Thailand: Goldener Prunk Bangkoks

Posted: 30. Dezember 2013 by Annika

In Bangkok ist es tiefe Nacht als wir lan­den. Lei­der fährt der geplante Zug (Air­port Rail Link) in die Stadt um diese Zeit gar nicht mehr, also sam­meln wir unsere erste Tax­ier­fahrung in Bangkok. Eine lange Fahrt später lan­den wir im Süden der Stadt in unserem Hos­tel und wer­den fre­undlich willkom­men geheißen. WLAN gibt’s auch — Home is where your wifi con­nects. Bangkok ist uns sofort sym­pa­thisch. Die Leute sind nett und hil­fs­bere­it und ger­ade nach der Erfahrung in Doha fühlt sich das sehr gut an. Wir fühlen uns sofort wohl.

Lei­der ver­mag ich es trotz wenig Schlaf in den let­zten 24h, nicht einzuschlafen. Es dauert so seine Zeit — mein Kopf hat soviel zu ver­ar­beit­en, dass ich erst­mal sortieren und fassen muss wo ich eigentlich bin. Durch Flu­greisen ist das Gefühl für Dis­tanzen dahin. Ger­ade waren wir doch noch in Berlin, dann schon Doha, dann Bangkok. Das alles an einem Tag. Nicht viel Zeit zum Anpassen. Dank Hör­spiel kann ich dann aber doch noch ein­schlafen ohne dass es für meine Nachtruhe arg bren­zlig wird.

Mor­gens früh­stück­en wir im Hos­tel. Wir haben fest­gestellt, dass wir den Bus nach Siem Reap einen Tag später als eigentlich geplant gebucht haben. Wir bekom­men von unser­er Hostelbe­sitzerin den Weg zur Bussta­tion erk­lärt um dort zu klären ob wir noch umbuchen kön­nen. Nicht weit­er drama­tisch, ver­brin­gen wir halt einen Tag mehr in Bangkok und müssen noch ein Hos­tel für die dritte Nacht organ­isieren, da unseres voll ist. Schade, das Baat Sathorn Hos­tel ist wirk­lich schön. Ruhige Gegend, grün­er Garten mit Liegestühlen und jun­gen Katzen mit blauen Augen.

Chatuchak Market

Wir begeben uns zum Sky­train (sozusagen Bangkoks S‑Bahn) und fahren bis zur End­sta­tion “Mo Chit” am Chatuchak Mar­ket von wo aus wir ein Taxi zur Bussta­tion Mo Chit nehmen (Same, Same, but dif­fer­ent). Dort erfahren wir was wir schon geah­nt haben — der Bus mor­gen nach Siem Reap ist bere­its voll, aber wir holen schon mal unsere Bustick­ets ab. Dann fahren wir mit dem Taxi zurück zum Chatuchak Mar­ket, einem quirli­gen Woch­enend­markt. Über 15.000 Stände befind­en sich auf diesem 18ha großen Platz.

Es ist unglaublich voll und die Schnäp­pchen­preise sind kaum zu fassen. Alle Arten von Klei­dung, Acces­soires, Essen und son­sti­gen Kleinigkeit­en sind hier zu find­en. Nach dem Start mit leck­erem Kokos­nus­seis, stürzen auch wir uns in den Schnäp­pchen­rausch. Ich hätte es nie für möglich gehal­ten wie gün­stig hier alles ist. Für 1–5€ bekommt man ein­fach alles. Ich bemerke, dass ich viel zu viel Sachen eingepackt habe, dafür dass man hier so gut einkaufen kann. Ich muss mich zügeln :) Ich werde hier zum Hip­pie-Mäd­chen mit bun­ten Mustern, lan­gen Röck­en und Blu­men im Haar. Ich find’s großar­tig. Wir essen Reis und Huhn zum Mit­tag inmit­ten der Stände auf dem Chatuchak Mar­ket und lassen unsere Shop­ping­tour mit ein­er Fuß­mas­sage ausklingen.

