Australien: Highlights Westaustraliens — Von Perth nach Exmouth

Posted: 4. September 2018

In sechs Tagen erkun­den wir Wes­t­aus­tralien auf dem Weg nach Perth nach Exmouth. Dies­mal haben wir uns für eine geführte Tour entsch­ieden um die gewalti­gen Dis­tanzen in Aus­tralien entspan­nt hin­ter uns zu brin­gen. Unser Ziel ist Exmouth, Tor zum Ninga­loo Reef. Auf dem Weg tre­f­fen wir auf süße Kän­gu­rus, hohe Sand­dü­nen, phal­lis­che Sand­ste­in­for­ma­tio­nen, die ältesten Lebens­for­men und den größten Fisch der Welt.

Koalas im Yanchep Nationalpark

Unser erster Stop, der Yanchep NP, befind­et sich nicht mal eine Stunde von Perth ent­fer­nt. Wir spazieren am ver­schil­ften Ufer des Sees und beobacht­en die Enten. Das Wass­er sieht nach ein­er ide­alen Heimat für Krokodile aus, es gibt jedoch keine. Über uns hin­weg fliegen große Schwärme kreis­chen­der Kakadus. Zwis­chen eini­gen Bäu­men am Ufer sehen wir unser erstes Kän­gu­ru. Doch dieses kann nicht alleine für den ganzen Kän­gu­rukot ver­ant­wortlich sein, der hier herum­liegt. Ein Stück weit­er am Zaun ste­ht schon das näch­ste — eine Kän­gu­ru­ma­ma mit Kind, das ger­ade in ihrem Beu­tel saugt. Wir beobacht­en die bei­den eine Zeit lang während sich die zwei nicht von uns gestört zu fühlen scheinen.

Der eingezäunte Bere­ich behei­matet die bekan­ntesten Vetreter des Parks: Die Koalas. Von unserem let­zten Aus­tralienurlaub haben wir diese Gesellen noch als ziem­lich faul in Erin­nerung. Diese jedoch sind fleißig dabei ihren Euka­lyp­tus zu mumpfeln.

Die Sanddünen von Lancelin

Eine gute Stunde Fahrt weit­er kom­men wir nach Lancelin. Haup­tat­trak­tion hier sind die großen Sand­dü­nen. Ein paar hun­dert Meter von den Dünen ent­fer­nt sitzt ein braunge­bran­ntes Sand­surfer­girl und ver­lei­ht Sand­boards, wo wir uns zwei Stück besor­gen. Der schwierig­ste Teil beim Sand­boar­d­en ist es immer erst­mal auf die Düne her­aufzu­laufen. Da hier oben aber eine frische Meeres­briese herüber­we­ht ist das nicht so anstren­gend. Mith­il­fe ein­er Kerze wach­sen wir die Boards und dann geht es bergab. Die Boards haben keine Bindung und wir ste­hen bar­fuß auf dem Brett, dabei an eine kleine Hol­zleiste anlehnend um nicht wegzu­rutschen. Ein paar Ver­suche braucht es bis wir den Dreh raushaben und den kom­plet­ten Hang hin­un­ter­fahren kön­nen ohne vorher vom Brett zu fall­en. Dabei wird das Board teil­weise ganz schön schnell. Oben von den Sand­dü­nen haben wir eine schöne Aus­sicht auf das uns umgebene Meer.

 

Pinnacles Desert

Gegen Abend erre­ichen wir die spek­takuläre Pin­na­cle Wüste, die im Nam­bung Nation­al­park liegt. Tausende von oft phal­lis­chen Sand­ste­in­for­ma­tio­nen ragen hier mit­ten aus dem sen­fgel­ben Sand­wüsten­bo­den. Wir spazieren durch die in allen Größen und For­men vorhan­de­nen Pin­na­cles, deren Are­al wesentlich größer ist als wir es uns vorgestellt haben. Am Rand wächst dicht­es niederes Buschw­erk. Die unterge­hende Sonne zaubert ein fast mys­this­ches Licht über die weite Sand­fläche. Stun­den­lang kön­nte ich hier herumwan­dern und die ver­schiede­nen Gesteins­for­ma­tio­nen fotografieren und dabei immer wieder neue inter­es­sante Blick­winkel und Stim­mungen ent­deck­en. Den Son­nenun­ter­gang erleben wir gemein­sam bei dem ein oder anderen Cider auf ein­er Aus­sicht­splat­tform.

