Die schönsten After-Work Bergtouren um München — Teil 2

Posted: 28. Juli 2019

Die lan­gen Tage im Som­mer eignen sich per­fekt für After-Work Berg­touren rund um München in den Bayrischen Voralpen. Hier find­et ihr eine weit­ere Auswahl an kurzen Touren am Abend zum Auss­pan­nen von einem Arbeit­stag und Erleben des Son­nenun­ter­gangs. Natür­lich eignen sich die Touren auch per­fekt für Langschläfer oder als Trail­run.

Traumtour unter Steinböcken: Sonnenspitz (1.271m)

Trotz geringer Höhe ein Traum von ein­er Tour: Krax­elei, Aus­sicht und Stein­böcke. Die Son­nen­spitze ist im Ver­gle­ich zu ihren viel began­genen Nach­barn am Kochel recht ein­sam. Die anspruchsvolle, offiziell jedoch ges­per­rte Vari­ante über das Graseck ist beson­ders schön und bietet etwas Krax­elei. Am Über­gang vom Graseck zur Son­nen­spitz begeg­ne ich einem Stein­bock, der sich von mir nicht weit­er beein­druck­en lässt. Mein erster Stein­bock beein­druckt mich hinge­gen sehr, Gänse­haut überzieht meinen Kör­p­er. Am Gipfel bre­it­et sich der Kochelsee vor einem aus. Es soll hier min­destens drei der alpinen Tiere geben. Der Abstieg erfol­gt am besten erst nach Süden um dann nach Osten abzu­drehen um auf eine Forststraße zu gelan­gen, was sich auch als unkom­pliz­erte Auf­stiegsvari­ante eignet. Möglich ist auch die Route über den Kien­stein, diese ist allerd­ings sehr steil.

Gehzeit: 3h
Höhen­meter: 690hm
Aus­gangspunkt: Park­platz neben der Fa. Dorst in Kochel (600hm)
Schwierigkeit: T3 – anspruchsvolles Berg­wan­dern

Geheimtipp am Kochel: Rabenkopf (1.559m)

Auch der Rabenkopf ist ein eher stiller Gipfel in der son­st beliebten Gegend rund um den Kochelsee. Vom Gipfel hat man eine schöne Aus­sicht auf eben jenen. Über Waldgelände geht es zur süßen Orter­eralm und eine Querung bringt einen zum luftig-fel­si­gen Anstieg auf den Rabenkopf. Unter­halb des Gipfels befind­et sich die Staffe­lalm, die zwar mon­tags nicht bewirtschaftet, stellt jedoch Getränke mit Ver­trauen­skasse bere­it.

Gehzeit: 4h
Höhen­meter: 950hm
Aus­gangspunkt: Park­platz in Pessen­bach (640m)
Schwierigkeit: T2 – Berg­wan­dern
Einkehr: Staffe­lalm (Mon­tag Ruhetag)

Erste Reihe am Chiemsee: Gederer Wand (1.399m)

Die eher niedrige Ged­er­er Wand wartet mit einem Blick aus erster Rei­he auf den Chiem­see und benach­barte Kam­p­en­wand auf. Aufgfrund sein­er gerin­gen Höhe bietet sich die Ged­er­er Wand auch als Früh­jahrs­tour an, dann aber mit Auf- und Abstieg über die West­seite statt über die Nord­flanke, die mit ein­er Ier Felspas­sage aufwartet. Während die Kam­p­en­wand noch tief unter Schnee begraben liegt, ist die Ged­er­er Wand bere­its früh schneefrei. Als Abstech­er lohnt sich auch den beein­druck­end fel­si­gen Zwölfer­turm mitzunehmen.

Gehzeit: 3–4h
Höhen­meter: 670hm
Aus­gangspunkt: Park­platz Aigen bei Hin­tergschwendt bei Aschau (820m)
Schwierigkeit: T2 – Berg­wan­dern, bei Auf­steg über Nord­seite T3 — anspruchsvolles Berg­wan­dern und eine Ier Pas­sage

Gederer Wand

Alpine Runde: Brunnenkopf (1.718m) & Klammspitze (1.924m)

Bis zur Brun­nenkopfhütte ist die Wan­derung sehr leicht über eine sich in lan­gen Kehren ziehende Forststraße, am Brun­nenkopf gibt es eine kurze Krax­elei mit Draht­seil zu über­winden. Richtig schön macht die Tour jedoch der weit­ere Auf­stieg zur wesentlich alpineren Klamm­spitze, die Schwindel­frei­heit und absolute Trittsicher­heit voraus­set­zt. Eine Querung bringt einen zu Fuße der großen Fel­swand und mit Krax­elein­la­gen geht es hin­auf zum Gipfel der Klamm­spitze.

