Indonesien: Auf Tuchfühlung mit den Riesen des Komodo Nationalparks — Drachen und Mantas

Posted: 8. Dezember 2015

Der Komo­do Nation­al­park bietet eine großar­tige Spiel­wiese für Tier­wel­tent­deck­er. Neben den berühmten Komod­owara­nen, den größten Wara­nen der Welt, gibt es auch die Chance Man­tarochen zu sehen, die ihrer­seits die größten Rochen der Welt sind. Es geht hier also um Superla­tive! Nicht umson­st wurde der Nation­al­park zu einem der Neuen sieben Weltwun­der der Natur erk­lärt. Dafür muss man auf die indone­sis­che Insel Flo­res, von wo aus man den Nation­al­park sowohl tauchend als auch wan­dernd erkun­den kann.

Am Mor­gen fliegen wir mit ein­er kleinen Pro­peller­mas­chine nach Labuan Bajo auf Flo­res. Sie ist aber immer­hin größer als die, die wir nach Luk­la in Nepal genom­men haben. Wir fliegen über das Meer und Inseln und lan­den etwa 90 Minuten später auf Flo­res. Mit dem Taxi fahren wir in die Komo­do Lodge, dann wollen wir Mit­tagessen gehen. Auf dem Weg in die Innen­stadt läuft uns der Schweiß in Strö­men runter — es ist unbeschreib­lich heiß. Eigentlich wollte ich zu ein­er Schlucht mit Wasser­fällen, aber die eine Stunde wan­dern dor­thin ist in Anbe­tra­cht dieser Tem­per­a­turen wenig ver­lock­end.

Wir lei­hen uns also einen Roller und fahren zum Strand. Das Wass­er dort ist jedoch sehr warm und nicht ger­ade erfrischend. Wir fahren weit­er ziel­los über die Insel und gelan­gen zu einem Aus­sicht­shügel von der wir einen schö­nen Blick auf die Bucht­en und Inseln haben. Ein Stück darunter find­en wir eine schöne Bucht mit Boot­san­leger von dem aus ich schwim­men gehe. Ich schwimme bis zu ein­er kleinen Insel, unweit vom Boot­san­leger und wieder zurück.

Am Abend heben wir 12 Mil­lio­nen Rupi­ah in 50.000 Rupi­ah Scheinen ab. Das macht han­dliche 240 Scheine — ein ziem­lich großes Paket, das uns aus allen Taschen quillt. Es ist wie wenn man große Sum­men in 5€ Scheinen mit sich herumtrüge. Das Geld brauchen wir um unseren Tauchtrip für die näch­sten drei Tage zu bezahlen. Eine Kred­itkarten­le­se­mas­chine haben sie lei­der nicht. Wir haben drei Nächte und vier Tage bei den Scu­ba Junkies gebucht, von denen wir zwei Tage mit dem Boot hin­aus fahren und am let­zten die Komod­owarane besuchen wer­den.

Reiseplanung vor dem Aufbruch zum Tauchen

Als wir am näch­sten Mor­gen auf­ste­hen ste­ht unser Früh­stück schon auf der Terasse — Bana­nenpfannkuchen und Tee. So lässt es sich leben. Wir brechen erst Mit­tags zum Scu­ba Junkie Resort auf, weshalb wir die ver­leibende Zeit dazu nutzen unsere Aus­tralien­reise grob zu pla­nen und daraufhin einen Flug zu buchen. Die Buchung des Flugs zurück nach Bali klappt mal wieder nicht. Wir gehen mit unserem Gepäck zum Büro von Scu­ba Junkie, wieder mal ist es schreck­lich heiß, und lagern unser Sachen dort ab. Wir gehen essen und besor­gen noch die Flugtick­ets zurück nach Bali in einem Reise­büro. Eigentlich wäre ich noch gerne nach Lom­bok gereist, aber es gibt keine direk­te Flugverbindung von hier nach Lom­bok und das Schiff braucht zu lange. Der große Vulkan auf Lom­bok — der Mt. Rin­jani — ist auch ger­ade ges­per­rt, da ein klein­er Nach­barvulkan Anfang Dezem­ber aus­ge­brochen ist. Dort wäre ich gerne raufgestiegen, was drei Tage in Anspruch genom­men hätte.

