Über Wiesen

20. Flüsse, Wälder, Berge: Meremere bis Te Kuiti

Posted: 2. Februar 2020

Den Teil des Te Araroas, der in und um Auck­land ver­läuft, lassen wir aus und starten wieder in Mere­mere. Im Abschnitt von Mere­mere bis Te Kuiti wan­dern wir durch Wälder, an Flüssen ent­lang, über Wei­de­land­schaft und über die Berge von Piron­gia.

21. Tag: Silvester am Fluss — Meremere bis Flusscamp bei km 69

3h / 13,1km / 48hm

Mit­tags nehmen wir einen Bus bis nach Pukeno, von wo wir nach Mere­mere per Anhal­ter fahren. Von hier heißt es erst­mal auf die andere Seite des vier­spuri­gen High­ways kom­men. Das kostet uns schon 2,5km bis wir auf der richti­gen Seite ste­hen und den Pfad erre­ichen, der uns ans Flus­sufer führt. Von hier geht es abwech­sel­nd durch Gebüsch, Gras, Farm­tracks und Wei­den vie­len Käl­bern. Eigentlich woll­ten wir bis nach Ringiri in ca. 10km Ent­fer­nung laufen, wir find­en aber eine hüb­sche Stelle am Fluss und das und die Aus­sicht ein Bad nehmen zu kön­nen lässt uns bere­its hier ver­weilen.
Ich bin froh wieder aus der Stadt rauszu­sein. Wenn ich eine Weile nur in der Wild­nis und Kle­in­städten war, dann sind Großstädte sehr anstren­gend. Deshalb über­sprin­gen wir auch den ganzen Teil in Auck­land und um Auck­land her­aus, der ohne­hin nur auf Straßen ent­lang führt und steigen wieder dort ein wo Natur ist. Sil­vester feiern wir schon um neun Uhr mit zwei kleinen Flaschen Sekt und gehen dann schlafen.

22. Tag: Aussicht im Wald — Flusscamp bei km 693 bis Ngaruawahia

8h / 26,2km / 848hm

Am Mor­gen laufen wir weit­er am Fluss ent­lang bis es auf die Straße geht. Hier find­en wir wilde Physalis, von denen wir naschen. Wir laufen bis nach Ran­giri und hitchen dann bis nach Hunt­ly, wo wir uns im Dairy Eis und Cola gön­nen. Weit­er geht’s auf der Straße bis wir wieder eine Mit­fahrgele­gen­heit find­en, die uns bis zum Anfang des Waldes bringt. Im Wald heißt es nun steil bergauf steigen. Bis zum ersten Aus­sicht­spunkt ist das noch ein­fach — über Stufen und aus­ge­baute Wege, dann geht der Weg in den gewohn­ten mit Wurzeln über­säten Pfad über. So stolpern wir bis zur Hakari­ma­ta Sum­mit wo es eine Aus­sicht­splat­tform gibt. Hier sind nun auch wieder Leute, die tief im Wald nicht zu sehen waren. Ab hier ist der Weg wieder ein­fach. Soge­nan­nte “walk­ing tracks” sind aus­ge­baute Wege während “tramp­ing tracks” ihrem natür­lichen Lauf über­lassen wer­den. Als wir aus dem Wald her­auskom­men geht es über Straßen bis nach Ngaru­awahia, wo wir heute bei einem Motel zel­ten. Eine Dusche gibt es auch. Im örtlichen Super­markt holen wir uns viele Leck­ereien zum Aben­dessen und sind am Ende ganz vollgestopft.

23. Tag: Am Fluss entlang — Ngaruawahia bis Hamilton

4,5h / 21km / 248hm

Der heutige Tag führt uns die ganze Zeit auf dem Rad­weg “Riv­er Ride” ent­lang. Den ganzen Tag laufen wir auf Asphalt am Waika­to Riv­er ent­lang und viele Rad­fahrer fra­gen uns neugierig wohin wir laufen. Ein­er davon, Got­tfried, lädt uns sog­ar zu sich nach Hause in Hamil­ton ein. Als wir dort ankom­men wartet er bere­its an den Stufen zu sein­er Straße hin­auf auf uns und bringt uns zu seinem Haus, wo es Tee und Limon­ade gibt. Wir unter­hal­ten uns eine Weile mit ihm und sein­er Frau bis wir uns weit­er auf dem Weg nach Hamil­ton hinein machen. Dort kehren wir in einem Back­pack­er ein und gehen abends indisch essen. 

Am Fluss entlang
Am Fluss ent­lang

24. Tag: Weiden und Straßen — Hamilton bis km 785,5

4,5h / 21km / 415hm

Heute machen wir den hal­ben Tag Pause in Hamil­ton, schlafen in Ruhe aus, gehen einkaufen und Mit­tagessen. Dann machen wir uns auf den Weg raus aus Hamil­ton. Es geht über­wiegend auf Fußgänger­we­gen an der Straße ent­lang bis wir zum Arbore­tum gelan­gen, ein­er Samm­lung von ver­schiede­nen Bäu­men in einem Park. Hier führt uns ein Forstweg am Arbore­tum ent­lang um schließlich wieder auf die Straße zu stoßen. Wir durch­queren danach wieder Kuh­wei­den und müssen über zahlre­iche Wei­dezäune mit Hil­fe von Trittstufen steigen. Bis nach Whatawha­ta ist wieder Straße ange­sagt, teil­weise am High­way ent­lang. Wir kehren kurz im örtlichen Pub ein. Nach Whatawha­ta hitchen wir dann 4,5km Straße bis zur Abzwei­gung der Old Moun­tain Road. Diese laufen wir ent­lang bis wir über ein Gat­ter steigen müssen wo uns der Weg über Schaf­swei­den führt. Hier suchen wir uns einen Zelt­platz am Wal­drand.