Gehzeit: 2–3h
Höhen­meter: 1.300hm
Aus­gangspunkt: Park­platz am Schloss Lin­der­hof
Schwierigkeit: T3 – anspruchsvolles Berg­wan­dern
Einkehr: Brun­nenkopfhütte (jeden Tag geöffnet, 7 — 22 Uhr)

Klammspitze

Aussicht ins Wetterstein: Königsstand (1.453m)

Die Wan­derung startet am wun­der­schö­nen Pflegersee und geht erst­mal durch Berg­wald auf dem Keller­leit­en­steig. Vor der ersten Brücke zwegt ein Pfad rechts ab und zieht sich in Ser­pen­ti­nen steil den grasi­gen Hang empor. An ein­er Stelle erle­ichtert ein Draht­seil den Auf­stieg. Vom Königs­stand lässt sich ein her­rlich­er Blick ins Wet­ter­stein und Kar­wen­del genießen. Auch dieser Gipfel ist sehr ruhig. Von hier gibt es zwei steile Abstiegsvari­anten entwed­er über den Steg, den man gekom­men ist, oder über den Schwarze-Wand-Steig. Gemütlich­er, aber länger geht es über den Weg über den Berggasthof St. Mar­tin. Bei Nässe ist diese Vari­ante die einzig prak­tik­able, da die das steile Wiesen­gelände son­st sehr rutschig wird. Achtung: Zeck­e­nalarm durch das hohe Gras! Noch nie hat­te ich soviele Zeck­en gesam­melt wie auf dem Weg zum Königs­stand.

Gehzeit: 2–3h
Höhen­meter: 600hm
Aus­gangspunkt: Park­platz am Pflegersee (845m) bei Garmisch-Partenkirchen
Schwierigkeit: T3 – anspruchsvolles Berg­wan­dern

Königsstand

Grenzgipfel zwischen Bayern und Tirol: Trainsjoch (1.708m)

Über Almwiesen erre­icht man nach etwa 45 Minuten die urige Mar­iand­lalm, die spätestens am Rück­weg mit ein­er Einkehr lockt. Von hier geht es über den Nes­sel­berg in fel­siges Gelände zum Train­sjoch. Der Gipfel offen­bart einen fan­tastis­chen Blick in den Wilden Kaiser und die schneebe­deck­ten Gipfel der Hohen Tauern. Er lässt sich nach Süden über­schre­it­en und nach einem Plateau zwis­chen Trains- und Ascher­joch erre­icht man über eine Querung wieder die Mar­iand­lalm.

Gehzeit: 4–5h
Höhen­meter: 850hm
Aus­gangspunkt: Ursprung (830m)
Schwierigkeit: T2 – Berg­wan­dern
Einkehr: Mar­iand­lalm (Dien­stag bs Son­ntag 10–17 Uhr, Mon­tag Ruhetag)

Trainsjoch

Drei-Gipfel Runde im Sudelfeld: Seewandköpfl (1.664m), Wildalpjoch (1.720m) & Kaserwand (1.675m)

Diese Tour hat gle­ich drei Gipfel im Ange­bot, das sog­ar noch um einen vierten — die Lach­er­spitze — erweit­ert wer­den könnte.Sie führt über Almwiesen erst über Forststraße zur Lacheralm und dann in Ser­pen­ti­nen ins Latschen­gelände hin­auf. Bis hier­her ist es eine pure Genuss­wan­derung. Das links Rich­tung Wen­del­stein liegende See­wand­köpfl ist der anspruchsvoll­ste der drei Gipfel und emp­fiehlt sich nur erfahre­nen Berg­wan­der­ern. Über ein steiles Schot­ter­feld geht es hier zum Gipfel. Am besten hält man sich dabei links und hangelt sich an den Latschen hin­auf und auch wieder hinab. Der näch­ste Gipfel ist das Wildalpjoch, der sich leicht über ein biss­chen Auf und Ab erre­ichen lässt. Der let­zte Gipfel ist die Kaser­wand, die ein fel­siges Finale bietet. Hier gibt es sog­ar einen kleinen Sportk­let­ter­garten. Von hier kann man wieder zurück zur Forststraße absteigen oder eine aus­gedehnte Rund­tour über die Arz­moosalmen unternehmen.

Gehzeit: 3h (bei kurzem Abstieg über die Auf­stiegsroute, 1h länger bei Rund­tour über die Arz­moosalmen)
Höhen­meter: 670hm
Aus­gangspunkt: Park­platz am Straßen­rand am Unteren Sudelfeld kurz vor der Stein­brücke über den Auer­bach
Schwierigkeit: T2 – Berg­wan­dern

Wildalpjoch

Der Klassiker: Seekarkreuz

Das Seekarkreuz zählt zu den Klas­sik­ern unter den bayrischen Gipfeln, ist jedoch abends unter der Woche ein­sam. Anfangs läuft man auf der Straße bis zum Start des Wan­der­wegs über Almwiesen, der bald in einen steilen Pfad überge­ht. Dann geht’s in den Wald bis zu ein­er teil­weise steilen Forststraße, die man bis an ihr Ende läuft. Links geht die Straße wieder in einen Pfad über und bald ist die Leng­grieser Hütte erre­icht. Von hier kön­nt ihr den Gipfel schon sehen. Nun geht es nochmal steil durch den Wald bis ins freie Gelände und hinüber zum Gipfel. Wer noch etwas Zeit hat, dem emp­fiehlt sich die Über­schre­itung nach Nor­dosten über Spitzkamp, Auerkamp und Ochsenkamp bis zum Hirschtal­sat­tel und auf ein­er Forstraße zurück.

Gehzeit: 3,5–4h
Höhen­meter: 880hm
Aus­gangspunkt: Park­platz an der Ruine Hohen­burg bei Leng­gries
Schwierigkeit: T2 – Berg­wan­dern

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