Bärenbeobachtung in Slowenien

Slowenien: Bärenbeobachtung und Höhlen in der Karstlandschaft

Posted: 24. August 2017

Zu Anfang unser­er Slowe­nien Reise ver­schlägt es uns in die wenig besuchte Karst­land­schaft. Charak­ter­isch für diese Gegend sind die zahlre­ichen Höhlen. Die im Loš­ka Dolina Tal großflächig vork­om­menden Buchen­mis­chwälder sind außer­dem her­vor­ra­gende Leben­sräume für Braun­bären. Hier lassen sich wilde Bären beobacht­en, denn ihre Dichte ist in den hiesi­gen Wäldern sehr hoch. Etwa 700 Bären sollen hier leben. Tat­säch­lich sind ganze 58% von Slowe­niens Fläche mit Wald bedeckt.

In Slowe­nien find­en sich hin­ter jed­er Ecke magis­che Land­schaften. Die soge­nan­nte “Grüne Karst Region” ist eine Art Mikrokos­mos mit Bergen, Tälern, Wei­den, Seen und Flüssen. Hier gibt es ver­schwindende Seen je nach Wasser­stand und viele Höhlen zieren die Land­schaft und warten nur darauf vom Besuch­er erkun­det zu wer­den. Karst entste­ht wenn lös­liche Gestein­sarten wie Kalk­steine oder Salzgesteine durch Kohlen­säure (Anwe­sen­heit von Wass­er und Kohlen­diox­id) ver­wit­tern und sich so charak­ter­is­tis­che For­men, unterirdis­che Gänge und Höhlen bilden. Das Wort “Karst” stammt sog­ar aus dem Slowenis­chen und wird inter­na­tion­al für diese Gesteins­form ver­wen­det. In den dadurch entste­hen­den Höhlen lebt auch ein faszinieren­des Lebe­we­sen, das nur in der Karstre­gion der östlichen Adria vorkommt: Der Grot­tenolm. Er sieht aus wie ein aalähn­lich­er Fisch mit spatelför­mi­gen Kopf, ist aber tat­säch­lich ein Lurch. Ihre Augen sind funk­tion­s­los und sie kön­nen Licht über einen Haut­lichtsinn wahrnehmen. Außer­dem haben sie eine durch­sichtige, rosa schim­mernde Haut.

Unser Ziel ist das kleine Dorf Lož in der Region Loš­ka Dolina. Wir kom­men früh an und haben vor unser­er geplanten Bären­beobach­tung am späteren Nach­mit­tag noch Zeit. Zuerst steuern wir die kleine Touris­ten­in­for­ma­tion in Lož an. Fre­undlich wer­den wir von zwei net­ten Damen emp­fan­gen. Die Karst­land­schat ist nicht ger­ade ein Touris­ten-Hotspot und so sind sie hochmo­tiviert uns die Sehenswürdigkeit­en der Gegend darzule­gen. Außer­dem zeigen sie uns wie die Fall­en zum Fan­gen der Sieben­schläfer funk­tion­ieren, die hier als Delikatesse gel­ten. Heute wer­den sie aber nur noch ein­mal im Jahr, im Herb­st, gefan­gen und nur dann gibt es Gele­gen­heit Sieben­schläfer zu verkösti­gen.

Križna Höhle

Wir nutzen die Zeit bis zur Bären­beobach­tung um die Höh­le Križ­na zu besuchen. Križ­na Jama bedeutet soviel wie Kreuzhöh­le. Täglich kann man diese Höh­le zu bes­timmten Zeit­en besichti­gen, die als einzige touris­tis­che ohne elek­trisches Licht aus­ges­tat­tet ist. Als Aus­rüs­tung bekom­men wir ein Paar Gum­mistiefel, da es in der Höh­le feucht wer­den kann. Während es draußen som­mer­liche Tem­per­a­turen hat, liegt die Höh­le ganzjährlich kon­stant bei 8° C und schon wenn man sich ihr nähert wird es deut­lich küh­ler, weshalb wir uns warm einge­mum­melt haben. Eine Treppe führt uns in die Höh­le hinein und wir wer­den mit großen Lam­p­en mit­samt Akku aus­ges­tat­tet. Die Križ­na Höh­le ist 8,8km lang und bein­hal­tet 22 unterirdis­che Seen. Außer­dem ist die Höh­le für ihre fos­sillen Höh­len­bär-Knochen­funde und ihre große Arten­vielfalt unterirdis­ch­er Tier­welt bekan­nt.

