Chile: Flamingos und Marslandschaften in der Atacama Wüste

Posted: 31. März 2016

Die Ata­ca­ma Wüste erstreckt sich im Nor­den Chiles und bietet Land­schaften wie aus einem Sci­ence Fic­tion Film. Sie ist die trock­en­ste Wüste außer­halb der Polar­re­gio­nen auf ein­er Durch­schnittshöhe von 3.000m. Die Hochebe­nen sind mit Lagunen, Salzwüsten und bizarren Fels­for­ma­tio­nen über­sät. Hin­ter der kleinen Stadt San Pedro de Ata­ca­ma herum erheben sich 5.000m hohe Vulka­ne in die Höhe, dampfen Geysire vor sich hin, brodeln heiße Quellen und bilden salzige Seen Lagunen. Trotz der ver­meintlichen Lebens­feindlichkeit find­et man pinke Flamin­gos, Vicuña-Her­den und Eidech­sen.

Die Trock­en­heit der Ata­ca­ma Wüste ist dem Regen­schat­ten der Anden zu ver­danken. Die Erde der Ata­ca­ma Wüste kann mit der auf dem Mars ver­glichen wer­den. Nicht nur wegen der Optik, die tat­säch­lich für Mars Szenen in Fil­men ver­wen­det wird. Es gibt kein­er­lei Leben in der Erde der extremen Teile der Ata­ca­mawüste. Die Region ist also auch ide­al für Tests der NASA für zukün­ftige Marsmis­sio­nen. Auf­grund der Trock­en­heit gibt es kaum Leben in ihr zu find­en. Nur in manchen Gebi­eten find­en sich einige Insek­ten und Sko­r­pi­one.

Es gibt aber auch Regio­nen in den sich Ozean­nebel sam­melt und die somit genüg Feuchtigkeit für einige Pflanzen und Tiere  wie Kröten, Igua­nas und Eidech­sen bieten. Vögel sind am zahlre­ich­sten vertreten: Flamin­gos, Hum­boldt Pin­guine an der Küste, Spatzen und Kolib­ris. An Säugetieren gibt es nur eine Maus, in weniger trock­e­nen Gebi­eten auch Füchse und Vis­cachas, eine Art Chin­chilla. Gua­na­cos und Vicuñas , wilde Lamas, leben in Gras­ge­bi­eten, die saison­al z.B. durch Schneeschmelze bewässert wer­den.

Wir fahren direkt vom Flughafen in Cala­ma mit dem Taxi nach San Pedro de Ata­ca­ma. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und führt durch leblose Wüste. Am Hor­i­zont sieht man Luft­spiegelun­gen und kön­nte glauben, dass manche Berge schweben. In San Pedro ist es grün­er und ein paar niedrige Sträuch­er kündi­gen die Stadt an. Hin­ter ihr sieht man die großen Vulkankegel für die die Umge­bung bekan­nt ist. San Pedro selb­st beste­ht nur aus ein paar malerischen Lehm­gassen, die sich um einen grü­nen Platz mit ein­er Kirche scharen. Die Häuser sind aus rot­braunen Lehm gebaut. Es ist sehr touris­tisch, aber auch sehr schön.

Lagunas Altiplanicas

Am näch­sten Mor­gen in San Pedro müssen wir gle­ich früh raus, denn um 6:30 Uhr wer­den wir von einem Tour­bus im Hos­tel abge­holt. Die Fahrt geht zu den Lagu­nas Alti­plan­i­cas und die Salar de Ata­ca­ma. San­ti­a­go liegt auf 500m, San Pedro bere­its auf 2.400m und die Seen auf 4.200m über dem Meer. Als wir die Seen Mis­canti und Miniques erre­ichen gibt es erst­mal Früh­stück. Wegen der Höhe trinken wir Coca Tee, der bei der Akkli­ma­tisierung helfen soll. Die Seen wer­den von einem Vulkan über­schat­tet, einst ein Super­vulkan mit 10.000 Höhe, der aber bei der Erup­tion zusam­menge­brochen ist.

