Australien: Weihnachten zwischen Traumstränden

Posted: 24. Dezember 2015

Die Whit­sun­day Islands beste­hen aus einem Archipel aus 74 Inseln, die in vom Great Bar­ri­er Reef geschützten azur­blauen Gewässern liegen. Der bekan­nteste und vielle­icht schön­ste Strand mit feinem weißem Sand ist der White­haven Beach, der bekan­nt für seine wirbel­nden Sand­muster im Wass­er ist. Am besten erkun­det man die Whit­sun­days auf einem Boot. Wir tun dies an Board eines Kata­ma­ran über Wei­h­nacht­en. Mal was anderes als Glüh­wein unterm Wei­h­nachts­baum und Schnee vor dem Fen­ster.

Mor­gens fahren wir zum Strand und machen einen lan­gen Spazier­gang am Alva Beach. Direkt am Ufer sehen wir ein paar sehr kleine Fis­chschwärme. Auf unser­er anschließen­den Fahrt nach Süden hal­ten wir an einem Aus­sicht­spunkt und überblick­en die Land­schaft. Bis auf ein paar Hügel ist es sehr eben und grün. Es ist Zuck­er­rohrland und Massen des süßen Gewächs wer­den hier abge­baut.

Buchung einer Whitsunday Tour

Wir erre­ichen Air­lie Beach, von wo aus wir die Whit­sun­day Inseln erkun­den wollen, was sich als gar nicht so ein­fach her­ausstellt. In der Wei­h­nacht­szeit ist alles ziem­lich aus­ge­bucht. Am Ende haben wir Glück und kön­nen sich und zwei let­zte Plätze auf ein­er dre­itägi­gen Kata­ma­ran­tour sich­ern. Man kön­nte auch tauchen, aber ein Tauch­gang dauert nur 30 Minuten und ist dafür zu teuer. Bei unserem Trip ist Schnorcheln inklu­sive, das reicht uns dann.

Wir suchen uns zwei Bet­ten in einem Hos­tel und machen Würs­tel mit Kraut und Kartof­fel­stampf zum Aben­dessen. Fast wie daheim.

Erster Tag der Bootstour durch die Whitsundays

Am näch­sten Vor­mit­tag geht es schon los auf unsere Boot­s­tour. Mit uns an Board sind zwei kaum englis­chsprechende chi­ne­sis­che Paare, ein ital­ienis­ches Arzt­paar in den Flit­ter­wochen, zwei junge Schweiz­erin­nen, eine etwas schwierige Französin, eine Britin und einige aus Irland stam­mende Aus­tralier. Ein­er von ihnen hat für die drei Tage einen ansehn­lichen Bier­vor­rat dabei. Die Mannschaft beste­ht aus einem jun­gen Kapitän mit Wis­chmoppfrisur namens Moxi und zwei weit­eren Mitar­beit­ern, die sich um den Rest küm­mern.

Die Crew erk­lärt uns das Boot und weist uns die Schlaf­plätze zu. Wir haben eine “Kabine” im vorderen Teil des Schiffes und sind durch einen Vorhang von den zwei Schweiz­erin­nen getren­nt. Einige schlafen oben, wo sich die Tis­che zu bet­ten umk­lap­pen lassen. Das Boot ist nicht sehr groß für 18 Leute, stellt sich dann aber doch als prob­lem­los her­aus, da man öfter nicht an Board ist oder es sich schlichtweg verteilt. Vorne an Deck befind­en sich Liege­flächen und sog­ar ein klein­er Whirlpool.

Nach etwa zwei Stun­den und Wraps zum Mit­tagessen erre­ichen wir unsere erste Schnorchel­stelle. Zuerst wer­den die Tauch­er auf ein anderes Boot gebracht, dann ziehen wir unsere Stinger­suits an, die uns vor bösen Quallen beschützen sollen und bekom­men Masken, Schnorchel und Flossen. Mit dem Schlauch­boot fährt man uns zum Riff. Schon vom Boot aus sehen wir die ersten Fis­che. Wir sprin­gen hinein und sehen viele Korallen und Fis­che. Vor allem sehen wir große Papageien­fis­che, die Einzel­teile vom Koral­len­riff abzupfen, was man unter Wass­er deut­lich hören kann. Am Boot schwimmt eine große Mardi­wrasse, denn unser Kapitän Moxi wirft fleißig Fut­ter vom Schlauch­boot ins Wass­er.

