Australien: Surfen an der Sunshine Coast

Posted: 1. Januar 2016 by Annika

Die Sun­shine Coast erstreckt sich 100 km nördlich von Bris­bane. Die Strände sind per­fekt zum Sur­fen und Schwim­men, aber die Strände sind auch sehr urban und ger­ade zur Ferien­zeit zieht es schein­bar ganz Aus­tralien an den Strand. Es gibt jedoch auch ruhige Gegen­den, in denen die Natur noch wild ist wie den Noosa Heads Nation­al­park. Wir ver­brin­gen Sil­vester in der Gegend und tre­f­fen dabei alte Bekan­nte wieder.

Für den zweit­en Teil unser­er Aus­tralien­reise haben wir einen Camper­van ab Bris­bane gebucht. Wicked ist der einzige Anbi­eter, der noch welche zur Ver­fü­gung hat­te. Erst einen Tag bevor wir den Van abholen lese ich die katas­trophalen Kri­tiken im Inter­net. Mal abge­se­hen von dem zweifel­haftem Design manch­er Vans, die mit sehr anzüglichen Sprüchen besprüht sind, sind sie nicht ger­ade für ihre Ver­lässlichkeit bekan­nt. Manche schreiben von ständi­gen Pan­nen. Eine Ver­sicherung ist nicht Pflicht und selb­st mit Ver­sicherung ist man für ver­schiedene Fälle wie Rück­wärts­fahren oder Fahren nach der Däm­merung nicht abgedeckt. Die Angestellte ist aber nett und zeigt uns unseren Van, der im zah­men Red Hot Chilli Pep­per Design gehal­ten ist.

Nach einem Besuch im Super­markt und dem Ein­laden unseres Gepäcks im Hos­tel, möchte unser Van aber nicht mehr. Er startet nicht mehr. Keine Stunde nach der Abhol­ung. Wir fühlen uns in all unseren Äng­sten bestätigt. Einen Anruf später kommt aber rel­a­tiv schnell ein Ser­vicemi­tar­beit­er und tauscht die alterss­chwache Bat­terie aus. Glück­licher­weise ver­lief der Rest der Reise mit unserem Van dann prob­lem­los. Ein kleines Leck im Dach bei Regen ließ sich verschmerzen.

Die erste Nacht im Van ver­brin­gen wir in ein­er Wohnge­gend, da alle Camp­ing­plätze voll sind und sich auch son­st kein recht­es Plätzchen find­et. Die Sun­shine Coast ist total städtisch und nir­gends find­et sich ein unbebe­siedeltes Fleckchen. Es sind Wei­h­nachts­fe­rien und alles ist aus­ge­bucht, Straßen und Camp­ing­plätze sind voller Men­schen. Wir müssen es uns angewöh­nen schon am Vor­mit­tag einen Camp­ing­platz aus­find­ig zu machen und vorher anzurufen.

Unsere Surfboards

Wir kaufen uns Surf­boards, die in einem Sport­laden reduziert ange­boten wer­den. Soge­nan­nte Soft­boards sind preis­gün­stig und ide­al für Ein­steiger wie uns: Leicht und robust. Ins­ge­samt zahlen wir so für bei­de Boards nur 300 AUD. Somit lohnt es sich schon nach nur drei Tagen sur­fen und wir kön­nen sie danach sog­ar wieder verkaufen. In ein­er Art Bau­markt kaufen wir Span­ngurte um die Boards auf unserem Van zu befes­ti­gen. Jet­zt sehen wir richtig stylisch aus.

Am gle­ichen Tag kön­nen wir sie allerd­ings nicht aus­pro­bieren. Wir fahren nach Noosa und dort zum Sun­shine Beach. Die Wellen sind aber ziem­lich wild und die Strö­mung stark weshalb wir bald aufgeben müssen. Wir gehen also nur schwim­men. Selb­st das ist anstren­gend in der Strö­mung. Nur ein klein­er Bere­ich ist geöffnet und von Life­guards patrolliert.

