Neuseeland: Coromandel Peninsula

Posted: 28. September 2007

Alles an der Coro­man­del Hal­binsel wun­der­schön mit ihren ein­samen Bucht­en, grü­nen Wiesen, Bergen und der Ein­samkeit — zumin­d­est zu dieser Sai­son, im Som­mer stellt die Hal­binsel auch für die Auck­lan­der ein beliebtes Reiseziel dar. Beim Blick nach rechts eröffnet sich eine Gebirgs­land­schaft wie in den Voralpen und beim Blick nach links bre­it­en sich ein­same Strände und Bucht­en aus. Ein per­fek­ter Aus­flug von Auck­land aus.

Über Thames geht es immer an der Küste ent­lang nach Coro­man­del Town, wo wir zur Dri­ving Creek Rail­way gehen. Mit der kleinen Bahn fahren wir nicht, wir laufen nur den kurzen Weg dort. Die kleine Bahn sieht wirk­lich urig aus, aber auf­grund der Kosten fahren wir nicht mit. Der Weg zum “Eye­full Tow­er” ist lei­der nicht zugängig. Die kur­ven­re­iche Küsten­straße ver­läuft an zahlre­ichen wun­der­schö­nen Strän­den und Bucht­en an denen wir immer wieder anhal­ten.

An der Amod­eo Bay tre­f­fen wir auf einen Mann, der am Strand seine E-Mails abruft. Er erzählt uns, dass er viel durch Europa gereist ist und dass es hier, in Neusee­land, am schön­sten wäre. Wir bräucht­en nir­gends anders mehr hinge­hen, schön­er würde es nicht. Er erzält auch von einem Deutschen, der hier in Neusee­land eine Möbelfir­ma eröffnet hat und nun einen Helikopter besitzt. Man muss nur klug sein, eine Idee haben, sagte er.

Auf dem weit­eren Weg tre­f­fen wir auch auf Delfine, die sich im let­zten Son­nen­licht an der Küste tüm­meln. Ger­ade hat uns noch der Mann erzählt, wie seine Bekan­nten heute mor­gen mit Delfinen geschwom­men sind, schon sehen wir welche. Ein schön­er Son­nenun­ter­gang bietet sich am Ende des Tages und im Dunkeln geht es zur Fletch­er Bay, dem Kap von Coro­man­del Penin­su­la.

Auf dem Weg geht es immer wieder durch kleine Flus­släufe, die die Straßen queren. Doch Valerie fährt tapfer durch alle hin­durch. Bei der Fletch­er Bay soll es einen Back­pack­er geben und mor­gen soll es auf den “Coro­man­del Coastal Walk­way” gehen. Dieser Back­pack­er ist allerd­ings bere­its voll als wir dort ein­tr­e­f­fen und es gibt meilen­weit nichts anderes außer Camp­ing­plätzen. Die Suche nach der Straße in der Dunkel­heit führt dann dazu, dass wir uns im Schlamm fes­t­fahren. Aber auch da kom­men wir wieder her­aus auch wenn Valerie nun aussieht wie ein Dreckschweinchen. Viel Lust bei der Dunkel­heit die schmale Schot­ter­straße, neben der sich tiefe Abgründe auf­tun, bis zur näch­sten Stadt zurück­z­u­fahren haben wir aber auch nicht. Also über­nacht­en wir im Auto und vertreiben uns die Zeit zur Müdigkeit ein biss­chen mit Stadt-Land-Fluss-Spie­len. Die Nacht ist lang, ungemütlich und kalt. Ich kann ewig nicht richtig schlafen, wache immer wieder auf. Erst ab 2 Uhr kann ich endlich ein biss­chen durch­schlafen. Wenn es zu kalt wird, starten wir immer mal kurz den Motor und heizen auf. Ganz schön anstren­gende Nacht, aber es ist erträglich. Einen Schlaf­sack und eine Taschen­lampe schreiben wir gle­ich auf die Einkauf­s­liste.

 

Coromandel Coastal Walkway

Gle­ich mor­gens um 7 Uhr beschre­it­en wir den “Coro­man­del Coastal Walk­way”. Dieser ist wirk­lich lohnenswert. 2,5 Stun­den geht es Rich­tung Stony Bay und der Weg führt durch Wei­de­land von Schafen und Kühen, an der Küste ent­lang, vor­bei an ein­samen Bucht­en wie der Poley Bay, über Berge und durch Regen­wälder.

