Radeln auf einer Hängebrücke

21. Der Timber Trail — Te Kuiti bis Tongariro

Posted: 2. Februar 2020

Der Te Araroa führt uns nach Te Kuiti auf den ein­fach zu laufend­en Tim­ber Trail, den wir am drit­ten Tag mit Radeln befahren. Eine schöne Abwech­slung zum Laufen. Die 42 Tra­verse führt uns bis in alpine Vulkan­land­schaft.

28. Tag: “The shitty path” — Te Kuiti bis Campsite km 890,9

7h / 21,4km / 513hm

Heute wird es wieder wild. Der Weg führt uns ent­lang eines Flusses durch hohes Gras, sump­fige Schaf­swei­den, unwegsamen Busch, steiles Far­mgelände oder durch dorniges Gestrüpp, das unsere Klei­dung und Haut zerkratzt. Der Weg ist stel­len­weise erodiert und ich rutsche ein­mal vom Weg ab, zum Glück an kein­er Stelle mit tiefem Abhang. Es ist gut, dass es trock­en ist, son­st wäre es auch noch extrem rutschig. Mehrmals ver­laufen wir uns auch, weil wir Markierun­gen überse­hen. Wir krax­eln immer wieder steil bergauf um dann wieder hin­unter zum Fluss zu steigen. Matsch gibt’s natür­lich auch noch oben drauf. Wir taufen den Weg “the shit­ty path”, denn so einen schlecht gewarteten Pfad hat­ten wir noch nicht. So brauchen wir fast sieben Stun­den für 21km.

Irgend­was ist auf dem TA immer was ver­langsamt. Eine Fluss­durch­querung, unwegsames Gelände oder tiefe Matsch­pfützen. Wir bleiben an ein­er Camp­site am Anfang der Schot­ter­straße. Andy aus Schot­t­land kommt vor­bei, der den gesamten Trail ren­nt, und wir unter­hal­ten uns kurz. Er ist den ganzen 90 Mile Beach an einem Tag ger­an­nt, ver­rückt. Später kommt Haroon per Anhal­ter her­bei und wir machen ein Feuer, sitzen, quatschen und rösten Marsh­mal­lows.

29. Tag: Der Timber Trail — Campsite km 890,9 bis Bog Inn Hut

7h / 30,3km / 715hm

Zuerst laufen wir heute auf Schot­ter­straßen, wo es so gut wie kaum Verkehr gibt. Nach 11km fährt endlich jemand in unsere Rich­tung und nimmt uns mit. Fras­er, unsere Mit­fahrgele­gen­heit, bringt uns bis zum Start des Tim­ber Trails. Hier erwartet uns endlich ein ein­fach­er Weg, der meist im Wald ver­läuft. Da der Weg vor allem für Rad­fahrer gemacht wurde, lässt er sich gut laufen und die Stei­gun­gen sind angenehm san­ft. Nun kom­men wir gut voran und erre­ichen nach fünf Stun­den auf dem Tim­ber Trail die Bog Inn Hut, die über einen Abstech­er zu erre­ichen ist. Dieser Abstech­er ist nun wieder gewohnt unwegsam und matschig. Zwei andere TA Hik­er, ein neuseeländis­ches Paar, sind bere­its in der kleinen Hütte und haben Feuer gemacht. Obwohl ger­ade Hochsom­mer ist, ist es recht kalt — vor allem wenn die Sonne weg ist. Später kommt noch Andy, der Läufer, wom­it die Hütte voll ist, die nur vier Bet­ten hat.

30. Tag: Ein Monat auf dem TA — Bog Inn Hut bis Camp Epic

4,5h / 21,4km / 293hm

Erst­mal geht es wieder unwegsam von der Hütte zum Tim­ber Trail zurück. Dieser führt uns heute über mehrere Hänge­brück­en. Anson­sten ändert sich nicht viel. Immer mal wieder kreuzen wir eine Schot­ter­straße, son­st geht’s durch licht­en Wald oder offenes Gelände. Heute ist es nur ein kurz­er Marsch bis zum Camp Epic, wo wir uns für mor­gen Räder organ­isieren um die restlichen 66km auf dm Tim­ber Trail an einem Tag zu fahren. Danach laufen wir etwa 1,5km zur Tim­ber Lodge zurück um Piz­za und Coke zu bekom­men. Heute sind wir genau einen Monat auf dem Te Araroa unter­wegs und zur Feier des Tages ver­brin­gen wir die Nacht in eines der Safarizelte mit Bett anstatt in unseren Zel­ten.

