Ecuador: Altstadt und Salsa in Quito

Posted: 1. Juni 2016

Ecuadors Haupt­stadt Quito, auf 2.800m hoch oben in den Anden, liegt spek­takulär einger­ahmt von Berggipfeln, die jedoch oft in den Wolken steck­en. Das Unesco Weltkul­turerbe der Alt­stadt ist gespickt mit Kolo­nial­ge­bäu­den, restau­ri­erten 400 Jahre alten Fas­saden, wuseli­gen Plätzen und kun­stvollen Kirchen. 

Mit dem Bus fahren wir von Man­co­ra im Nor­den Perus bis nach Guayaquil, von wo aus wir einen Nacht­bus nach Quito, der Haupt­stadt Ecuadors, nehmen. Wir haben nun zwei Tage um diese Stadt zu erkun­den bevor unser Flug nach Gala­pa­gos und somit zur let­zten Sta­tion unser­er Wel­treise geht.

Free Tour
Quito liegt auf 2.800m und es ist ziem­lich kalt. Wir starten unsere Erkun­dungs­tour wie üblich mit ein­er Free Tour. Unser erster Halt ist vor der Basil­i­ca del Voto Nacional, die aus weißem Vulka­ngestein gebaut und mit heimis­chen Tieren wie Leguane und Schild­kröten als Wasser­speiern bespickt ist. Auf einem kleinen Platz ste­ht eine Stat­ue von Benal­cazar, dem spanis­chen Grün­der von Quito und ein­er im Boden des Platzes ein­ge­lasse­nen Stadtkarte. Hier bekom­men wir eine grobe Erzäh­lung zur Grün­dung der Stadt, die vor der Ankun­ft der Spanier auch schon von den Inkas besiedelt wurde.

Um den Plaza Grande ste­hen die Kathe­drale, der Pala­cio de Gob­ier­no (Präsi­den­ten­palast) und der Pala­cio Arzo­bis­pal (ehe­ma­liger Palast des Erzbischofs). In der Mitte des Platzes ste­ht ein Denkmal, das an den Unab­hängigkeit­skrieg Ecuadors erin­nert.

Wir besichti­gen die Igle­sia del Sagrario und gehen dann zur Igle­sia de la Com­paña de Jesus, die in ihrem Inneren reich mit Gold verziert ist. Über dem Plaza San Fran­cis­co liegt das Kloster und die Kirche San Fran­cis­co. Hier endet die Tour, die lei­der nicht sehr ergiebig war. Es gibt bessere Free Touren in Quito, diese war wohl eher eine kurze Ver­sion von dem Touren­büro im Hos­tel. Unter dem Kloster ist ein klein­er Kun­st­markt. Früher waren hier Katakomben weshalb die Gänge ziem­lich eng sind. Wir schauen noch kurz in die Kirche und gehen dann zum Mit­tagessen über.

Mer­ca­do Arte­sanal La Mariscal
Nach ein­er Pause gehen wir zu dem Markt im Touris­ten­vier­tel La Mariscal um Sou­venirs zu kaufe. Während es mor­gens noch son­nig war, fängt es jet­zt ein wenig zu reg­nen an. Die vie­len Rei­hen des Mark­ts sind aber über­dacht. Es gibt es übliche wie Pullover, Deck­en und Lama-Anhänger, allerd­ings teur­er als in Peru. Alles da um Daheimge­bliebene mit Mit­bringseln zu erfreuen oder sich selb­st Erin­nerun­gen zu erwer­ben. Wir kaufen nur ein paar süße Lama-Ohrringe und pro­bieren Schoko­lade.

 

Eine gold­ene Kirche
Eigentlich woll­ten wir noch mit der Seil­bahn auf den Vulkan Pich­in­cha fahren, jedoch macht uns der Regen einen Strich durch die Rech­nung. Aber glück­licher­weise gibt es in Quito auch drin­nen viel zu sehen. Wir fan­gen damit an die Igle­sia de la Com­paña de Jesus zu besuchen. Die kom­plette Kirche ist mit Blattgold verziert, sog­ar die Decke. Alles ist gold­en und glänzt, die pom­pös­es­te Kirche, die wir je gese­hen haben. Fotos sind lei­der nicht erlaubt. Auch die Wände und Säulen sind gold­en verziert und über­all ste­hen Stat­uen.

Hin­ten in der Kirche ist die Orgel zu sehen, zu der zwei Wen­del­trep­pen hin­auf führen. Erst wenn man näherkommt, sieht man, dass eine davon nur aufge­malt ist. Am Ein­gang befind­et sich ein Bild vom Jüng­sten Gericht, außer­dem ein Bild der Hölle auf dem man sehen kann für welche Sünde man wie bestraft wird. Für die Ein­wohn­er Quitos ist diese Kirche die schön­ste des Lan­des und es ist klar warum, wenn man hier drin ste­ht.

