China: Die Leichtathletik Weltmeisterschaft im Bird’s Nest und eine Pekingente

Posted: 29. August 2015

Heute gehen wir ins Sta­dion um die IAAF Leich­tath­letik Welt­meis­ter­shaft live zu ver­fol­gen. Wir haben Tick­ets für die Mor­gens­es­sion von 7:15 bis 13:15 Uhr. Um 7:15 Uhr startet allerd­ings nur das 50km Race Walk­ing, was wir im Fernse­hen bei Früh­stück anschauen. Die Teil­nehmer ver­lassen schon nach kurz­er Zeit das Sta­dion um das Ren­nen draußen weit­er zu bestre­it­en. Um 9 Uhr geht es dann richtig los und wir sind pünk­tlich da. Wir haben gute Plätze — direkt am Start der 100m und des Stab­hochsprungs. Nur zum Werf­s­port ist es weit weg, am anderen Ende des Felds.

Die IAAF Weltmeisterschaft live im Stadion

Zuerst startet der Zehnkampf der Mänenr mit einem 110m Hür­den­lauf, gefol­gt vom Diskuswer­fen. Drei deutsche Sportler nehmen am Zehnkampf teil: Kai Kazmirek, Rico Freimuth und Michael Schrad­er. Beim Hür­den­lauf tre­f­fen sie in ihren Grup­pen jew­eils auf Platz drei und vier an der Ziellinie ein. Wir fiebern mit. Die ersten Plätze bele­gen Grana­da, Alge­rien, Ukraine und Kana­da. Dann fol­gt das Diskuswer­fen, von dem wir nur mit­bekom­men, dass der deutsche Rico Freimuth den Diskus ordentlich weit schleud­ert und am Ende auf dem drit­ten Platz ste­ht. Auch in der Gesamtwer­tung liegt er momen­tan bei Bronze. Der Amerikan­er Ash­ton Eaton dominiert den Zehnkampf mit deut­lichem Punk­te­ab­stand nach hin­ten.

Es begin­nen die Staffel­läufe — erst­mal 4x400m. Sowohl bei den Män­nern als auch bei den Frauen fahren die Amerikan­er den Sieg ein, in der zweit­en Gruppe Nige­ria und Großbri­tan­nien. Dann laufen die ersten Race­walk­er ein. Der Gewin­ner ist über­raschen­der­weise ein Slowake, der das Ren­nen von Anfang an dominiert hat — und das obwohl er zwis­chen­durch auf der Toi­lette war :) Er ist der erste Slowake, der Gold bei ein­er Welt­meis­ter­schaft holt und mit entsprechen­dem Stolz läuft er mit der slowakischen Fahne in das Sta­dion ein. Und wir sind bei diesem his­torischen Moment dabei! Er freut sich wahnsin­nig, wir freuen uns mit. In ein­er Zeit von 3:40h hat er die 50km bei dieser schwülen Hitze absolviert. Respekt!

Die Zeit wür­den wir nicht mal im Ren­nen schaf­fen, das bedeutet im Durch­schnitt über 13km/h auf 50km und das im Gehen! Als zweites gelangt ein Aus­tralier ins Ziel, dann ein Japan­er. Die Chi­ne­sen laufen erst auf Platz 6 und 7 ein und wer­den von einem toben­dem Pub­likum begrüßt. Ein­er der Chi­ne­sen bricht zusam­men sobald er die Ziellinie über­schrit­ten hat. Er kann aus eigen­er Kraft nicht mehr auf­ste­hen, er hat offen­bar alles gegeben in seinem eige­nen Land vorne dabei zu sein. Schon krass, sich so fer­tig zu machen. Dahinge­hen sieht der Slowake noch ziem­lich frisch aus. Er und der Aus­tralier drehen ihre Ehren­runde durch das Sta­dion und lassen sich feiern, wenig später fol­gt die Siegerehrung und das Aufziehen der Lan­des­flaggen der Erst­platzierten.

Es geht weit­er mit den Staffel­läufen auf 4x100m. Jamaica und Ameri­ka fahren sowohl bei den Frauen als auch bei den Män­nern den Sieg ein — mit Abstand. Für Jamaica läuft Shelly-Ann Fras­er-Pryce mit, die bere­its Gold im 100m Sprint geholt hat. Sie läuft zum Abschluss und zieht allen anderen davon. Sie ist uns schon im Fernse­hen aufge­fall­en, nicht nur wegen ihrer Leis­tung, son­dern auch wegen ihrer grün gefärbten Ras­tas mit gel­ben Blüm­chen im Haar. Top auf Jamaica gestylt! Bei den Nieder­län­dern läuft Dafne Schip­pers mit, die bere­its Gold auf 200m und Sil­ber auf 100m Sprint geholt hat. Sie ist riesen­groß und hat einen Wahnsinns-Six­pack. Außer­dem läuft sie ver­dammt schnell.

