Chile: Besteigung des aktiven Vulkans Lascar

Posted: 31. März 2016

Heute ist es soweit und wir wollen unseren Vulkan, den Las­car besteigen. Der Las­car ist ein­er der aktivsten Vulka­ne Chiles, der let­zte Aus­bruch fand 2007 statt, bei der die Aschewolken über 300m stieg. Der Las­car set­zt sich eigentlich aus zwei Stra­tovulka­nen zusam­men, mit einem Kra­ter­durchmess­er von 900m.

Um 6 Uhr wer­den wir von einem Pick­up abge­holt. Unser Guide spricht nur gebrochen Englisch, son­st sind noch zwei ältere Brasi­lanin­nern dabei. Es ist noch dunkel als wir zwei Stun­den über hol­prige Straßen fahren. Ich schaffe es trotz­dem zu schlafen. Auf ein­er Ebene an ein­er Lagune hal­ten wir und bekom­men Früh­stück. De Sonne geht langsam auf und die Vulka­ne spiegeln sich im glat­ten Wass­er der Lagune. Wir sind schon über 4.500m und trinken Tee und essen Brot mit Avo­ca­do. In der Lagune ste­hen ein gutes Stück ent­fer­nt Flamin­gos. Es ist noch ziem­lich kalt als wir weit­er fahren. Wir sehen ein paar Nan­dus (eine Art Strauß), die vor unserem Auto fliehen. Der Schot­ter­weg führt noch ein paar hun­dert Meter den Vulkan­hang hin­auf, dann hal­ten wir.

Aufstieg auf den Lascar

Wir nehmen unsere Ruck­säcke und begin­nen den Auf­stieg. Der kom­plette Vulkan­hang ist ein Schot­ter­feld, weshalb der Auf­stieg selb­st recht monot­on ist. Der Weg führt in Ser­pen­ti­nen nach oben. Unser Guide geht sehr langsam wegen der Höhenapas­sung und uns fällt es schw­er unseren Rhyth­mus zu find­en. Trotz­dem dauert es nicht lange und die Brasil­ian­ner­in fall­en zurück und wir müssen warten. Als wir das zweite Mal warten müssen, wer­den wir von ein­er anderen Gruppe einge­holt. Unser Guide schickt uns mit ihnen mit, denn sie sind von der sel­ben Fir­ma und sind etwas zügiger unter­wegs. Das schnellere Tem­po des neuen Guides spricht uns mehr zu und wir find­en unseren Rhyth­mus. Wir steigen weit­er auf und machen ca. alle 30 Minuten eine kleine Pause zur Erhol­ung und Akkli­ma­tisierung, er nutzt die Zeit auch um uns alle auf Zeichen von Höhenkrankheit zu über­prüfen. Wir fühlen uns in guten Hän­den, der Guide spricht auch besseres Englisch.

Unter uns liegt die Lagune und die rot braune Wüste, die Aus­sicht von diesem Wüsten­riesen ist sagen­haft. Wir sehen den Krater auf den der Weg zuführt. Dichter Rauch zieht über ihn hin­weg. Da die Dämpfe nicht ger­ade gesund sind, gehen wir links quer­feldein den Hang hin­auf zum West­gipfel. Alles ist sehr schot­trig und wir rutschen immer mal wieder etwas ab. Wir sind froh die Stöcke mitgenom­men zu haben, so ist es deut­lich ein­fach­er. Langsam näh­ern wir uns den Krater­rand. Einige haben leichte Keis­lauf­prob­lem oder fühlen sich schwindlig, aber richtig schlecht geht es keinem. Wir fühlen uns gut. Die Gruppe zieht sich auseinan­der. Alex und ich erre­ichen als erste und gut außer Puste den Krater­rand.

Auf dem Vulkan

Der Höhen­mess­er des Guides zeigt eine Höhe von 5.660m an. Wir sind also so hoch wie nie zuvor. Es ist windig und wir ziehen uns was an. Der Krater vor uns ist erloschen, der aktive liegt ein par hun­dert Meter weit­er rechts. Weit­er rechts daneben befind­et sich der etwas tief­ere Ost­gipfel. Wir sehen über hun­derte Kilo­me­ter in die Wüste, sog­ar in Bolivien liegende Vulka­ne, die mehr als 300km ent­fer­nt sind.

Wir essen einen Riegel und gehen dann hinab zum aktiv­en Krater. Man kann den Boden des Kraters nicht sehen, da er sehr tief ist und auch sein Durchmess­er ist riesig. Aus mehreren Geysiren in ihm steigt Rauch auf. Es riecht schwe­flig und wir ver­suchen uns nicht zu sehr den Dämpfen auszuset­zen. Der Wind bläst jedoch aus der richti­gen Rich­tung und so kön­nen wir länger bleiben als geplant. Von unten kommt auch unser erster Guide mit ein­er der Brasil­ianer­in­nen, die andere musste auf 5.000m umdrehen. Der Aus­sicht­spunkt des aktiv­en Kraters liegt vielle­icht 100 bis 200 Meter unter dem oberen Krater und so steigen wir auf den Weg den wir schon beim Auf­stieg gese­hen haben wieder ab.

Abstieg

Der Abstieg geht schnell und wir kom­men in dem Schot­ter schnell voran. Auf hal­ber Strecke machen wir eine Pause, warten auf den Rest und genießen die Aus­sicht. Wir pack­en unsere Sachen ins Auto und fahren auf der hol­pri­gen Straße zurück. Von dieser Seite schaut der Las­car noch viel beein­druck­ender als von da wo wir ihn bish­er gese­hen haben. Um 16 Uhr kom­men wir wieder im Hos­tel an. Auf der Fahrt kon­nten wir wieder Lamas, Vicuñas und Nan­dus sicht­en.

Die Tour auf den Las­car ist tech­nisch nicht anspruchsvoll, aber die Höhe erfordert eine gute Akkli­ma­tisierung. Einige Touren über 4.000m wie z.B. die zum El Tatio Geysir oder die Salar de Tara empfehlen sich um sich entsprechend vorzu­bere­it­en. Ohne gute Akkli­ma­tisierung kann die Tour sehr gefährlich wer­den, da es zu Höhenkrankheit kom­men kann. Eine nor­male Wan­der­aus­rüs­tung mit warmer Klei­dung, Mütze und Hand­schuhen genügt, Wan­der­stöcke sind dur­chaus empfehlenswert um sich im losen Schot­ter zu stützen. Der Las­car emp­fiehlt sich auch als Akkli­ma­tisierungs­tour falls man höhere Gipfel in der Gegend in Angriff nehmen will, z.B. den Lican­cabur (5.920m).

 


FAKTEN ZUR TOUR
Vulkanbestei­gung Las­car (5.600m)
Gehzeit: 4h
Höhen­meter: 800hm
Aus­gangspunkt: Süd­flanke des Vulka­ns (ca. 4.800m)
Schwierigkeit: T3 — anspruchsvolles Berg­wan­dern, aber durch die Höhe nicht zu unter­schätzen
Emp­foh­lene Agen­tur: Vul­cano Expe­di­ciones

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