Australien: Im Koala Krankenhaus

Posted: 14. Januar 2016

Heute besuchen wir das Koala Kranken­haus in Port Mac­quar­ie, das bere­its seit 1973 existiert. Das Kranken­haus küm­mert sich um ver­let­zte, pflegebedürftige und ver­waiste Koalas und hat sog­ar “Koala-Kranken­wa­gen” mit denen sie ver­let­zte Koalas holen. Die Tiere wer­den oft durch Hunde, Wald­brände oder Autoun­fälle ver­let­zt. Jährlich ver­sor­gen sie 200 bis 300 Koalas.

Das Kranken­haus ver­sucht die Tiere zu behan­deln und wenn möglich wieder in die Natur zu ent­lassen. Einige Tiere sind schon seit Jahren hier und haben trau­rige Schick­sale erlit­ten. Beson­ders das Schick­sal eines bere­its ver­stor­be­nen Koalas zieht uns runter, da es in sehr trau­riger Weise beschrieben wird. Es gibt aber auch viele gute Nachricht­en von wieder freige­lasse­nen Tieren.

Wir schließen uns ein­er Gruppe älter­er Damen an welche durch die Gehege geführt wer­den. Die meis­ten Gehege und die Innen­räume kön­nen wir nicht sehen, denn sie sind für Besuch­er unzugänglich um zuviel Kon­takt zwis­chen Men­sch und Tieren zu ver­mei­den, da sie wieder in die Wild­nis zurück sollen. Wenn es den Koalas wieder bess­er geht, dür­fen sie sich in Out­door Gehe­gen weit­er erholen. Soweit möglich wer­den die Koalas dann wieder in die Wild­nis ent­lassen. Alte, blinde oder zu stark ver­let­zte Koalas müssen allerd­ings ihr Leben lang im Kranken­haus bleiben.

Wir sehen vor allem jene Koalas, die nicht mehr freige­lassen wer­den kön­nen. Viele sind blind, ein ander­er hat sich die Pfötchen bei einem Wald­brand so stark ver­let­zt, dass die Krallen nicht nachwach­sen und er nicht mehr richtig klet­tern kann. Aber auch sie kön­nen noch ein schönes Leben haben, denn da Koalas stan­dort­treu sind und sich nur von einem Baum zum anderen bewe­gen um neues Fut­ter zu find­en oder sich fortzupflanzen, ist es nicht weit­er drama­tisch, am gle­ichen Platz zu bleiben und täglich ihren frischen Euka­lyp­tus zu bekom­men. Wir ler­nen viel über das Kranken­haus, Koalas, was sie bedro­ht und was getan wird um sie zu schützen.

Koala Adoption

Das Koala Kranken­haus lebt von frei­willi­gen Helfern und Spenden. Beson­ders die Adop­tion von wilden Koalas ist sehr beliebt. Wir tun das eben­falls und adop­tieren jew­eils zwei Koala Damen. Meine heißt Zenani und ist jen­er Koala, dessen Pfötchen bei einem Wald­brand ver­let­zt wur­den. Sie wurde schon als Jungti­er bei dem Brand ver­let­zt und brauchte 24h Pflege in ihrem schlim­men Zus­tand. Nach drei Wochen ging es ihr endlich bess­er. Sie ist noch jung und es ste­hen ihr noch viele Jahre bevor. Alex entschei­det sich für eine Koala Mama, dessen Junges freige­lassen wer­den kon­nte, sie aber muss bleiben, da ihr ein Fuß fehlt.

Die größte Gefahr für Koalas ist die Urban­isierung durch die noch immer Teile ihres Leben­sraums zer­stört wird. Euka­lyp­tus­bäume wer­den weniger, die sowohl als Fut­terquelle aber auch als Schutz­platz dienen wo Koalas leben und sich fortpflanzen. Außer­dem wer­den viele Koalas ver­let­zt durch Autos, Hunde, Buschbrände und Krankheit­en wie Chlamy­di­en, die die Koalas unfrucht­bar machen.

