noch Wan­der­schuhe besitze und wie dumm und när­risch es von mir wäre, diesen Weg ohne die richtige Aus­rüs­tung machen zu wollen. Meine Füße wür­den mir danach wehtun und wenn es regen würde, würde ich frieren. Es wird aber nicht reg­nen, ist doch wohl klar. Tat­säch­lich habe ich auch Glück und die Sonne scheint den ganzen Tag und garantiert klare Sicht. Es ist eher schweißtreibend als kalt. Und in meinen Chucks lief es sich auch ganz wun­der­bar, was mich selb­st erstaunt hat. Ich habe kein­er­lei Fußbeschw­er­den davonge­tra­gen. Nagut, ein klein wenig naiv war es schon :)

Tongariro Crossing

Die erste Stunde ist recht ein­fach, aber schon bald sieht man den gewalti­gen Auf­stieg den man machen würde. Vorher komme ich noch an den „Soda Springs“ vor­bei.

Es gibt zwei Anstiege, die ger­adeaus nach oben über viele Felsen gehen. Ganz schön anstren­gende Krax­elei, aber dank der Mor­genküh­le noch recht angenehm. Das Gefühl oben zu ste­hen und nach unten zu blick­en, auf den lan­gen Weg, den man schon zurück­gelegt hat inklu­sive der Aus­sicht aus der Höhe und der Anblick der winzi­gen Men­schen, die den Weg noch vor sich haben, ist unbezahlbar.

Die Mor­dor-Atmo­sphäre ist spür­bar, man kann fast das Getram­pel der Orks hören, aber meist sind es doch nur die Füße der anderen Besuch­er.

Die Höhep­unk­te sind der Aus­blick auf den Mt Ngau­ruhoe, den Red Crater und die glitzernd grü­nen Emer­ald Lakes sowie den Blue Lake mit kristal­lk­larem Wass­er. An den Emer­ald Lakes mache ich eine kleine Pause.

Der Red Crater ist der höch­ste Punkt des 17km Weges mit 1.886m. Hier oben ist es auch ganz schön kühl, was aber recht angenehm nach dem Auf­stieg ist. Zu den Blue Lakes gibt es noch einen Anstieg und von dort an geht es nur noch bergab. Die Hälfte des Weges ist geschafft und Wahnsinnsaus­blicke liegen hin­ter mir. Zweifel­los ist dies mein bish­er bestes Erleb­nis in Neusee­land. Am schön­sten ist der Aus­blick auf den Red Crater, Mt Ngau­ruhoe mit dem schneebe­deck­ten Mt Ruape­hu im Hin­ter­grund.

Abstieg

Der Abstieg bietet wun­der­bare Aus­blicke auf mehrere große Seen und viel Wald. An der Kete­tahi Hütte (1.454m) mache ich eine län­gere Pause. Denn der Rest des Weges soll laut Weg­weis­er nur noch 2h betra­gen und es ist ger­ade mal 12 Uhr mit­tags. Ich habe meinen Weg doch recht flott gemacht. Einen Seit­en­trip hätte ich mir also dur­chaus gön­nen kön­nen, schade. Also ver­bringe ich dort oben ein biss­chen mehr als eine Stunde und genieße den Aus­blick auf die Seen genossen.

Das let­zte Stück ist auch ziem­lich ein­fach, da es nur bergab geht. Ich über­hole aller­hand Leute. Ganz zum Schluss ver­läuft der Weg durch einen Wald, an einem wilden Bach ent­lang, der sich am Ende in einen pit­toresken Wasser­fall ergießt. Wirk­lich schön. Um 14:45 Uhr bin ich dann unten und warte auf den Bus.

Ins­ge­samt war dies ein Tag voller grandios­er Aus­blicke und nicht so anstren­gend wie ich es erwartet habe. Ich bin fit­ter als gedacht, aber ich habe ja auch gut trainiert. Es hat sich defin­i­tiv gelohnt und ich empfehle es jedem, der eine Reise nach Neusee­land plant. Auch wenn man nicht ganz so fit ist, ist der Weg mach­bar. Viele Leute waren dabei, die offen­bar nicht viel wan­dern, aber auch die haben es in nicht allzu langer Zeit geschafft.

