Katar: Die Wüstenstadt Doha

Posted: 28. Dezember 2013

Früh am Mor­gen der Ort­szeit, lan­den wir in der Haupt­stadt Katars, unser­er Zwis­chen­sta­tion auf dem Weg nach Bangkok. Ein 6‑stündiger Flug liegt hin­ter uns bei dem an Schlafen lei­der kaum zu denken war. Schlaftrunk­en taumeln wir aus dem Flugzeug und lassen uns gegen 22 Euro ein Visum in unsere Pässe drück­en. Bei ange­hen­der Mor­gendäm­merung ziehen wir zu Fuß los Rich­tung Innen­stadt.

Ein kurz­er Check am Flughafen hat ergeben, dass dies leicht zu Fuß zu bewälti­gen ist und so genießen wir es unsere Beine zu bewe­gen, denen es so lange ver­wehrt geblieben ist. Wir wer­den dabei jedoch recht irri­tiert angeschaut und Taxis wollen uns immer wieder aufle­sen oder wir wer­den ange­hupt. Egal, wir ver­fol­gen unseren Weg und langsam geht auch die Sonne auf und erhellt den Him­mel mit dem Licht eines neuen Tages. Und was für ein­er — strahlend blauer Him­mel, ein rosa Schleier überzieht den Hor­i­zont und das Meer. Wir schlen­dern an der Hafen­prom­e­nade ent­lang — der Cor­niche — vor­bei am islamis­chen Kun­st­mu­se­um (lei­der noch geschlossen) und der gewalti­gen Sky­line von Doha.

Wir laufen zum Souq Waqif — dem Basar — allerd­ings nicht ganz ohne Umwege. Doha ist offen­sichtlich nicht für Fußgänger gemacht. Wo es noch Gehwege gibt, die nicht von Baustellen gefressen wur­den, gibt es Ampeln, die eine Grün­phase für Fußgänger nicht ein­pro­gram­miert zu haben scheinen. Wozu auch — hier läuft ja eh kein­er. Naja, außer uns und weni­gen Män­nern. Frauen begeg­nen uns keine. Schon am Flughafen waren nur Män­ner zu sehen. Nicht in den Jobs, aber unter den Wartenden. Leicht­es Unbe­ha­gen macht sich da schon bei uns bre­it — wir zwei wer­den auch anges­tar­rt wie zwei Außerirdis­che. Allein­reisende Frauen in west­lich­er Klei­dung scheinen trotz rel­a­tiv­er Tol­er­anz doch nicht allzu häu­fig zu sehen zu sein. Tat­säch­lich begeg­nen uns vor allem aus­ländis­che Paare oder Män­ner­grup­pen. Da der Souq erst am Vor­mit­tag öffnet, set­zen wir uns erst­mal auf einen Platz und ver­til­gen eine Orange, was offen­bar auch genug Anlass zum Star­ren bietet.

Dann gehen wir in ein Café und trinken Minz­tee, chillen in der Sonne, genießen die Ruhe am Mor­gen bis der Souq sich füllt. Wir spazieren noch zur Prom­e­nade zurück und entspan­nen am Ufer, schnup­pern die Meeres­luft, lassen uns den Wind durch die Haare zausen. Dann stürzen wir uns ins Getüm­mel des Souqs und sehen aller­hand Kitsch von Tep­pichen bishin zu Stat­uen und zahlre­iche Burkas und andere ver­wandte Klei­dungsstücke. Auch Frauen sind nun zu sehen, die meis­ten jedoch ver­hüllt — manche mehr, andere weniger. Seit Jahrhun­derte gibt es an diesem Ort schon einen Souq, denn hier bracht­en die Beduinen ihre Schafe, Ziegen und Wolle um sie gegen andere lebenswichtige Güter einzu­tauschen.

Es fällt uns auf, dass Män­ner wie selb­stver­ständlich erwarten, dass ihnen Platz gemacht wird und man darauf selb­st achtet, während Frauen auch mal warten, wenn eine Stelle zu eng ist. Auch im Café hat­ten wir das Gefühl nicht so recht beachtet zu wer­den. So richtig wohl fühlen wir uns in der Atmo­sphäre lei­der nicht. Nach ein­er Weile nehmen wir uns ein Taxi zurück zum Flughafen und treten unsere Weit­er­reise nach Bangkok an. Am Flughafen fällt erst im Hellen auf, was für ein Wüsten­land Katar eigentlich ist. Mit­ten in dieser Wüsten­land­schaft liegt dann Doha. Allzu viel gibt es in der Stadt nicht zu sehen, aber wer ein paar Stun­den zwis­chen den Flü­gen hat, sollte es sich nicht ent­ge­hen zu lassen diese in Doha zu nutzen.

 

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