Australien: Hafenstadt Sydney

Posted: 16. Januar 2016

Die größte und älteste Stadt Aus­traliens bietet gle­ich drei wichtige Wahrze­ichen des Lan­des: Das Syd­ney Opern­haus, die Har­bour Bridge und den Bon­di Beach. Außer­dem eine recht entspan­nte Atmo­sphäre, haufen­weise Museen, Häfen, Fis­chmärk­te und Nation­al­parks in der direk­ten Umge­bung.

Als wir Rich­tung Syd­ney fahren, reg­net es stark und hat für diesen Teil der Welt win­ter­liche 14 Grad, sehr ungemütlich. Über die Har­bour Bridge fahren wir in die Stadt hinein und sehen das berühmte Opern­haus von der Brücke aus. Unser Ziel ist aber Bon­di Beach, wo unser Hos­tel liegt und wir gehofft haben vielle­icht noch ein let­ztes Mal sur­fen zu kön­nen. Langsam hört es auf zu reg­nen. Wir räu­men den gemieten Camper aus, putzen ihn und brin­gen ihn zurück zu Wicked. Alles klappt. Am Ende war die Erfahrung mit Wicked doch nicht so schlecht wie befürchtet, wir sind zufrieden. Mit Bus und Bahn fahren wir zum Hos­tel zurück und check­en ein.

Nun haben wir Zeit die Gegend zu erkun­den und gehen hin­unter zum Bon­di Beach. Das Wet­ter ist immer noch ziem­lich düster und windig. Das Meer bricht hart gegen die Felsen und Strand. Ein paar Surf­schüler und hart­ge­sot­tene sind im Wass­er, alle tra­gen Wet­suits, son­st ist der Strand leer. Richtig ein­ladend sieht es aktuell nicht aus, kaum vorstell­bar, dass dieser Strand bei gutem Wet­ter so über­füllt ist. Wir gehen am Ufer­weg ent­lang und beobacht­en die Surfer.

Stadttour durch Sydney

Wir fahren in die Stadt­mitte von Syd­ney um an ein­er Free Tour teilzunehmen. Die Tour startet um 10:30 Uhr zwis­chen Town Hall und St. Andrews Cathe­dral. Von hier gehen wir zum Queen Vic­to­ria Build­ing. Vor ihm ste­ht eine Stat­ue von Queen Vic­to­ria, daneben eine Stat­ue ihres Hun­des. Dieser kann sprechen und fordert auf Geld für einen guten Zweck in den Brun­nen zu wer­fen, bedankt sich daraufhin auch. Das Gebäude selb­st ist ein lux­u­riös­es Einkauf­szen­trum mit hoch­preisi­gen Geschäften. Eine große Uhr hängt von der Decke, die soge­nan­nte “Roy­al Clock”. Stündlich spie­len die Minia­turen der Uhr sechs ver­schiedene Szenen aus der englis­chen Adels­geschichte, inklu­sive der Exeku­tion von König Charles I.

Wir kom­men am 309m hohen Syd­ney Tow­er vor­bei von dessen 250m hohen Plat­tform man einen (teuren) Blick über Syd­ney genießen kann oder sich sog­ar auf den soge­nan­nten Sky­walk begeben, auf zwei gläserne Plat­tfor­men (nochmal deut­lich teur­er). Wir besuchen den Hyde Park, sehen Stat­uen von Queen Vic­to­ria, ihrem Mann — er schaut zu ihr ihr, sie jedoch in eine andere Rich­tung — und Gou­verneur Lach­lan Mac­quar­ie, dem ersten Gou­verneur von New South Wales. Er ist für viele Gebäude in der Stadt ver­ant­wortlich, denn er wollte über die Ver­gan­gen­heit der Stadt als Straflager hin­weg in eine neue wohlhabende Zukun­ft steuern.

Wir sehen die älteste Kirche Syd­neys und ein altes Kranken­haus, das mit dem Geld von Rumverkauf finanziert wurde — das “Rum Hos­pi­tal” genan­nt. Kurz vorm Hafen machen wir eine Pause und sehen uns ein 1:500 Mod­ell der Stadt von oben an wie sie im Cus­toms House zu sehen ist. Das Cus­tom House selb­st stammt aus 1885 und bein­hal­tet unter anderem eine Bib­lio­thek.

Wir gehen zum Muse­um of Con­tem­po­rary Art und sehen von dort zur Oper hinüber. Die Führerin erzählt uns etwas zum Bau der Oper und wie der ursprüngliche dänis­che Architekt Jörn Utzon um seinen Ruhm der Fer­tig­stel­lung gebracht wurde. Das Opern­haus ist das wohl berühmteste Gebäude Aus­traliens und ist den Segeln ein­er Yacht nachemp­fun­den.

Wir erre­ichen “The Rocks”, das älteste Vier­tel Syd­neys mit sein­er nicht ger­ade ruhm­re­ichen Ver­gan­gen­heit. Die ersten Europäer siedel­ten sich hier an und es war ursprünglich das Hafenge­bi­et sowie der Ort zahlre­ich­er Bars, Bor­delle und Opi­umhöhlen. Erst seit 1970 wer­den viele der alten Gebäude restau­ri­ert und erhal­ten auf­grund des his­torischen Werts. Die Tour endet unter­halb der Har­bour Bridge, dem zweit­en Wahrze­ichen Syd­neys. 134 hoch, 502m lang, 42m bre­it und über 53.000 Ton­nen schw­er verbindet die Har­bour Bridge die Innen­stadt mit dem Nor­den Syd­neys an der eng­sten Stelle des Syd­ney Har­bours. Einst die größte weitspan­nige Brücke weltweit, ist sie noch immer eine der größten. Wir ste­hen am Hafen von Syd­ney, Cir­cu­lar Quay genan­nt, welch­es das touris­tis­che Zen­trum der Stadt ist.