Ich habe ins­ge­samt nur fünf Stun­den gebraucht plus Pausen von ins­ge­samt etwa 1 ½ Stun­den. Neben­bei habe ich noch beina­he 200 Bilder gemacht. Es ist also genug Zeit zum Laufen, Fotografieren UND Pausieren und man kommt trotz­dem noch weit vor den aus­geschriebe­nen 7–8 Stun­den an. Es ist also dur­chaus empfehlenswert die Abstech­er auf die zwei Gipfel der Vulka­ne zu machen. Erschöpft bin ich eigentlich auch kaum, nur meine Beine schmerzen etwas, eher bin ich voll Adren­a­lin und Moti­va­tion.

Noch mehr Tongariro

Am näch­sten Tag laufe ich kürzere Wege: Den 7km Weg zu den Sil­i­ca Rapids, den 6km Weg zu den Tarana­ki Falls und einen kurzen Weg zu den Tawhai Falls.

Die Sil­i­ca Rapids sind Strom­schnellen, die diesen Namen auf­grund ihres hohen Siliz­iumge­halts tra­gen und deswe­gen gelb-weiß sind. Der Weg endet an der Straße, die hin­unter nach Whaka­pa­pa führt, dem Dorf wo ich mein Auto geparkt habe. Während ich die Straße hin­un­ter­laufe hält ein Auto an und ein älteres Paar bietet mir an mich mit hin­unter zu nehmen. So ein­fach ist das in Neusee­land. Von über­all sieht man natür­lich Mt Ruape­hu von dessen Anblick man nie müde wird, auch nicht ihn per Foto festzuhal­ten.

Die Tarana­ki Falls sind wirk­lich schön. Ein 20m hoher Wasser­fall mit­ten in der Stein­wüste vom Ton­gariro Nation­al Park. Der Weg führt weit­er am Fluss ent­lang und an einem weit­eren kleinen Wasser­fall vor­bei.

Die Tawhai Falls sind klein­er, aber nicht weniger schön. Das let­zte für heute stell­ten die Mahuia Rapids da, hin­ter denen sich wieder Mt Ruape­hu abze­ich­nete. Ich kehre dann in Ohakune, was unter­halb des Nation­al­parks liegt, ein, wo ich meine Lebens­mit­tel aufge­stocke und meine Wäsche wasche. Ich nutze die Zeit bevor es am näch­sten Tag Rich­tung Wan­ganui geht. Von Ohakune gibt es gute Tages­märsche hin­auf zum Mt Ruape­hu, dem Lake Sur­prise oder dem Crater Lake.


FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Ton­gariro Cross­ing
Gehzeit: 5–6h
Höhen­meter: 950hm
Dis­tanz: 19,4km
Aus­gangspunkt: Man­gatepopo Park­platz (1.150m)
Schwierigkeit: T3 — anspruchsvolles Berg­wan­dern

Side­trip Mt Ngau­ruhoe (2.287m)
Gehzeit: 3h
Höhen­meter: 600hm
Aus­gangspunkt: Man­gatepopo Sad­dle
Schwierigkeit: T3 — anspruchsvolles Berg­wan­dern

Wan­derung Sil­i­ca Rapids
Gehzeit: 2h
Höhen­meter: 155hm
Dis­tanz: 7km
Aus­gangspunkt: 250m über dem Whaka­pa­pa Vis­i­tor Cen­tre
Schwierigkeit: T2 — Berg­wan­dern

Wan­derung Tarana­ki Falls
Gehzeit: 2h
Höhen­meter: 110hm
Dis­tanz: 6km
Aus­gangspunkt: 100m unter dem Whaka­pa­pa Vis­i­tor Cen­tre am Ngau­ruhoe Place
Schwierigkeit: T2 — Berg­wan­dern

Wan­derung Tawhai Falls
Gehzeit: 20 Minuten
Aus­gangspunkt: Tawhai Falls Park­platz auf dem Weg nach Whaka­pa­pa
Schwierigkeit: T2 — Berg­wan­dern

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