China: Pandakindergarten in Bifengxia

Posted: 7. September 2015

Als frische Pan­da-Fanatik­er wollen wir noch die Pan­das in Bifengx­ia besuchen. Hier gibt es neben Pan­das auch eine Schlucht mit vie­len Wasser­fällen, die man durch­wan­dern kann.

Anfahrt nach Bifengxia

Um nach Bifengx­ia zu kom­men, fahren wir mit dem Bus zum Xin­nan­men Bus­bahn­hof in Cheng­du, wo wir den Bus nach Ya’an besteigen. Es ist schon Nach­mit­tag, da wir lange geschlafen haben. Nach etwa 1,5 Stun­den erre­ichen wir Ya’an, von wo aus wir mit einem Minibus weit­er nach Bifengx­ia fahren. Wir warten ein biss­chen bis der Bus voll ist, dann fahren wir die let­zten 18km bis nach Bifengx­ia.

Wir kom­men erst gegen 16 Uhr in Bifengx­ia an, als schon alles schließt. Zum Pan­da-Zen­trum bringt einen ein kosten­los­er Shut­tle-Bus, aber die Sta­tion ist schon geschlossen. Obwohl das Zen­trum am Ein­gang riesig ist und total auf Touris­mus aus­gerichtet ist, spricht hier kein Men­sch Englisch. Bei der Infor­ma­tion wer­den wir aber fündig. Eine englis­chsprechende Dame hil­ft uns lieb weit­er, organ­isiert uns eine Unterkun­ft in der Nähe und erk­lärt uns ein paar Sachen. Wir woll­ten eigentlich im Park selb­st über­nacht­en, bleiben nun aber draußen. Wir wer­den im Auto abge­holt und zu einem Hotel gebracht, wo wir die Nacht ver­brin­gen. Dann gehen wir nochmal los auf der Suche nach etwas zu essen. Wir gehen in das “Chi­nese Restau­rant” am Ein­gang, wo aber auch kein­er Englisch spricht. Aber mith­il­fe von Über­set­zung­spro­gram­men auf dem Handy der Bedi­enung bekom­men wir etwas leck­eres zu essen — unter anderem das bei uns sehr beliebte Kung­pao Chick­en :)

Auf dem Gelände gibt es nahe des Ein­gangs auch einen Zoo mit allen möglichen Tieren — unter anderem Tigern und Kra­gen­bären. Schock­iert sehen wir Filme von der soge­nan­nten “Feed­ing the Beasts”-Tour: Dabei fährt man mit einem Bus mit­ten­durch die Tiger und Kra­gen­bären und füt­tert diese mit Fleis­chspießen, die man durch kleine Öff­nun­gen im Fen­ster steckt. Die Tiger und Bären sprin­gen an dem Bus hoch und schnap­pen sich das Fleisch. Wir find­en das äußerst beden­klich. Wir sind aber ohne­hin nur für die Pan­das hier, deren Zen­trum weit­er im Park ver­steckt ist.

Abendgestaltung in Bifengxia

Wir kaufen uns Tick­ets für die Pan­das für mor­gen, dazu bekom­men wir Coupons für gratis Tee, Pop­corn, Spielau­to­mat­en-Geld und den Ein­tritt zu ein­er Tibet Show am Abend. Das nutzen wir natür­lich aus, es gibt hier Abends ja eh nichts anderes zu tun. Erst­mal trinken wir Tee auf der Dachter­rasse und holen uns unser Pop­corn, dann wer­fen wir unser Spiel­geld in ver­schiedene Auto­mat­en, was allerd­ings nicht beson­ders lange vorhält. Dann gehen wir hin­unter zu ein­er Art “The­ater” und besuchen die Tibet-Tanz-Show. Hier wer­den typ­is­che tibetis­che Tanzschritte und Spiele gezeigt, wo wir natür­lich alle mit­machen. Alle fassen sich an den Hän­den und wir tanzen im Kreis unter lauter Chi­ne­sen. Das ist schon ziem­lich lustig ;)

Bei den Pandas

Bifengx­ia ist weitläu­figer als das Pan­da-Zen­trum in Cheng­du, die Gehege sind größer. Man sind zwar weniger Pand­abären als in Cheng­du, aber dafür fühlt es sich deut­lich schön­er an. Viel weniger Leute sind hier unter­wegs und das Natur­erleb­nis ist bess­er. 80 Pan­das leben hier in einem ihrem natür­lichen Leben­sraum nahek­om­menden Reser­vat.

Wir tre­f­fen auf eine Britin, die im Vol­un­teer-Anzug unter­wegs ist und schöpfen Hoff­nung. Wir unter­hal­ten uns mit ihr — sie ist über eine Organ­i­sa­tion von Lon­don aus für zwei Wochen hier her gekom­men. Offen­bar gibt es also das Vol­un­teer Pro­gramm. Wir sehen uns schon als zukün­ftige Pan­da-Wärter. Als Frei­williger hil­ft man beim Aus­mis­ten und bei der Füt­terung. Wir wollen das am Ein­gang nochmal genau auscheck­en.

Erst­mal sind die Baby-Pan­das dran, die hier das absolute High­light sind. Hier find­en sind Baby­pan­das, die von weni­gen Wochen bis zu drei Monat­en alt sind. Die ganz kleinen liegen noch im Brutkas­ten, schlafen und wälzen sich ein biss­chen durch die Gegend. Ein­er der Jüng­sten wurde am 15. August geboren, es gibt weit­er hin­ten aber noch ganz kleine rosige. Ins­ge­samt sind es fünf Pan­da-Babys, die nicht mal einen Monat alt sind und drei größere, die ganz knutschig in ihren Kör­bchen liegen und etwa drei Monate alt sind.