Wiedersehen mit alten Bekannten an Silvester

Am Noosa Beach tre­f­fen wir uns mit Marie-Line und Benoît, dem franzö­sis­chen Paar, das wir in der Wüste Gobi in der Mon­golei ken­nen­gel­ernt haben und die eine ähn­liche Reis­eroute wie wir haben. Hier pro­bieren wir unsere neuen Surf­boards aus. Wir ste­hen unsere ersten Wellen mit unseren eige­nen Boards, juhu! Wir ver­brin­gen die Zeit mit Sur­fen, Schnack­en und Rumgam­meln am Strand. Auch Benoît ver­sucht sein Glück mit meinem oder Alex Board und auch bei ihm klappt es ganz gut. Die Strö­mung ist aber auch hier spür­bar, weshalb man immer mal wieder aus dem Wass­er und am Strand zurück­ge­hen muss um nicht sonst­wohin getrieben zu werden.

Ins­ge­samt aber haben wir viel Spaß mit unseren Surf­boards. Am späten Nach­mit­tag gehen wir zusam­men einkaufen und fahren zu einem Camp­ing­platz. Heute ist Sil­vester und wir wollen zusam­men mit einem großen Bar­be­cue grillen. Bar­be­cue­plätze gibt es an fast jedem Zelt- und Pick­nick­platz gratis zu nutzen. Wir kaufen haufen­weise Würs­tel, Fleisch, dazu Salat, Baguette und Kroket­ten. Ver­dursten müssen wir auch nicht Dank Cider, Bier, Weiß- und Rotwein.

So begin­nt unsere Sil­vester­nacht mit einem großen Gelage.
1. Gang: Spieße mit Salat.
2. Gang: Würs­tel mit Baguette.
3. Gang: Rip­pchen mit Kroketten.

Am Ende bin ich mega gemopselt und kann kaum mehr pusten. Trotz­dem ver­putzt der Rest noch ein weit­eres Steak. Nach dem Essen sind wir ordentlich müde, aber es sind noch ein paar Stun­den bis Mit­ter­nacht durchzuhal­ten. In Aus­tralien wird es so fürchter­lich früh dunkel, um 18 Uhr geht bere­its die Sonne unter, was für Som­merzeit etwas selt­sam ist. Komis­che Zeit­ein­teilung haben die Aussies. Zwis­chen­durch gibt es Feuer­w­erk. Zum Zeitvertreib spie­len wir mit drei viet­name­sis­chen Aus­traliern eine Art Trinkspiel, ohne uns dabei allerd­ings zu betrinken. Wir gehen noch zum Strand, stoßen um Mit­ter­nacht an und gehen dann ins Bett. Feuer­w­erk um Mit­ter­nacht gab es nicht. Alles anders in Downunder.

Neujahrssurf

Wie fängt man bess­er das neue Jahr an als mit einem Surf­tag? Richtig, mit einem dick­en Früh­stück. Wir lassen uns nicht lumpen und es gibt Pfannkuchen, Schokobana­nen und Baguette. Erst danach gehen wir sur­fen, dies­mal am Rain­bow Beach. Es weht ein stark­er Wind von der Seite und es gibt wieder eine stärkere Seit­en­strö­mung. Es ist dadurch recht anstren­gend auch nur ein paar Meter rauszuge­hen und das obwohl man noch ste­hen kann. Die Wellen kom­men kurz hin­tere­inan­der und wer­fen einen immer wieder zurück. Wir sur­fen daher nur die bere­its ange­broch­enen Wellen am Ufer. Das klappt ganz gut und wir kön­nen einige Wellen surfen.

