Indonesien: Highlights rund um Ubud

Posted: 23. Oktober 2018

Ubud ist das kul­turelle Zen­trum von Bali. An jed­er Straße­necke gibt es bunte Tem­pel, lebendi­ge Tanzvorstel­lun­gen und bali­ne­sis­che Leck­ereien. Die umgebe­nen Reis­felder, Vulka­ne und Wasser­fälle machen Ubud aber zu einem vielfälti­gen Ziel. Ursprünglich hat­ten wir geplant nach nur zwei Nächt­en in Ubud weit­erz­u­fahren, uns gefiel es jedoch so gut, dass wir ein­fach fünf Tage lang blieben.

Nach dem oblig­a­torischen Sur­fen in Kuta lei­hen wir uns für fünf Tage einen Roller um eine Tour nach Ubud zu machen und dort die Gegend zu erkun­den. So ein Roller ist für etwa 55.000 Indone­sis­che Rupi­en für pro Tag zu haben was etwa 3 Euro entspricht. Den Großteil unseres Gepäcks lassen wir in Kuta um so mit nur leicht und frei zu zweit auf dem Roller fahren zu kön­nen. Bali ist nicht so klein wie man annehmen kön­nte. Wir brauchen ganze zwei Stun­den um bis nach Ubud zu kom­men, den ein oder anderen unfrei­willi­gen Umweg eingeschlossen.

Ubud

In Ubud selb­st gibt es viel zu erkun­den. Über­all wim­melt es von kleinen Tem­peln, in Warungs ange­botene Köstlichkeit­en und zahlre­ichen Märk­ten. Aber auch unser Hotel ist ein Traum für sich, denn ist es wie eine kleine Tem­pelan­lage. Auch dieses wun­der­bare Home­s­tay trägt dazu bei, dass wir uns in Ubud sehr wohlfühlen und länger als geplant hier bleiben.

Prunkvolle Tempel

Mit­ten in Ubud ste­ht der Ubud Palast, Wohnort der königlichen Fam­i­lie. Abends find­en hier auch Tanzver­anstal­tun­gen statt und der Palast ist atmo­sphärisch beleuchtet. Ich mag es unheim­lich an Bali, dass sich hier solche bun­ten Stät­ten find­en. Ihre Reli­gion wirkt nicht dunkel und bedrück­end, son­dern ein­fach lebens­be­ja­hend. Ein weit­er­er sehenswert­er Tem­pel ist der Pura Taman Sarawati. Vor dem Tem­pel befind­et sich ein lotusüber­säter Teich, was ihn zu einem beson­ders hüb­schen Anblick macht.

Balinesischer Tanz

Abendliche Tanzver­anstal­tun­gen find­et man über­all in der Stadt und auch wir lassen uns den tra­di­tionellen bali­ne­sis­chen Tanz nicht ent­ge­hen. Wir sehen uns den soge­nan­nten Froschtanz an wobei es sich um ein bali­ne­sis­ches Märchen han­delt. Die Geschichte han­delt von einem Prinzen, der bei der Jagd auf Libellen in einen Frosch ver­wan­delt wird. Eines Tages begeg­net der Frosch ein­er Prinzessin und sie ver­lieben sich ineinan­der. Schließlich wird er wieder zurück in einen Prinzen ver­wan­delt, muss nun aber seine Geliebte davon überzeu­gen, dass er der Frosch ist in den sie sich ver­liebt hat. Beson­ders beein­druck­end sind die starken Gesicht­saus­drücke der Tänz­er.

Balinesische Leckereien

Über­all in Ubud gibt es kleine Warungs, die typ­is­che bali­ne­sis­che Küche anbi­eten, die auch sehr gün­stig ist. Es gilt ein­fach die großen Restau­rants zu ver­mei­den und lieber etwas Kleines in den Neben­straßen zu suchen. Neben Bali­ne­sis­chem Cur­ry und Tem­peh sind meine Favoriten Gado-Gado und Mie Goreng — alles veg­e­tarisch.