25. Tag: Die Berge von Pirongia — km 785,5 bis Kaimango Road (Jos Place)

10,5h / 32,2km / 1.572hm

Zuerst geht es weit­er auf der Schaf­swei­de. Wir müssen einen kleinen Hügel erk­lim­men, was nicht so leicht ersichtlich ist, da hier mit den Markierun­gen ges­part wurde. Auf der anderen Seite geht es weit­er über Schaf­swei­den bis wir zu ein­er Straße kom­men. Ein chi­ne­sis­ches Paar mit Kind nimmt uns 3km mit bis zum Anfang des Nikau Walks, wo es hin­auf in die Berge von Piron­gia geht. Die Stei­gung ist zuerst sehr angenehm und auch der Weg ist ver­hält­nis­mäßig gut. Zum Gipfel hin geht es aber immer mehr über Felsen und durch dicht­es Gebüsch. Wir erre­ichen einen Aus­sicht­spunkt, aber heute ist es sehr diesig und man kann kaum über die bewalde­ten Gipfel um uns herum hin­auss­chauen. Nach einem weit­eren unwegsamen Pfad gelan­gen wir zum Gipfel, wo es eine Aus­sicht­splat­tform gibt. Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Pahautea Hut. Zwis­chen­durch gibt es sog­ar Planken­wege, die das Vorankom­men erle­ichtern.

Bei der Hütte beschließen wir noch weit­er zu gehen und abzusteigen, noch knapp 15km zu wan­dern und bei Jo einzukehren, deren Unterkun­ft ver­lock­end gut klingt. Keine allzu gute Entschei­dung, denn der Abstieg ist beschw­er­lich. Wurzeln, Steine und tiefe Matsch­pfützen machen das Vorankom­men extrem langsam. Zuest geht es bis zum Hihiki­wi Gipfel noch über Planken­wege, danach ist es eine einzige Schlamm­schlacht. Es sind nur 5,3km, wir brauchen aber fast drei Stun­den dafür. Ich rutsche immer wieder aus oder stoße mir den Kopf an über­hän­gen­den Ästen. Als wir endlich die Straße erre­ichen, geht ger­ade die Sonne unter. Nun ist es ein ein­fach­er Marsch an ver­schiedene Schot­ter­straßen ent­lang bis zur asphaltierten Straße, wo uns Ricky die let­zten 2km mit­nimmt. Wir erre­ichen das Zuhause von Jo, wo es für 20$ neben einem Platz zum Schlafen auch eine heiße Dusche, Aben­dessen und Früh­stück gibt. Gierig stürzen wir uns auf das Essen — Chili con Carne und Mac­ca­ro­ni­au­flauf. Dann gibt’s eine heiße Dusche. Außer uns ist auch noch Haroon aus Christchurch da, der uns heißen Kakao macht.

26. Tag: Matschwald — Kaimango Road bis Hamilton Tomo Group Hut

8h / 29,53km / 828hm

Nach einem aus­gedehn­ten Früh­stück mit Eiern laufen wir heute zu dritt zusam­men mit Haroon. Heute geht es durch eine wilde Mis­chung aus Schaf­swei­den und Busch — immer wieder auf und ab. Mor­gens kön­nen wir den ersten Teil der Straße dank Greg, unser­er Mit­fahrgele­gen­heit, über­sprin­gen. Im Wald ist es mal wieder matschig und stel­len­weise rutschig. Am Ende kom­men wir wieder auf eine Schot­ter­straße und schließlich auf eine asphaltierte auf der es noch 3km zum Tagesziel sind. Die Tomo Group Hut ist extrem gemütlich und da ich noch zuviel Essen übrig habe, gibt es gle­ich zwei Gänge zum Aben­dessen.

27. Tag: Glühwürmchenfunkeln — Hamilton Tomo Group Hut bis Te Kuiti

4h / 12km / 462hm

Mor­gens schauen wir uns die Glüh­würm­chen­höh­le in Wait­o­mo an, sehen große Sta­lak­titen und Sta­lag­miten. Beson­ders schön ist die Boots­fahrt am Ende, die Glüh­würm­chen in der Höh­le leucht­en wie der Ster­nen­him­mel. Lei­der darf man keine Fotos machen. Heute sind wir wieder zu zweit, da Haroon zurück nach Hamil­ton fährt. Auch heute geht es wieder über Kuh­wei­den und durch Busch. Wir über­steigen Zäune, weichen Kuh­fladen aus, stolpern über Gras oder Löch­er im unebe­nen Boden und hal­ten immer wieder Auss­chau nach der näch­sten Markierung, die immer dann fehlt wenn man sie braucht. So ver­laufen wir uns auch zweimal. Nach 12km haben wir die Nase voll von dem Weg und dem starkem Wind und lassen uns in die näch­ste Stadt fahren, wo wir Nach­schub im örtlichen Super­markt holen und uns dann von Emma vom Back­pack­er in Te Kuiti abholen lassen.

Hier geht’s zum 21. Teil — Te Kuiti bis Tongariro

21. Der Tim­ber Trail – Te Kuiti bis Ton­gariro

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