An einem Look­out angekom­men, kann man beobacht­en wie der Regen über das Meer auf einen zurast. Dunkel­heit und eine Regen­front am Hor­i­zont. Der Regen ist allerd­ings nicht so heftig und wir begeben uns auf den Rück­weg, wo am Strand bei der Schaf­swei­de schon wieder die Sonne scheint und wir uns ein biss­chen in den Sand gelegt hat. Ich habe mich im Sand gewälzt, ich habe mich der Sonne erfreut und wollte gern ein Schaf sein. Ich glaube aber, das Gras nicht so leck­er ist.

Beim Weg über die Wei­den wur­den wir von hun­derten von Augen anges­tar­rt, die Tiere waren sehr scheu und sind schnell wegge­laufen, sodass man Angst hat­te, dass sie sich an den steilen Abhän­gen die Beinchen brechen. Eine Kuh trot­tete vor uns den Weg davon, blieb an der näch­sten Kurve ste­hen, schaute zurück und sobald wir näher kamen lief sie weit­er. Ich glaube sie kam sich ver­fol­gt vor. Ein­mal schaute sie ganz hüb­sch um einen Hügel, mit schräg gelegtem Kopf. Ein her­rlich­es Bild!

Castle Rock

Dann zurück nach Coro­man­del Town und von dort aus die 309 Road zu den Waiau Falls, einem schö­nen Wasser­fall und auf den Cas­tle Rock (521m). Ein­er sein­er Gipfel sah eher wie ein Schaf­skopf als wie ein Schloss aus.

Let­zter­er war nicht aus­geschildert und wir liefen auf gut Glück eine Forststraße, die durch gerodetes Gebi­et führte, nach oben. Nach ein­er Stunde auf diesem Weg woll­ten wir schon umkehren, als wir noch eine andere Abzwei­gung nah­men und uns sog­ar Leute ent­ge­gen kamen. Wo Leute sind, muss auch was zu sehen sein, also weit­er! Und tat­säch­lich: Ein Schild ver­weist endlich auf die Exis­tenz des Cas­tle Rocks und er taucht auch vor unseren Augen auf. Der Auf­stieg war mal wieder eine Klet­ter­par­tie. Oben hat­te man eine wun­der­bare Aus­sicht über Coro­man­del und das Meer. Wieder den rutschi­gen Weg nach unten dunkelte es schon während wir den lan­gen Forstweg zurück­liefen. Daraufhin dann weit­er zum Back­pack­ers in Coro­man­del Town. Kleine Bun­ga­lowhäuschen beherber­gen die kleinen Zim­mer und nach ein­er Dusche und ein­er Mahlzeit in Form der beliebten Instant­nudeln war nur noch Schlafen ange­sagt.

Strände

Heute geht es die SH 25 ent­lang bis nach Whitian­ga. Auf dem Weg wollen wir den New Chum’s Beach sehen, der nur über 30 Minuten Stock/Stein/Busch zu erre­ichen ist und mit wun­der­bar­er Ein­samkeit belohnt. Allerd­ings herrscht ger­ade Flut und deswe­gen ist der Fluss, der in das Meer fließt, zu tief um hinüber zu kom­men. Eine Brücke find­et sich auch nicht, nur auf einem Pri­vat­gelände dessen Betreten ver­boten ist und ein Schild davor warnt, dass Hunde erschossen wür­den. Gruselig. In dem kleinen Ort verkaufen kleine Kinder Orangen aus ihrem Garten. Ver­dammt leckere Orangen. Aber diesen Strand kriegen wir noch!

Dann geht’s weit­er zum Mataran­gi Beach, wo wir Delfine und Leute, die ver­suchen mit ihnen zu schwim­men, sicht­en. Wir laufen den “Black Jack Walk­way” und danach gibt es erst ein­mal einen Kaf­fee zum Wach­w­er­den. Von dort ist es nicht weit zum Ota­ma Beach, wo wir uns ein biss­chen in der weni­gen Sonne aalen und ich ein paar Muscheln samm­le. Das Wet­ter heute ist ziem­lich trüb und die Sonne lässt sich nur ansatzweise blick­en. Danach führt uns die Schot­ter­straße zur Opi­to Bay.

