Kroatien: Erstürmung der Paklenica-Gipfel

Posted: 29. Oktober 2013

Heute erkun­den wir den Pak­leni­ca Nation­al­park wan­dernd. Dafür haben wir uns die Bestei­gung des Veli­ki Golic vorgenom­men, der mit 1.265 zwar nicht eben gewaltig klingt, aber durch Start auf Meereshöhe sind es dann — mit Gege­nanstieg — doch 1.300 Höhen­meter, die es zu bewälti­gen gilt. Dazu kommt dass der Weg mit etwa 23km ordentlich lang ist. Der höch­ste Velebit-Berg ist der Vagan­s­ki Vrh (1.757m), der Auf­stieg dauert allerd­ings einen ganzen Tag.

Anica Luka

Bei prachtvollem Herb­st­wet­ter starten wir am Mor­gen, laufen durch die Klet­terge­bi­ete am rauschen­den Bach ent­lang, der immer wieder Wasser­fälle her­vorza­ubert. Um uns herum tür­men sich die Fel­swände der Schlucht Veli­ka Pak­leni­ca auf. Bald erre­ichen wir den mit Flaume­ichen- und Hain­buchenge­hölz bedeck­ten Tal­bo­den Ani­ca Luka. Vor uns ragt schon die höch­ste Gipfelkette des Pak­leni­ca Nation­al­parks auf. Wir laufen weit­er vor­bei am Förster­haus Lugar­ni­ca, wo wir die let­zten Men­schen hin­ter uns lassen.

Nach einem eher san­ften Auf­stieg erre­ichen wir die Hütte Plan­i­nars­ki Dom Pak­leni­ca auf 500m. Wir gön­nen uns eine Mit­tagspause und steigen dann von der Hütte steil durch den Wald bergauf. Das Rauschen des Bach­es ist unter uns zu hören, unter unseren Füßen raschelt das Laub. Weit und bre­it ist kein Men­schen zu sehen. Bald erre­ichen wir den ersten Aus­sicht­spunkt (Vidiko­vac), der uns mit fan­tastis­ch­er Sicht über die Schlucht mit ihren Höhen­zü­gen und Seit­en­tälern belohnt.

Auf der Hochebene Veliko Rujno

Wir müssen im zugewach­se­nen Gelände gut auf die Weg­markierun­gen acht­en, die sich an den Bäu­men oder Steinen befind­en. Der Wind fegt küh­lend durch die Baumwipfel und lässt Laub san­ft auf uns herab tanzen, wie bunte Schneeflock­en. Was für ein Herb­stza­uber! Es geht weit­er im Zick-Zack-Kurs durch den Buchen­wald. Weit­er den Kamm ent­lang, bis wir die Gabelung bei Strazbeni­ca erre­ichen. Dort gehen wir links in eine Senke abwärts, dann wieder aufwärts an der Hochebene Veliko Rujno vor­bei, unter­halb des Grats ent­lang. Die Hochebene erstreckt sich weit­er­läu­fig unter uns. Es fällt nicht schw­er zu glauben, dass hier West­ern-Filme einen per­fek­ten Schau­platz gefun­den haben.

Auf den Gipfel des Veliki Golic

Kurz vor dem Gipfel geht es nochmal am Grat steil bergauf  durch kahle Bäume und schot­triges Ter­rain. Oben bietet sich ein imposantes Panora­ma mit vie­len Velebit-Gipfeln, Schlucht­en, Hochebe­nen und dem glitzern­den Meer unter uns. Wir sehen auch die Kämme und Grate, die wir auf dem Weg hier­her über­schrit­ten haben.

In einem ver­rosteten Behäl­ter find­en sich Zettel mit “Gipfel­buchein­trä­gen”. Viele aus Deutsch­land, auch ein paar Fran­zosen und natür­lich Kroat­en. Viele Men­schen scheinen nicht hier hoch zu kom­men, der let­zte Ein­trag stammt von let­zter Woche.

Wir hin­ter­lassen einen weit­eren Zettel mehr in der Dosen und machen uns nach genuss­re­ich­er Pause wieder an den lan­gen Abstieg hin­unter zur Hütte, danach noch lang durch die Schlucht zurück zum Ein­gang des Parks. Wir sind erschöpft, die Hitze in der Sonne hat uns zuge­set­zt, und fahren daraufhin ein Restau­rant um uns bedi­enen zu lassen. Heute Nacht werde ich gut schlafen kön­nen!

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