Fidschi - Paradies in der Südsee

Fidschi: Das Paradies in der Südsee

Posted: 16. März 2020

Weiße pal­mengesäumte Strände, türk­is­blaues Wass­er und eine wun­der­schöne Unter­wasser­welt machen die Fid­schi Inseln zu einem wahren Paradies. Die Ein­heimis­chen sind fre­undlich und haben immer ein lei­den­schaftlich­es “Bula!” auf den Lip­pen. Fid­schi entschle­u­nigt, die Ein­heimis­chen sagen auch “Fiji Time” — immer mit der Ruhe.

Ich reise zuerst auf der Hauptin­sel Viti Levu ein­mal kom­plett um die Insel herum. Dabei mache ich Halt in Pacif­ic Har­bour im Süden der Insel, wo es vor allem um das berühmte Haitauchen geht, und in Raki­ra­ki im Nor­den der Insel, das bekan­nt für seine schö­nen Koral­len­riffe ist. Danach geht es für mich auf die Mamanu­ca und Yasawa Inseln, die genau so sind wie man sich ein Insel­paradies vorstellt

Der Fid­schireisende kommt zuerst in Nadi an, wo der inter­na­tionale Flughafen liegt. Nadi ist nicht beson­ders schön und der Strand lässt nichts von dem Paradies ver­muten in dem man ger­ade angekom­men ist, ist aber der Aus­gangspunkt für alle weit­eren Touren. Außer­dem ist es hier gün­stig zu über­nacht­en. Mit dem lokalen Bus fahre ich in 3,5 Stun­den bis nach Pacif­ic Har­bour im Süden der Insel Viti Levu, der größten Insel auf Fid­schi. Trotz großzügiger “Fiji Time” ist das Bussys­tem ver­lässlich und gün­stig.

Haitauchen in Pacific Harbour

Die Haup­tat­trak­tion in Pacif­ic Har­bour ist die Beqa Lagoon, wo man mit Haien tauchen kann. Bis zu acht Haiarten kön­nen hier gesichtet wer­den. Am ersten Tag tauche ich jedoch ohne Haie im Weichko­ral­len­garten. Der erste Tauchspot ist Sev­en Sis­ters, die aus mehreren Fel­stür­men mit Weichko­rallen beste­hen. Außer­dem gibt es ein 20 Jahre altes Wrack zu sehen. Der zweite Tauchspot ist Three Nuns, die eben­falls aus Fel­stür­men beste­hen. Beson­ders bekan­nt ist diese Divesite für ihre riesi­gen Gor­gonien. Außer­dem sehe ich große Schnap­per Schwärme, Puffer­fis­che und eine Schild­kröte. Wahnsin­nig großar­tig sind diese Spots nicht, dafür ist der Haitauch­gang am näch­sten Tag umso spek­takulär­er.

Ich bin echt aufgeregt als es los­ge­ht und die ersten Haie zu uns kom­men. Wir sehen sechs von acht Haiarten, die hier üblicher­weise herkom­men: Bul­len­haie, Graue Riffhaie, Ammen­haie, Zitro­nen­haie, Weißspitzen­riffhaie und Schwarzspitzen­riffhaie. Es fehlen nur Tiger­haie und Sil­ber­spitzen­haie. Es tum­meln sich unglaublich viele Haie um uns herum und kom­men uns dabei ganz nah. Ein Hai schlägt mir sog­ar seine Schwanzflosse ins Gesicht und mir fast den Reg­u­la­tor aus dem Mund. Unten auf 28m sehen wir vor allem die großen Haie, während sich die Riffhaie weit­er oben tum­meln. Wir haben hier zwei Tauchgänge mit jew­eils etwa 40 Minuten bei denen wir nur daliegen und uns diese Show der ele­gan­ten Riesen anse­hen. Das Shark Reef Marine Reserve ist ein Schutzge­bi­et für Haie. Der Grund warum man diese Haie hier sehen kann ist, dass sie ange­füt­tert wer­den. Die Tauchguides ver­füt­tern nur Snacks an die Haie, sodass das natür­liche Jagdver­hal­ten erhal­ten bleibt. Es soll dem Naturschutz und dem nach­halti­gen Touris­mus dienen. Außer­dem wird Forschung an den Haien betrieben, die bei der Füt­terung vor­bei kom­men. Die meis­ten Haie sind den Guides bekan­nt und haben sog­ar Namen. Angst braucht man übri­gens keine zu haben, denn in all den Jahren gab es nicht einen Zwis­chen­fall mit den Haien. Trotz­dem kann es schon sein, dass man etwas mehr Luft als nor­mal ver­braucht während man dem bun­ten Treiben um sich herum zusieht.