Wir gehen tiefer in die Höh­le hinein und leucht­en sie mit unseren Lam­p­en aus. Wir durch­schre­it­en großen Säle und unser erster Stop ist an ein­er kleinen Vit­rine, die den Schädel des aus­gestor­be­nen Höh­len­bärens zeigt. Darauf der Schädel eines heuti­gen Braun­bären im Ver­gle­ich. Der Schädel des Höh­len­bären ist um ein Vielfach­es größer. Sie kon­nten eine Länge von 3,5m und eine Schul­ter­höhe von 1,7m erre­ichen, was heute kaum vorstell­bar ist. Höh­len­bären waren Veg­e­tari­er und haben sich hier­her im Win­ter zum Win­ter­schlaf zurück­ge­zo­gen. An diesem Punkt dringt bere­its kein Tages­licht mehr in die Höh­le, deren Wände mit Tropf­steinen bedeckt sind. Wir fol­gen einem unterirdis­chen, momen­tan aber trock­e­nen, Fluss bis zum ersten See.

Hier steigt unsere Gruppe in ein Schlauch­boot und unser Guide fährt uns ein wenig in der Höh­le herum. Beina­he geräusch­los gleit­en wir durch das Wass­er. Wir schal­ten unsere Lam­p­en aus. An der Unter­seite des Boots ist eine Beleuch­tung ange­bracht und so wird die Umge­bung nur von diesem schwachen Licht erleuchtet. Wenn alle im Boot schweigen hören wir nur das Plätsch­ern des Pad­dels und des unterirdis­chen Flusses. Die Boots­fahrt dauert nicht lange und bald kehren wir an den kleinen Steg zurück.

Die Höh­le führt eigentlich noch weit­er und es gibt weit­ere Seen, die durch Gänge miteinan­der ver­bun­den sind. Unsere kurze Tour endet am ersten See, es gibt aber noch 21 weit­ere. Es gibt jedoch Cav­ing Möglichkeit­en um die weit­ere Höh­le zu erforschen und 13 Seen zu sehen. Dies erfordert allerd­ings vorherige Buchung und nur 1.000 Per­so­n­en sind im Jahr zuge­lassen. Im Win­ter kann man sog­ar den ganzen Tag in unter der Erde ver­brin­gen. Um die empfind­lichen Tropf­steine zu schützen ist dies aber nur 100 Per­so­n­en im Jahr vor­be­hal­ten.

Auf hal­ben Weg zurück führt der Guide ein kleines Exper­i­ment mit uns durch. Wir schal­ten die Lam­p­en aus. Es ist stock­dunkel und unsere Augen sind nicht in der Lage sich an die Dunkel­heit anzu­passen oder eir­gend­was zu erken­nen im Gegen­satz zu Kon­turen bei Nacht. Ich frage mich wie sich die Höh­len­bären ori­en­tieren kon­nten. Offen­bar nutzten sie dazu den Luft­strom, der durch die Höh­le führt. Da die Tem­per­atur der Höh­le kon­stant bei 8 °C liegt, steigt die Luft im Win­ter von der Höh­le ins Freie, da sie wärmer als die Außen­luft ist. Im Som­mer hinge­gen zieht die Luft von außen nach innen.

Noch ein­mal bleiben wir ste­hen und sehen an ein­er Wand viele Schmier­ere­in. Dort haben sich seit Anbe­ginn der Erkun­dung der Höh­le die Wis­senschaftler und Aben­teur­er verewigt, die die Höh­le erforscht haben.