Die Seen ent­standen durch Schmerzwasser­flüsse der über 5.000m hohen Vulka­ne Mis­canti und Miniques, die durch eine Erup­tion der Vulka­ne block­iert und zu Seen wur­den. An den Seen brüten viele Vögel und man sieht sie herum­schwim­men. Lei­der kom­men wir nicht nahe genug her­an um die Blässhüh­n­er genauer beobacht­en zu kön­nen. Wir gehen an einem der Seen ent­lang und kön­nen in der Ferne eine Herde Vicuñas sehen, die zum Trinken an den See kommt. Vicuñas sind eine wilde Lama-Art und ihr Fell liefert die fein­ste Wolle der Welt, entsprechend teuer ist sie.

Wir fahren in das kleine Dorf Socaire. Es wird von ein­er Quelle aus den Bergen gespeist. Das Wass­er ist sehr min­er­al­haltig, weshalb das Gemüse, das auf den alten Inkater­rassen wächst, gigan­tis­che Aus­maße erre­icht. Nie zuvor habe ich so riesige Maiskörn­er gese­hen.

Auf der Weit­er­fahrt sehen wir bald die weite Salzebene der Ata­ca­ma, die Salar de Ata­ca­ma. Der Boden wird weiß und ris­sig auf­grund des hohen Salzge­halts, das in dieser trock­e­nen Gegend an die Ober­fläche gelangt. Salz­gras wächst hier, fast die einzige Veg­e­ta­tion, die in diesem rauen Salzk­li­ma wach­sen kann.

Wir kom­men zur Lagu­na Chaxa, ein Gang führt zum Seeufer und über­all liegen große Salzbrock­en herum. Die Sonne bren­nt herunter und es ist so unglaublich heiß, dass die Luft flim­mert. Die Tem­per­aturschwankun­gen sind sagen­haft — sie reichen von Minus­graden in der Nacht auf großen Höhen bis zu 30°C am Tag. Ich bin immer­noch mit ein­er Leg­gins unter meinen Shorts bek­lei­det, die mir jet­zt ordentlich ein­heizen.

In dem See wat­en hun­derte Flamin­gos umher und lassen sich die Kreb­stierchen und Algen, die im See leben schmeck­en. In dem Nation­al­park gibt es drei ver­schiedene Flamin­goarten: Chile-, Anden- und James­flamin­go. Zwei davon sind hier im See vertreten. Die meis­ten Tiere suchen mit den Köpfen im Wass­er nach Fut­ter, andere ste­hen nur herum. In dem glat­ten Wass­er spiegeln sich die Flamin­gos, was beson­ders schön ist, wenn sie knapp darüber hin­weg fliegen. Die Lagune wird aus ver­schiede­nen unterirdis­chen Wasser­adern gespeist, die auf ihrem lan­gen Weg Min­er­alien und Salze aus dem Vulka­ngestein lösen und somit erfol­gre­ich gegen die Ver­dun­stung des Wassers ankämpfen. Der Salz- und Min­er­alienge­halt des Wassers steigt dadurch jedoch kon­stant an. Per­fekt also für Flamin­gos.

Von der glühen­den Hitze kom­men wir wieder in den kühlen Bus. Wir fahren in das Dorf Toconao und besichti­gen die Kirche, die aus Steinen aus Vulka­nasche und Kak­tusholz gebaut ist. Der Stein bleibt wie die Lehm­baut­en in San Pedro tagsüber kühl und gibt die gespe­icherte Hitze nachts wieder ab.

Valle de la Luna

Um 16 Uhr wer­den wir zu unser­er näch­sten Tour ins Valle de la Luna abge­holt. Das “Tal des Mon­des” liegt nicht weit von San Pedro ent­fer­nt. Wir fahren durch die Mond­land­schaft zum Ende des Parks. Dort sehen wir die Gesteins­for­ma­tio­nen der “Tres Marias”. Die Sand­for­ma­tion beste­ht aus Kies, Ton, Salz, Quartz und Edel­steinen und bilde­ten sich auf­grund von Ero­sion­sprozessen.

Die Umge­bung ist mit einem weißen Salz­film über­zo­gen. Leben gibt es hier nicht. Der Guide erzählt etwas zur Entste­hung der For­ma­tio­nen und Salzkristalle die herum­liegen. Über tausenden von Jahren hin­weg haben starke Winde die Sand­skulp­turen und große Sand­dü­nen geformt. Der blaue Him­mel des Valle de la Luna ver­schmilzt mit den schneebe­deck­ten Bergen der Anden.