Jurien Bay

Den Mor­gen ver­brin­gen wir an der Jurien Bay, wo wir einem neugieri­gen Garten­fäch­er­schwanz begeg­nen. Jurien Bay ver­fügt über eine große Fis­chflotte und ist der per­fek­te Ort für einen Strandspazier­gang. Es ist ein beliebter Ferienort zum Schwim­men — momen­tan wühlt der Wind die See allerd­ings schäu­mend auf und lädt nicht zu einem Bad ein.

Greenough Wildlife & Bird Park

Dieses kleine Wildlife Reserve ist eine Auf­fangsta­tion für gerettete aus­tralis­che Wildtiere. All die typ­is­chen Vertreter der aus­tralis­chen Fau­na lassen sich hier aus der Nähe betra­cht­en: Kän­gu­rus, Din­gos, Emus, Schlangen, Krokodile und viele Vögel. Auch Schafe und Ziegen. Wir füt­tern die Kän­gu­rus, die eifrig über unsere Hände schleck­en. Manche von ihnen gehen sehr rabi­at dabei vor und zwick­en mich ein paar Mal, andere sind sehr san­ft. Beson­ders süß sind die kleineren Kän­gu­rus, die sich mit ihren großen Augen und putzi­gen Schnau­zen zu uns hin­auf reck­en. Wir ver­suchen das Fut­ter möglichst gerecht zwis­chen den sehr ram­meli­gen Tieren und den ruhigeren Vertretern aufzuteile. Auch die Schafe freuen sich über Zuwen­dung inform von Fut­ter und stürzen sich gierig auf unsere ver­schleimten Hände. Papageien ver­wirren uns indem sie uns hin­ter­rücks ansprechen und dann so tun als kön­nten sie kein Wässerchen trüben. Auch sie sind scharf auf das Fut­ter in unseren Hän­den, aber ihre großen Schnä­bel sehen nicht sehr ver­trauenser­weck­end aus.

Hutt River Province

Kurz hin­ter dem Wildlife Reserve find­en sich einige vom Wind fast bis aus den Boden gedrück­te und somit schief gewach­sene Bäume, die mit­ten aus dem roten Wüsten­bo­den ragen. Sie wirken der verzweifelte Ver­such in dieser unfrucht­baren Land­schaft stand­haft zu bleiben. Etwa 50 Minuten fahren wir nun durch rote ein­same Wüsten­land­schaft in der nur hin und wieder ein Busch am Schot­ter­pis­ten­rand auf­taucht.

Dann erre­ichen wir die Gren­ze zur Hutt Riv­er Province, ein­er Mikro­na­tion mit­ten in Aus­tralien. Auf diesem etwa 75km² großen Gebi­et erk­lärte ein Land­wirt 1970 einen unab­hängi­gen Staat. Er protestierte damit gegen die staatlich verord­neten Pro­duk­tion­squoten für Weizen. Obwohl von Aus­tralien offiziell nicht anerkan­nt, führt der aus­tralis­che Staat kein­er­lei Staats­ge­walt hier aus, weswe­gen die Bewohn­er auch keine Steuern zahlen.

Wir wer­den vom Prinzen Graeme begrüßt, der nun die Staats­geschäfte anstelle seines Vaters führt, und über sein Land geführt. Wichtig zur Grün­dung eines eigenes Staats sind offen­bar eine Flagge, eine Nation­al­hymne, eine Ver­fas­sung, eine Währung und ein Post­ge­bäude, weshalb es all dies hier gibt. In der kleinen Kirche berichtet er über die Geschichte seines Lan­des während wir im Post­ge­bäude alle einen Stem­pel in unsere Pässe bekom­men. Inter­es­san­ter­weise kann Prinz Graeme zu jedem Pass etwas erzählen und ent­lockt mith­il­fe eines Schwar­zlichts deren Geheimnisse. Er ken­nt jeden Pass und jedes Visum auswendig, aber davon hat er sich­er schon viele hier gese­hen.