Beginn des Tauchabenteuers

Wir fahren mit dem Boot in etwa 1,5h zum Resort. Das Resort liegt in ein­er kleinen Bucht und ist von Hügeln umgeben. Vieles ist noch im Auf­bau, da es erst seit Juni geöffnet hat. Wir tre­f­fen auf unseren Tauchguide für heute — einen jun­gen blonden Schwe­den, der von sich behauptet im Herzen Asi­ate zu sein. Tat­säch­lich ist er ziem­lich fröh­lich für einen Schwe­den. Wir check­en ein und erledi­gen die For­mal­itäten. Dann bekom­men wir unsere Tauch­sachen und es geht los. Wir tauchen heute vom Strand aus am Haus­riff. Zuerst gehen wir ein gutes Stück ins Wass­er, dann geht es abwärts. Wir gehen auf 18m. Wir tauchen über Sand mit vere­inzel­ten Korallen. Das Haus­riff ist nicht so spek­takulär, soviel wie in Mab­ul gibt es nicht zu sehen. Es ist auch mehr ein Ein­führungstauch­gang für die näch­sten Tage.

Unsere High­lights sind zwei Nudi­branch­es, ein Feuer­fisch und ein Rib­bon Eel. Tat­säch­lich soll es hier auch eine Seekuh geben und jemand, der seinen Open Water Schein hier gemacht hat, kon­nte sie mehrfach sehen. Lei­der haben wir kein Glück. Eine Seekuh ste­ht ja ganz oben auf mein­er Liste der Tiere die ich gerne mal unter­wass­er sehen würde. Nach 45 Minuten durch­stoßen wir wieder die Ober­fläche und schwim­men zum Strand zurück. Inzwis­chen sind die anderen Gäste von ihrem Tauchaus­flug zurück­gekom­men und wir gehen alle zusam­men auf einen kleinen Hügel um uns den Son­nenun­ter­gang anzuschauen. Die meis­ten Gäste sind hier um ihren Dive­mas­ter zu machen. Wir tre­f­fen sog­ar auf John­ny, einen extro­vertierten New York­er chi­ne­sis­ch­er Abstam­mung den wir bere­its in Mab­ul ken­nen­gel­ernt haben. Auch er macht hier seinen Dive­mas­ter. Anson­sten gibt es zwei weit­ere Profi-Taucherin­nen, die hier Urlaub machen und drei Spanier, von denen nur ein­er Tauch­er ist.

Erster Tauchtag im Komodo Nationalpark

Wir ste­hen früh auf, da das Boot um 7 Uhr ablegt. Es ist ein großes, schönes Tauch­boot aus Holz mit Son­nen­deck. Das Früh­stück wird auf dem Boot serviert — Pfannkuchen, Bana­nen, Mel­o­nen, Brot und Nutel­la. Nom Nom! Da bleiben keine Wün­sche offen. Nach etwa ein­er Stunde Fahrt und einem Schläfchen auf dem Son­nen­deck erre­ichen wir unseren ersten Tauchspot. Wir tauchen im Strö­mungss­chat­ten der Insel ent­lang und beobacht­en die Korallen und Tiere. Eine Muräne schwimmt an uns vor­bei und wir sehen ein paar Seesch­neck­en. Wir tauchen zusam­men mit dem Spanier, unserem indone­sis­chen Tauchguide und einem weit­eren Dive­mas­ter vom Resort. Alex geht zuerst die Luft aus und der zweite Dive­mas­ter bringt ihn nach oben, während wir anderen noch ein wenig weit­er tauchen kön­nen. Wieder am Boot fahren wir zur näch­sten Tauch­site. Vor jedem Tauch­gang stellt ein­er der Guide das Gebi­et vor — mit fundierten Infor­ma­tio­nen zu Gefahren und High­lights und ein­er fan­tasievollen Skizze. Noch nie hat ein­er von uns so ein tolles Brief­ing gese­hen. Wir tauchen auf einem abfal­l­en­den Sand­bo­den, der mit Korallen bewach­se­nen Felsen durch­set­zt ist. Die Chance hier auf Man­tas zu tre­f­fen ist hoch, aber lei­der haben wir kein Glück. Trotz­dem ein schön­er Tauch­gang.