Wir kön­nen auch jugendliche Pan­das dabei beobacht­en wie sie ganz hoch in die Bäume hinein­klet­tern, die dann bedrohlich unter ihrem Gewicht schwanken. Es ist uns rät­sel­haft, wie sie sich da oben hal­ten kön­nen. Auch die üblichen Fres­sarien sind zu beobacht­en.

Nach aus­führlich­er Beobach­tung der kleinen und großen Pan­das, gehen wir zum Aus­gang. Zuerst gehen wir zum Admin­is­tra­tion Office um uns als Frei­willige Pan­dalieb­haber zur Ver­fü­gung zu stellen. Lei­der wer­den wir ent­täuscht, denn sie sagen uns, dass sie das Frei­willi­gen­pro­gramm dieses Jahr gestoppt haben. Wir wun­dern uns, denn wir haben ja ger­ade mit ein­er Frei­willi­gen gesprochen, die außer­dem erzählt hat, das weit­ere Frei­willige ankom­men wer­den. So richtig ver­ste­hen wir es nicht, aber wir reimen uns zusam­men, dass es daran liegt, dass es über Organ­i­sa­tio­nen mit Buchung eines Kom­plettpakets möglich ist, aber nicht direkt über das Pan­dazen­trum bei dem man sich auch direkt bewer­ben kann. Schade, wir haben uns schon als Pandaflüster gese­hen. Ent­täuscht gehen wir erst­mal was essen, hier gibt es uner­warteter­weise sog­ar eine Chi­ne­sisch-Englis­che Speisekarte.

 

Fütterung der Panda Babys

Es gibt eine Mit­tagspause in der das Pan­dazen­trum von 11:30 bis 14 Uhr geschlossen hat. Wir gehen um 14 Uhr wieder hinein. Am Nach­mit­tag begin­nt die Füt­terungsz­er­e­monie. Die Fläschchen wer­den indi­vidu­ell vor­bere­it­et, es ist genu fest­gelegt wie viel jed­er Pan­da bekommt. Die kleinen bekom­men winzige Fläschchen mit ein­er Milch und Ergänzungsmit­tel-Mix­tur. Dann wer­den die kleinen Pan­das gewogen — die größeren in ein­er großen Wage, die kleinen in ein­er ganz kleinen.

Die kleinen wer­den dabei in ein Tuch gewick­elt, dann nochmal das Tuch selb­st abge­wogen um ganz kor­rekt zu sein. Im Tuch eingewick­elt wer­den sie wieder in ihre Brutkästen gelegt. Dann fol­gt das große Bauch­massieren um die kleinen zur Entleerung zu brin­gen. Das wird in eine Petrischale gemacht und daraufhin der Kot ganz genau gewogen und aufgeschrieben. Bei den kleinen Pan­das geht das recht schnell, die größere wer­den in einen Stuhl geset­zt und das Bauchk­lopfen dauert hier eine ganze Weile. Dann bekom­men die Pan­das ihre Fläschchen, die sie ruck­zuck aus­nuck­eln, danach wer­den ihnen die Schnuten abgewis­cht, und am Ende wer­den sie noch von einem Arzt unter­sucht.

 

In der Bifengxia Schlucht

Wir ver­lassen die Bärchen und durch die Schlucht zurück zu laufen. Das sind etwa 5km für die man zwei Stun­den braucht. In der Schlucht ist es her­rlich, über­all fließt und ergießt sich Wass­er, steile, begrünte Fel­swände ragen um uns herum auf. Ab dem ersten großen Wasser­fall sitzt uns ein Wärter im Nack­en, der dafür sor­gen will, dass alle noch rechtzeit­ig hin­aus kom­men, denn am Ende bringt einen ein langer Fahrstuhl etwa 400 Höhen­meter wieder hin­auf, der nur bis 18:30 Uhr in Betrieb ist. Wir sprint­en ein biss­chen voran um Vor­sprung vor den langsamer gehen­den Chi­ne­sen zu bekom­men und trotz­dem noch Fotos machen zu kön­nen. Am größten sind die Wasser­fälle “Drag­on fly­ing over the clouds” und “Thou­sand stage water­fall”, der 120m hoch ist und sich über viele kleine Stufen ergießt. Wir erre­ichen ger­ade rechtzeit­ig den Fahrstuhl und fahren in Winde­seile hin­auf.

Zeit für Karaoke!

Nach ein­er Dusche gehen wir in den kleinen Food-Court zum Aben­dessen. Wir bekom­men eine Nudel­suppe und sehen den Chi­ne­sen beim fürchter­lich schlecht­en Karaoke Sin­gen zu. Irgend­wann fra­gen uns die Standbe­sitzer ob wir nicht auch sin­gen wollen. Eigentlich nicht, aber wieso eigentlich nicht? Wir suchen uns ein Lied aus und schmettern dies­mal unseren schlecht­en Gesang zu Madon­nas “Like a prayer” ins Mikro­fon. Die Chi­ne­sen sind begeis­tert. Wir bekom­men ein Bier vom Tisch nebe­nan aus­gegeben, obwohl wir eigentlich schon gehen woll­ten. Nagut, dann halt noch ein Bier und wir sin­gen noch ein Lied, dies­mal “Ghost­busters” ;) Etwas beschwippst laufen wir zurück zum Hotel und schauen noch ein biss­chen Vol­ley­ball-Welt­meis­ter­schaft im Fernse­hen, worin die Chi­ne­sen wirk­lich gut sind.


ANFAHRT NACH BIFENGXIA 
Bus #55 zum Xin­nan­men Bus­bahn­hof in Cheng­du (2 Yuan)
Bus nach Ya’an (44 Yuan, ca. 1,5h)
Mini-Bus nach Bifengx­ia (5 Yuan, ca. 45 Minuten)

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