Blick von der Wasserwand auf den Heuberg

Heuberg & Wasserwand: Spektakuläre Winterwanderung im Chiemgau

Posted: 21. Januar 2022 by Annika

Die abwech­slungsre­iche Tour auf Heuberg und Wasser­wand im Chiem­gau eignet sich auf­grund ihrer gerin­gen Höhe auch her­vor­ra­gend für den Win­ter. Während der Weg auf den Heuberg eine ein­fache Wan­derung ist, ist die Wasser­wand schon deut­lich alpin­er. Eine ganzjährig geöffnete Wirtschaft und zwei Wasser­fälle beim Abstieg set­zen der Tour noch die Kro­ne auf. So ist für jeden etwas dabei. Nur mit Ein­samkeit braucht man hier nicht zu rech­nen, denn die Gegend ist sehr beliebt. Einzig auf die Wasser­wand verir­ren sich nicht allzu viele Wanderer.

Wir wan­dern auf der mod­er­at ansteigen­den Forststraße über einige Kehren durch den Wald bergauf. Der Weg ist schon von unten an recht vereist und rutschig, weshalb Grödel die Tour bere­its hier deut­lich angenehmer machen. Das mag vor allem daran liegen, dass der Weg viel began­gen ist und auch Schlit­ten­fahrer ihren Spaß auf der Strecke haben. Wer Lust hat nimmt seinen Schlit­ten mit zur Deind­lalm und lässt ihn dort für die Abfahrt stehen.

So gelan­gen wir zu den auf einem Plateau gele­ge­nen Daffn­er­wal­dal­men auf 1.060m mit wun­der­schö­nen Aus­blick in die umgebende Berg­welt. Die Deind­lalm ist ganzjährig bewirtschaftet und schenkt Getränke und kleine Brotzeit­en aus. Der Platz in der Sonne vor der Hütte ist sehr beliebt und so sparen wir uns das Heißgetränk für den Abstieg auf.

Aufstieg zum Heuberg

Wir hal­ten uns rechts, gehen an der Deind­lalm vor­bei und hal­ten auf den Hang dahin­ter zu. Es fol­gt eine lange Ser­pen­tine zum näch­sten Plateau. Man kann nun quer­feldein über die Wiese stapfen, was aber zum Ende hin sehr steil wird, oder man fol­gt dem Weg am Wal­drand ent­lang über größ­ten­teils schneefreie, dafür matschige Wege. Wir nehmen den Weg durch den licht­en Wald und gelan­gen so steil über Stock zum Stein zum windi­gen Sat­tel zwis­chen Heuberg und der fel­si­gen Wasser­wand. Nur noch wenige Schritte tren­nen uns vom Heuberg, der links von uns aufragt. Vom gemütlichen, bre­it­en Gras­gipfel des Heubergs haben wir einen wun­der­schö­nen Aus­blick auf das Inntal mit dem türk­is­blauen Inn unter uns. Um uns herum die Gipfel von Spitzstein, Feichteck, Pendling, Wen­del­stein und bis hin zum Kaiserge­birge und zum Großvenedi­ger. Es ist unglaublich windig hier oben, was schnell ziem­lich kalt wird.

Aufstieg zur Wasserwand

So hal­ten wir es nicht lange am Gipfel aus und gehen wieder ein Stück hinab um uns dann nach links zur Wasser­wand zu wen­den. Sie sieht aus wie ein unbezwing­bar­er Fel­sklotz, aber ein draht­seil­gesichert­er Steig leit­et uns hin­auf zum Gipfel. Er erfordert Trittsicher­heit und Schwindel­frei­heit. Es ist eine leichte, aber aus­ge­set­zte Klet­terei. Zuerst geht es senkrecht gut 20m durch eine Rinne hin­auf, ohne Draht­seil wäre das lock­er der II. Grat. Dann endet das Draht­seil und wir krax­eln wir schrofi­gen I.er Gelände weit­ere 20m hin­auf zum Grat

Kurz vor dem Gipfel gibt es zwei Wege: Der rechte führt zum Gipfelkreuz, der linke führt zwar nur auf einen Vor­sprung, bietet aber eine wun­der­schöne Aus­sicht auf den Heuberg und das Inntal unter uns. Aber auch die Aus­sicht vom Gipfel lässt sich nicht lumpen. Hier ist aus irgen­deinem Grund wind­still und es sind auch deut­lich weniger Wan­der­er hier, sodass es deut­lich angenehmer als auf dem Heuberg zugeht.

Abstieg

Wir klet­tern wieder am Draht­seil hinab zum Sat­tel. Zusät­zlich wäre auch noch die Bestei­gung des Kitzsteins möglich, wir machen uns heute jedoch an den Abstieg zurück zu den Daffn­er­wal­dal­men. Dies­mal wählen wir den direk­ten Weg über die ver­schneite Almwiese, der zwar sehr steil, aber mit Grödeln gut mach­bar ist. Zurück an der Deind­lalm gön­nen wir uns ein Heißgetränk, lei­der nun bere­its im Schat­ten. Dafür ist hier nun nichts mehr los und wir sitzen alleine vor der Hütte.

Für den weit­eren Abstieg wählen wir nicht den Anstiegsweg nach links, son­dern einen bre­it­en Weg nach rechts, der uns an den Almen vor­bei führt um dann nach Nor­den in den win­ter­lichen Wald abzu­drehen. Hier führt uns ein schmaler Pfad abwärts, der den Vorteil hat, dass keine Schlit­ten­fahrer unter­wegs sind. Bei ein­er Kreuzung geht es ger­adeaus weit­er und wir gelan­gen zu einem Bach an dessen idyl­lis­chen Ufer wir nun ent­lang wan­dern. Wir hal­ten uns links vom Bach und passieren einen kleineren Wasser­fall bis wir auf die Straße stoßen. Hier gibt es noch einen größeren Wasser­fall zu bestaunen. Nach links geht es dann an der Straße ent­lang, vor­bei am Gasthof Duft­bräu, wo sich eben­falls eine Einkehr lohnt, zurück zum Ausgangspunkt.


FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Heuberg (1.338m) und Wasser­wand (1.367m)
Gehzeit: 3h (1,5h Auf­stieg, 1,5h Abstieg)
Höhen­meter: 600hm
Aus­gangspunkt: Wan­der­park­platz Schweibern (720 m) bei Duft
Schwierigkeit: T2 — Berg­wan­dern (Heuberg), T3+ — anspruchsvolles Berg­wan­dern / I. Grad (Wasser­wand)

1 Kommentar

  • Roberto 7. Februar 2022 at 17:07

    Super schöne Tour war das. Hat sehr viel Spaß gemacht :)

    Reply

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