Danach gibt’s Mit­tagessen wonach wir wieder auf dem Son­nen­deck chillen. Wir kom­men zum let­zten Tauch­gang des Tages. Es ist ein Drift­dive bei dem wir uns von der Strö­mung tra­gen lassen. Wir sprin­gen ins Wass­er und tauchen ab. Die Strö­mung ist sehr stark. Aus Sicher­heits­grün­den sollen wir immer hin­ter unserem Guide bleiben, der eventuelle Strö­mungsän­derun­gen als erster spürt. Dies ist jedoch gar nicht so ein­fach, da wir ab und zu an ihm vor­bei driften. Dann müssen wir gegen die Strö­mung schwim­men bis er wieder vor­bei getaucht ist. Das ist dur­chaus anstren­gend. Wir treiben an Schild­kröten, Fis­chen und Korallen vor­bei. Am Ende lässt die Strö­mung nach und wir haben mehr Chan­cen auch kleine Dinge zu ent­deck­en. Die Korallen hier sehen unberührt und gesund aus. Ein buntes Unter­wasser­paradies!

Wir fahren wieder zum Resort zurück, was eine gute Stunde dauert, und bei der uns gele­gentlich Delfine begleit­en. Der Abend ist gesel­lig und lustig. Bei einem Bier kom­men wir ins Gespräch mit den anderen Tauch­ern und ler­nen uns ken­nen. Alle reden immer von den vie­len Man­tas, die sie hier schon gese­hen haben. Wir wollen auch! Wir bekom­men mit­geteilt, dass wir mor­gen an einen Spot fahren, wo es eine sehr hohe Wahrschein­lichkeit gibt sie zu sehen, extra für uns und Man­tas sehen stört die anderen auch nicht ger­ade ;) Ich habe zwar schon ein biss­chen Angst vor den Riesen­tieren, aber die Neugi­er ist trotz­dem stark.

Die sanften Giganten

Die Spanier reisen heute ab, was nur noch vier von uns “nor­malen” Tauchgästen übrig lässt. Es ist eine famil­iäre Runde in der man sich schon lange zu ken­nen scheint. Isabell ist eine Deutsche, die schon an vie­len Orten auf der Welt gewohnt hat und nun in Aus­tralien lebt. Sie arbeit­et für Man­ta Trust, ein­er Nichtregierung­sor­gan­i­sa­tion die sich dem Schutz von Man­tarochen gewid­met hat. Sie ist selb­st Tauchin­struc­tor, aber aktuell im Urlaub. Scu­ba Junkie ist jedoch ein­er der Part­ner von Man­ta Trust, weshalb sie genau hier her kommt. Madeleine kommt aus Schwe­den und ist eben­falls Dive­mas­ter im Urlaub.

Wie am Tag zuvor geht es früh los. Wir fahren mit dem Boot in den Nor­den des Nation­al­parks. Da wir gestern keine Man­tas gese­hen haben, soll der let­zte Tauch­gang für heute in der Mitte des Parks stat­tfind­en. Die anderen waren erst vor zwei Tagen dort, aber Man­tas sieht jed­er gerne. Heute fahren wir länger als tags zuvor, was ich wieder für ein Schläfchen nutze. So früh auf­ste­hen macht mich ganz schön matschig und man kaum erwarten, dass ich sehr gesprächig bin. Unser erster Tauch­gang find­et zwis­chen zwei Inseln statt. Auch hier gibt es Strö­mung, sie ist aber nicht allzu stark. Wir tauchen erst in einem flacheren Bere­ich zu ein­er Kante an der das Riff abfällt. Durch ein Loch kön­nen wir den Arm eines Tin­ten­fis­ches sehen. Dann tauchen wir unter­halb der Kante ent­lang. Mit der Zeit wird die Strö­mung immer stärk­er und wir müssen stark gegen­schwim­men. Auf ein­er Sand­fläche kann man ein paar Aale senkrecht aus Löch­ern her­vor­lu­gen sehen. Ich schaffe es lei­der nicht Alex und unserem Tauchguide gegen die Strö­mung hin­ter­herzuschwim­men, sie drehen also um und wir tauchen zusam­men zurück.