Wir fahren ein Stück und gehen dann zu Fuß an der Straße ent­lang. Auch einige Fahrrad­fahrer sind unter­wegs, ich kön­nte mir bei der Hitze aber was Besseres vorstellen, allerd­ings hat man dann genug Zeit alles zu erkun­den. Wir gehen am Amphithe­ater vor­bei, ein­er lan­gen rot braunen Wand in der weiße Kalk­streifen zu sehen sind. Der Bus fährt uns ein Stück weit­er zu einem Aus­sicht­spunkt. Wir steigen auf einem sandi­gen Weg hin­auf, der am Ende fel­siger wird. Hier haben wir einen guten Blick auf das Tal.

Wir gehen auf einen Grat ent­lang der zu einem besseren Aus­sicht­spunkt führt. Lei­der wer­den wir kurz bevor wir den erre­ichen von unserem Guide zurück­gerufen, da wir nicht genug Zeit haben. Er führt uns stattdessen auf der andere Seite des Grats auf eine Düne aus grau schwarzem Sand. Von hier sehen wir die umliegen­den Vulka­ne Lican­cabur (5.920m), der durch seinen freis­te­hen­den Kegel wie ein Bilder­buch Vulkan wirkt, daneben Las­car (5.600m), der noch aktiv ist und den wir bald besteigen wollen.

Am Mirador de Kari wollen wir uns den Son­nenun­ter­gang anse­hen. Vor uns fällt eine Klippe senkrecht ab und geht dann in einen steilen Schut­thang über. Unter uns liegt das rot braune mit weißem Salz über­zo­gene Tal, dahin­ter die Vulka­ne. Außer unserem Bus sind noch zig andere da und die Klippe ist voll mit Men­schen, Ein­samkeit darf man hier nicht erwarten. Viele posieren am Piedra del Coy­ote, einem über­hän­gen­den Fels. Wir beobacht­en wie die Sonne das Tal unter uns in ver­schiedene Far­ben taucht. Nach­dem die Sonne unterge­gan­gen ist, wer­den wir zurück in die Stadt gebracht. Ein wenig ver­staubt gehen wir essen und zurück ins Hos­tel.

Sandboarden im Valle de la Muerte

Heute ist Sand­board­ing im Valle de la Muerte ange­sagt. Schnee hat­ten wir schon länger nicht mehr und Win­ter­sport schon gar nicht. Nun pro­bieren wir das ganze Mal in Kom­bi­na­tion mit Sand aus. Das Valle de la Muerte (“Tal des Todes”) hieß ursprünglich Valle de Marte (Tal des Mars), da es hier wie auf dem Mars aussieht. Erst durch Über­set­zungs­fehler bekam es diesen etwas erschreck­enden Namen.

Wir bekom­men eine kurze Ein­weisung von dem Guide und tra­gen dann unsere Boards auf die ca. 50m hohe Sand­düne. Es ist ziem­lich schweißtreibend in der Wüsten­sonne, aber Snow­board­schuhe sind erstaunlich bequem, nicht so schw­er und klo­big wie Skischuhe. Meine Snow­board-Erfahrun­gen beschränken sich auf einen kurzen Ver­such vor über einem Jahrzehnt. Wir bekom­men Kerzen um unsere Boards zu wach­sen und dann geht’s los. Vor jed­er Abfahrt zeigt uns der Guide etwas Neues. Zuerst brem­sen, dann Kur­ven fahren. Nach drei-vier Ver­suchen klappt es schon ganz gut. Hätte gedacht, dass es schw­er­er sei. Wir liegen aber alle 20m dur­chaus im Sand und haben ihn bald über­all.

