Australien: Höhlentauchen mit Haien

Posted: 12. Januar 2016

In South West Rock gibt’s nicht nur einen der schön­sten Strände der West­küste Aus­traliens, der auch regelmäßig von Kän­gu­rus fre­quen­tiert wird, son­dern auch einen der besten Tauchspots — die 125m lange Fish Rock Cave.

Am Mor­gen ver­ab­schieden wir uns von Ste­fan und Tobi. Sie fahren weit­er Rich­tung Nor­den, wir nach Süden nach Coffs Har­bour. Was den Weit­er­weg ange­ht entschei­den wir uns für die Küsten­straße statt dem Water­fall High­way lan­dein­wärts zu fol­gen, da dieser deut­lich länger wäre und uns die Zeit langsam davon ren­nt. Wir fahren bis nach South West Rocks und wollen die zwei Tauchan­bi­eter auscheck­en, die hier operieren. Wir haben den Tauchspot emp­fohlen bekom­men und da er auf dem Weg nach Syd­ney liegt, würde das gut rein­passen. Der eine hat zu, der andere ist für mor­gen bere­its aus­ge­bucht. Ich hin­ter­lasse aber eine Nachricht auf dem Anruf­beant­worter des ersten und wir machen uns auf die Suche nach einem Camp­ing­platz.

Wir gelan­gen zum Smokey Cape Camp­ing­platz, der ein Stück weit von der Stadt ent­fer­nt an einem wun­der­schö­nen ein­samen lan­gen Sand­strand liegt. Er liegt in dem Wald­stück hin­ter den Dünen. Die Mück­en fühlen sich allerd­ings hier auch ziem­lich wohl, wie wir in der Nacht lei­d­voll fest­stellen müssen. Wir gehen zum Strand, wo Alex ein abendlich­es Bad ein­legt und ich die Land­schaft in der unterge­hen­den Sonne genieße. Außer uns sind nur wenige Men­schen und vor allem Möwen hier. Es ist der bish­er ein­sam­ste Strand Aus­traliens, ganz anders als die über­füll­ten und mit Hochhäusern gesäumten Strände der Gold Coast. Und tat­säch­lich bekom­men wir noch einen Rück­ruf vom Tauch­cen­ter: Es sind noch Plätze für mor­gen frei!

Frühstück mit Kängurus

Die Nacht war heiß und wir haben uns von Mück­en zer­stechen lassen. Neben unserem Camper sitzen Kän­gu­rus, die Über­reste von faulen Campern durch­suchen. Wir sehen einen fliegen­den Stein, der etwa 20cm über dem Boden schwebt — tat­säch­lich hängt er an einem ziem­lich robusten Spin­n­faden. Um 8 Uhr ste­hen wir pünk­tlich vor dem Tauch­cen­ter in South West Rocks und pro­bieren unsere Sachen an. Unsere BCDs haben dies­mal die Gewichte inte­gri­ert was sehr bequem ist. Samt unserem Boot fahren wir zur Küste. Wir sind vier Tauch­er und vier Guides. Nach 30 Minuten kom­men wir an dem kleinen Felsin­selchen an, das wir gestern schon von unserem Strand aus gese­hen haben, und auch der Leucht­turm auf ein­er Fel­sklippe der Küste ist zu sehen. Inter­es­sant ist, dass es hier draußen Mück­en gibt.

Höhlentauchen mit Haien

Wir wollen heute unsere erste richtige Höh­le tauchen. Sie ist ca. 125m lang und führt unter der Insel hin­durch. Das Wass­er ist schon ein gutes Stück käl­ter als noch in Byron Bay. Wir tauchen auf 24m ab und sehen dabei unseren ersten Nurse Shark. Die Sicht ist heute aber nicht beson­ders gut. Bei 24m Tiefe erre­ichen wir den Sand­bo­den und den Ein­gang der Höh­le. Er ist jedoch kaum zuse­hen, da er von einem großen Schwarm Bull Eye Fis­che verdeckt wird. Wir schal­ten unsere Taschen­lam­p­en ein und tauchen durch den Schwarm in die Höh­le. Sie ist nur wenige Meter bre­it und hoch, als Licht haben wir nur das unser­er Lam­p­en. Viel Platz ist nicht und man sollte seine Tarierung gut im Griff haben.

Wir schweben nur wenige Zen­time­ter über Tep­pich­haie hin­weg, die am Höh­len­bo­den liegen. Ab und zu sieht man einen Lob­ster an den Wän­den herumkrabbeln. Wir tauchen einen fast senkrecht­en Kamin hin­auf, der in ein­er größeren Höh­le mün­det. Am Aus­gang des Kamins schwebt im Schein unser­er Lam­p­en ein großer Bull Ray über uns. Wir tauchen weit­er und die Höh­le öffnet sich mehr, hat jet­zt bes­timmt 10m auf 10m. Wir sehen blaues Licht am Ende der Höh­le schim­mern wo das Tages­licht in die Höh­le fällt. In diesem blauen Loch kön­nen wir die Sil­hou­et­ten von Fis­chschwär­men und mehreren Nurse­sharks erken­nen.

