Indonesien: Dreiste Affen im Süden Balis

Posted: 12. Dezember 2015

Der Süden Balis, die Buk­it Penin­su­la, ist deut­lich entspan­nter als das touris­tis­che Zen­trum Kuta. Die Küste ist mit fan­tastis­chen Surf­strän­den geseg­net, auch wenn die Wellen nicht immer auf Bestel­lung kom­men. Neben sur­fen und entspan­nen, kann man auch den wichti­gen Tem­pel in Ulu Watu besuchen. Dort erlebt man böse Über­raschun­gen, wenn man nicht auf­passt…

Wir fliegen wieder von Flo­res nach Bali zurück. Dies­mal wollen wir in den Süden Balis, auf die Buk­it Penin­su­la, die wir schon mit dem Moped kurz erkun­det haben. Dort ist es deut­lich entspan­nter als in der Touri­hochburg Kuta. Zum Nachteil gere­icht das einem jedoch bei der Suche nach dem Hotel. Der Tax­i­fahrer braucht ewig und mehrere Anrufe bis wir das aus­gewählte Home­s­tay gefun­den haben.

Wir check­en ein und gehen zum Strand. Die Wellen sind nicht beson­ders gut und das Lei­hen von Boards teuer, wir gehen daher ein­fach am Strand spazieren. Der Strand endet in ein­er steilen Fel­swand in ein­er kleinen Aus­buch­tung find­et Alex eine Seeschlange. Wir gehen zurück und baden in den Wellen. Anschließend trinken wir noch ein Bier am Strand und sehen uns den Son­nenun­ter­gang an. Am Abend gehen wir noch in das spanis­che Restau­rant, das um die Ecke von uns ist. Es stellt sich jedoch als ziem­lich nobel her­aus. Eigentlich mehr eine Bar als ein Restau­rant. Es gibt einen Pool und eine VIP Area, in die wir geset­zt wer­den. Von hier hat man direk­ten Blick aufs Meer. Ganz schön eigentlich. Aber Speis und Trank sind teuer und die Por­tio­nen klein. Es sind eher kleine Tapas-Gerichte für Unsum­men. Wir gehen heute also hun­grig ins Bett.

Das Warten auf die Wellen

Nach dem Auf­ste­hen holen wir uns einen Roller und fahren früh­stück­en. Wir früh­stück­en in einem Hotel in der Nähe. Es begin­nt in Strö­men zu reg­nen bis über­all das Wass­er ste­ht. Die Regen­zeit lässt grüßen! Bish­er hat­ten wir damit Glück. Wir bleiben also etwas länger und trinken noch einen zweit­en Mel­o­nen­saft. Als der Regen nach­lässt, fahren wir in unser Hotel zurück und tauschen unseren Roller gegen einen mit Surf­board­hal­terung. Das ist gar nicht so ein­fach, denn die Dame, die aktuell die “Rezep­tion” beset­zt scheint (taub?)stumm zu sein und wir ver­suchen uns mit Zeichen­sprache so gut es geht zu ver­ständi­gen.

Sie ver­ste­ht uns und holt jeman­den der jeman­den ken­nt, der jeman­den ken­nt. Am Ende haben wir den gewün­scht­en Roller ;) In einem Sur­fladen lei­hen wir zwei Boards für die näch­sten Tage — 500.000 Rupi­ah für drei Tage. Unten am Strand woll­ten sie fast den gle­ichen Preis für eine Stunde Sur­fen. Wir fahren zum nahe gele­ge­nen Panang Panang Strand um die Bret­ter auszupro­bieren. Die Welllen sind nicht gut und wir sind ständig am Pad­deln. In den fast zwei Stun­den in denen wir draußem sind, sur­fen wir vielle­icht ein oder zwei Wellen. Es ist ziem­lich anstren­gend.

Am Nach­mit­tag gehen wir zu ein­er Mas­sage, ein­er tra­di­tionellen bali­ne­sis­chen Mas­sage. Die bali­ne­sis­che Mas­sage ist eine Ganzkör­per­mas­sage mit Öl. Es ist das erste Mal, das ich mich außer­halb der Füße massieren lasse — ich bin kein großer Mas­sage-Fan. Aber die Mas­sage ist sehr entspan­nend. Am Abend wird im Garten eines Surf­shops der Surf­film “View from a blue moon” von und mit einem hawa­ian­is­chen Surfer gezeigt, dazu gibts BBQ und Bier. Ein Abend kön­nte schlechter enden. Aber was ist eigentlich mit den Hun­den los, die nachts mit­ten auf der Straße rum­liegen?! Macht das Roller­fahren nicht ger­ade sicher­er… Die Hunde lassen sich aber null stören und bleiben ein­fach liegen.

Die dramatische Begegnung mit den Affen von Ulu Watu

Wir ste­hen früh auf um sur­fen zu gehen, aber es gibt noch immer keine Wellen. So gar keine. Wir fahren also ein Ersatzpro­gramm. Wir besuchen den im Süden der Hal­binsel gele­ge­nen Tem­pel in Ulu Watu. Es ist heute mor­gen schon sehr heiß und wir schwitzen gewaltig. Bevor wir die Tem­pelan­lage betreten dür­fen, müssen wir wieder Sarongs anziehen, die im Ein­tritt inkludiert sind. Durch einen kleinen Wald gehen wir zur Küste. Sie fällt steil zum Meer ab und der Weg führt an einem Gelän­der an ihr ent­lang. Am Gelän­der wer­den wir von ein paar Affen begrüßt, die einem ziem­lich nahe kom­men. Ein­er von ihnen lenkt mich mit foto­ge­nen Posen ab, während sich ein ander­er von hin­ten anschle­icht und mir schwup­pdi­wup­ps die Brille von Kopf nimmt. Ich schreie auf, aber der Affe ren­nt schon weg. Mit mein­er Brille. Wir sehen ihn auf einem Bril­len­bügel herum­beißend an den Fel­sklip­pen.