Es macht Spaß, nach ein paar Abfahrten wollen wir aber die Ski aus­pro­bieren. Die Anbi­eter haben aber lei­der nicht darauf geachtet, dass die Ski zum Schuh passen und das obwohl wir die Schuhe extra im Büro anpro­biert haben. Ich gehe also weit­er boar­d­en und mit­tler­weile klappt es echt schon ganz gut. Das macht mich dur­chaus auch ein biss­chen über­mütig und ich bekomme das ein oder andere Mal Sand zu essen. Mit den Skistiefeln ist der Auf­stieg eh ziem­lich hart, was Alex später her­aus­find­et. Die Ski sind weitaus träger als das Board und nur in den sehr steilen Bere­ichen wird man schnell genug um eine Kurve fahren zu kön­nen. Im flachen Bere­ich bleibt man schnell ste­hen. Der Sand fährt sich wie Tief­schnee, nur ohne die Geschwindigkeit. Mit dem Snow­board macht es mehr Spaß, damit wird man dur­chaus schnell.

El Tatio Geysire

Um 3:30 Uhr klin­gelt der Weck­er und ich kämpfe mich aus dem Bett. Unser heutiges Ziel sind die Tatio Geysire. Die Geysire liegen sehr hoch und auf dem Weg zu ihnen fahren wir über einen 4.500m hohen Pass. Um kurz nach 6 Uhr kom­men wir am Ein­gang des Parks an und bezahlen den Ein­tritt. Es ist noch kom­plett dunkel und sehr kalt. Wir fahren weit­er zu den Geysir­feldern, die auf 4.320m liegen. Im Schein der Schein­wer­fer essen wir unser Früh­stück, trinken Coca Tee und beobacht­en den Dampf, der über­all um uns herum auf­steigt.

Es hat -7°C — saukalt und ich trage Hand­schuhe und Mütze. Die Geysire sind am aktivsten kurz vor Son­nenauf­gang, weshalb wir so früh hier ste­hen. Nur ca. 30m vor dem Bus ste­ht ein ca. 1m hoher Geysir. Es dauert Jahrtausende bis sich aus den Kalk­a­blagerun­gen des Wassers ein so hoher Geysir bildet. Wir sehen zu wie der Geysir aktiv­er wird und das Wass­er in ihm ansteigt bis er sich in ein­er 1 Meter hohen Fontäne entlädt. Es dauert wieder ein paar Minuten dann hat sich er Geysir erneut aufge­laden und spritzt um sich.

Es wird langsam heller, das Geysir­feld liegt aber noch immer im Schat­ten der Berge. Unser Guide führt uns herum und wir sehen kleine Babygeysire, die erst wenige Monate alt sind und solche, die seit Jahrtausenden vor sich hinkochen. Über­all um uns herum kocht und brodelt es. Auf Grund der Höhe kocht das Wass­er hier schon bei 85°C, was immer noch aus­re­icht sich zu ver­bren­nen. Wir erfahren viel über die Entste­hung der Geysire und die Geolo­gie des Gebi­ets. An manchen Geysiren sieht man kleine grüne und rote Flächen. Es sind Cyanobak­te­rien, die einzi­gen Lebe­we­sen, die hier existieren kön­nen und vielle­icht die ersten Lebe­we­sen über­haupt. Einem Mäd­chen geht es wegen der Höhe und den Dämpfen sehr schlecht und fällt ein biss­chen in Ohn­macht. Uns geht es gut und wir steck­en die Höhe gut weg. Bewusst haben wir die anderen Touren zuerst gemacht um hier bess­er klarzukom­men.

El Tatio ist das drittgrößte Geysir­feld der Welt und bedeutet soviel wie “weinen­der alter Mann”. Die Geysire entste­hen durch Grund­wass­er über einem Lavafeld, dessen Rauch und Gas durch Risse in der Ober­fläche entwe­icht.

Ein paar hun­dert Meter weit­er gibt es weit­ere Geysire. Dort gibt es auch ein Ther­mal­bad in dem schon Leute schwim­men. Wir schauen uns lieber in der Zeit die Geysire an. Sie sind eigentlich große kochende Beck­en aus denen große Rauch­wolken auf­steigen. Ange­blich sind darin schon Men­schen gestor­ben. Wir sehen uns die weit­eren Geysire an und wan­dern umher. Die Sonne kommt langsam über den Bergen zum Vorschein und es wird wärmer, unsere Füße tauen auf. Mit den Son­nen­strahlen lässt aber auch die ther­male Aktiv­ität der Geysire nach und die auf­steigen­den Rauch­fah­nen wer­den ein wenig klein­er. Wir ver­lassen das Geysir­feld und fahren über die 4.500m hohen Pässe zurück. Dabei kön­nen wir aus dem Fen­ster einige Vicuñas beobacht­en. An einem steilen Hang kön­nen wir auch ein paar Vis­cachas (Mis­chung aus Hase und Chin­chilla) über die Steine hüpfen sehen.