Die Hutt Riv­er Province ist nun mehr eine kuriose Touris­te­nat­trak­tion als ern­stzunehmendes Fürsten­tum. Die 30 Ein­wohn­er haben sog­ar einen eige­nen Pass, der sie jedoch nicht zu einem Visum eines anderen Lan­des berechtigt, denn inter­na­tion­al gel­ten sie lediglich als “Fan­tasie-Pässe”.

Im Muse­um begeg­nen wir sog­ar dem Grün­der und Monar­chen höch­st­per­sön­lich — Prinz Leonard Casley. Er zeigt uns eine große Auswahl an Erin­nerun­gen an Staats­be­suchen und -geschenken, die er über die Jahre gesam­melt hat. Auch er ist schw­er zu ver­ste­hen.

Die Schluchten von Kalbarri

Kalbar­ri ist umgeben von spek­takulären Land­schaften. An der Küste stürzen sich Sand­stein­klip­pen in den Indis­chen Ozean während im Lan­desin­neren ein Fluss riesige Schlucht­en formt. Zuerst schauen wir uns vom Eagle Gorge Look­out die Klip­pen am Meer an. Laut­stark schla­gen die Wellen gegen die steilen Sand­stein­klip­pen. An ein­er Stelle haben sie sog­ar einen Fel­stor­bo­gen geformt. Wir hal­ten Auss­chau nach Meer­essäugern und ent­deck­en sog­ar ein paar Delfine im Wass­er.

Die Schlucht­en schauen wir uns von vom Z-Bend Look­out an von dem ein Weg teil­weise über Leit­ern und schmale Kamine hin­unter zum grün schim­mern­den Fluss am Boden der Schlucht führt. Die Sand­ste­in­for­ma­tio­nen hier nehmen fan­tastis­che Struk­turen an und ihre rote Farbe leuchtet kräftig. Das Gebi­et ist beliebt zum Abseilen, ern­sthaftes Klet­tern ist aber auf­grund des bröseli­gen Gesteins keine gute Idee.

Ein Stück weit­er befind­et sich der Fel­stor­bor­gen, der als Nature’s Win­dow bekan­nt ist. Im Ver­gle­ich zur Z-Bend sind hier ziem­lich viele Leute, die scharf auf Self­ies vor diesem ikonis­chen Felsen sind.

Die zweitlängste gerade Straße Australiens

Auf dem Weg von Kalbar­ri nach Nor­den fol­gt man dem High­way 1 über Aus­traliens zweitläng­ste ger­ade Straße. 113km führt sie hier ein­fach nur ger­adeaus. Rechts und links befind­et sich rote Wüste und nur hin und wieder unter­bricht ein Road­house am Straßen­rand die Monot­o­nie. Gut, dass wir nicht fahren müssen. Meilen­weit erstreckt sich die Straße am Hor­i­zont und es ist nichts los. Fehlt nur noch, dass ein paar Stro­hballen über die Straße wehen. Am Bill­abong Road­house machen wir eine Pause und ver­schnuck­ern unser Mit­tagessen mit­ten in der Wüste im Schat­ten des Haus­es.