Am Ende der Höh­le angekom­men, leeren wir die Luft aus unseren BCDs und tas­ten uns am Boden am linken Fel­srand ent­lang. Neben uns schwim­men die Nurse Sharks umher. Sie sind zwei bis drei Meter lang und wir sehen ihr mit spitzen Zäh­nen gespick­tes Gebiss. Sie sind nachak­tiv und schlafen momen­tan. Es ist 14m tief und man spürt die starke Bran­dung welche einen mehrere Meter hin und her wirft. Wir hal­ten uns daher am Fels fest und Alex schnei­det sich dabei mehrmals.

Wir arbeit­en uns weit­er vor­wärts und tauchen über eine Fel­skuppe aus der Strö­mung hin­aus. Der Weg über die Kuppe ist jedoch tur­bu­lent — immer wieder wech­seln kalte und warme Strö­mungen ab. Wir tauchen langsam zum Boot zurück. Wir sehen noch eine Hawks­bill Schild­kröte und an Alex Wet­suit hat sich ein See­farn als blind­er Pas­sagi­er fest­ge­set­zt, den ich ihm mit Hil­fe mein­er Taschen­lampe abzupfe. Nach vierzig Minuten sind wir wieder an der Ober­fläche. Der Tauch­gang war sehr aufre­gend. Am Boot gibt es Gum­mibärchen, Plätzchen und Tee.

Zweiter Tauchgang durch die Fish Rock Cave

Als zweit­er Tauch­gang war ein Haitauch­gang vor der Höh­le geplant, der schlecht­en Sicht hal­ber ist das heute nicht sehr sin­nvoll. Deshalb entschei­den wir nochmals die Höh­le zu durch­tauchen, dies­mal auch wieder zurück.

Nach ein­er Stunde geht es wieder ins Wass­er und wir tauchen aber­mals auf 24m ab und durch den schmalen Tun­nel. Beim zweit­en Mal fühlt es sich schon ein­fach­er an und wir sind weniger aufgeregt. Der Bull­ray am Ende des Kamins ist nicht mehr da, aber im schim­mern­den Blau des Höh­le­naus­gangs sehen wir die Sil­hou­ette ein­er großen Kar­rettschild­kröte — ein wun­der­schön­er Anblick.

Es wartet noch ein Schmankerl, denn im oberen Teil der Höh­le ist ein Luftraum, die soge­nan­nte “Bub­ble Cave”. Wir tauchen zu ihr auf und nehmen den Reg­u­la­tor aus dem Mund. Unsere Köpfe steck­en in einem Luftraum. Er ist nicht groß, aber wir kön­nen atmen und uns unter­hal­ten. Ein wenig komisch ist es aber schon, schließlich sind wir noch immer sechs Meter unter Wass­er. Wir tauchen weit­er zum Höh­le­naus­gang und beobacht­en die Haie dort. Unter uns sind ein paar kleine Murä­nen. Wir drehen und tauchen in die Höh­le zurück. Wir kom­men zu dem Kamin. Ihn abzu­tauchen ist schwieriger als hin­auf und der Druck­aus­gle­ich muss sitzen, da man nicht ein­fach wieder hin­auf tauchen kann. Aber am Ende klappt alles.

Im Tun­nel kom­men uns andere Tauch­er ent­ge­gen und wir müssen aneinan­der vor­bei manövri­eren. Langsam tauchen wir auf und Rich­tung Boot zurück. Das war auf jeden Fall der span­nend­ste Tauch­gang bish­er. Wir fahren zur Küste zurück. Im Tauch­cen­ter duschen wir und schreiben unsere Log­büch­er. Wir bekom­men sog­ar eine CD mit Bildern vom Tauch­gang, die unser Guide gemacht hat.

Am Leuchtturm in South West Rocks und Surfen in Port Macquarie

Wir essen in einem Restau­rant in der Nähe der Küste zu Mit­tag. Die kleine Stadt South West Rocks gefällt uns gut, sie ist viel gemütlich­er als die großen Metropolen weit­er nördlich. Es erin­nert mich sehr an Neusee­land. Nach dem Essen fahren wir zum Leucht­turm. Von hier sehen wir die Insel wieder durch die wir ger­ade noch getaucht sind. Wir fahren weit­er nach Port Mac­quar­ie und suchen uns einen Camp­ing­platz direkt am Strand. Es ist noch nicht zu spät und wir pack­en unsere Boards und gehen ein­mal über die Straße zum Sur­fen. Die Wellen hier sind ziem­lich groß und wir wer­den ein paar Mal gut ver­mö­belt. Die kleineren Wellen und das White­wa­ter der großen kön­nen wir aber gut sur­fen und bekom­men die Wellen ohne große Anstren­gung. Ein ziem­lich aufre­gen­der Tag mit Höhlen, Haien und hohen Wellen.

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