Australien: Tauchen am Ningaloo Reef

Posted: 6. September 2018

In Exmouth machen wir ins­ge­samt acht Tauchgänge: Am berühmten Navy Pier ler­nen wir den ort­san­säs­si­gen fre­undlichen Riesen­za­ck­en­barsch ken­nen, am Ninga­loo Reef begeg­nen wir Haien und Schild­kröten und bei den Muiron Islands stat­ten uns Delfine einen Besuch ab. Mit viel Glück kön­nen auch Man­tas, Wal­haie, Dugongs und ver­schiedene Haiarten gesichtet wer­den. Zahlre­iche traumhafte Tauchspots kön­nen als Tage­sauflug von Exmouth erre­icht wer­den. Das Ninga­loo Reef ist noch ein echter Geheimtipp und im Ver­gle­ich zum Great Bar­ri­er Reef voller Leben.

Das Unterwasserparadies am Navy Pier

Der berühmteste Tauchspot in Wes­t­aus­tralien ist der Navy Pier. Exmouth Grün­dungs­geschichte geht auf eine amerikanis­che U-Boot-Basis aus dem zweit­en Weltkrieg zurück. 1960 kamen dann die riesi­gen Kom­mu­nika­tions-Sende­mas­ten hinzu um die herum sich allmäh­lich eine Stadt bildete.

Nun befind­et sich die aus­tralis­che Marine auf dem Gelände und es ist somit für die Öffentlichkeit nicht erre­ich­bar. Auf­grund des eingeschränk­ten Zugangs und der weni­gen Nutzung des Navy Piers kon­nte sich das Unter­wasser­leben hier kom­plett ent­fal­ten . An den Met­all­struk­turen der Brücke hat sich ein kün­stlich­es Riff gebildet, das gerne von Haien und aller­lei ungewöhn­lichen Arten fre­quen­tiert wird. Von Land aus sieht der 300m lange Pier eher unspek­takulär aus, aber Unter­wass­er zeigt sich ein wahres Paradies für marines Leben. Auf ein­er kleinen Fläche find­et sich eine erstaunliche Bio­di­ver­sität. Hier kann man nur mit einem Tauchunternehmen tauchen, von denen nur jew­eils eins die aktuelle Lizenz dafür innehat. Aktuell ist das Dive Ninga­loo.

Der Navy Pier ist ein Tauch­gang vom Ufer aus und sehr von den Gezeit­en abhängig. Es gibt nur ein kurzes Zeit­fen­ster in dem der Tauch­gang stat­tfind­en kann, weshalb alles dementsprechend schnell gehen muss. Wir watscheln mit der Aus­rüs­tung zum Strand hinüber und schwim­men hin­aus, was ein biss­chen dauert.

Dann tauchen wir in eine andere Welt ab. Über­all um uns herum wuseln Fis­che. Ein großer Zack­en­barsch begrüßt uns fre­undlich, Shrimps winken uns aus ihren Löch­ern zu, Nack­tsch­neck­en und Plat­twürmer schle­ichen am Boden herum. Ein Okto­pus verkriecht sich in einem Loch vor uns, ein Tep­pich­hai chillt auf einem Stein. Gut getarnte Angler­fis­che, Krokodil­f­sche und Ster­nen­guck­er ver­steck­en sich vor unseren Blick­en. Ein Weißspitzen­riffhai schwimmt vor­bei und Feuer­fis­che wuseln über den Boden. Rifff­is­che wie Fle­d­er­maus­fis­che, Fal­ter­fis­che, Kaiser­fis­che und Drück­er­fis­ch­er umkreisen uns. Ein hier endemis­ch­er Schilder­wels flitzt kurz durch unser Blick­feld.