Die Urzeitlebewesen im Hamelin Pool

Hamelin Pool behei­matet die bekan­nteste Stro­ma­tolithen-Kolonie der Welt. Stro­ma­tolithen sehen aus wie ein Haufen Exkre­mente, regen aber unge­mein die Vorstel­lungskraft an, was ihren Anblick so faszinierend macht. Sie beste­hen aus Cyanobak­te­rien, die bere­its vor 3,5 Mil­liar­den Jahren auf unserem Plan­eten existierten und dafür gesorgt haben, dass wir durch ihre Sauer­stoff­pro­duk­tion nun eine Atmo­sphäre haben. Die Grund­lage allen Lebens also. Mit­tler­weile sind sie sel­ten zu find­en und jene im Hamelin Pool waren der erste Fund ein­er leben­den Kolonie. Die hier vorhan­de­nen Stro­ma­tolithen ähneln diesen ersten Lebe­we­sen auf unser­er Erde. Ihr Über­leben ver­danken sie vor allem dem hohen Salzge­halt des Wass­er, weshalb sie keine natür­lichen Feinde haben. Auf­grund des gerin­gen Wasser­aus­tauschs vom offe­nen Meer, was die darin liegen­den Sand­bänke ver­hin­dern, erre­ichen sie einen fast dop­pelt so hohen Salzge­halt wie im Ozean. Auf nur einem Quadrat­meter Fläche lassen sich bis zu drei Mil­liar­den Mikroor­gan­is­men find­en.

Hier find­en sich ver­schiedene Struk­turen der Urzeitle­be­we­sen: Grauschwarze Struk­turen mit rötlich­er Haube, schwarze Tep­piche und Blu­menkohl-Struk­turen, deren älteste etwa einen Meter groß sind. Ein Holz­planken­weg führt an diesen Struk­turen ent­lang und ver­sorgt den Besuch­er mit solcher­lei Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen. Am besten sind die Stro­ma­tolithen bei Ebbe zu sehen.

Shell Beach

Nicht weit von Hamelin Pool ent­fer­nt find­et sich der Shell Beach. Dieser per­fekt weiß wirk­ende Strand beste­ht tat­säch­lich aus lauter kleinen Muschelschalen, die unseren Flip Flops knirschen. Die Muschelschicht ist mehrere Meter dick und ver­läuft über 100km am Strand ent­lang. Das Wass­er ist glasklar und lädt zu einem Bad ein.

Gegen Abend erre­ichen wir die Shark Bay, deren zahlre­iche Tiger­haie ihr ihren Namen gaben. Außer­dem gibt es hier aber auch eine Menge Delfine und Seekühe. Seekühe mögen flach­es Wass­er mit großen See­graswiesen und genau das find­en sie hier. Rund 12.000 Exem­plare sollen hier leben. Natür­lich gibt es auch viele Haie, die der Bucht ihren Namen gaben. Auch die üblichen Vertreter wie Rochen und Schild­kröten lassen sich hier blick­en. Es ist mit Sicher­heit ein Ort an den wir nochmal zurück kehren wer­den um unser Glück mit den Seekühen zu ver­suchen. Für uns ste­hen mor­gen die berühmten Delfine von Mon­key Mia auf dem Pro­gramm.

Die Delfine von Monkey Mia

Näch­ster Stop ist Mon­key Mia, das bekan­nt dafür ist, dass hier mor­gens regelmäßig Delfine in den flachen Gewässern erscheinen. Alles fing damit an, dass Fis­ch­er die Delfine regelmäßig füt­terten, weshalb sie immer wieder an diesem Strand erschienen. Das zog dann auch Touris­ten an. Mit­tler­weile wer­den die Besucher­massen stark reg­uliert und die Delfine geschützt, da hier nun eine Forschungssta­tion ist.

Schon vor der ersten Füt­terung kön­nen wir die ersten Delfine im Wass­er sehen. Sie schwim­men in der Bucht hin und her und warten auf den Fisch. Auch Pelikane sind zuge­gen und hof­fen auf ihren Anteil am Fisch. Dann dür­fen wir uns alle kni­etief ins Wass­er stellen bis die Ranger mit Eimern voller Fisch kom­men. Nun müssen wir aus dem Wass­er her­aus. Jet­zt hat man die Chance aus­gewählt zu wer­den um die Delfine selb­st zu füt­tern. Wir haben kein Glück, eine unser­er Mitreisenden jedoch. Dabei dür­fen die Delfine aber auf keinen Fall berührt wer­den.

Während der Füt­terung erzählen die Mitar­beit­er etwas über die Defline. Sie erken­nen einzelne Indi­viduen an ihren Rück­en­flossen und kön­nen etwas über sie erzählen. Tat­säch­lich wer­den hier nur weib­liche Delfine gefüt­tert und mit nur max­i­mal zwei Kilo­gramm am Tag pro Tier. Die Jun­gen sollen erst ein­mal die Selb­stver­sorung ler­nen.