Es läuft auch das deutsche Team mit und lan­det bei den Frauen immer­hin auf dem vierten Platz hin­ter den Nieder­lan­den, bei den Män­nern sog­ar auf Platz drei. Usain Bolt ist lei­der nicht dabei, dafür Justin Gatlin, der eben­falls Favorit und sehr bekan­nt ist. Er hat zweimal Sil­ber in 100m und 200m Sprint in dieser Welt­meis­ter­schaft geholt. Das Finale von den 100m Staffel­läufen ist heute abend — es wird sich her­ausstellen, dass auch hier Jamaica gewin­nt, auf Platz 2 sind die USA, dann fol­gt Trinidad und Toba­go. Auch bei den Män­nern gewin­nt Jamaica, darauf fol­gt Chi­na und Kana­da. Bei der Endrunde läuft Usain Bolt auch mit. Beim Halb­fi­nale war er wohl nicht notwendig ;) Schade für uns — ihn live zu sehen wäre schon ein High­light gewe­sen.

Zulet­zt an diesem Mor­gen startet das Stab­hochsprin­gen im Zehnkampf um 13:15 Uhr. Der Wet­tkampf zieht sich zwei Stun­den lang. Immer­hin sind es 29 Teil­nehmer, sortiert in zwei Grup­pen. Eine Gruppe begin­nt deut­lich niedriger als die andere mit ein­er Höhe von 4,40m, die andere auf 4,80m. Beson­ders span­nend macht es Rico Freimuth, der in der ersten Gruppe ist, aber erst auf ein­er Höhe von 4,60m ein­set­zt. Offen­bar sieges­sich­er diese Höhe zu pack­en, ver­mas­selt er zwei von drei Ver­suchen bis es beim let­zten endlich klappt. Das wäre vielle­icht das Ende sein­er Bronze-Medaille gewe­sen. Ziem­lich gut springt auch der deutsche Kai Kazmirek — 5,20m wom­it er zusam­men mit anderen der zwei­thöch­ste Springer war. Ein Bel­gi­er holt hier noch die 5,30m.

Das Finale vom Zehnkampf ist mor­gen und es wird sich her­ausstellen, dass Rico Freimuth tat­säch­lich Bronze gewin­nt. Ash­ton Eaton gewin­nt mit ein­er Reko­rd­punk­tzahl im Zehnkampf. Ein Kanadier gewin­nt Sil­ber.

Großes Wiedersehen bei Pekingente

Wir mumpfeln etwas am U-Bahn­hof und fahren dann nach Nan­lu­ox­i­ang um uns mit Chris und sein­er chi­ne­sis­chen Fre­undin Sun­ny zu tef­fen. Bei­de arbeit­en eben­falls in Chi­na und sind für das Woch­enende hier. Sie haben sich heute vor­mit­tag den Som­mer­palast angeschaut und sind ganz schön kaputt vom vie­len Laufen. Auch Sun­nys Cou­sine ist dabei. Wir gehen zusam­men zu den Houhai Lakes, wo ger­ade die Sonne über dem See unterge­ht. Wir set­zen uns in ein Restau­rant am Wass­er und trinken etwas. Ganz schön teuer hier — statt 6 Yuan bezahlt man hier 32 Yuan für ein Bier.

Wir tauschen Neuigkeit­en aus und ler­nen Sun­ny ken­nen. Da wir nun zu sechst sind, bietet es sich an die Gele­gen­heit zu ergreifen und eine Pekin­gente zu essen. So eine kom­plette Ente ist immer­hin ganz schön groß. Wir gehen in ein nahegele­genes Restau­rant, das Sun­ny emp­fohlen bekom­men hat. Es sieht schick­er aus als da wo wir son­st so verkehren. Eine ganze Pekin­gente kostet hier etwa 200 Yuan. Wir betellen noch Kartof­fel­streifen, Spinat und irgend­was Schar­fes. Man kann dabei zuse­hen wie die Ente tranchiert wird. Zuerst wer­den die Filet­stücke gebracht und ein Kell­ner zeigt uns wie man diese zusam­men mit Soya-Sauce, Gurken und Zwiebeln in eine Art dün­nen Pfannkuchen rollt. Es ist mal wieder schreck­lich leck­er.

Später bekom­men wir noch den Rest der Ente — von Kopf bis Fuß. Der Kopf oder Hals lachen mich per­sön­lich nicht so sehr an, aber einige am Tisch stürzen sich darauf inklu­sive Alex — natür­lich. Vollgestopft ver­lassen wir das Restau­rant und fahren zusam­men U-Bahn bis unsere Wege sich tren­nen. Wir ver­ab­schieden uns her­zlich von einan­der, mor­gen Mit­tag fahren Chris und die zwei Mädels schon wieder zurück nach Shenyang. Matthias kommt noch mit zu uns und ich lasse die Jungs alleine in der Bar. Ich gehe duschen und schlafen, immer­hin bin ich schon seit acht Uhr mor­gens wach.

Im Hostelz­im­mer sind wir in den let­zten Tagen in Peking zusam­men mit Till, einem Deutschen, der in Cheng­du studieren will, dem Japan­er Yoshuhi­ro, der sehr kom­mu­nika­tiv ist und die öster­re­ichis­che Medi­zin­stu­dentin Car­men, die ihr Prak­tis­ches Jahr in der ganzen Welt aufgeteilt hat.

 

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