Keine Chance an ihn her­anzukom­men, die Affen suchen das Weite sobald man sich an sie her­an­be­wegt. Wir bit­ten einen der Auf­se­her um Hil­fe und er ver­sucht die Tiere mit Obst abzu­lenken. Das klappt allerd­ings nicht für meinen Affen, dem schmeckt meine Brille offen­bar bess­er. Irgend­wann ist er in den Felsen ver­schwun­den und wir kön­nen ihn nicht mehr sehen. Zwis­chen­durch holen sich weit­ere Affen den Hut ein­er Chi­nesin. Nungut, ein Hut ist eine Sache, aber eine Brille eine andere. Ich bin verzweifelt. Ohne Brille sehe ich doch nichts und die Chan­cen sie wiederzubekom­men schwinden. Schließlich kommt noch ein zweit­er Auf­se­her, der tat­säch­lich Affe und Brille find­et.

Von der Brille ist jedoch nicht mehr viel übrig. Die Gläs­er sind raus und zerkratzt, die Brille zerkaut und zer­brochen, nicht viel mehr als ein Andenken bleibt. Wir gehen weit­er durch die Anlage, aber die Hitze und die kaputte Brille drückt die Stim­mung. Ich kann es nicht genießen, Durst quält mich. Bei ein­er kurzen Pause geht ein Affe auch Alex an, zum Glück aber ohne Ver­luste. Die Affen sind unglaublich dreist und ken­nen kein­er­lei Scheu. Höch­ste Vor­sicht ist geboten! Im Nu sitzt ein­er auf dem Rück­en und mopst irgend­was. Nicht auszu­denken, was die Affen schon alles an sich genom­men haben müssen. Wir ver­lassen die Anlage und stillen erst­mal unseren Durst.

Puh, nun haben wir auf der Reise schon so einiges ver­loren, kaputt gemacht oder es ist ein­fach ver­schwun­den. Unsere Liste beläuft sich nach fast 6 Monat­en Reise auf:
1) Meine Spiegel­re­flexkam­era, kaputt gegan­gen in Sibirien
2) Eine Stirn­lampe von Alex, im Wod­ka­rausch in ein­er Jurte unwil­lentlich ver­schenkt
3) Meine Chucks, vergessen in einem Hos­tel in Chi­na
4) Mein Leather­man, liegt irgend­wo am Ever­est
5) Alex Ersatz-Brille, liegt irgend­wo auf dem Grund vom Phe­wa Lake in Pokhara
6) Meine Wan­der­stiefel, vergessen im Flugzeug
7) Kaputte Flip Flops (2x) und San­dalen
8) Ein Neo-Surf­shirt, ver­mutet wird ein Affe als Täter, aber nie­mand weiß es so genau
9) Meine Brille, gemopst von einem Affen am Tem­pel in Ulu Watu

Rollerfahrstunde

Das Meer ist nach dem Mit­tagessen noch immer flach, also nutzen wir die Zeit für eine Roller­fahrstunde. Meine erste und einzige Rollererfahrung beschränkt sich bish­er auf einen kurzen Ver­such in Kam­bod­scha, die in einem Zaun endete. Dies­mal bin ich erfol­gre­ich­er. Keine Schä­den zu bekla­gen. Danach ver­suchen wir unser Surf-Glück nochmal in Balan­gan, aber auch hier ist alles flach und das Wass­er so seicht wie nie zuvor. Schade, nix mit Sur­fen heute.

Noch immer keine Wellen in Sicht

Von einem Punkt an unserem Strand kann man von Kuta auf der einen Seite bis nach Panang Panang auf der anderen Seite sehen. Wellen hat es aber nir­gends. Wir check­en auch Web­cams von anderen Stän­den aber in ganz Bali scheint es keine Wellen zu geben. Mit unserem Bun­ga­lowbe­sitzer klären wir dass wir erst gegen acht Uhr abends auscheck­en wollen, denn unser Flug nach Aus­tralien geht erst um zwei Uhr mor­gens.

Am Nach­mit­tag ver­suchen wir nochmal in Panang Panang zu sur­fen, wo wenig­stens ein paar Wellen zu sehen sind. Wir sind wieder fast zwei Stun­den im Wass­er, aber es geht nicht viel. So richtig hat sich das Lei­hen der Surf­bret­ter nicht gelohnt, schade. Wir haben uns die Tage so schön vorgestellt. Kann man nichts machen. So ist das beim Sur­fen, was an einem Tag der beste Surf über­haupt zu sein scheint, kann am näch­sten schon ganz anders ausse­hen. Ein Surfspot ist niemals gle­ich.

Das Taxi find­et uns dies­mal gle­ich. Es gibt eine App für Blue­bird Taxis in Bali bei der man gle­ich Koor­di­nat­en und Adresse mitschick­en kann. Das funk­tion­iert ziem­lich gut. Heißer Tipp für ein­same Gegen­den. Punkt 20 Uhr ste­ht das Taxi vor der Tür und bringt uns zum Flughafen. Das näch­ste Aben­teuer wartet!

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