Unterge­bracht bin ich direkt am Strand im Upris­ing Beach Resort, wo ich neben dem Tauchen viel Zeit ver­bringe. Die Anlage ist wun­der­schön, der pal­mengesäumte Strand ein Traum. Ich wohne in ein­er soge­nan­nten Bure, ein­er tra­di­tionellen Hütte direkt am Strand. Die Bure ist extrem geräu­mig und nachts höre ich im Bett das Meer rauschen. Eine mein­er lieb­sten Unterkün­fte auf Fid­schi. Beson­ders gerne liege ich in der Hänge­mat­te und lese, wenn es mir zu warm wird gehe ich mich im Meer abkühlen. Ich merke schnell, dass ich auf Fid­schi viel Zeit für mich selb­st habe. Das ist zu Anfang etwas unge­wohnt, da ich alleine reise und nie­man­den habe, der mich unter­hält. Aber so komme ich dazu sehr viel zu lesen und die Seele baumeln zu lassen. Nach dem Te Araroa in Neusee­land ist hier pure Entspan­nung ange­sagt.

Weiterfahrt nach Rakiraki

Ich fahre wieder mit dem lokalen Bus, in 5,5 Stun­den über die Haupt­stadt Suva bis nach Raki­ra­ki im Nor­den der Insel. Das Tolle daran ist, dass man dem Bus­fahrer sagen kann wo er einen raus­lassen soll, egal wo in der Pam­pa das sein mag. So lasse ich mich an der Abzwei­gung zur Straße, die zu mein­er Unterkun­ft führt, abset­zen. Für den weit­eren Weg habe ich Glück und gle­ich das erste Auto, das an mir vor­beifährt nimmt mich mit und set­zt mich bei mein­er Unterkun­ft ab. Die Unterkun­ft “Sega na Leqa” ist noch neu und wird von zwei Neuseelän­dern geführt, Ben und Jodie. Außer mir ist kein­er im Dorm­room, den ich so ganz für mich alleine habe. Sie gewähren mir sog­ar Zugang zur Küche nebe­nan und stellen mir Toast und Eier zur Ver­fü­gung. Lei­der gibt es hier kein Restau­rant, weswe­gen ich mich selb­st verpflege. So war die let­zte Pack­ung Back­coun­try Cui­sine (gefrier­getrock­nete Trekking­nahrung) aus Neusee­land noch zu was gut. Während ich zuvor noch in Einzelz­im­mern gewohnt habe, spare ich nun etwas. Fid­schi ist nicht Südostasien, es nicht ger­ade gün­stig hier. Zwei Tauchgänge kosten zwis­chen 230 und 425 Fid­schi Dol­lar, inklu­sive Aus­rüs­tung. Die  Preise für die Unterkün­fte vari­eren sehr stark, von 18 Fid­schi Dol­lar im Schlaf­saal in Nadi bis zu mein­er teuer­sten Unterkun­ft im Upris­ing Beach Resort, wo ich mir eine Bure am Strand gegön­nt habe, für 123 Fid­schi Dol­lar. Dafür ist der lokale Bus sehr gün­stig, nur 11 Fid­schi Dol­lar für 3,5 Stun­den Fahrt.

Tauchen in Rakiraki

Die Tauch­ba­sis ist im einem Hotel, das etwa 15 Minuten Fuß­marsch von mein­er Unterkun­ft ent­fer­nt liegt. Hier gibt es auch ein Restau­rant, das ich nach den Tauchgän­gen besuche. Raki­ra­ki ist bekan­nt für seine schö­nen Koral­lengärten. Wir fahren etwa eine Stunde hin­aus zur ersten Divesite — Instant Reply. Eine Vielfalt von Hart- und Weichko­rallen erwarten uns sowie einige Weißspitzen­riffhaie. Der zweite Tauchspot, Chile, enthält Korallen, die bei Berührung ihre Farbe ändern, was ich so noch nie gese­hen habe.