Nach der ersten Füt­terung am Mor­gen kom­men sie meist noch zweimal zurück und dann sind deut­lich weniger Besuch­er zuge­gen als bei der ersten Füt­terung. Auch wir haben Glück und kön­nen sie noch zweimal beobacht­en. Es ist sel­ten, dass man Delfinen so nah kommt wie hier. Zwis­chen­durch erkun­den wir das infor­ma­tive Vis­i­tor Cen­tre.

Große Delfin­lieb­haber kön­nen hier sog­ar frei­willig arbeit­en, was aber wohl recht beliebt ist und viele Monate im Voraus gebucht wer­den sollte. Ins­ge­samt ist es natür­lich eine sehr touris­tis­che Angele­gen­heit und das Natur­erleb­nis nicht sehr hoch. Ihr soll­tet auf jeden Fall nach der ersten Füt­terung noch da bleiben um mehr Raum zu haben um die Tiere zu beobacht­en.

Danach hal­ten wir noch am Eagle Bluff Look­out, wo wir zwar auch kein Glück haben Meer­estiere im Ozean zu sehen, aber trotz­dem eine schöne Aus­sicht haben. An den flacheren Stellen wirkt das Wass­er grün­lich bis es hin­ter ein­er kleinen Insel dunkel­blau absticht. Hier sehen wir einen Rau­pen-Zug im roten Wüsten­sand bei dem viele Rau­pen hin­tere­inan­der­her kriechen.

Zwischen Kängurus auf der Warroora Station

Es ist eine lange Fahrt bis hoch in den Nor­den zur Schaf­ssta­tion War­roo­ra kurz vor der Coral Bay. Hier ver­brin­gen wir unseren Abend. Mit­ten im Nir­gend­wo der roten Weite der aus­tralis­chen Wüste über­nacht­en wir heute in alten Schäfer­quartieren. Und das Beste: Über­all um uns herum hüpfen Kän­gu­rus.

Zum Son­nenun­ter­gang fahren wir auf der Lade­fläche eines Pick­ups, der uns zum nicht weit ent­fer­n­ten Strand bringt. Lei­der stirbt hier mein Kam­era-Akku, aber in meinem Gedächt­nis sind diese Bilder fest einge­bran­nt. Gold­en schim­mern­des Gras in der unterge­hen­den Sonne, davor hüpfen im Minu­ten­takt Kän­gu­rus über­all durch die Gegend. Auch der Strand ist wun­der­schön und wir haben ihn meilen­weit nur für uns. Wir set­zen uns unsere Schnorchel­masken auf und gehen ins Wass­er, find­en aber hier nicht viel. Trotz­dem ist dieser ein­same Fleckchen mit­ten im Nir­gend­wo wun­der­schön. Ich kann mir gut vorstellen hier länger zu bleiben, die Ein­samkeit dieser spek­takulären Land­schaft zu genießen und die Attrak­tio­nen rund um die Coral Bay zu erleben.

Auch bei der Rück­fahrt sehen wir wieder Unmen­gen von Kän­gu­rus während ich mich vorne im Truck mit Mar­tin, dem Besitzer der Farm, unter­halte. Sie haben noch etwa 5.000 Schafe auf ihrem riesi­gen Far­mgelände. Am Abend gibt es noch Lager­feuer unter einem gigan­tis­chen Ster­nen­him­mel.

Schnorcheln mit Mantas in der Coral Bay

Kurz hin­ter dem Südlichen Wen­dekreis, also die Gren­ze zum Tro­pis­chen Gebi­et um den Äqua­tor herum, erre­ichen wir die Coral Bay. Hier dreht sich alles um die Unter­wasser­welt. Das Ninga­loo Reef begin­nt hier und zieht sich bis nach Exmouth hin­auf. Tauchen und Schnorcheln mit Man­tas, Wal­haien und Walen ist hier je nach Sai­son möglich. Wir sind heute da um mit den Man­tas zu schnorcheln, die zu meinen Liebling­sun­ter­wasserkrea­turen zählen. Außer­dem haben wir das riesige Glück während der Boots­fahrt gle­ich zwei große Tiger­hai nahe der Wasser­ober­fläche zu sicht­en! Schon etwas selt­sames Gefühl wenige Minuten später nach dieser Sich­tung ins Wass­er zu sprin­gen. Auch Schild­kröten schauen an unserem Boot vor­bei und tauchen zum Luft­holen auf.