Auf historischen Spuren in Gornje Poljane

In der Nach­barstadt Stari Trg nehmen wir ein Mit­tagessen ein bevor wir uns mit Jure tre­f­fen, der in der Touris­ten­in­for­ma­tion auf uns wartet. Wir fol­gen ihm nach Gorn­je Pol­jane zu sein­er uri­gen Hütte inmit­ten eines ver­lasse­nen Dorfs in den waldigen Hügeln. Auf der Schot­ter­straße hin­auf begeg­nen wir der Hin­ter­lassen­schaft eines Bärens, offen­bar von gestern Nacht. Heute mor­gen erst hat Jure ein paar Bären­jun­gen in der Nähe der Straße gese­hen.

Gorn­je Pol­jane ist ein kleines Dorf mit­ten im Wald. Jure besitzt dort auch ein Häuschen. Die Ein­wohn­er sind längst in die Städte gezo­gen, einige von ihnen kom­men aber regelmäßig hier­her zurück und manche hal­ten hier noch immer ihr Vieh. Wir parken unseren Bus neben dem Haus, da wir die heutige Nacht hier ver­brin­gen möcht­en.

Zunächst zeigt Jure uns sein Haus. Er erzählt, dass ihn manch­mal Bären besuchen kom­men, beson­ders dann wenn sein Wein Früchte trägt. Wölfe hinge­gen hat er nur zwei, dreimal in der Gegend gese­hen. Wir gehen zu sein­er Sche­une hinüber, wo er uns seine Samm­lung alter land­wirtschaftlich­er Geräte und Möbel zeigt. Einige der Gerätschaften sind uns zwar unbekan­nt, viele erken­nen wir aber von unseren Großel­tern. Jure sam­melt und restau­ri­ert die Gegen­stände mit großer Lei­de­nachaft und mit­tler­weile ist seine Sche­une gut damit gefüllt. Er zeigt uns ver­schiedene Werkzeuge und Haushalts­ge­gen­stände und erk­lärt wie früher damit gear­beit­et wurde.

Wir wan­dern ein kleines Stück den Berg hin­ter seinem Haus hin­auf zu ein­er alten kleinen Kapelle. Ein Gottes­di­enst find­et hier nur ein­mal im Jahr statt. Wir steigen auf den Kirch­turm hin­auf, von dem an guten Tagen bis zum Triglav schauen kann. Heute lei­der nicht.

Waldwanderung

Es fol­gt eine kleine Wan­derung durch den Wald der Umge­bung. Jure erzählt uns, dass auf­grund der Eigen­schaften des Karst­bo­dens hier nur schw­er Wass­er zu find­en ist, da das es in dem brüchi­gen Boden ver­sick­ert. Die Men­schen, die hier früher lebten, haben sich vor­wiegend von Reegen­wass­er ernährt, das von den Däch­ern aufge­fan­gen wurde.

Jure zeigt uns ein paar quergewach­sene Bäume und erk­lärt uns wie es zu diesem selt­samen Wuchs kam. Da die Bewohn­er früher nur schlechte Werkzeuge hat­ten mit denen es schw­er war einen Zaun zu bauen, haben sie junge Bäume umge­bo­gen und am Boden ver­ankert bis aus mehreren von ihnen ein Zaun enstand. Dieser schützte das Gemüse davor vor Rehen ange­fressen zu wer­den und das Wei­de­vieh vor Bären und Wölfen. Da die Bäume in dieser krum­men Stel­lung weit­ergewach­sen sind, sind die Gren­zen der Wei­den der ehe­ma­li­gen Bewohn­er auch heute noch an ihnen zu erken­nen. Him­beer­sträuch­er wach­sen über­all in Hülle und Fülle, an denen sich auch Bären gerne gütlich tun.

Jure erzählt uns von dem Sieben­schläfer und sein­er Jagd. Früher hat seine Fmi­lie in einem Win­ter 5.000 bis 6.000 Sieben­schläfer erlegt. Sie gal­ten als Nahrung wenn wenig Fleisch zur Ver­fü­gung stand und aus ihren Fellen wur­den Hüte und Män­tel gefer­tigt. Heute ist die Sieben­schläfer­jagd nur noch eine alte Tra­di­tion, die ein­mal im Jahr im Herb­st durchge­führt wird. Beim Zurück­ge­hen ver­lassen wir noch ein­mal den Weg und gehen in den Wald hinein. Jure zeigt uns eine kleine Loch in dem die Sieben­schläfer ihre Win­ter­schläfe ver­brin­gen. Ihre Höhlen gehen oft mehrere Meter tief in den Boden und selb­st in den großen unterirdis­chen Höhlen ist man schon auf Gänge von Sieben­schläfern gestoßen.