Für den zweit­en Tauch­gang fahren wir in eine seichte Bucht. Die zukün­fti­gen Dive­mas­ter absolvieren hier ihr Ret­tungstrain­ing während wir ein biss­chen schnorcheln, dür­fen aber nicht abtauchen um unseren Stick­stoffhaushalt nicht durcheinan­der zu brin­gen. Dann geht es weit­er zur zweit­en Tauch­site. Es han­delt sich um einen Felsen, der aus dem Wass­er ragt — Crys­tal Rock. Wir sehen ziem­lich viele Fis­che, die wir vorher noch nie gese­hen haben und auch einige bekan­nte, aber in riesig. Vor allem die Puffer­fis­che sind enorm im Ver­gle­ich zu Mab­ul. Wir schwim­men mehr ins freie Wass­er und sind umgeben von Schwär­men großer Fis­che die aus dem Blau auf­tauchen und wieder ver­schwinden. Wir wollen zu einem anderen Felsen schwim­men. Die Strö­mung ist jedoch sehr stark und ich schaffe es wieder nicht hin­ter­her weshalb wir umdrehn. Dabei sehen wir einen White Tip Reef Shark wie er langsam im Blau ver­schwindet. Bevor wir wieder auf­tauchen sehen wir noch eine Muräne. Bish­er war das unser beste Tauch­gang auf Komo­do. Aber es soll noch bess­er kom­men!

Wir essen Mit­tag und fahren wieder ins Zen­trum des Komo­do Nation­al­parks zurück. Der Spot ist auch als Man­ta­point bekan­nt und schon vom Boot aus sehen wir einige Man­tas in der Strö­mung schwim­men. Ich werde langsam nervös, will ich mich wirk­lich meinen Äng­sten stellen? Ja, aber ein biss­chen Aufre­gung darf wohl erlaubt sein. Ich werde ganz still. Wir sprin­gen wieder ins Wass­er und wer­den gle­ich von der Strö­mung erfasst. Man­tas lieben Strö­mung, weshalb man sie dort am besten find­et. Wir sehen wie sich die anderen Tauch­er von der Strö­mung treiben lassen. Unser Tauchguide schwimmt jedoch gegen die Strö­mung, was für mich unmöglich ist. Ich komme gar nicht vom Fleck, son­dern treibe eher ab. Lei­der schaut sich unser Tauchguide gar nicht um das mitzubekom­men und ich habe keinen Sichtkon­takt mehr zu ihm. Aber ich habe ja noch Alex, der es bemerkt und ihn ver­sucht darauf aufmerk­sam zu machen, dass es so nicht funk­tion­iert. Er kommt dann zurück und nimmt mich bei der Hand, Alex schwimmt hin­ter­her. In der Ferne sehen wir dabei einen Eagle Ray, tauchen dann aber wieder auf. Auch eine andere Gruppe ist wieder aufge­taucht, da die Strö­mung zu stark ist. Nur die Gruppe, die sich treiben lassen hat, ist noch unten. Ich bin ganz schön fer­tig vom Schwim­men und wir haben gut Luft dabei ver­braucht. Am meis­ten ärg­ert mich aber, dass ich fast ver­loren gegan­gen wäre und unser Tauchguide nicht genug aufgepasst hat. Der Besitzer des Tauchan­bi­eters ist Teil der anderen aufge­taucht­en Gruppe und ver­spricht, dass wir nun alle zusam­men reinge­hen, damit kein­er ver­loren geht. Ich bin wieder etwas beruhigt. Das Boot bringt uns zu ein­er anderen Stelle und wir ver­suchen nochmal unser Glück. Die Strö­mung ist auch hier sehr stark, aber wir schwim­men mit ihr. Es ist nicht sehr tief und wir gleit­en mit der Strö­mung über den Sand­bo­den. Viel zu sehen gibt es nicht. Aber dann sehen wir den ersten Man­ta! Der Chef des Resorts befes­tigt einen Hak­en an einem Fels, woran ich mich fes­thal­ten kann, Alex hält sich dann an mir fest. Wir beobacht­en den Man­ta während die Strö­mung an uns rüt­telt. Der Man­ta schwebt über uns hin­weg und bald kommt noch ein zweit­er hinzu bei welchem man die Zeich­nung am Bauch gut sehen kann — bei jedem Man­ta einzi­gar­tig wie ein Fin­ger­ab­druck. Man­tas kön­nen eine Spanne von bis zu sieben Metern erre­ichen, sind aber unge­fährlich. Wir lassen uns weit­ertreiben und fol­gen dem Chef. Wir sehen noch zwei weit­ere Man­tas. Als ich auf­tauche ist Alex schon mit unserem Tauchguide oben und die See ist rau, der Him­mel dunkel. Während wir unten waren hat sich das Wet­ter drama­tisch ver­schlechtert. In der Ferne begin­nt es zu don­nern. Als das Boot kommt hat es bere­its zu reg­nen ange­fan­gen. Wieder auf dem Boot erfahren wir, dass die Gruppe, die mit der Strö­mung getaucht ist 150 Man­tas gese­hen hat! Sie haben das großar­tige Schaus­piel eines Feed­ing Trains erlebt. Indem viele Man­tas hin­tere­inan­der weg schwim­men “jagen” sie zusam­men. Aber Angst braucht man keine haben, sie fressen nur Plank­ton. Mit ihrem Maul nehmen sie einen Haufen Wass­er mit hof­fentlich auch dem Plank­ton auf und fil­tern dieses dann — was nicht gebraucht wird, wird durch ihre Kiemen wieder aus­gestoßen.

