China: Xi’an — Die wuselige Stadt am Ende der Seidenstraße

Posted: 1. September 2015

Xi’an war einst das Ende der Sei­den­straße und einige Ele­mente dieser Mix­tur aus ver­schiede­nen Kul­turen und Reli­gio­nen sind noch heute zu ent­deck­en. Die Stadt­mauer aus der Ming Dynas­tie gibt es immer noch und Händler bevölk­ern die Gassen des Mus­limvier­tels.

Die historische Stadtmauer Xi’ans

Heute besuchen wir die Stadt­mauer — eine der weni­gen Stadt­mauern, die in Chi­na noch heute intakt sind. Die Mauer stammt von 1370 und ist 12m hoch. Einst gab es noch eine zweite Stadt­mauer aus der Tang Dynas­tie, die noch deut­lich größer war als die aus der Ming Dynas­tie — ein sieben­fach so großes Gebi­et ein­schließend wie diese. Die Mauer ist ins­ge­samt 14km lang und man kann run­drum auf ihr ent­lang laufen. Wir laufen vom Nord- bis zum Süd­tor. Der Smog hängt dicht über der Stadt und die Sicht ist begren­zt. Die Hochhäuser ver­schwinden im Dun­st. Inner­halb der Stadt­mauern sehen wir einen bud­dhis­tis­chen Tem­pel und ver­schiedene Vier­tel. Beson­ders an der Süd­seite der Mauer gibt es hüb­sche Häuschen mit Dachter­rassen.

Man kann Fahrräder lei­hen um sich die Umrun­dung zu vere­in­fachen, dies ist aber ziem­lich teuer für chi­ne­sis­che Ver­hält­nisse. Alleine der Ein­tritt auf die Mauer kostet schon 54 Yuan, ein Fahrrad würde zusät­zliche 45 Yuan ver­lan­gen. Außer uns läuft kein Men­sch — bis uns viele Chi­ne­sen in grü­nen T‑Shirts ent­ge­genkom­men, die offen­bar an einem Lauf teil­nehmen, sich dabei aber nicht allzu sehr anstren­gen. Kein­er läuft, jed­er geht nur langsam. Es ist auch viel zu heiß, wir schwitzen auch ordentlich. Einige junge Mäd­chen sind schon kurz vorm zusam­men brechen, obwohl sie nur langsam gehen. Ist aber auch kein Wun­der, so warm wie manche eingepackt sind — kom­plett mit Regen­jacke, Kapuze und lan­gen Hosen. Am Süd­tor ver­lassen wir die Mauer und essen etwas in einem chi­ne­sis­chen Fast­food Restau­rant — es schmeckt scheußlich.

Die Big Wild Goose Pagode

Dann fahren wir mit dem Bus zur Big Wild Goose Pagode, dem Wahrze­ichen Xi’ans. Die Pagode stammt aus der Tang Dynas­tie, aus dem 7. Jahrhun­dert und wurde errichtet um die bud­dhis­tis­chen Sutras zu lagern, die der Mönch Xuan Zang aus Indi­en mit­ge­bracht hat. Xuan hat die let­zten 19 Jahre seines Lebens damit ver­bracht diese Sutras zu über­set­zen. Wir spazieren auf dem Gelände herum und schauen uns den Da Ci’en Tem­pel an.

Das muslimische Viertel

Wir fahren zurück ins Hos­tel und gehen dann am Abend nochmal los um uns das Mus­lim­is­che Vier­tel anzuse­hen. Die Straßen nördlich vom Drum Tow­er bei­hei­mat­en die Hui — die Chi­ne­sis­chen Mus­lime. Die Gassen sind vollgestopft mit Men­schen und Street­food-Händlern. Es ist ein großes Gewusel auf den Straßen — und immer wieder drän­gen sich Minibusse oder Rikschas durch die Men­gen. Beson­ders leck­er sind Süßigkeit­en, die mit Honig gemacht wer­den und Nüsse und Sesam enthal­ten. Ein wenig über­fordern uns die vie­len Stände schon, der Anblick von Lamm­füßen ist jet­zt auch nicht unbe­d­ingt mein kuli­nar­isch­er Traum. Wir essen in einem Restau­rant hin­ter den Stän­den und laufen dann staunend und schauend durch die Gassen.

Wir pro­bieren ver­schiedene Snacks aus, aber am überzeu­gen­sten sind auf jeden Fall die Süßigkeit­en. Wie wir so durch die Straßen schlen­dern, ent­deck­en wir ein kleines Geschäft mit vie­len Aquar­ien — wed­er Restau­rant, noch Tier­hand­lung. Es han­delt sich um einen Fisch-Spa: In vie­len kleinen Beck­en schwim­men kleine Dok­tor­fis­che, die tote Haut von den Füßen knab­bern, also eine Art Fisch Pediküre. Wir haben das schon öfter in Asien gese­hen und sind neugierig. Schließlich gehen wir hinein und tunken unsere Füße in die fis­chge­füll­ten Beck­en. Das kitzelt am Anfang vor allem unglaublich, ich komme nicht umhin zu lachen. Beson­ders amüsant find­en uns auch die Chi­nesin­nen von den Plätzen gegenüber, die Fotos von uns machen. Wir lassen eine Weile an uns herumkn­ab­bern, dann gehen wir wieder unser­er Wege — um eine Erfahrung reich­er :) Die Straßen haben sich inzwis­chen geleert und wir kön­nen gemütlich zurückschlen­dern.

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