Unser näch­ster Halt ist in einem Machu­ca Dorf. Es beste­ht aus ein paar aus Schlamm und mit Stroh bedeck­ten Häusern über denen eine kleine Kirche thront. Die Ein­heimis­chen verkaufen Essen an die Touris­ten­scharen, die nach dem Besuch der Geysire hier auflaufen. Wir essen einen Spieß Lamafleisch, das über­raschend gut ist, also fan­tastisch gut. Ein paar Meter weit­er posiert ein super­süßes kleines weiße Lama mit Touris­ten. Man kann ihm sog­ar die Flasche geben. Außer­halb von dieser Zeit in der die Touris­ten von den Tatio Geysiren so zwis­chen 11 und 12 Uhr zurück­kehren und hier Halt machen, ist hier aber nicht viel los.

Wir hal­ten noch an ein­er kleinen Wiese auf der Lamas wei­den und an einem Fluss mit vie­len Vögeln. Lei­der sind wir zu weit weg um sie gut beobacht­en zu kön­nen. Alles ist einger­ahmt von der Wüste und den Vulka­nen im Hin­ter­grund. Unser let­zter Stop ist an einem Flamin­go-See, dann fahren wir nach San Pedro zurück.

Salar de Tara

Im Gegen­satz zu den anderen Touren ist die in die Salar de Tar noch nicht so touris­tisch und man trifft hier deut­lich weniger Men­schen. Es han­delt sich hier­bei um eine Tages­tour, die langes Offroad­fahren bein­hal­tet, aber sehr lohnenswert ist. Kurz nach acht wer­den wir im Hos­tel abge­holt. Unser erster Stop ist vor dem Vulkan Lican­cabur (5.920m). Wir fahren weit­er und sehen einige Lamas und Vicuñas aus dem Fen­ster. Der Weg führt uns über 4.800m hohe Pässe. Unser Fahrer und Guide Mar­cel­lo zeigt uns immer sein Handy, das die Höhe anzeigt. Wir kom­men zu unserem Früh­stück­shalt, den wir nach dem hohen Pass machen um unsere Mägen nicht überzus­tra­pazieren.

Der Fahrer set­zt uns an ein­er Lagune aus und fährt schon mal vor um das Früh­stück vorzu­bere­it­en. Die Lagune Quepi­a­co ist eine grüne Oase in der roten Wüste. Im Wass­er schwim­men riesige Enten und Gänse. Beim Früh­stück­en fliegt ein wun­der­schön­er Flamin­go an uns vor­bei. Es gibt Coca-Tee, leck­eres franzö­sis­ches Brot, Sala­mi, Schinken und Käse. Wegen der Höhenan­pas­sung bleibt es bei uns aber bei einem Käse­brot.

Wir ver­lassen die geteerte Straße und fahren Off-Road über die Wüste. Wir hal­ten bei ein­er Fels­for­ma­tion, die “Seri­ous Indi­an” genan­nt wird. Nun, sie sieht aus wie sie sich anhört — wie ein ern­ster Indi­an­er — und ist ziem­lich groß. Es gibt noch andere Fels­for­ma­tio­nen in der son­st eher flachen Wüste, aber diese ist die spek­takulärste.