Im Präsi­den­ten­palast
Durch den Präsi­den­ten­palast, den Pala­cio de Gob­ier­no, kann man kosten­lose Touren buchen. Mit ein wenig Glück kann man sog­ar auf den Präsi­den­ten per­sön­lich tre­f­fen. Zuerst müssen wir durch die Torwache zu den Sicher­heit­skon­trollen, dann ste­hen wir im Innen­hof des Palasts. In der Mitte ist ein großer Spring­brun­nen und an den Außen­wän­den hän­gen Gemälde. Vor ein­er Treppe wer­den wir fotografiert. Auf hal­ber Ebene ist die Flagge Ecuadors in einem Glaskas­ten aus­gestellt, die über­wiegend ecuado­ri­an­is­chen Besuch­er salu­tieren vor ihr. Ein großes Mosaik an den Wän­den zeigt die Ent­deck­ung des Ama­zonas. Das erste Zim­mer, das wir betreten, ist mit einem großen Tisch aus­ges­tat­tet. Hier tagt das Kabi­nett. Jed­er Min­is­ter hat seinen eige­nen reich verzierten Stuhl.

Das näch­ste Zim­mer ist der Speis­esaal, wo es eine lange Tafel, einen Flügel und am Ende des Raums eine kleine Kapelle gibt. An den Wän­den sind die Geschenke ver­di­en­ter Län­der aus­gestellt und darüber hän­gen die Gemälde ver­di­en­ter Ecuado­ri­an­er. Auch auf dem Außen­gang sind weit­ere Geschenke aus­gestellt. Am meis­ten beein­druckt der glänzende Sil­ber­schmuck aus Sau­di Ara­bi­en. Der näch­ste Raum ist ein Saal ohne viel Ein­rich­tung. Inter­es­sant sind aber die Por­traits an den Wän­den, die die Präsi­den­ten Ecuadors seit der Grün­dung 1830 zeigen. Zum Mit­tagessen gehen wir zum Mer­ca­do Cen­tral. Während südamerikanis­che Märk­te sich bish­er immer als Quellen von gutem, gün­sti­gen und reich­haltigem Essen präsen­tieren, ist das Ange­bot hier eher mau und am näch­sten Tag soll mich eine Lebens­mit­telvergif­tung ereilen. Ich kann hier also lei­der keine Empfehlung aussprechen.

Uno, Dos, Tres — Sal­sa!
In Anbe­tra­cht des weit­er­hin schlecht­en Wet­ters entschei­den wir uns Sal­saun­ter­richt zu nehmen. Unser Hotelbe­sitzer fährt uns net­ter­weise nach La Mariscal zur Sal­saschule. Zuerst ler­nen wir den Grund­schritt und eine Vari­a­tion. Ohne Musik, nur mit Zählen 1 2 3 4 5 6 7 8. Als alles klappt pro­bieren wir es mit Musik, was uns auf­grund des rel­a­tiv schnellen Rhyth­mus aber über­fordert. Wir üben also “trock­en” weit­er. Ins­ge­samt ler­nen wir fünf ver­schiedene Schrit­tfol­gen, die wir am Ende mehr oder weniger gut und auch zu Musik beherrschen.

Im Gegen­satz zu Alex habe ich den Vorteil, dass ich bere­its Sal­sa aus­pro­biert habe. Er tut sich recht schw­er mit dem Rhyth­mus. Nach zwei Stun­den ist das Train­ing vor­bei. Wir gehen noch in die quirlige Calle de la Ron­da, einem his­torischen und trendi­gen Ort an dem die Kneipen­szene blüht. Wir essen dort Piz­za, trinken Bier und einen Canela­zo, ein typ­is­ches ecuado­ri­an­is­ches Getränk aus alko­holis­chen Zuck­er­rohr, Zuck­er, Zimt und Frucht­saft in ein­er schö­nen Kneipe. So endet unser Aufen­thalt in der Haupt­stadt.


FREE TOUR
Täglich außer Son­ntag, Tre­ff­punkt 10:30 Uhr am Com­mu­ni­ty Hos­tel, Pedro Fer­min Ceval­los N6-78

ÜBERNACHTEN

La Rosario, ab 27€ im Dop­pelz­im­mer pro Nacht
Los Ríos N12-25 y Anto­nio Elizalde, Cen­tro Históri­co, 170113 Quito

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