Rakiraki
Raki­ra­ki

Mana Island

Ich fahre wieder zurück nach Nadi und habe so die Hauptin­sel Viti Levu ein­mal umrun­det. Nun will ich auf die Mamanu­cas, ein­er Insel­gruppe nördlich von Nadi. Die Maman­uas und Yasawas bete­hen aus etwa 50 Inselchen, die alle so sind wie man sich so ein Strand­paradies vorstellt. Ich werde in Nadi abge­holt und mit einem kleinen Boot in 90 Minuten nach Mana Island gebracht, wo das Ratu Kini Back­pack­ers and Dive Resort ist. Heute ist mein Geburt­stag und ich gönne mir am Nach­mit­tag einen Aus­flug zum “Cast Away” Strand, der im Film mit Tom Han­ks vorkommt. Eigentlich heißt die Insel Mod­ri­ki und ist kom­plett unbe­wohnt. Bevor wir zu der Insel fahren, gehen wir noch am Riff ein­er ein­samen Sand­bank mit­ten im Ozean schnorcheln, was wirk­lich schön ist. Einen Weißspitzen­riffhai sehe ich dabei auch.

Hier gehe ich vier­mal tauchen. Dabei sehe ich jedes Mal Weißspitzen­riffhaie, manch­mal auch Schwarzspitzen­riffhaie und ein­mal sog­ar einen Grauen Riffhai bei der Tauch­site “Super­mar­ket”. Anson­sten noch Schild­kröten, einen Pink Whipray, Gebän­derte Scheren­gar­ne­len, Stachel­makre­len, Röhre­naale und Nack­tsch­neck­en. Das ganze Resort fühlt sich sehr familär an, auch das Tauchen. Immer tauchen wir um die 60 Minuten, was echt cool ist. Ein Fran­zose und eine Amerikaner­in zeigen uns die schön­sten Spots. Außer­dem lerne ich den Tschechen Richard ken­nen mit dem ich zusam­men tauche und kajak­fahre.

Mit dem Kajak pad­deln wir raus zum Sun­set Beach, wo wir bis zum Son­nenun­ter­gang bleiben. Wir gehen schnorcheln und chillen am Strand. Als wir zurück­fahren wollen hat der Wind gewaltig aufge­frischt und wir haben Mühe voranzukom­men. Erst im Dunkeln kom­men wir wieder im Resort an. Abends gibt es eine Kavaz­er­e­monie oder eine Feuer­show. Kava ist eine Wurzel aus der ein tra­di­tionelles Getränk zubere­it­et wird. Es schmeckt bit­ter und bevor man es trinkt sagt man “Bula!”. Bula ist viel mehr als eine Begrüßung, es ist eine Leben­se­in­stel­lung. Es gibt keinen, der einen nicht damit begrüßt.

Außer­dem kann man hin­ter dem Resort auf einen Hügel steigen von dem man eine wun­der­bare Aus­sicht auf die umgeben­den Riffe und die gesamte Insel hat, die nicht sehr groß ist. Man kann’s auf Mana Island gut aushal­ten, weshalb ich drei Nächte hierbleibe. Das einzige was fehlt sind Son­nen­liegen oder Hänge­mat­ten.

Yasawas

Von Mana Island werde ich zur Beach­comber Island gebracht um dort die große Fähre, den Yasawa Fly­er, zu besteigen. Mein erster Halt auf den Yasawas ist Bare­foot Man­ta Island. Hier ist von Mai bis Okto­ber Man­ta Sai­son und man kann die san­ften Riesen beim Schnorcheln sehen. Ich bin lei­der außer­halb dieser Sai­son da, also keine Man­tas für mich. Die abgele­ge­nen Yasawas sind spek­takulär und es ist leicht hier in die “Fiji Time” zu ver­fall­en, wo alles entspan­nt zuge­ht und es mit der Zeit nicht so genau genom­men wird.