Wir fahren weit­er, am Hor­i­zont sind Berge und Dünen zu sehen. Durch die Luft­spiegelun­gen sieht es manch­mal so aus als wür­den die Berge über den Dünen schweben. Wir hal­ten an einem Aus­sicht­spunkt und blick­en auf die Salar de Tara hinab. Wir ste­hen auf Vulka­ngestein. Wenn man einen der Steine hochhebt ist man über­rascht wie leicht sie sind. Links von uns ist die Fels­for­ma­tion “La Cat­e­dral”, es sind viele aneinan­der gerei­hte Fel­stürme. Weit­er hin­ten sieht man eine Lagune und davor eine leicht bewach­sene Ebene — die Salar de Tara. Wir fahren weit­er und hal­ten bei den Mon­jes de la Pacana. Die Felsmönche sind wieder große freis­te­hende Felsen, die wie gemacht zum Klet­tern ausse­hen, wenn man den Felsen jedoch anfasst, bröselt er einem unter den Fin­gern weg. Abso­lut ungeeignet zum Klet­tern. Die Felsen ent­standen auf­grund ein­er ehe­ma­li­gen Mag­maque­lle, von der langsam Lava entwich und sich mit der Zeit ver­fes­tigt hat.

Wir fahren weit­er zur Lagune hin­unter. Unser Guide set­zt uns wieder ab um das Essen vorzu­bere­it­en. Je näher wir der Lagune kom­men, desto grün­er wird es. Im Boden sehen wir Löch­er, die von den Vis­cachas stam­men. Die Tiere sehen wir aber nicht. In der Lagune ste­hen aber ein paar Flamin­gos. Vor ein­er Ranger­sta­tion wird uns das Mit­tagessen serviert. Es gibt Empanadas. Eine Ein­heimis­che verkauft Sou­venirs und strickt dabei ihre zukün­ftige Ware. Wir kaufen ihr ein kleines Stof­fla­ma ab. Dann geht die Fahrt durch die Wüste zurück. Wieder auf der Straße hält der Fahrer für uns an der höch­sten Stelle des Pass­es und rät uns ein wenig herumzu­laufen. Das soll uns für unsere morgige Vulkanbestei­gung helfen. Wir machen’s, kom­men aber ziem­lich schnell außer Puste. Um kurz vor 16 Uhr sind wieder in San Pedro zurück.

 

Sternegucken

Die Höhe, Trock­en­heit, Wolken­losigkeit und wenig Lichtver­schmutzung machen die Ata­ca­ma zu einem der besten Orte für astronom­sche Beobach­tun­gen. Seit 2011 gibt es ein neues Radiote­leskop, genan­nt ALMA, mit­ten in der Wüste. Es ist das größte Radiote­leskop der Welt. Es liefert Infor­ma­tio­nen über die Geburt von Ster­nen.

Für uns ist es ein­fach span­nend in den Him­mel zu schauen, der hier so klar ist wie kaum irgend­wo anders. Um 9 Uhr bringt uns ein Bus in einen Garten in die Vorstadt. Es ist bere­its stock­dunkel und in dem Garten ist kein Licht. Die Milch­straße ist gut zu sehen. Wir set­zen uns im Kreis um ein Teleskop, dann wird Pis­co Sour und Saft gere­icht. Lei­der spricht der lei­den­schaftliche Astronom nur Spanisch und der Dol­metsch­er macht seinen Job eher beschei­den, weshalb wir von den Erk­lärun­gen nicht viel mit­bekom­men. Er zeigt uns das Kreuz des Südens und wie man damit den Süd­pol bes­tim­men kann. Man nimmt ver­längert die große Achse des Kreuzes in die Rich­tung an der sie länger ist etwa 4,5 Mal.

Wir sehen dass Sterne ver­schiedene Far­ben haben, einen Ster­nen­haufen, einen toten Stern, Ori­on und Siruis. Am besten gefällt uns Jupiter, deut­lich sind seine vier Monde und zwei Streifen auf dem Plan­eten zu sehen. Ich empfehle jedem, der nicht per­fek­tes Spanisch spricht, vorher her­auszufind­en ob der Astronom auch Englisch spricht. Die Agen­tur (Spaceobs) mit den besten Bew­er­tun­gen war so kurzfristig lei­der bere­its aus­ge­bucht. Reserviert euch also zeit­ig einen Platz.


HOSTEL-EMPFEHLUNG FÜR SAN PEDRO DE ATACAMA

Hostal Mama Tier­ra

Schöne Atmo­sphäre im schat­ti­gen mit Hänge­mat­ten verse­henen Innen­hof, hil­fre­ich­es Per­son­al, Früh­stück (auch zum Mit­nehmen auf Touren)

 

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