Zuerst schnorcheln wir an einem Riff und begeg­nen dort ein­er Schild­kröte. Allzu gesund wirkt das Riff hier allerd­ings nicht. Das Wass­er ist durch viele Schwebteile recht trüb und die Korallen sehen teil­weise etwas gräulich aus. Dann gelan­gen wir zu den Man­tas, die uns immer wieder umkreisen und Rollen für uns machen. Sie machen diese Rollen Plank­ton einzusam­meln und so mehr davon auf ein­mal aufzunehmen. Es ist wie ein Unter­wasser­bal­lett. Ich kann mir diese san­ften Gigan­ten immer wieder anschauen wie sie unter Wass­er zu fliegen scheinen.

Auf Kuschelkurs mit Walhaien in Exmouth

Auch in Exmouth dreht sich alles um den Ozean. Das Ninga­loo Reef lockt im Herb­st Wal­haie an, im Win­ter Buck­el­wale. Hier ist es für mich endlich soweit: Schnorcheln mit Wal­haien! Meinen ersten Wal­hai habe ich zwar schon auf den Male­di­v­en gese­hen, aber lei­der recht weit ent­fer­nt. Hier haben wir eine deut­lich nähere Erfahrung mit sehr vie­len Exem­plaren der san­ften Riesen.

Außer­dem tre­f­fen wir auf zwei alte Bekan­nte — mit Jess und Davie sind wir bere­its im Komo­do Nation­al­park in Indone­sien getaucht und nun tre­f­fen wir sie hier auf dem Wal­hai­boot wieder. Was für ein Leben die zwei haben.

Lange suchen müssen wir nicht bis wir den ersten Wal­hai sicht­en und zu ihm ins Wass­er sprin­gen. Der Touris­mus am Ninga­loo Reef wird stark reg­uliert — wir dür­fen uns den Wal­haien nicht mehr als drei Meter näh­ern und sie nicht berühren. Das inter­essiert aber zumin­d­est einen der Wal­haie nicht, der mit­ten in uns hinein­schwimmt. Wal­haie sind fak­tisch Haie, sie ernähren sich aber wie Wale von Plank­ton. Sie saugen Wass­er ein und fil­tern dann die Kle­in­stle­be­we­sen raus. Sie sind also völ­lig unge­fährlich. Nur von ihrer großen Schwanzflosse sollte man Abstand hal­ten.

Wird ein Wal­hai gesichtet springt zuerst ein­er der Guides ins Wass­er und beobachtet ob das Exem­plar sich nicht bedro­ht fühlt. Fühlen sie sich bedro­ht tauchen sie schnell ab. Dann heißt es “Go! Go! Go!” für uns und so schnell es geht zum Wal­hai schwim­men, dessen Schwimm­rich­tung der Guide stetig anzeigt. Dafür müssen wir aber ganz schön rein­hauen um an ihm dranzubleiben. Sie wirken so entspan­nt und gemäch­lich, aber wenn sie nur einen Flossen­schlag mit ihrer riesi­gen Schwanzflosse machen, leg­en sie eine enorme Strecke zurück. Ein Wettschwim­men mit diesen san­ften Gigan­ten ist im wahrsten Sinne des Wortes atem­ber­aubend.

Wir sind in zwei Grup­pen eingeteilt und wech­seln uns dabei ab mit den ver­schiede­nen Wal­haien zu schwim­men. So sind alle auf ein­mal im Wass­er und gibt uns eine kleine Pause zum Durch­schnaufen. Allzu viel Zeit haben wir allerd­ings nie zwis­chen den Schnorchel­gän­gen, denn ein Wal­hai nach dem anderen zeigt sich. Bei solchen Erfahrun­gen weiß man ja nie ob man über­haupt auch nur einen Wal­hai zu Gesicht bekommt und wir sehen gle­ich unglaublich viele.

