Irland: Dublin — Haupstadt der grünen Insel

Posted: 22. Januar 2010

Für ein Woch­enende besuche ich die irische Haupt­stadt Dublin — ein spon­tan­er Kurztrip mit meinem Mit­be­wohn­er und zwei weit­eren Bekan­nten. Dublin begrüßt uns mit strahlen­dem Son­nen­schein und im Ver­gle­ich zu Deutsch­land war­men Tem­per­a­turen. Nach­dem wir unser Hos­tel gefun­den haben und uns kurzfristig mit dem hiesi­gen Linksverkehr ange­fre­un­det haben, begeben wir uns auf eine erste Erkun­dungs­tour.

Temple Bar

Das leb­hafte und bunte Vier­tel Tem­ple Bar bietet zahlre­iche Restau­rants, Cafés und Pubs. Wir ver­speisen einen riesi­gen Burg­er während es draußen zu däm­mern begin­nt, die Röcke kürz­er und die Absätze der Damen höher wer­den. Fre­itagabend – und die modisch schlanken Mäd­chen flanieren auf der Aus­gehmeile.

Wir hinge­gen laufen durch die vib­ri­eren­den Straßen, über Brück­en, die sich gepaart mit bun­ten Lichtern im Wass­er der Lif­fey spiegeln. Wir sehen die ein­stige Wikingerkirche Christ Church Cathe­dral, das Dublin Cas­tle aus dem 13. Jahrhun­dert und Justi­tia, die über dem Hauptein­gang wacht. Allerd­ings nicht wie son­st üblich mit ver­bun­de­nen Augen und zu allem Über­fluss mit dem Rück­en zur Stadt Dublin ste­hend. Für die Ein­wohn­er Irlands hat das eine ganz eigene Bedeu­tung, die ihre poli­tis­che und rechtliche Beziehung zu den Briten wider­spiegelt.

Zahlre­iche Shops rei­hen sich in den Haupteinkauf­s­meilen wie der Grafton Street aneinan­der und buhlen mit Ausverkäufen um Kund­schaft. Seit 2003 gibt es auch ein etwas selt­sames Wahrze­ichen der Stadt – the Spire. Der Spire ist eine 120m hohe Nadel, die im Rah­men eines Mil­len­ni­um­spro­jek­ts in Auf­trag gegeben wor­den ist.

Auf­grund von all­ge­meinen Heis­shunger auf Pommes, gehen wir noch in ein Fish & Chips Laden Nahe des Spires. Für ein Menü bekommt man ein Gratis Dessert — in diesem Fall Eis­creme — dazu. Nur auf­grund dieses Ange­bots entschei­det sich mein Mit­be­wohn­er das Menü mit Fisch zu nehmen, das erhe­blich teur­er ist als sich alleine für Pommes und evtl. sog­ar noch ein Eis im Anschluss zu entschei­den. Am späteren Abend lassen wir uns in einem uri­gen Pub nieder, der Live­musik und irisches Guin­ness­bier zu bieten hat.

Im Hos­tel kommt es noch zu nächtlichen Gesellschaftsspie­len wie Twister und Scha­rade, die man sich dort passender­weise lei­hen kann. Das Hos­tel besticht durch seine gute Lage und durch Gratis Pan­cakes am Son­ntag, allerd­ings ist bis spät in die Nacht laute Musik aus irgen­deinem Club zu hören, was das Ein­schlafen schw­er fall­en lässt.

National Gallery

Heute ist das Wet­ter nicht mehr so fre­undlich. Es ist kühl und nebe­lig, schon fühlen sich die Tem­per­a­turen wieder ähn­lich unmen­schlich wie in Deutsch­land an, obwohl sie objek­tiv betra­chtet weit davon ent­fer­nt sind. Am Vor­mit­tag machen wir uns auf den Weg zur Nation­al Gallery, die neben spanis­ch­er, franzö­sis­che, ital­ienis­ch­er und hol­ländis­ch­er auch eine irische Kun­st­samm­lung bietet. Die Räum­lichkeit­en sind beein­druck­end, die lan­gen Gänge und kun­stvollen Türen und Trep­pen sind bewun­dern­swert.