Hängebrücke auf dem Timber Trail
Hänge­brücke auf dem Tim­ber Trail

31. Tag: Fahrradfahren auf dem Timber Trail — Camp Epic bis Taumarunui Canoe Hire

4h / 42km mit dem Fahrrad / 438hm

Heute radeln wir den let­zten Teil des Tim­ber Trails. Die Kilo­me­ter fliegen nur so dahin. Anfangs geht es san­ft bergauf, was ich erstaunlich gut meis­tere (ich fahre ungern bergauf). Der Rest des Weges geht größ­ten­teils abwärts, über viele Brück­en und teil­weise ist der Weg recht uneben, was aber Spaß macht run­terz­u­fahren. Ein­mal geht es durch einen dun­klen Tun­nel, wo ich lieber absteige. Nach 42km kom­men wir am Ende des Tim­ber Trails an wo wir die Fahrräder abgeben und unsere Ruck­säcke wieder in Emp­fang nehmen. Irgend­wo hier kommt mir mein Geld­beu­tel abhan­den. Alles Geld, alle Kred­itkarten — weg. Das fällt mir jedoch erst auf als wir schon in Tau­maruni sind. Wo ich ihn zulet­zt hat­te ist er lei­der nicht aufge­taucht. Ich bin am Boden zer­stört. 

32. Tag: Die 42 Traverse — Taumarunui Canoe Hire to km 1078

8,5h / 39km / 918hm

Gestern haben wir ordentlich für unsere Kanu­tour in Tau­marunui eingekauft. Lauter Leck­ereien, die wir son­st nicht schlep­pen kön­nen wie zum Beispiel Cider. Außer einkaufen und essen gehen ist nicht viel passiert. Ich ver­suche immer noch mich zu erin­nern was ich mit meinem Geld­beu­tel angestellt habe, komme aber nicht drauf. Zuerst bin ich auf das Geld ander­er angewiesen sowie auf Zahlung mit dem Handy, wo es Pay­wave gibt.

Der erste Teil heute geht an der kaum befahre­nen Straße ent­lang. Wir haben einen ersten Blick auf den größten Berg auf der Nordinsel — den Mount Ruape­hu. Uns gelingt es nur eine kurze Mit­fahrgele­gen­heit zu bekom­men. Wir kom­men an ein­er Wiese mit einem Strauß vor­bei, der der Dame gehört mit der wir fahren. Der Strauß heißt “Horse”, weil man auf ihm reit­en kann. Dann geht die Straße bald in Schot­ter über. Erst kurz vor Owhango geht es wieder auf asphaltierte Straßen. Nach Owhango fol­gt wieder Schot­ter­straße. Mir gelingt es wieder eine kurze Mit­fahrgele­gen­heit zu bekom­men. Der Rest ist Schot­ter­straße bis die 42 Tra­verse begin­nt. Ein paar Fahrrad­fahrer kom­men mir ent­ge­gen. Am Ende der Staße warte ich auf die anderen, die in einem Café in Owhango eingekehrt sind und somit hin­ter mir sind. Bis hier­her waren es 24km. Der Trail ist weit­er­hin eine Schot­ter­straße durch den Wald. Wir gehen noch 15km bis wir eine gute Camp­site am Weges­rand find­en.

33. Tag: Ein nasser Tag — km 1078 bis Tongariro Holiday Park

5h / 19km / 531hm

Erst­mal geht es heute weit­er auf der 42 Tra­verse ent­lang. Eine erste Flussüber­querung ste­ht an wofür ich mir noch die Schuhe ausziehe um trock­ene Füße zu behal­ten. Dann zweigt der Weg auf den Waione Cok­ers Track ab, der deut­lich unwegsamer ist. Außer­dem ist er stark überwach­sen und immer wieder habe ich Farne im Gesicht. Eine zweite Flussüber­querung ste­ht an, vorher verirre ich mich ein wenig. Der Weg ist nicht ein­deutig, scheint aber durch einen kleinen Fluss zu führen, der zu einem großen Fluss führt wo wieder eine Markierung zu sehen ist. So komme ich doch noch zu nassen Füßen und bei jedem Schritt macht es watsch watsch.

Zum Ende des Tracks fängt es leicht an zu nieseln und so ist das Gestrüpp durch das wir uns schla­gen nass und macht mich somit auch nass. Dann komme ich endlich auf die Straße bis der Weg wieder abzweigt und durch weit­eres Gestrüpp führt. Das feuchte Gras macht meine Schuhe noch nass­er. Mit­tler­weile hat es sich richtig ein­gereg­net. Nach dem Kampf mit der Veg­e­ta­tion komme ich auf eine Schot­ter­straße, die schließlich auf eine große Straße führt ent­lang der ich den Ton­gariro Hol­i­day Park erre­iche. Gut, dass wir gestern so viel gelaufen sind, so müssen wir heute nicht so lange im Regen gehen. Im Hol­i­day Park gön­nen wir uns eine Cab­in für fünf Leute in der es schön trock­en ist. Außer­dem gibt es einen Whirlpool, dem wir einen genüßlichen Besuch abstat­ten.

Überwachsener Pfad

Hier geht’s zum 22. Teil — Tongariro bis National Park

22. Vulkan­land­schaft – Ton­gariro bis Nation­al Park

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