Barefoot Manta

Das Bare­foot Man­ta ist meine zweite Liebling­sun­terkun­ft auf Fid­schi. Schon bei der Ankun­ft vom Schiff wird man mit einem Ständ­chen begrüßt. Mein 4‑Bett-Dorm­room für Frauen liegt direkt am Strand und außer mir ist nur eine weit­ere Dame im Zim­mer. Es gibt zwei Strände — Sun­rise und Sun­set Beach, deren Name Pro­gramm ist. Ich ver­bringe viel Zeit in den Hänge­mat­ten beim Lesen. Zwis­chen­durch gehe ich schnorcheln am Sun­set Beach, was ziem­lich gut ist. Beim ersten Schnorcheln sehe ich einen Weißspitzen­riffhai und beim zweit­en zwei Blaupunk­trochen. Dazu natür­lich sämtliche Fis­che aus “Find­et Nemo”. Außer­dem kann man auf einen Hügel hin­ter der Anlage steigen, was ich zweimal tue. Ein­mal zum Son­nenauf­gang und ein­mal tagsüber. Auch hier gibt es abends trad­tionellen Gesang und eine Kava Zer­e­monie. Anson­sten gehe ich zweimal tauchen, was lei­der eher ent­täuschend ist. Die Sicht ist nicht gut, die Korallen sind weniger far­ben­froh als noch in den Mamanu­cas. Die üblichen bun­ten Rifff­is­che sind da, aber etwas Beson­deres kommt nicht vor­bei.

Nacula Island

Mein zweit­er Halt auf den Yasawas ist Nac­u­la Island in der Oarsma’s Bay Lodge. Hier gehe zuerst auf einen Aus­flug zur Blue Lagoon, dem berühmtesten Strand von all den Yasawa Strän­den. Hier gehe ich schnorcheln und sehe sechs Tin­ten­fis­che dabei. Man kann auch direkt vom Strand auf Nac­u­la Island aus schnorcheln, kajak­fahren oder Stand Up Pad­dle­boar­d­en. Hin­ter dem Resort kann man auf einen Hügel steigen, von dem man wieder eine her­vor­ra­gende Aus­sicht hat. Ich kön­nte sog­ar noch weit­er auf weit­ere Hügel steigen, aber es ist ein­fach zu heiß am Nach­mit­tag und ich trage nur San­dalen und habe kein Wass­er dabei. Wer ein Insel­trekking vorhat, sollte auf jeden Fall feste Schuhe und Wass­er mit­brin­gen.

Weit­er­hin besuche ich die Insel Sawa-i-Lau, die zwei mys­tis­che vulka­nis­che Höhlen behei­matet. Hier kann man in den Höhlen schwim­men während die hohen Wände um uns herum aufra­gen. Kleine Durch­lässe im Fels lassen das Tages­licht hine­in­strahlen. Die zweite Höh­le ist nur zu erre­ichen indem man kurz unter einem Felsen hin­durch­taucht. Die Guides leucht­en die Höh­le mit Taschen­lam­p­en aus, denn es ist wirk­lich stock­fin­ster hier.

Auf Nac­u­la gehe ich eben­falls tauchen, was jedoch auch nicht super spek­takulär ist. An einem Abend find­et ein Krabben­ren­nen statt. Jed­er sucht sich einen Ein­siedlerkrebs aus, der daraufhin num­meriert wird und welch­er Krebs zuerst die Lin­ie über­quert hat gewon­nen. Die armen Kreb­se. Nach zwei Nächt­en ist es lei­der auch schon wieder vor­bei und ich kehre nach Nadi zurück um dann zurück nach Deutsch­land zu fliegen. Der Abschied fällt schw­er, vom tro­pis­chen Paradies zurück in das nasskalte Europa, in dem ger­ade Panik wegen des Coro­n­avirus herrscht.


HOTELEMPFEHLUNGEN

Upris­ing Beach Resort: Wun­der­schön­er Strand, Hänge­mat­ten und große Buren am Strand, ab 62 FJD pro Nacht im Dorm oder 191 FJD pro Nacht für eine Bure am Strand (manch­mal gün­stigere Deals möglich)

Bare­foot Man­ta Resort: Gle­ich zwei Strände, her­vor­ra­gen­des Schnorcheln und gutes Essen, ab 45 FJD im Dorm pro Nacht plus oblig­a­torisch­er 119 FJD Meal Plan (Vollpen­sion)

Oars­mans Bay Lodge: Wun­der­schön­er Strand und familäres Gefühl, ab 54 FJD im Dorm pro Nacht plus obglia­torisch­er 99 FJD Meal Plan (Vollpen­sion)

Dieser Artikel erhält Affil­i­ate-Links. Soll­tet ihr ein Hotel über den Link buchen, erhalte ich eine kleine Pro­vi­sion, ohne dass ihr mehr bezahlen müsst. Vie­len Dank für eure Unter­stützung!

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