Hochtour auf den Similaun (3.606m)

Posted: 13. August 2014

Der Sim­i­laun gehört zu den ein­fach­sten 3.000ern in den Alpen. Unweit vom Ötzi-Fun­dort reckt sich der 3.606m hohe Sim­i­laun in die Höhe, den man in ein­er ein­fachen Hoch­tour besteigen kann.

Wir fahren am frühen Fre­ita­gnach­mit­tag Rich­tung Ötz­tal und nach­dem wir uns durch den Münch­n­er Stau gekämpft haben, kom­men wir gegen halb fünf am Park­platz in Vent an.

Aufstieg zur Similaunhütte

Zuerst gehen wir ein kurzes Stück steil bergauf, was mit steifen Hoch­touren­schuhen gar nicht mal so angenehm ist. Dann aber windet sich der Weg zwei Stun­den san­ft bergauf bis zur Mar­tin-Busch-Hütte. Die tief eingeschnit­te­nen Täler ring­sum sind wun­der­schön anzuse­hen.

Rechts und links des Wegs grasen Schafe. Von der Mar­tin-Busch-Hütte geht es über einen schmalen Pfad weit­er, der steil­er wird. Wir erre­ichen schon bald fel­siges Gelände, dann ein mit Erde bedeck­tes Eis­feld auf dem wir uns vor­sichtig vor­wärts bewe­gen. Langsam begin­nt es zu däm­mern. Bish­er war der Weg immer sehr gut aus­gewiesen, aus­gerech­net auf dem Eis­feld ist die Ori­en­tierung nicht mehr so ein­fach. Wir gehen ein­fach ger­ade bergauf. Die let­zten steilen Höhen­meter bewälti­gen wir in Ser­pen­ti­nen und es wird plöt­zlich schnell dunkel, da uns auch Wolken umhüllen und die Sicht nehmen. Pünk­tlich zur Dunkel­heit gelan­gen wir auf der Sim­i­laun­hütte (3.017m) an, wo uns schon unsere Touren­part­ner für den morgi­gen Tag erwarten — unser­er Hoch­tour auf den Sim­i­laun.

Auf­stiegsweg zur Mar­tin-Busch-Hütte

 

Mit­tler­weile ist gar keine Sicht mehr vorhan­den, die Wolken hüllen uns vol­lkom­men ein und es ist schreck­lich kalt gewor­den. In der Nähe befind­et sich übri­gens die Fund­stelle Ötzis, wo man auch hin­wan­dern kann. Ein Weiß­bier bekom­men wir noch auf der Hütte. Wir essen zu Abend und schnack­en noch ein wenig bis wir uns in die Deck­en kuscheln. Wir pla­nen früh aufzuste­hen, aber des mor­gens sieht das Wet­ter nicht beson­ders gut aus. Wolken nehmen die Sicht. Also schlafen wir noch eine Stunde um dann gegen halb acht zu starten. Inzwis­chen haben sich die Wolken größ­ten­teils ver­zo­gen und her­rlich­er Son­nen­schein kitzelt uns nach draußen.

Aufstieg zum Similaun

Ein kurzes Früh­stück und es geht los zum Gipfel­sturm. Die Gletscherzunge ist nicht weit und über Fel­ster­rain zu erre­ichen. Hier binden wir uns in unsere Seilschaft ein und leg­en die Steigeisen an. Einige Spal­ten ziehen sich schon neben uns ent­lang, aber alles sehr über­schaubar. Der Sim­i­laun gilt als ein­fache Hoch­tour auf­grund sein­er Spal­te­n­ar­mut und ist somit eine ide­ale Ein­steiger­tour.

Es geht rel­a­tiv seicht über den Gletsch­er bis wir dann kurz vor dem Gipfel ste­hen. Hier binden wir uns aus und jed­er steigt für sich über die steile Gipfelflanke. Ein schmaler Grat führt uns zum Gipfel und schon bald ste­hen wir am Gipfelkreuz. Wir genießen den weitläu­fi­gen Blick über die Ötz­taler Alpen, auch die Weißkugel, die ich im April bestiegen habe, ist zu sehen.

 

Abstieg vom Similaun

Der Abstieg erfol­gt über gle­ichem Weg, dann wieder in der Seilschaft über die Abstiegsspur. Nach etwa ein­er Stunde sind wir wieder unten an der Sim­i­laun­hütte, wo es langsam zu tröpfeln begin­nt. Hier ver­lieren wir nicht viel Zeit und gehen gle­ich weit­er. Es reg­net inzwis­chen, wir haben genau das Schön­wet­ter­fen­ster für den Sim­i­laun abgepasst. Den weit­eren Abstieg bewälti­gen wir im Regen, was ein ziem­lich­er Hatsch ist. Ger­ade der Weg von der Mar­tin-Busch-Hütte bis nach Vent zieht sich unendlich lang und einiger­maßen erschöpft und nass kom­men wir unten an. Wir warten noch den Regen ab, gehen in einen Super­markt, um dann zu einem Zelt­platz im Ötz­tal zu fahren. Die anderen vier Team-Mit­glieder über­nacht­en in ein­er Pen­sion, wir hinge­gen sind echte Natur­burschen ;) Der Tag wird dann noch recht schön. Die Sonne scheint und wir essen auf dem Zelt­platz zu Abend.


FAKTEN ZUR TOUR
Hoch­tour Sim­i­laun (3.606m)
Gehzeit: 10,5h
Höhen­meter: 1700m
Aus­gangspunkt: Vent (1896m)
Schwierigkeit: T3 — anspruchsvolles Berg­wan­dern / leichte Hoch­tour (L)
Mehr zur Tour gibt’s hier.

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