Ein slowenisches Abendessen

Wir machen es uns gemütlich während Jure unser Aben­de­sen zubere­it­et. In seinem Garten wach­sen Oregano, Hol­un­der und Minze. In einem kleinen Win­ter­garten trock­net er die ver­schiede­nen Kräuter um daraus Tee zu machen. Am wichtig­sten ist natür­lich der selb­st gebran­nte Schnaps von dem wir auch pro­bieren dür­fen — sowohl typ­is­ch­er Slivovic als auch Gin. Zum Aben­dessen bekomen wir typ­isch slowenis­che Gerichte. Wir starten mit ein­er Gemüs­esuppe, gefol­gt von einem Haupt­gang aus Hüh­nchen, Reh und Klobasa, die heimis­che Wurst. Dazu gibt’s Gemüse und Kartof­feln aus seinem eige­nen Garten. Beson­ders schmeckt uns die Sauce aus aus­gekochtem Gemüse und Wachold­er, die Jure zubere­it­et hat. Wir sind schon ziem­lich satt als Jure uns noch geback­ene Apfelkücherl mit Eis serviert.

Bärenbeobachtung in der Karst-Region

Kurz nach dem Essen wer­den wir von den zwei Jägern abge­holt, die uns die Bären zeigen sollen. Jäger sind hier eher wie Ranger, die sich für den Schutz der Bären ein­set­zen. Sie sind die Könige der Wälder, der Stolz eines jeden slowenis­chen Jägers. Zur Beute wer­den sie dabei eher sel­ten und so gel­ten Bären Stolz und Bewun­derung der Jäger.

Es han­delt sich um einen älteren Her­ren, der anscheinend der Jäger ist, und einem jun­gen Mann, der sehr gut Englisch spricht. Über hol­prige Wald­wege fahren wir tiefer in den Wald hinein. Regen hat einge­set­zt, aber das küm­mert die Bären nicht. Also auch uns nicht. Wir hal­ten und gehen in paar hun­dert Meter vom Weg ent­fer­nt zu einem Hoch­stand. Eine Stahltreppe führt auf den etwa 6–7m hohen Hochsitz. Über­raschen­der­weise ste­ht in dem keinen Stand eine Couch auf der wir es uns gemütlich machen. Aus einem kleinen Guck­loch sehen wir auf eine freie Waldlich­tung. Auf ihr verteteilt der Jäger bärige Leck­ereien wie Äpfel und Fleis­chstücke und ver­gräbt Schoko­lade.

Nun heißt es still sein. Der Jäger ver­schwindet wieder und so sitzen wir zusam­men mit dem anderen jun­gen Mann schweigend auf der Couch und star­ren auf die Lich­tung. Viel passiert nicht. Ein paar Eichel­häher fliegen her­an und bud­deln die ver­steck­ten Köstlichkeit­en aus. Zwei Stun­den lang passiert über­haupt nichts. Als einzige Abwech­lung zu den Eichel­häh­ern schauen ab und zu ein paar Tauben vor­bei. Unter uns hören wir zwar immer wieder Geräusche, sie kom­men aber von Eich­hörnchen, die sich im Hochsitz unter uns ihr Nest gebaut haben.

Langsam bricht die Dunkel­heit here­in und ich fürchte schon fast, dass sich kein Bär mehr blick­en lässt. Langsam wird’s auch unbe­quem und jed­er rankelt auf der Couch vor und zurück um in ein­er anderen Posiu­tion zu sitzen. Wir dösen so vor uns hin und dann kommt ein­fach so ein Bär aus dem Wald. Wir dacht­en er kündigt sich vielle­icht durch ein Rascheln an, aber laut­los erscheint er plöt­zlich auf der Lich­tung. “Ein Bär!” ruft Alex und wir sind alle wieder hellwach. Der Bär ist ein männlich­es Tier mit­tlerer Größe, vielle­icht 100–120kg schw­er.