Wir gehen weit­er zu den Fähren, dabei kom­men wir an zahlre­ichen Straßenkün­stlern vor­bei, die sich wahrhaft einen guten Ort für ihre Per­for­mances aus­ge­sucht haben. Mit der Fähre fahren wir zum Dar­ling Har­bour. Dabei kön­nen wir gut die Sky­line von Syd­ney bewun­dern und wir fahren unter der Har­bour Bridge hin­durch. Von der Anlegestelle Pyr­mot gehen wir zum Fis­chmarkt, wo jährlich über 15 Mil­lio­nen Kilo­gramm Meeres­geti­er gehan­delt wer­den. Wir sind bei­de ziem­lich kaputt und hun­grig, Fisch ist ja nicht so mein Ding. Der Fis­chmarkt ist vor allem voller Chi­ne­sen.

Ziem­lich hun­grig fahren wir mit der S-Bahn Rich­tung Chi­na­town und essen in einem Einkauf­szen­trum Bibim­bap beim Kore­an­er. Der Mann der unsere Surf­boards kaufen will ver­schiebt den Abholter­min nach hin­ten, weshalb wir noch Zeit haben die Stadt zu erkun­den. Auf der Suche nach Postkarten und einem Klo durchkreuzen wir die Stadt. Ein Klo find­en wir, schöne Postkarten aber nicht. Irgend­wann sind wir wieder in der Nähe der Oper. In ihrer Nähe gibt es ein paar Cafés mit schick gek­lei­de­ten Men­schen. Wir umrun­den die Oper und gehen weit­er zu den Rocks. Wir sehen eine bayrische Kneipe und set­zen uns zu vier Met­allern an den Tisch. Wie ess ich für Met­aller gehört sind sie schon ziem­lich betrunk­en. Wir trinken ein Bier mit ihnen und sie geben uns einen Schnaps aus.

Mit dem Bus fahren wir zum Hos­tel zurück. Nach einigem Hin und Her tre­f­fen wir uns mit dem Mann der unsere Boards kaufen will vorm Hos­tel. Er schaut ziem­lich wirr aus. Am Ende kauft er nur Alex Board für 120$ statt bei­de. Mein Surf­board kann ich dann am näch­sten Tag an eine andere Inter­essentin verkaufen. So hat sich der Kauf unser­er Surf­boards abso­lut ren­tiert — bei­de gekauft für 280$, verkauft für 240$. Deut­lich gün­stiger als mehrfach­es Lei­hen. Zum Aben­dessen gehen wir zum Ital­iener in Bon­di Beach. Die Piz­za und vor allem der Wein sind sehr gut.

Die Küste Sydneys

Ein Weg führt ober­halb der Sand­stein­klip­pen von Bon­di bis zum Bronte Beach, ange­blich sog­ar weit­er bis nach Coogee (ins­ge­samt 6km), dessen Weit­er­weg wir aber nicht gefun­den haben. Es ist ziem­lich heiß heute und die Strände sind gut gefüllt. Zurück am Bon­di Beach sprin­gen wir ins Wass­er. Die Wellen sind heute ziem­lich groß und brechen sich noch groß nahe dem Strand, was bedeutet, dass die Surfer eben­falls recht nahe kom­men. Wir hüpfen über die Wellen oder tauchen unter ihnen hin­durch bis die Life­guards uns aus dem Wass­er holen, weil es auf­grund der hohen Wellen nicht mehr sich­er genug für Schwim­mer ist.

Verpasster Weiterflug nach Neuseeland

Dann machen wir uns auf den Weg zum Flughafen, auf dem Alex noch eine Wasser­bombe aus einem fahren­den Auto trifft. Das ist nur der Anfang ein­er kleinen Pech­strähne. Die Busse sind über­füllt und hal­ten nicht mehr an. Wir nehmen also ein Taxi. Etwas spät sind wir am Flughafen. Die Dame am Checkin-Schal­ter teilt uns mit, dass sie uns nicht eincheck­en kann, weil wir keinen Rück­flug von Neusee­land nach­weisen kön­nen. Warum das ein aus­tralis­ches und nicht ein neuseeländis­ches Prob­lem ist, weiß ich nicht.

Es ist das erste Mal dass uns das auf unser­er Wel­treise passiert. Offen­bar wollen sie uns unbe­d­ingt hier behal­ten. Bekom­men sie am Ende auch, denn in der verbleiben­den Zeit schaffe ich es nicht mehr einen Weit­er­flug aus Neusee­land zu organ­isieren. Der Flieger hebt also ohne uns ab. Wir suchen uns ein Hotel am Flughafen und nach eini­gen Hin und Her und zusät­zlichen Kosten kon­nten wir den Flug auf mor­gen umbuchen und wir buchen gle­ich noch einen Weit­er­flug von Neusee­land nach Argen­tinien. Es hätte schlim­mer sein kön­nen, immer­hin ist der Flug nach Neusee­land ist allzu teur­er im Ver­gle­ich zu einem Flug nach Südameri­ka oder gar Europa. Am frühen Abend des Fol­ge­tages sitzen wir dann endlich im Flugzeug nach Neusee­land.

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