Weit­er­hin engagiert sich das Kranken­haus für Forschung und Bil­dung rund um Koalas wie beispiel­sweise die Erforschung von Krankheit­en und Entwick­lung von ein­er Imp­fung gegen Chlamy­di­en.

Wissenswertes über Koalas

Koalas leben seit min­destens 15 Mil­lio­nen Jahren in Aus­tralien. Zwölf aus­gestor­bene Arten wur­den bish­er enteckt, die meis­ten davon lebten im Regen­wald. Europäis­che Siedler zer­störten einen großen Teil des Leben­sraums der Koalas, indem sie Wälder rode­ten um Ack­er­land zu gewin­nen. In den späten 1890er Jahren und Anfang des 20. Jahrhun­derts war der Fell­han­del ver­ant­wortliche für den Tod von vie­len Mil­lio­nen Koalas. Die let­zte “Jagd-Sai­son” fand im Jahr 1927 in Queens­land statt, bei der inner­halb eines Monats fast 600.000 Koalas getötet wur­den. Dies verur­sachte einen Auf­schrei in der Bevölkerung, sodass Koalas unter Schutz gestellt wur­den.

Koala ist ein Abo­rig­ine Begriff und bedeutet “kein Wass­er”. In Wirk­lichkeit trinkt der Koala, denn Eukalpy­tus-Blät­ter beste­hen zu 65% aus Wass­er. Während ein­er Dürre, wenn die Blät­ter trock­en sind, trinkt ein Koala auch schon mal Wass­er. Der Koala ist ein Säugeti­er, ein Veg­e­tari­er und das Weibchen hat einen Beu­tel. Koalas sind am aktivsten zwis­chen der Däm­merung und dem Tage­san­bruch, wenn sie auf Fut­ter­suche sind. Sie essen haupt­säch­lich ver­schiedene Arten Euka­lyp­tus inklu­sive Blät­ter, Rinde, Blüten und Stän­gel. Da die Blät­ter nur wenig Nährw­ert haben, schlafen Koalas durch­schnit­tlich 18 Stun­den am Tag, um Energie zu sparen, und nicht weil sie vom Eukalpy­tus-Öl betrunk­en sind, wie einem manch ein­er weis­machen will.

Koalas leben in Kolonien, wobei jed­er Koala sein eigenes Revi­er hat. Alpha-Män­nchen und -Weibchen beset­zen die besten Reviere während rang­niedrigere Män­nchen junge und ältere Tiere in den weniger guten Gebi­eten leben. In städtis­chen Regio­nen ist ihr Leben­sraum oft sehr zer­stück­elt, sodass sie nicht die Möglichkeit haben, Teil ein­er sozialen Struk­tur zu sein und es kann für einen Koala sehr trau­ma­tisch sein, wenn sein Lieblings­baum plöt­zlich nicht mehr da ist. Ihre katzenähn­liche Zunei­gung zu ihrer gewohn­ten Umge­bung macht es älteren Koalas unmöglich umzusiedeln, denn sie wür­den immer wieder an den alten Ort zurück­kehren, auch wenn es dort kaum mehr Leben­sraum und viele Gefahren gibt.

Im Sturm Richtung Sydney

Gegen Mit­tag fahren wir weit­er, da wir noch einen lan­gen Weg vor uns haben. Wir kom­men in einen Sturm und müssen wie viele andere am High­way links ran­fahren. Ein paar Minuten hagelt es sog­ar. Bei der Weit­er­fahrt sehen wir umgestürzte Bäume und Äste. Wir kom­men in ein kleines Dör­fchen an der Küste. Die Feuer­wehr beseit­igt ger­ade die Sturm­schä­den, auch Tele­fon- und Strom­leitun­gen liegen auf dem Boden. Wir hal­ten auf einem Park­platz um zu über­nacht­en. Seit dem Sturm reg­net es und bis auf einen Pelikan der im Brack­wass­er schwimmt gibt es nicht viel zu sehen. Wir machen unsere let­zten Instant­nudeln und leg­en uns schlafen.

 

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