National Gallery
Nation­al Gallery

Free Tour

Danach begeben wir uns an Parkan­la­gen, der Einkauf­s­pas­sage Grafton Street sowie einem Einkauf­szen­trum, das eher wie ein prachtvolles Regierungs­ge­bäude anmutet, und dem vielfälti­gen South City Mar­ket vor­bei Rich­tung City Hall um an der auch hier stat­tfind­en­den kosten­losen Stadt­führung „Free Tour“ teilzunehmen. Natür­lich nicht ohne das passende Acces­soire – einem Star­bucks Bech­er – in der Hand. Die Führung offen­bart noch einige schöne Plätze und Geschicht­en. Heute im Tages­licht fall­en mir die vie­len bunt angestrich­enen Haustüren auf – von pink über rot bishin zu blau.

Ins­beson­dere der Garten vor dem Dublin Cas­tle und der Innen­hof des Trin­i­ty Col­lege sind sehenswert. Das Trin­i­ty Col­lege ist Dublins berühmteste Bil­dungsstätte aus der zahlre­iche promi­nente Absol­ven­ten her­vorgin­gen wie Oscar Wilde, Samuel Beck­ett („Warten auf Godot“), Bram Stok­er („Drac­u­la“) und Jonathan Swift („Gulliver’s Reisen“). Durch schöne Tor­bö­gen beg­ibt man sich auf eine Reise in die Ver­gan­gen­heit. Gepflasterte Plätze, gepflegte Rasen­flächen sowie prächtige Baut­en sind hier zu sehen. Die Führung endet im St Stephens Green Park, ein­er Oase der Ruhe an Teichen mit malerischen Brück­en, Pavil­lions und Schwä­nen.

Guinness Storehouse

Von hier aus nehmen wir ein Taxi zum Guin­ness Store­house. Das berühmte dun­kle irische Bier wird hier gebraut und eine Ausstel­lung mit entsprechen­der Verkös­ti­gung zeigt wie und woraus. Das Store­house ist sieben Stock­w­erke hoch und man einiges an Zeit hier ver­brin­gen. Am höch­sten Punkt des Gebäudes befind­et sich die Grav­i­ty Bar mit 360° Aus­blick auf Dublin und Umge­bung. Lei­der sieht man heute auf­grund von Däm­merung und Nebel nicht mehr sehr viel. Wir begeben uns zu Fuß zurück in die Innen­stadt um nach ein­er Stärkung aber­mals in einen Pub mit Live­musik einzukehren und uns bei einem „Hot Whiskey“ aufzuwär­men.

Guinness Storehouse
Guin­ness Store­house

Dublin ist eine mod­erne Haupt­stadt, deren Straßen vor Lebendigkeit vib­ri­eren. Win­ter­liche Tem­per­a­turen scheuen die Iren eben­so wenig wie die Briten und sind oft dementsprechend luftig gek­lei­det. Viele Bars, Cafés, Shops und urige Pubs laden zum Ver­weilen ein. His­torische Bauw­erke gibt es eben­so zu erkun­den wie Grün­flächen und Museen. Lei­der genü­gen 1,5 Tage kaum um Dublin voll­ständig zu erkun­den und zu genießen. Alleine in Shop­ping kön­nte man viel Zeit und Geld investieren. Außer­halb der Stadt gibt es schöne Plätze wie die Hal­binsel Howth Head, einem kleinen Fis­cher­hafen am Meer.

Die Innen­stadt und die Szenebezirke sind voller Men­schen­massen, die jedoch nicht unan­genehm wirken. Ein abwech­slungsre­ich­es Bild wird einem geboten und eine gesunde Mis­chung aus Ein­heimis­chen und Touris­ten.

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