Nach etwa ein­er hal­ben Stunde fährt er die anderen Schnorch­ler wieder zum Boot zurück, während wir noch weit­er schnorcheln und eben­falls nach ein­er weit­eren hal­ben Stunde auf das Boot ist zurück kehren. Wir wollen auch die Tauch­er abholen, aber die waren noch nicht ein­mal im Wass­er, da sie die let­zte Gruppe sind und es offen­bar zu wenig Tauchguides gibt. Zurück zum am Kata­ma­ran ver­suchen wir uns am Steh­pad­deln. Bei mir klappt es auf Anhieb sehr gut, die Bal­ance ist alles. Alex hat so seine Schwierigkeit­en und lan­det ein paar Mal im Wass­er. Ich fahre sog­ar mit Moxi prob­lem­los zu zweit, als ich das mit Alex ver­suche scheit­ert es aber eher.

Als die Tauch­er wieder an Board sind, leg­en wir ab und suchen uns einen Anker­platz für die Nacht. Das Aben­dessen wird serviert: Es gibt BBQ Hüh­nchen, Salat und Kartof­feln. Der Son­nenun­ter­gang ist malerisch. Durch das Licht am Heck des Boots wer­den in der Dunkel­heit kleine Fis­che ange­lockt welche größere Fis­che anlock­en welche wiederum ein paar kleine Riffhaie anlock­en. Moxi ver­sucht einige der größeren Fis­che zu fan­gen oder sog­ar einen Hai an die Angel in zu bekom­men, bleibt aber erfol­g­los. Wir kön­nen die Fis­che und Haie aber gut beim Jagen beobacht­en. Ein schön­er erster Tag!

Der berühmte Whitehaven Beach

Schon um sieben Uhr mor­gens wer­den wir geweckt. Es gibt Früh­stück: Müs­li, Nutellabrote und Veg­emite, der ikonis­che aus­tralis­che Bro­tauf­strich den kein­er auss­er den Aus­traliern ern­sthaft essen kann. Heute wollen wir den White­haven Beach besuchen welch­er für seine sich ständig ändern­den Sand­muster bekan­nt ist. Auf der zweistündi­gen Fahrt dor­thin machen wir nochmal ein Schläfchen.

Wir wer­den mit einem schlauch­boot an einem ste­in­strand aus­ge­set­zt. Der berühmte Strand liegt auf der anderen Seite der Insel. Auf einem Busch­p­fad gehen wir den Hügel der Insel hin­auf bis wir zu ein­er Aus­sicht­splat­tform gelan­gen. Unter uns liegt der White­haven Beach. Die Flut ist im Moment jedoch sehr hoch und die Sand­muster daher unter Wass­er. Ausser­dem ist es bewölkt weshalb das Farb­spiel der Blautöne des Wassers zusam­men mit dem weis­sen Sand kaum zur Gel­tung kommt. Der Anblick ist also eher ent­täuschend, weit weg vom Postkarten­mo­tiv. Wir gehen zum Strand hin­unter. Der Sand hier ist der ange­blich fein­ste der Welt und fühlt sich mehr wie Pud­erzuck­er als wie Sand an. Wir sollen auf sämtliche elek­tro­n­is­chen Geräte wie die Kam­era auf­passen, da der feine Sand ihnen schnell den Garaus machen kann. Dage­gen haben wir Plas­tik­beu­tel bekom­men in denen wir unsere Wert­sachen ver­wahren.

Wir erkun­den den Strand und gehen auf ein­er hak­en­för­mi­gen Sand­bank ent­lang, die weit ins Wass­er hinein führt. Das Wass­er zieht sich ger­ade zur Ebbe zurück und die Sand­bank wird immer bre­it­er. Auss­er uns sind noch viele andere Men­schen hier, einige tra­gen Wei­h­nachtsmützen. Schon ein selt­samer Anblick. So richtig nach Wei­h­nacht­en fühlen wir uns gar nicht, dabei ist heute der 24. Dezem­ber, also für uns Wei­h­nacht­stag. Inter­es­san­ter­weise scheinen Deutsch­land neben Öster­re­ich und Schweiz die einzi­gen Län­der zu sein, deren Wei­h­nacht­stag schon am 24. Dezem­ber stat­tfind­et. Für alle unsere Mit­fahrer ist jeden­falls der 25. Wei­h­nacht­en.

