Russland: Von einem Nirgendwo zum anderen

Posted: 10. Juli 2015

Heute ver­lassen wir die Insel Olkhon um weit­er in den Nor­den des Baikalsees vorzu­drin­gen, wo wir eine 60km Wan­derung machen wollen — den Fro­l­ikha Adven­ture Coast­line Track.

Nach dem Früh­stück pack­en wir unsere über­all ver­streuten Sachen zusam­men, ver­ab­schieden uns von unseren Gefährten und fahren im Taxi zur Zagli Bay, wo dien­stags und don­ner­stags ein Tragflächen­boot nach Sever­obaikalsk abfährt. Wir haben nicht die ger­ing­ste Ahnung wo auf dieser Insel sich diese Bucht befind­en, Google ken­nt sie nicht und uns wurde nur gesagt, dass sie sich mit­ten im Nir­gend­wo befind­et. Klingt vielver­sprechend.

Wir zweifeln noch während der Tax­i­fahrt ob wir da ankom­men wo wir hin­wollen, aber alles klappt. Nach fast ein­er Stunde Fahrt kom­men wir in der Bucht an, wo tat­säch­lich nichts ist. Ein altes Schiff am Strand dient als Boot­san­leger und es gibt noch eine kleine Ferien­sied­lung mit Bun­ga­lows. Tat­säch­lich liegt die Zagli Bucht gar nicht allzu weit vom Fähran­leger ent­fer­nt mit dem wir auf die Insel gekom­men sind. Wir wer­den fre­undlich von zwei Russen begrüßt, die in Großbri­tan­nien leben und dem­nach her­vor­ra­gend Englisch sprechen — und “Guten Tag” auf Deutsch sagen kön­nen. Die bei­den sollen sich wenig später noch als große Hil­fe her­ausstellen.

Wir unter­hal­ten uns über Reisen, ich das teste das Wass­er am Ufer (14°C) und wir betreten pünk­tlich das Boot. Ich habe die Tick­ets dafür auf ein­er Web­site gebucht, aber nicht aus­ge­druckt, da das Wort “E-Tick­et” keinen Hin­weis darauf gab, dass das nötig ist. Die Dame auf dem Boot erk­lärt uns laut­stark, dass wir einen Aus­druck benöti­gen. Dank dem englisch-rus­sis­chen Paar kön­nen wir die Sit­u­a­tion klären. Sie erk­lären uns, dass wütend klin­gen­des Anschreien in Rus­s­land kein solch­es ist, sie wollen nur helfen und glauben man ver­ste­ht sie bess­er, wenn sie lauter reden. So ist das also! Ganz schön ang­ste­in­flößend wenn an keine Ahnung hat worum es eigentlich geht.

Sechs Stun­den später erre­ichen wir Sever­obaikalsk und nach ein biss­chen Ver­laufen find­en wir auch das Hos­tel, das weit­er vom Hafen ent­fer­nt liegt als gedacht. Wir kaufen noch schnell was zum Aben­dessen ein und Anna, die Hostelbe­sitzerin, schickt uns Nast­ja zum Dol­metschen mit. Nast­ja ist eine junge Stu­dentin, die laut Anna ihr Englisch auf­bessern möchte und im gle­ichen Gebäude wohnt. Bei­de sind unglaublich nett und hil­fs­bere­it. Wir holen uns Bur­jatis­che Dumplings und lassen so den Abend ausklin­gen. Wir unter­hal­ten uns auch noch ein wenig mit einem deutschen Paar, das eben­falls den Track gehen will und schon mor­gen früh auf­bricht. Andy und Olivia reisen mit der Transsi­birischen Eisen­bahn bis nach Wladi­vo­s­tock und wollen dann bis nach Japan.

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