Chinatown

Mit der Metro fahren wir dann bis zur End­sta­tion Hua Lam­phong. Dort bekom­men wir an der Info die Bus­num­mer genan­nt, die uns zur Khao San Road bringt. Ohne die Info wäre das schw­er gewe­sen, denn Bus­pläne gibt es an den Hal­testellen nicht — lediglich die Num­mern ohne Angabe von Rich­tung oder Ziel. Auch die Hal­testellen sind namen­los, Ansagen gibt es nicht. Die Fahrt ist aben­teuer­lich. Mit dem rustikalen Bus geht es mit­ten durch Chi­na Town bis zur Nähe der Khao San Road, wo wir den kor­rek­ten Stop ver­passen und etwas zurück­laufen müssen. Wir steigen ein­fach da aus, wo eine andere Gruppe Reisender aussteigt, da wir glauben, dass die auch zur Khao San wollen (wohin sollte man son­st wollen?).

Chi­na Town und Umge­bung sind sehr lebendig. Über­all sind Straßen­verkäufe, ein Men­schengewühl, Blu­men­stände mit den typ­is­chen orange-gel­ben Blu­men. Ein faszinieren­des Gewirr. Auf der Khao San Road angekom­men, suchen wir uns etwas zu essen, dies­mal Pad Thai und während wir so an der Straße sitzen und unsere Nudeln ver­til­gen, dem Trubel zuschauend, betra­cht­en wir fasziniert den Pan­cake­stand vor uns, dessen Zubere­it­er fan­tastisch effizient und kun­stvoll eben­jene Pan­cakes her­stellt und brät, mit Bana­nen und Schokosauce gar­niert. Der Mann, der die Bestel­lun­gen ent­ge­gen nimmt (und ver­mut­lich auch der Besitzer), macht Scherze mit uns und will uns zu Pfannkuchen überre­den. Am Ende sind wir überzeugt. Wie leck­er die Pfannkuchen schmeck­en, sel­ten so gute gegessen!

Wir suchen dann ein Hos­tel nahe der Khao San Road auf um nach einem Platz für näch­ste Nacht zu fra­gen, da unser Hos­tel ja lei­der für den 30. Dezem­ber aus­ge­bucht ist. Das klappt auch und wir nehmen ein Taxi zurück zu unserem Hos­tel. Wir sitzen noch ein biss­chen draußen, quatschen mit dem Besitzer, der aus Frankre­ich kommt, und mit sein­er Thai-Frau nun dieses Hos­tel führt. Er war schon viel auf Reisen, hat bere­its in Syd­ney gelebt und hat­te ein­fach die Schnau­ze voll von dem nor­malen Leben. Wieder kann ich nachts nicht ein­schlafen, ich brauche bis 3 Uhr bis es klappt. Passt ja irgend­wie, da ist es 21 Uhr in Deutschland.

Bootsfahrt in die Stadt

Mor­gens besuchen uns die zwei Miezen in unserem Zim­mer, erkun­den, spie­len, posen. Dann nehmen wir ein Tuk Tuk zum Pier um mit dem Boot Rich­tung Khao San Road zu fahren. Vom Boot aus kön­nen wir Bangkok angenehm aus Flusssicht anschauen, vor­bei an teuren Hotels und ärm­lichen Gegen­den mit halb zer­fal­l­en­den Häusern an der Wasserfront.

Wat Mahathat

Wir genießen den Wind, der uns um die Nase stre­icht, steigen dann aber lei­der etwas ver­plant eine Sta­tion zu früh aus und nehmen wieder ein Tuk Tuk bis zur Khao San, lassen unser Gepäck im neuen Hos­tel und gehen dann zum Königspalast. Neben dem Königspalast befind­et sich der Tem­pel Wat Mahathat in dem Hun­derte Gläu­bige beten, Zer­e­monien mit gel­ben Blu­men, die es über­all ring­sherum zu kaufen gibt, abhal­ten. Räuch­er­stäbchen qual­men vor sich hin.