Nach drei bis vier Wellen hat uns die Strö­mung jedoch so weit abgetrieben, dass wir die Boards wieder ein gutes Stück zurück­tra­gen müssen. Dadurch ist es sehr anstren­gend heute und wir müssen viele Pausen machen. Ein­fach auf dem Surf­brett im Wass­er sitzen und auf Wellen warten wie in Bali ist hier nicht möglich. Wegen des starken Winds ist neben Weißbrot, Sala­mi und Käse auch Sand ein wesentlich­er Bestandteil unseres Mittagsessens.

Am späten Nach­mit­tag fahren wir zu einem kosten­losen Camp­ing­platz, der sehr schön ist und auf dem einige Hüh­n­er herumspazieren. Hier ergreife ich die Gele­gen­heit, im wahrsten Sinne des Wortes, und halte das erste Mal ein Hüh­nchen in meinen Hän­den — so als Stadtkind schon was beson­deres. Die Nacht ist ster­nen­klar und wir kön­nen sog­ar Stern­schnup­pen über uns hin­weg huschen sehen.

Tiersichtungen im National Park Noosa Heads

Am näch­sten Mor­gen ver­ab­schieden wir uns von Marie-Line und Benoît. Während sie nach Nor­den weit­er­fahren, fahren wir wieder zurück nach Noosa und gehen in den Nation­al­park von Noosa Heads. Es dauert mal wieder ewig bis wir einen Park­platz find­en. Ganz Aus­tralien scheint es an die Strände zu drän­gen! So müssen wir zwei Kilo­me­ter laufen bevor wir in den Nation­al­park gelan­gen. Der Weg führt uns aber am Strand ent­lang und dann über Holzplanken.

Dann ste­hen wir am Queens­land Park und Wildlife Ser­vice­cen­ter und damit am Ein­gang des Parks. Wir kaufen uns Wass­er und ein Eis um bestens gerüstet zu sein für den weit­eren Marsch. Es gibt mehrere Wege den Park zu erkun­den, wir entschei­den uns dafür an der Küste ent­lang zu gehen. Auch weil es auf dem Weg einen Koala zu ent­deck­en geben soll. Der Weg führt uns meist im schat­ti­gen Wald an der Küste ent­lang und vom Meer her weht eine angenehme küh­le Brise. Immer wieder kom­men wir an sandi­gen Strän­den vor­bei wo gebadet und gesurft wird. Richtige Wellen gibt es aber nicht. Ein Großteil der Küste ist sehr fel­sig und die Bran­dung schlägt stark gegen die Steilhänge.

Am “Boil­ing Pot” kön­nen wir beobachen wie sich der Wasser­stand in einem Loch in Sekun­den um mehrere Meter ändert. Wir kom­men zu der Stelle wo der Koala sitzen soll, find­en ihn aber lei­der nicht. Am soge­nan­nten Dol­phin Point sehen wir auch keine Delfine, aber dafür eine Schild­kröte, die an der Wasser­ober­fläche treibt. Wir beobacht­en sie lange bis sie unter­taucht und sich unser­er Sicht entzieht.

Wir been­den den Weg am Hell’s Gate, wo das Meer eine Schlucht in die Küste gefressen hat und das Wass­er wild darin tobt. Daneben begin­nt die Alexan­dria Bay, wo die Wellen mit viel Sauer­stoff im Wass­er brechen, sodass man glauben kön­nte das Meer sei mit Milch­schaum über­zo­gen. Wir kön­nen auch noch weit­ere Schild­kröten und auch Delfine sehen, die im Meer herum schwim­men. Es ist schon spät und wir haben für den Weg viel länger gebraucht als geplant, denn immer wieder muss man ste­hen bleiben und die wun­der­schö­nen Aus­blicke genießen.

Auf dem Rück­weg kom­men uns einige Surfer ent­ge­gen und wir kön­nen auch unseren Koala sehen. Wie beschrieben sitzt er in einem Baum in der Nähe des Toi­let­ten­häuschens bei der Tea Tree Bay. Er sitzt jedoch so weit oben und gut getarnt, dass er deshalb nur schw­er zu ent­deck­en ist.

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