Theresienstadt: Dunkle Kapitel der Vergangenheit

Posted: 2. Januar 2009

There­sien­stadt ist eine gigan­tis­che Fes­tung. Sie sollte einen einzi­gen Zweck erfüllen: den Feind abwehren. Iro­nis­cher­weise wurde sie aber eher dafür bekan­nt, dass Men­schen in ihr fest­ge­hal­ten wur­den. Im Hab­s­burg­er­re­ich war die Fes­tung ein Gefäng­nis, im Zweit­en Weltkrieg wurde sie zur grausi­gen Zwis­chen­sta­tion auf dem Weg in die Ver­nich­tungslager.

Rund 150.000 Men­schen wur­den auf dem Weg zu den Ver­nich­tungslagern hier interniert, unter größ­ten­teils men­sche­nun­würdi­gen Bedin­gun­gen. Viele Men­schen drängten sich in ein­er Zelle, sodass die Alten und Schwachen schon zu Anfang der Haft umka­men.

Krankenbereich
Kranken­bere­ich

Weit­er­hin grassierten Krankheit­en und Hunger, gle­ichzeit­ig nah­men die Todes­fälle inner­halb der Mauern um das 15-fache zu. Später wurde There­sien­stadt zum Herzstück ein­er nation­al­sozial­is­tis­chen Pro­pa­gan­da-Aktion: Offiziellen Besuch­ern der Fes­tung präsen­tierte sich die Stadt als eine Art jüdis­che „Flucht­burg“, die Teil ein­er Scha­rade war. In Wirk­lichkeit wur­den hier immer mehr Gefan­gene unterge­bracht, star­ben an Krankheit­en oder beg­in­gen Selb­st­mord.  Wir besichtigten die Kleine Fes­tung, wo man Gefäng­nis­barack­en, Einzelzellen, Werk­stät­ten und Leichen­häuser, Hin­rich­tungsstät­ten und ehe­ma­lige Mas­sen­gräber begutacht­en kann. Über dem Tor prangt das zynis­che KZ-Mot­to „Arbeit macht frei“. Einen bedrohlicheren Ort kann man sich kaum vorstellen.

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