Lei­der sind trotz der zwei Grup­pen recht viele Men­schen im Wass­er, weshalb man immer wieder Flossen ins Gesicht bekommt und der Natur­genuss darunter etwas lei­det. Am schön­sten muss es sein den Tieren zufäl­lig zu begeg­nen.

Zum Abschluss schnorcheln wir noch ein­mal über das bunte Riff und ent­deck­en einen großen Schwarm klein­er Welse. Auch die Begeg­nung mit einem großen Fed­er­schwanz-Stechrochen ist beein­druck­end.

Cape Range Nationalpark

Ein weit­eres High­light neben der Unter­wasser­welt am Ninga­loo Reef ist der Cape Range Nation­al­park. Kän­gu­rus, Emus und Din­gos wuseln in ein­er zerk­lüfteten Fel­s­land­schaft, die Schlucht­en und eine spek­takuläre Küsten­lin­ie formt. Natür­lich kann man aber auch hier fan­tastisch Schnorcheln und sich von der hier herrschen­den glühen­den Hitze zu erholen. Wir mieten uns für einen Tag gün­stig ein Auto um den Cape Range Nation­al­park zu erkun­den. Zuerst kom­men wir an den riesi­gen Sende­mas­ten vor­bei, die von über­all aus der flachen Gegend zu sehen sind. Sie sind Teil der Marines­ta­tion, die nach dem aus­tralis­chen Pre­mier­min­ster Harold Holt benan­nt wurde, der beim Schwim­men im Meer spur­los ver­schwand.

Am Kap der Hal­binsel ste­ht der Vlam­ingh Head Leucht­turm, der die gesamte Light­house Bay und ihre Dünen überblickt. Einige Kilo­me­ter weit­er fahren wir am Nation­al­parkein­gang vor­bei und dahin­ter befind­et sich das Dis­cov­ery Cen­tre. Dort lässt sich alles rund um das Riff, den Nation­al­park und seine Bewohn­er erfahren. Auf dem Weg durch den Nation­al­park fahren wir an Hun­derten von riesi­gen Ter­miten­hügeln vor­bei, die über­all im roten Wüsten­sand verteilt sind und Emus spazieren gemäch­lich am Straßen­rand an uns vor­bei.

Es gibt zahlre­iche Höhlen und Schlucht­en im von Kalk­stein durch­zo­ge­nen Nation­al­park. Eine dieser Schlucht­en ist die Man­du Man­du Gorge durch die ein 3km langer Weg führt. Es ist allerd­ings so heiß, dass wir nicht weit kom­men. Wir spazieren nur etwas im aus­getrock­neten Fluss­bett zwis­chen den roten Felsen ent­lang. Der beste Schnorchelspot ist Oys­ter Stacks. Hier befind­en sich mehrere Unter­wasser­felsen um die Fis­che, Okto­pusse und Flusskreb­se wuseln. Dieser Ort ist jedoch nur bei Flut zu beschnorcheln. Turquoise Bay ist eben­falls ein schön­er Ort zum Schnorcheln. Hier gibt es sog­ar einen Strö­mungss­chnorchel­gang mit dem man sich über Felsen- und Unter­wasser­land­schaft treiben lassen kann.

Mehr Aktivitäten rund um Exmouth

Aus­tralien: Tauchen am Ninga­loo Reef

Aus­tralien: Hoch über dem Ninga­loo Reef

Unser Roadtrip von Perth nach Exmouth im Überblick

Gefahren sind wir mit Redearth Safaris. Inge­samt waren wir neun Per­so­n­en mit sehr net­ten Guide in einem Mini­van. Die Touren starten immer mon­tags von Perth aus. Die Tour bis nach Exmouth dauert sechs Tage und kostet 840$ pro Per­son, acht Tage mit Rück­fahrt nach Perth für 1.040$.

1 Kommentar

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.