Große Arnspitze

Große Arnspitze: Alpine Genusstour

Posted: 21. Oktober 2019

Die Tour zur Großen Arn­spitze ist lang und erfordert Aus­dauer und Trittsicher­heit in erstaunlich alpinem Gelände. Belohnt wird man dafür mit einem fan­tastis­chen Berg­panora­ma über Kar­wen­del und Wet­ter­stein. Wir wählen die Vari­ante von Mit­ten­wald über die Achternköpfe auf die Große Arn­spitze zu steigen, was beein­druck­ende Aus­sicht­en und Ein­samkeit ver­spricht.

Zuerst fol­gen wir ein­er Forststraße bis ein unschein­bar­er Pfad nach links abzweigt. Dieser lässt sich leicht überse­hen, es gibt jedoch ein Schild. Wir erre­ichen eine Kop­pel mit drei Pfer­den darauf. Kurz darauf macht der Weg wieder eine Linkskurve, obwohl es auch Steigspuren ger­adeaus gibt. Diese führen jedoch nir­gend­wo hin.

Wir tauchen in einen herb­stlichen Mis­chwald ein. Durch das viele Laub am Boden ist der Weg nicht immer ein­deutig zu erken­nen, es ist also etwas Ori­en­tierungssinn gefragt. Mit zunehmenden Höhen­metern geht der Mis­chwald in Nadel­wald über, der von gold­en gefärbten Lärchen durch­zo­gen ist. Der mäßig steile Weg wech­selt sich immer mal wieder mit flachen Pas­sagen ab. Immer mal wieder geben die Bäume den Blick auf Mit­ten­wald unter uns und die Berge drum herum frei.

Querung zur Großen Arnspitze

Es taucht eine Hütte im Wald auf und kurz darauf erre­ichen wir die Ried­bergscharte. Über offenes Latschen­gelände steigen wir nun zum Ried­kopf, den zwar kein Kreuz, aber eine ein­ladende Bank ziert. Der Pfad geht nun im steti­gen Auf und Ab über die Achternköpfe hin­weg. Es ist stark bewölkt und ein paar Tröpfchen reg­nen vom Him­mel, weshalb die Aus­sicht eher mäßig ist. Wir erblick­en bald die lange Querung hinüber zur Großen Arn­spitze. Der Gipfel liegt ein gutes Stück von uns ent­fer­nt und wir über­legen kurz ob es bei dem Wet­ter die Mühe wert ist. Glück­licher­weise entschei­den für uns dafür. Die Querung geht erst, teil­weise aus­ge­set­zt, über Schro­fen­gelände und schließlich auf nor­malen Pfad unter­halb der Ost­flanke der Arn­spitze ent­lang, lei­der mehr abwärts als aufwärts. Wir erre­ichen die Arn­spitzhütte, eine schnuck­e­li­gen Selb­stver­sorg­er­hütte, und pausieren. Von hier kön­nen wir die gesamte Querung überblick­en, die wir ger­ade hin­ter uns gebracht haben. Sie schaut wirk­lich lang aus und mir graut es schon vor dem Rück­weg. Hier tre­f­fen wir auch auf einige andere Wan­der­er während unser Auf­stiegsweg sehr ein­sam war.

Während wir da so sitzen ist plöt­zlich ein Stück blauer Him­mel zu sehen und tat­säch­lich reißen die Wolken immer mehr auf und die Sonne kommt hin­durch. Damit hat kein­er von uns mehr gerech­net. So machen wir uns beschwingt auf den restlichen Anstieg zum Gipfel. Es gilt einige Schro­fen und Felsen zu überkrax­eln, die sich immer mal wieder mit geröl­ligem Gehgelände abwech­seln. Nach knapp vier Stun­den erre­ichen wir den Gipfel der großen Arn­spitze (2.196m). Der let­zte Auf­stieg von der Hütte dauert etwa eine halbe Stunde. Das Kreuz ste­ht nicht auf der höch­sten Stelle, son­dern ist etwas darunter. Wir beg­nü­gen uns mit dem höch­sten Punkt und genießen das Berg­panora­ma über das Kar­wen­del und Wet­ter­stein­mas­siv. Mit­tler­weile haben sich die Wolken größ­ten­teils ver­zo­gen und geben den Blick frei. Nur vere­inzelt schweben noch Wolken durch das Tal, was die Aus­sicht umso atmo­sphärisch­er macht. Die Große Arn­spitze ist der höch­ste Gipfel der soge­nan­nten Arn­spitz­gruppe, die ins­ge­samt acht Gipfel in einem Minige­birge zwis­chen Wet­ter­stein und Kar­wen­del bein­hal­ten. Geol­o­gisch betra­chtet gehört die Arn­spitze jedoch zum Wet­ter­stein.

Abstieg von der Arnspitze

Große Lust auf Absteigen hat kein­er von uns obwohl der kalte Wind uns langsam ungemütlich wird. Die lange Querung mit Gege­nanstiegen ver­lockt uns nicht ger­ade. Schließlich steigen wir trotz­dem ab und begeben uns auf den Rück­weg. Tat­säch­lich hat es mal wieder schlim­mer aus­ge­se­hen als es war, denn nach etwa ein­er hal­ben Stunde haben wir die Querung hin­ter uns und erre­ichen die Achternköpfe. Zusam­men mit dem Auf­stieg in der Querung kom­men hier nochmal 100 Höhen­meter Gege­nanstieg hinzu. Hier sehen wir auch noch eine Gams in unmit­tel­bar­er Nähe von uns, aber wir erschreck­en uns alle vor­einan­der, sodass der Griff zur Kam­era nicht erfol­gte. Im Auf und Ab steigen wir über die Achternköpfe zurück zum Ried­kopf, von wo es – bis auf ein paar kurze Stellen im Wald — endlich nur noch bergab geht. Wir tauchen wieder in den Wald ein und erre­ichen nach etwa 2,5 Stun­den Abstieg den Aus­gangspunkt. Mit ins­ge­samt 14,3 km ist die Tour rel­a­tiv lang.


FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Große Arn­spitze (2.196m)

Gehzeit: 6–7h
Höhen­meter: 1.580hm (inkl. aller Gege­nanstiege)
Aus­gangspunkt: Park­platz am Sport­platz in Mit­ten­wald (912m)
Schwierigkeit: T3+ – anspruchsvolles Berg­wan­dern

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