Er ist alleine und tapst vor­sichtig über die Lich­tung, auf der Suche nach den Köstlichkeit­en. Am lieb­sten scheint er die Äpfel zu haben. Immer wieder schaut er ges­pan­nt auf und ich hoffe dass wir uns durch nichts ver­rat­en und er sich davon macht. Nur ein­mal schreckt er kurz auf und sprint­et ein paar Meter Rich­tung Wald, bleibt aber auf der Lich­tung. Er geht zu einem hin­teren Baum wo die Schoko­lade ver­steckt ist und bud­delt sie langsam aus. Es ist der am weit­sten ent­fer­nte Baum auf der Lich­tung und durch die ein­set­zende Dunkel­heit kön­nen wir den Bären bald nur noch schemen­haft erken­nen. Durch das Fer­n­glas kann man ihn jedoch aber noch über­raschend gut beobacht­en.

Bald kommt der Bär wieder weit­er nach vorne. Es wird immer schw­er­er ihn zu sehen, da es immer dun­kler wird und ohne Fer­n­glas sieht man ihn bald über­haupt nicht mehr. Als wir in der Ferne das Geräusch eines her­an­na­hen­den Autos hören, ver­schwindet der Bär langsam wieder im Wald. Der Jäger taucht wieder auf und bringt uns zurück zu Jures Hütte. Der Bär hat sich wirk­lich in den aller­let­zten Minuten unser­er Beobach­tungszeit blick­en lassen. Auch wenn es in der Däm­merung schw­er war ihn zu beobacht­en und Fotos zu machen, sind wir sehr glück­lich einen wilden Bären beobacht­en zu haben. In meinem Kopf schwirren in den näch­sten Stun­den nur noch Bärchen herum.

Dann ziehen wir uns in unseren Bus zurück und schlafen mit­ten in der Wild­nis ein, immer in der Hoff­nung die Geräusche eines Bärchens zu hören, das an unsere Bustür klopft.

Automa­tis­che Fut­ter­an­lage lernt die Bären an. Wir sitzen lange und star­ren auf die Waldlich­tung. Erst nach zwei Stun­den, als wir es schon fast aufgeben haben und ich so vor ich hindöse, schrecke ich hoch. Ein Bär kommt aus dem Wald. Wir beobacht­en ihn beim Ver­putzen der Leck­ere­in, offen­bar haben ihm die Äpfel es beson­ders ange­tan. Es han­delt sich wohl um einen jun­gen männlichen Bären. Gestern haben sie eine Bären­ma­ma und ihre zwei Jun­gen gese­hen. Wir schlafen bei Jures Haus, schön­er Ster­nen­him­mel über uns, lei­der kein Bärenbe­such in der Nacht.

Škocjan Höhlen

Von der Karst-Region Rich­tung Meer ist es nicht sehr weit zu den Škoc­jan Höhlen, die wir heute besuchen wollen. Die riesi­gen Škoc­jan Höhlen sind spek­takuläre unterirdis­che Kam­mern, die sich über 6km erstreck­en. Das Höh­len­sys­tem wurde vom Fluss Reka aus­ge­höhlt, der in den Höhlen ver­schwindet und erst in Ital­ien wieder auf­taucht bevor er sich ins Meer ergießt. Das ganze Jahr über herrschen hier 12°C.

Im Gegen­satz zu der Loš­ka Dolina Region bei den Bären herrscht hier großer Besucheran­drang und lange Schlangen mit hun­derten von Leuten ste­hen vor der Kasse. Später wird man jedoch in kleinere Grup­pen aufgeteilt, sodass das Erleb­nis dadurch nicht getrübt wird. Lei­der sind Fotos in der gesamten Höh­le nicht erlaubt, weshalb ich visuelle Ein­drücke nur vom Außen­gelände fes­thal­ten kon­nte.