Dann fahren wir weit­er nach Whitian­ga und von dort aus über Coroglen auf eine weit­ere kleine Hal­binsel. Von Whitian­ga bis zu dieser kleinen Hal­binsel ist es eigentlich nicht weit, lei­der gibt es eine Meerenge dazwis­chen und es verkehrt lediglich eine Pas­sagier­fähre dor­thin. Also über den lan­gen Weg dor­thin. Zu sehen gibt es dort viel. Zuerst den Cooks Beach und das Shake­spear Cliff mit dem Cap­tain Cooks Memo­r­i­al, dem Punkt an dem Capt­ian James Cook seine Ent­deck­er­füße auf neuseeländis­chen Boden set­zte. Dann runter zur Lone­ly Bay, die ihrem Namen alle Ehre machte. Wir klet­terten dort auf den Felsen herum, wo ich mir mein Knie ein biss­chen aufreiße. Das Wet­ter ist inzwis­chen ziem­lich stür­misch gewor­den und dadurch eher kalt als warm. Von dort ging es dann zum Hahei Beach, wo wir auf ein­er Bank am Strand eine Mit­tags­mahlzeit ein­nehmen, die einem der Wind fast aus den Hän­den reißt.

Cathedral Cove

Dann zur Cathe­dral Cove, neben dem Hot Water Beach wohl die Haup­tat­trak­tion von Coro­man­del und eine der meist fotografierten Örtlichkeit­en Neusee­lands. Wo es bish­er recht ein­sam war, kom­men uns hier schon einige wenige Leute ent­ge­gen. Der Weg führt uns vor­bei an den ein­samen Strän­den Gem­stone Bay und Stingray Bay und bietet her­rliche Aus­blicke über das Meer, die Inseln und das Wei­de- und Berg­land zur recht­en Seite.

An der Cathe­dral Cove ange­langt, suchen wir uns erst ein­mal ein wind­stilles Plätzchen. Die Höh­le, die mehr ein Durch­gang ist, ist ziem­lich groß und ziem­lich windig. Der Strand hier ist wirk­lich sehr schön. Die Tex­tur der Felsen wan­delt sich von ros­t­braun bis zu ein­er schwammar­ti­gen. An eini­gen Stellen find­en sich tausende ein­er Fliege­nart, die hier wohl Nahrung gefun­den haben.

Auf dem Rück­weg geht es durch einen kleinen Wald, wo es anfängt zu reg­nen. Als wir am Park­platz ankom­men, reg­net es stärk­er. Kein Wet­ter für den Hot Water Beach, also fahren wir zurück nach Auck­land, da es auch schon däm­mert.

Warnung: Immer genug tanken sobald man die Möglichkeit dazu hat!

Wir müssen drin­gend tanken und zum Glück gibt es eine winzige Tankstelle in Hahei. Ein Schild verkün­det “Clos­ing at 5”, okay, denken wir uns, ist ja erst 16:21 Uhr. Falsch gedacht, in der let­zten Nacht wur­den näm­lich die Uhren umgestellt, was uns beim Anblick dieses Schildes dann auch schla­gar­tig ein­fällt. So ein Mist. Also weit­er und hof­fen, dass in der näch­sten größeren Ortschaft eine Tankstelle zu find­en ist und das Ben­zin bis dahin reicht (denn die Orte liegen weeeeeit auseinan­der). Dort ist jedoch nichts zu find­en und wir stell­ten uns schon vor dort in einem Back­pack­er einkehren zu müssen. Wir fra­gen einen Mann vom Motel, der meint, dass die näch­ste Tankstelle 5 km ent­fer­nt sei. Wie wir wis­sen, müssen wir bei den Kiwis alles mal drei nehmen und dann kommt sie auch. Jedoch schon geschlossen und nur mit neuseeländis­chen EC-Karten zu bezahlen, die wir natür­lich nicht haben. Ein net­ter Ein­heimis­ch­er bezahlt aber mit sein­er und wir geben ihm 10$ dafür um wenig­stens zur näch­sten Tankstelle zu kom­men, die bei Thames zu find­en ist. Eine alte Dame hat einige Prob­leme mit diesem Auto­mat­en bei dem man mit der EC-Karte bezahlt und wir erbar­men uns ihr zu helfen, was schon ein biss­chen Zeit gekostet hat. Offen­bar fährt die Gute nicht so oft. Sie weiß nicht ein­mal wie der Tankdeck­el zu öff­nen ist. Das Ben­zin hat gere­icht und in Kopu kon­nten wir erle­ichtert richtig tanken.

Der Regen wird sich immer heftiger und ergießt sich während der gesamten Fahrt nach Auck­land sint­flus­sar­tig auf die Straßen. Als ich Zuhause ankomme, gibt es mal wieder keinen Strom. Auck­land ist doof.

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