Lei­der stirbt hier meine Sony Kam­era, da mein Unter­wasserge­häuse nicht richtig ver­schlossen ist, weshalb ich nur ein GoPro Video habe:


Auch ein Nacht­tauch­gang am Navy Pier ist zu empfehlen. Neben den üblichen Bewohn­ern des Piers gesellen sich Krabben, Gar­ne­len und Feuer­fis­che dazu. Sog­ar eine riesige Schild­kröte besucht uns und der BFG (Big Friend­ly Grouper) ist beson­ders zum Kuscheln aufgelegt, was dur­chaus das eine oder andere Mal einen kleinen Schreck­en ein­jagt. Wir kön­nen ihn beim Jagen im Schein unser­er Taschen­lam­p­en beobacht­en und wir kön­nen sog­ar hören wenn der riesige Barsch sein Maul schließt um einen Fisch zu schnap­pen.

Haie und Schildkröten am Ningaloo Reef

Das Ninga­loo Reef erstreckt sich auf über 260km und ist somit das zweit­größte Riff in Aus­tralien nach dem Great Bar­ri­er Reef. Es ist zwar weniger bunt als sein großer Brud­er, wartet aber mit deut­lich mehr Leben auf. Zu bes­timmten Jahreszeit­en ist es sog­ar möglich Wal­haie, Man­tas und Buck­el­wale zu sehen.

Am Ninga­loo Reef tauchen wir an zwei Spots: Bliz­zard Ridge und Labyrinth. Auch hier sprudelt das Riff vor Leben. Am Ninga­loo Reef endemis­che Viel­gepunk­tete Schilder­welse begeg­nen uns mehrfach. Bunte Nack­tsch­neck­en erwarten uns in allen For­men und Far­ben; einige von ihnen habe ich noch nie zuvor gese­hen. Tausende von Glas­fis­chen wuseln um uns herum. Murä­nen und Okto­pusse schauen aus ihren Löch­ern her­aus. Bunte Fangschreck­enkreb­se wuseln erschrock­en vor uns davon. Weißspitzen­riffhaie, Zack­en­barsche und Schild­kröten schwim­men zwis­chen Hartko­rallen.

Die Korallengärten von Muiron Islands

Nur neun neun Kilo­me­ter von Exmouth ent­fer­nt befind­en sich die Muiron Islands. Hier ergibt sich ein völ­lig neues Bild, da sich das Riff auf der anderen Seite der Hal­binsel befind­et als das Ninga­loo Reef. Hier gibt es eine Vielfalt an Weichko­rallen, Gor­gonien und Schwäm­men. Durch manche Koral­len­for­ma­tio­nen kann man sog­ar durch­schwim­men. Die riesi­gen Koral­lengärten hier sind schon ein High­light an sich, aber zusät­zlich wer­den diese Korallen noch von aller­hand Lebe­we­sen fre­quen­tiert. Schulen von Bar­raku­das, Schnap­pern, Glas­fis­chen und Fusilieren wuseln um uns herum. Bunte Nack­tsch­neck­en bedeck­en die Korallen, Sko­r­pi­onfis­che ver­steck­en sich an Felsen und blau gepunk­tete Rochen schwim­men herum.

Knal­lkreb­se gehen eine Sym­biose mit Grun­deln ein, die für sie die Umge­bung im Auge behal­ten. Über­all find­en sich bunte Wei­h­nachts­baumwürmer, die sich beim Näherkom­men schnell zurück ziehen. Auch hier wuseln wieder die beson­deren Schilder­welse über den Meeres­bo­den. Gar­ne­len und Flusskreb­se winken uns mit ihren Füh­lern zu. Riesige Dor­nenkro­nenseesterne leucht­en lila zu uns herüber. Und zum Abschluss unseres let­zten Tauch­gangs stat­ten uns sog­ar noch Delfine einen Besuch ab.

Die Muiron Islands sind neben dem Navy Pier mein Lieblingstauchge­bi­et und wir ver­brin­gen vier Tauchgänge an ver­schiede­nen Spots hier: Whale Bone, Aquar­i­um und East Side Bombies.

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