Spektakuläres Ende eines spektakulären Tages

Auf der Heim­fahrt stürmt es und wir sehen Bitze ins Wass­er zuck­en. Es wird ganz schön frisch im Regen. Am Ende klart es auf und als wir das Resort in der Ferne sehen ist das Wet­ter wieder schön. Dann sehen wir plöt­zlich eine Fontäne im Wass­er und tat­säch­lich schwimmt ein gutes Stück vom Boot ern­fer­nt ein Wal! Das ganze Boot ist in heller Aufre­gung. Immer wieder taucht er auf und man sieht seine Fontäne. Als wir im Resort anle­gen sehen wir ihn noch ein­mal mit der unterge­hen­den Sonne im Hin­ter­grund. Was für ein Spek­takel, was für ein Tag! Isabell hält am Abend noch einen inter­es­san­ten Vor­trag über Man­tas und ihre Arbeit bei Man­ta Trust. Wir haben heute Riff­man­tas (Man­ta alfre­di) gese­hen. Sie wer­den lebend geboren und das Man­takind kommt kom­plett fer­tig mit etwa 1,5m Metern Länge zur Welt — zusam­menge­fal­tet wie ein Bur­ri­to. Die Mut­ter tren­nt sich sofort von ihm und es muss sich nun alleine den Gefahren des Ozeans stellen. Der­er gibt es zwei: Haie und der Men­sch! Vor allem in Chi­na blüht der Han­del mit Einzel­teilen für die Tra­di­tionelle Chi­ne­sis­che Medi­zin. Und das obwohl es seit 2014 eine starke Reg­ulierung des Han­dels mit Man­tarochen gibt.

Das Land der Drachen

Wir kön­nen heute eine halbe Stunde länger schlafen als die let­zten Tage, da wir nicht tauchen son­dern nach Rin­ca fahren um die Komod­odrachen zu besuchen. Wir essen Bana­nenpfannkuchen im Resort und gehen dann an Board des kleinen typ­isch indone­sis­chen Boots, das uns schon herge­bracht hat. Wir haben unser ganzes Gepäck dabei, da wir danach gle­ich nach Labuan Bajo zurück­ge­bracht wer­den. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde, dann haben wir Rin­ca erre­icht. Wir wer­den von unserem Guide vor Ort und ein paar Äffchen begrüßt welche in den Man­groven am Wass­er sitzen. Hier soll es auch Krokodile geben. Wir lassen unser Haupt­gepäck auf dem Boot. Unser Guide führt uns vom Anleger zum Haup­tquarti­er des Parks. Auf dem Weg sehen wir weit­ere Affen und unseren ersten Komod­owaran, welch­er zwis­chen den Man­groven liegt. Er ist allerd­ings nicht beson­ders groß, zumin­d­est im Ver­gle­ich mit denen die wir noch sehen wer­den. Die Insel sieht sehr trock­en aus. Die Hügel sind mit Gras bewach­sen, das braun und vertrock­net ist. Vere­inzelt sind Bäume zu sehen, die Ebe­nen sind jedoch stärk­er bewaldet. Wir kom­men zum Haup­tquarti­er und bezahlen den Ein­tritt. In brü­ten­der Hitze wan­dern wir los.