Über einen Schot­ter­weg gehen wir hin­unter zum Ein­gang der Höh­le und durch einen Tun­nel erre­ichen wir die “Stille Höh­le”. Wun­der­volle Tropf­ste­in­for­ma­tio­nen sind hier zu sehen. Wir gelan­gen in die “Große Halle”, die 120m weit und 30m hoch ist und einen riesi­gen Sta­lag­miten in der Mitte bein­hal­tet. Den größten den ich je gese­hen habe. An der hin­teren Seite wächst er noch immer, was der hellen Farbe zu erken­nen ist. Dort wo Tropf­steine dunkel sind zeigt sich, dass kein Wach­s­tum mehr vorhan­den ist.

Das wahre High­light kommt aber erst noch als wir über Stufen hinab steigen und über eine Brücke 50m über­halb eines spek­takulären Abgrunds gehen. Hier hat der Rekafluss einen riesi­gen unterirdis­chen Canyon aus­ge­graben an dem Wege in die steilen Fel­swände gehauen sind. Rechts von uns geht es steil bergab. Die Beleuch­tung taucht die Szener­ie in eine mys­tis­che Atmo­sphäre. Man kommt sich vor wie mit­ten in “Reise zum Mit­telpunkt der Erde” von Jules Verne. Auch kann man noch die alten Wege aus­machen, die die ersten Höh­len­forsch­er genutzt haben. Wie ein waghal­siger Klet­ter­steig schlän­geln sich diese an den Fel­swän­den des Canyons ent­lang.

Die dama­li­gen Höh­len­forsch­er waren mit Kar­bid­lam­p­en unter­wegs, Gaslam­p­en, die man anzün­den kon­nte. Stellt euch mal vor ihr erkun­det eine fin­stere, nicht enden wol­lende Höh­le mit tiefen Abgrün­den und dann habt ihr als Licht nur eine explo­sives Gas­gemisch mit Feuer dabei, die im ungün­stig­sten Fall erlöschen kön­nte. Jeden Moment kann sich auch ein Bär beim einem Schläfchen gestört fühlen und wer weiß was hier son­st noch kreucht und fleucht. Bei all dem müsst ihr berg­steigerische Fähigkeit­en in der Dunkel­heit beweisen.

Als wir wieder ans Tages­licht gelan­gen strahlt die Sonne vom Him­mel und es ist heiß gewor­den. Es gilt nun aufwärts zurück zum Infor­ma­tion­szen­trum zu steigen. Dabei bekom­men wir wun­der­schöne Aus­blicke auf die Reka und den eingestürzten Teil der Höh­le, die ein tiefes Loch an dieser Stelle hin­ter­lassen haben in dem wir uns jet­zt aufwärts bewe­gen.


UNSER SLOWENIEN-ROADTRIP
Zum Teil 2 – Tasty Ljubl­jana
Zum Teil 3 – Aben­teuer Soča
Zum Teil 4 — Aben­teuer rund um Bled
Zum Teil 5 — Triglav, Bestei­gung eines 7 Sum­mits der Alpen


Über­nach­tung bei Jure
Tur­izem Jure in Gorn­je Pol­jane im Loš­ka Dolina
Kon­takt: T +386 (0)1 7057 606, M +386 (0)41 810 596, turizem.jure@gmail.com
Möglich im Camper, Zelt oder im Zim­mer

Križ­na Höh­le
Bloš­ka Poli­ca 7, 1384 Gra­ho­vo
1-h Besich­ti­gung des Trock­en­teils: täglich 11, 13, 15 und 17 Uhr, Ein­tritt 9€
Reservierung erforder­lich für die län­geren Touren (nur bei Hochwass­er möglich)
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Škoc­jan Höhlen
Matavun 12, SI-6215 Diva­ca
Preis für die Stan­dard Tour 16€ (Durch den unterirdis­chen Canyon), für bei­de 21€ (Unterirdis­ch­er Canyon & Der Reka ent­lang in die Unter­welt)
Täglich 10 Uhr, 13 Uhr, Juni-Sep­tem­ber zusät­zlich 11 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr, 16 Uhr, 17 Uhr, April-Okto­ber zusät­zlich 12 Uhr
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