Zurück am Strand auf spie­len wir mit dem ital­ienis­chen Paar, mit dem wir uns auf dem Boot am besten ver­ste­hen, Fris­bee und wer­fen uns einen Rug­by zu. Gegen Mit­tag gehen wir alle zusam­men nochmal zum Aus­sicht­spunkt hoch. Durch die sich ankündi­gende Ebbe ist mehr Sand zu sehen, die Sonne ver­steckt sich aber lei­der noch immer. Dafür bietet die Französin eini­gen Unter­hal­tungswert indem sie über dies und jenes jam­mert. Mein Favorit ist als sie wie ein aufgescheucht­es Huhn durch die Gegend läuft und allen verkün­det, dass ihre Schuhe weg seien und doch alle helfen soll­ten sie zu suchen, denn “I can’t walk with­out my Birken­stock!” Her­rlich.

Wir gehen wieder hin­unter zum Ste­in­strand, den Moxi “Shit­ty Beach” nen­nt, der aber für unsere Ver­hält­nisse doch ein schön­er Strand ist. Aus­tralis­che Stan­dards sind eben höher. Hier wer­den wir wieder abge­holt und zurück auf dem Boot kön­nen wir einige Meer­ess­child­kröten beobacht­en die in der Bucht herum­schwim­men.

Wir fahren weit­er zu unser­er zweit­en Schnorchel­stelle und machen uns auf dem Weg Sand­wich­es. Ich sitze mal wieder als erste im Schlauch­boot und warte ungeduldig darauf dass wir endlich los­fahren. Ich will schnorcheln!

Beim Boot sehen wir einem Giant Treval­ly und einen etwas kleineren sil­ber­nen Treval­ly. Blitzschnell flitzen sie durch uns hin­durch und ver­suchen das vom Boot aus­ge­wor­fene Fut­ter zu ergat­tern. Das Fut­ter lockt auch zwei große Mar­di Wrasse an. Wir find­en ausser­dem einen Muschelkrebs und Seesch­neck­en neben den vie­len bun­ten Fis­chen um uns herum. Wir sind mal wieder die let­zten im Wass­er und schwim­men direkt zum Kata­ma­ran zurück. Wir fahren weit­er zu dem Platz für die Nacht.

In der Nähe befind­et sich noch ein kleines Riff und Alex geht mit dem Ital­iener nochmal zum Schnorcheln raus, ich folge mit einem Standup Pad­del­board. Bis auf ein paar Shrimps ent­deck­en sie allerd­ings nicht viel, denn die Sicht ist schlecht. Zurück auf dem Boot erleben wir einen wun­der­schö­nen Son­nenun­ter­gang. Es gibt Steaks und Würs­tel zum Aben­dessen. Im Licht des Bootes jagen Trevallys nach kleinen Fis­chen. Wir trinken unseren Wein und machen es uns zu zweit im Whirlpool an Deck gemütlich. Ein per­fek­ter Tag let­zter Abend an Board!

Zurück aufs Festland

Wieder wer­den wir um sieben Uhr geweckt. Es ist der 25. Dezem­ber und somit Wei­h­nacht­stag und Alex hat sog­ar ein Geschenk für mich. Er hat tat­säch­lich noch ein neues Surf­shirt für mich aufgetrieben! Wir früh­stück­en und ziehen dann unsere Schnorchel­sachen an. Wir schnorcheln direkt vom Boot aus nach­dem wir von ganz oben ins Wass­er gesprun­gen sind. Im Wass­er sind viele Schweb­stoffe und die Sicht ist daher ziem­lich schlecht. Ger­ade als wir die ersten Koral­len­felsen erre­ichen, wer­den wir zum Boot zurück beordert. Wir müssen able­gen, damit wir pünk­tlich zurück in Air­lie Beach sind. Doof, wegen der fünf Minuten hät­ten wir gar nicht erst rauss­chwim­men müssen.

Auf der zweistündi­gen Rück­fahrt chillen wir auf dem Deck. Gegen 10 Uhr sind wir wieder am Fes­t­land. Wir ver­ab­schieden uns und gehen zum Auto. Wir essen Mit­tag bei McDonald’s, schlichtweg weil wegen dem Wei­h­nacht­stag nichts anderes offen hat. Dann fahren wir weit­er nach Süden. Wir fahren zu einem Wasser­fall, von dem allerd­ings nicht viel zu sehen ist. Er hat ein­fach kein Wass­er! Mehr als ein Tüm­pel unter ihm ist nicht zu sehen. Wir sehen uns noch zwei Strände auf dem Weg an. Neben den üblichen Qual­len­war­nun­gen gibt es auch eine Krokodil­war­nung. Wir bleiben lieber ein paar Meter vom Ufer ent­fer­nt.

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