Gartnerwand: Luftige Überschreitung des Nord- und Westgrats

Posted: 23. September 2019

Die mächtige Fel­swand der Gart­ner­wand bietet ein anspruchsvolles Touren­ziel in den Lech­taler Alpen. Die abwech­slungsre­iche Tour bietet alles was das Herz begehrt: Krax­elei im wilden Fels­gelände, fan­tastis­che Aus­sicht­en und Ein­samkeit. Mit der Über­schre­itung des Nord- und West­grats lernt man die wilde Seite der Gart­ner­wand ken­nen. Und die Aus­sicht auf Zugspitz­mas­siv, Mieminger Gebirge und die ver­gletscherten Gipfel des Alpen­haup­tkamm ist atem­ber­aubend.

Wir starten in der kleinen Ortschaft Bichel­bäch­le und fol­gen einem bre­it­en Weg an einem Bach. Von unten kann man schon das Gipfelkreuz der Bleispitze sehen, einem Nach­barn der Gart­ner­wand. Bald geht der Weg in einen Steig über und wir erre­ichen die hüb­sch gele­gene Bichlbäch­ler Alpe mit eini­gen Hüttchen. Nun kön­nen wir einen Blick auf unser Ziel wer­fen — die ein­drucksvolle Fel­swand der Gart­ner­wand. Weit­er geht’s durch licht­en Wald hin­auf bis wir offenes Wiesen­gelände erre­ichen, das uns zum Som­mer­bergjöch­le führt, von wo man einen schö­nen Blick auf die Zugspitze hat. Ein Weg führt nach links zur Bleispitze, der andere nach rechts auf den Nord­grat der Gart­ner­wand. In der Ferne kön­nen wir Kühe und wiehernde Pferde aus­machen.

Der Nordgrat der Gartnerwand

Nun geht es erst richtig los. Über einen steilen Schro­fen­hang gehen wir hin­auf bis uns die ersten Krax­el­stellen erwarten. Dank zahlre­ich­er Draht­seil­ver­sicherun­gen sind die schwieri­gen Stellen entschärft und es lässt sich entspan­nt im I. bis II. Grat hin­auf klet­tern. Es gilt einige Rin­nen und aus­ge­set­zte Fel­sza­ck­en zu über­winden, die sich gele­gentlich mit geröl­li­gen Gehgelände abwech­seln, bis wir am kleinen Gipfelkreuz des Nordgipfels ste­hen. Von hier ist es nicht weit zum links liegen­den Haupt­gipfel mit dem großen Kreuz. Es ist erstaunlich ein­sam hier oben, wir tre­f­fen nur auf zwei weit­ere Wan­der­er am Gipfelkreuz. Die meis­ten bege­hen den Berg jedoch von Ler­moos über den Nord­grat oder die östliche Gart­ner­wand über­schre­i­t­end vom Gru­big­stein, wobei let­ztere die ein­fach­ste Vari­ante ist.

Hier genießen wir das fan­tastis­che 360-Grad-Berg­panora­ma. Von den Lech­talern im West­en bis zum Wet­ter­stein und den Mieminger bishin zu den ver­gletscherten Gipfeln des Alpen­haup­tkamms reicht der Blick, an dem man sich kaum satt sehen kann.

Der Westgrat der Gartnerwand

Nach ein­er gescheit­en Brotzeit set­zen wir noch einen drauf und bauen die Wan­derung zu ein­er Rund­tour aus indem wir den West­grat der Gart­ner­wand über­schre­it­en. Hier kom­men größere Schwierigkeit­en als erwartet auf uns zu, denn die Draht­seile, die unan­genehme Stellen entschär­fen, sind bere­its eingerollt. Es gilt zwei Rin­nen abzuk­let­tern und eine luftige steil abfal­l­ende Schro­fen­wand zu über­queren, die mit Seil kein Prob­lem wären, so aber dur­chaus aufre­gend sind. Mit Draht­seilen wäre der West­grat weniger anspruchsvoll als der Nord­grat, so aber ist der West­grat anspruchsvoller. Wir klet­tern langsam und konzen­tri­ert voran, was jedoch Zeit kostet. Glück­licher­weise wird das Gelände nach Erre­ichen des West­gipfels, den lediglich ein Stein­man­ndl ziert, deut­lich ein­fach­er. Nun tut die Gart­ner­wand so als kön­nte sie kein Wässerchen trüben, denn es geht durch idyl­lis­ches Wiesen­gelände gemütlich am Grat ent­lang. Lediglich der geröl­lige Abstieg im Schro­fen­gelände erfordert nochmal Konzen­tra­tion bis wir am Bichlbach­er Jöch­le ste­hen. Von hier führen zahlre­iche Kehren, die hier und da mit rutschigem Geröll und Schot­ter aufwarten, flott wieder hinab nach Bichel­bäch­le.


FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Gart­ner­wand (2.377m) Über­schre­itung des Nord- und West­grats

Gehzeit: 5h
Höhen­meter: 1.160 hm
Aus­gangspunkt: Bichlbäch­le (1.278m)
Schwierigkeit: T4 — Alpin­wan­dern / I.-II. Grat

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