Zwis­chen Bäu­men sehen wir ein paar Löch­er im Boden — es ist ein Nest in welch­es die Warane ihre Eier leg­en. Das Weibchen gräbt mehrere tiefe Löch­er in L-Form um zu ver­schleiern in welchem nun wirk­lich die Eier liegen. Sie bewacht das Nest drei Monate lang. Wenn die Jun­gen dann sechs weit­ere Monate später schlüpfen und auf ihre Mut­ter träfen, wür­den sie allerd­ings gefressen, eben­so wie von anderen Komod­oware­nen, denen sie unter Umstän­den begeg­nen. Die Jun­gen ver­brin­gen daher ihre ersten Leben­s­jahre auf Bäu­men. Auf dem Weg zum Nest sind wir an der Küche der Anlage vor­beigekom­men. Um sie herum liegen von ihrem Duft ange­lockt mehrere große Warane. Als ein­er sich einem anderen nähert, stößt dieser ein war­nen­des Brum­men aus. Es kommt zu einem kurzen Kräftemessen, dann zieht der Schwächere weit­er. Wir gehen weit­er und kom­men an einem schlam­mi­gen Rinnsal vor­bei. Wenn etwa Büf­fel oder Rehe davon trinken, wer­den sie auf­grund der Bak­tieren krank und geschwächt was sie zu ein­er leichteren Beute macht. Wir kom­men an einem voll­ge­fresse­nen Waran vor­bei, der in ein­er schlam­mi­gen Pfütze liegt. Ein gutes Stück weit­er liegt ein halb aufge­fressen­er Kadav­er eines Wasser­büf­fels im Schlamm. Ein Waran hat ihn vor drei Tagen erlegt und in der Luft liegt der Ver­we­sungs­geruch. Den Wara­nen scheint es immer noch zu schmeck­en, denn vor dem Kadav­er liegt ein großes voll­ger­essenes Exem­plar. Es spaziert ein wenig herum und wirft sich für uns in Pose.

Zum Abschluss steigen auf einen Hügel von dem wir einen guten Blick auf das Meer und die Land­schaft haben. Wir gehen zurück zum Haup­tquarti­er. Auf dem Weg sehen wir einen kleinen Waran, der auf einem Baum klet­tert. Er ver­bringt hier seine ersten Leben­s­jahre aus Schutz vor den kan­ni­balis­chen Ver­wandten. Wir kom­men auch wieder an der Küche vor­bei wo immer noch viele Warane liegen. Das Span­nende an den Komod­owara­nen ist, dass sie nur hier — im Komo­do Nation­al­park — vorkom­men. Mit ein­er max­i­malen Länge von bis zu drei Metern ist der Komod­odrachen die größte Echse der Welt. Ihre Beute set­zt sich aus Säugetieren wie Büf­feln, Rehen und Wild­schweinen sowie Aas zusam­men. Sie haben eine aus­geprägte Bak­te­rien­flo­ra. Ent­flo­hene Beute kann daran noch Tage  nach einem Biss zugrunde gehen und dann gemütlich aufgegessen wer­den. Noch ein­fach­er machen sie es sich indem sie sämtliche ste­hen­den Gewäss­er mit Bak­te­rien verseuchen und warten bis ein Tier davon trinkt und daran erkrankt. Laut Rot­er Liste der IUCN gilt der Komod­owaran als gefährdet — es wer­den noch etwa 4.000 Exem­plare ver­mutet.

Nach ein­er kurzen Erfrischung kehren wir aufs Boot zurück. Es dauert etwa zwei Stun­den bis wieder wieder in Labuan Bajo anle­gen. Wir suchen uns ein Zim­mer in einem willkür­lich und gün­stig ausse­hen­dem Hotel und gehen essen. Mor­gen geht’s zurück nach Bali.

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