Königspalast

Von weißen Mauern umgeben liegt der Königspalast und der König­stem­pel Wat Phra Keo. Ein gold­en­er Prunk ergießt sich hier über­all. Beson­ders beein­druck­end ist der Wat Phra Keo, dessen Eingänge von großen Yaks bewacht wer­den. Im Zen­trum befind­et sich der Tem­pel in dessen Inneren ein mehrstu­figer Altar mit ein­er aus Jade beste­hen­den Buddha-Statue.

Die Schuhe wer­den vor dem Betreten eines Tem­pels immer aus­ge­zo­gen und man stellt oder hockt sich so hin, dass die Füße immer nach hin­ten zeigen, weg vom Bud­dha. Auch in Hos­tels, Gasthäusern oder Mas­sage­sa­lons zieht man die Schuhe aus bevor man das Haus betritt, was Teil der Thai Kul­tur ist und äußert respek­t­los wäre, wenn diese Regel mis­sachtet würde.

Auf dem Gelände des Wat Phra Keo befind­en sich weit­er­hin viele mythis­che gold­ene Wesen, halb Men­sch — halb Vogel oder halb Men­sch — halb Affe. Auch ein Mod­ell von Angkor Wat befind­et sich hier, auf­grund dessen dass Kam­bod­scha mal Vasal­len­staat Siams war. Wir freuen uns diesen berühmten Tem­pel bald schon im Orig­i­nal zu sehen. Man kann hier wirk­lich viel Zeit ver­brin­gen, sich die gestaffel­ten Däch­er, Details, Wand­malereien und gold­ene Pracht anschauen.

Khao San Road

Wir machen uns am späten Nach­mit­tag auf zurück zur Khao San Road, gehen in ein Restau­rant wo ich eins mein­er Lieblings­gerichte mumpfel — Kartof­fel-Koko­screme-Huhn-Cur­ry mit Reis — und dazu einen Frucht­shake genieße. Die Khao San ist ein Back­pack­er-Quarti­er mit einem Haufen Hos­tels, Bars, Restau­rants, Stän­den mit Essen und Klei­dung. Auch Leck­ereien wie Kak­erkalen, Sko­r­pi­one oder Frösche find­en sich hier schnell. Eine bunte Trav­eller­welt bre­it­et sich hier vor einem aus. Ein Kleid gönne ich mir noch sowie eine Rück­en­mas­sage, dann gehen wir zurück ins Hos­tel (allerd­ings nicht ohne vorher noch leck­eren Avo­ca­do-Saft mitzunehmen) und ruhen uns eine Runde aus.

Abends gehen wir nochmal raus und erkun­den die Umge­bung der Khao San Road. Nochmal Pan­cakes müssen sein, der Mann ist echt eine Attrak­tion. Es gibt zwar mehrere Stände, aber nur vor diesem drän­gen sich die Leute auf­grund sein­er Kun­st­fer­tigkeit. Wir tre­f­fen hier auch auf einen Deutschen der schon seit 25 Jahren in Bangkok lebt und diesen Pan­cake Mann sehr schätzt.

Auch hier gibt’s tolle Bars, gemütliche Lounges oder abge­fahrene Cock­tail­bars in umge­baut­en VW-Bussen. Ich erhan­del mir noch ein beson­ders schönes Paar Hava­ianas Flip Flops und dann gehen wir zurück ins Hos­tel. Mor­gen früh raus — auf auf nach Kam­bod­scha! Wir sind ges­pan­nt was uns dort erwartet. Der Start in Bangkok war schon­mal begeisternd!

Bangkok hat uns sofort gefall­en. Wir wur­den gle­ich fre­undlich aufgenom­men, die Atmo­sphäre ist trotz des vie­len Gewusels entspan­nt und die Gassen und bun­ten Märk­te sind unheim­lich span­nend. Wir sind froh um unseren unfrei­willi­gen Extra-Tag in Bangkok um mehr Ruhe zum Erkun­den und Zeit zu haben die Atmo­sphäre aufzusaugen. Über­all in der Stadt laufen Siam-Kätzchen durch die Gegend, was Bangkok nur noch sym­pa­this­ch­er macht.

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