Aber auch einige der größeren Restau­rants sind einen Besuch wert. Viele bieten ihre Speisen in Bio­qual­ität an. und oft sind sie veg­e­tarisch oder sog­ar veg­an. Beson­ders ange­tan hat es uns das veg­ane Atman Restau­rant in dem wir immer wieder einkehren. Deren Kuchen, Kokosshakes und son­stige Gerichte sind ein­fach ein Traum und das Café ein Ruhe­p­ol mit Blick auf einen Seerosen­te­ich, das seines­gle­ichen sucht.

Wer tiefer in die bali­ne­sis­che Küche ein­drin­gen möchte dem empfehle ich auch einen Kochkurs.

Spas

Noch mehr für das kör­per­liche und leib­liche Wohl sor­gen die zahlre­ichen Spas in und um Ubud. In den ver­schieden­sten Preisklassen kann man sich hier massieren, maniküren und baden lassen. Eine Ganzkör­per­mas­sage mit anschließen­dem Blüten­bad sorgt für rein­ste Entspan­nung nach einem Tag in der bali­ne­sis­chen Hitze. Bei der ein­stündi­gen Mas­sage wird der ganze Kör­p­er durchgeknetet. Danach gibt es ein Ganzkör­per­peel­ing im Liegen. Mit dem in Salz ein­geriebe­nen Kör­p­er wird man dann mit ein­er Schöpfkelle und wohl tem­perierten Wass­er abge­waschen. Hin­ter­her wird man mit Seife abgerieben und abge­spült. Man fühlt sich wie ein kleines Kind während man so ver­wöh­nt wird. Dann geht’s in die blütenge­füllte Bade­wanne.

Bargeld dabei zu haben emp­fiehlt sich jedoch, son­st ist auf der Suche nach dem näch­sten Bankau­to­mat­en sämtliche Entspan­nung wieder dahin…

Der Affenwald von Ubud

Der dichte Dschun­gel vom Sacred Mon­key For­est Sanc­tu­ary ist ein ide­al­er Ort um den belebten Straßen von Ubud zu ent­fliehen. Diese kleine Regen­wald­fläche behei­matet drei heilige Tem­pel und viele freche Makak­en. Sie warten nur darauf Essen oder andere Eigen­tümer der Pas­san­ten an sich zu reißen. Natür­lich geht es auch hier nicht ohne Men­schen zu, es ver­läuft sich jedoch recht gut in den Eck­en und Winkeln der großen Anlage.

Campuan Ridge Walk

Eine andere Möglichkeit den Massen zu ent­fliehen und etwas Natur zu erleben ist der Cam­puan Ridge Walk, der ober­halb zwei üppiger Flusstäler ent­lang führt und an klaren Tagen sog­ar Aus­blick auf den Gunung Agung, den höch­sten Vulkan auf Bali, bietet. Dabei kommt man an Reis­feldern und kleinen Dör­fern vor­bei. Ins­ge­samt führt der Weg 8,5km von Ubud nach Nor­den. Das emp­fiehlt sich aber nur am Mor­gen wenn es noch nicht so heiß ist. Wir sind natür­lich viel zu spät dran und gehen deshalb nur bis zum ersten Dorf — es ist ein­fach viel zu heiß für einen lan­gen Marsch. Der Schweiß tropft schon wenn es nur flach ist und jede Stei­gung endet in einem wahren Schweiß­mon­sun.

Rund um Ubud

Goa Gajah

Nur 10 Minuten mit dem Roller ent­fer­nt liegt die Goa Gajah, die soge­nan­nte Ele­fan­ten­höh­le, obwohl es auf Bali nie Ele­fan­ten gab. Die Höh­le aus dem 11. Jahrhun­dert ist in eine Fel­swand gemeißelt und man betritt sie durch das Maul eines Dämons. Im Inneren riecht es so inten­siv nach Räuch­er­stäbchen, dass es einem dem Atem nimmt. Hier find­et sich eine Stat­ue von Gane­sha, dem ele­fan­tenköp­fi­gen Sohn Shiv­as. Am schön­sten ist aber der umgebene Tem­pel mit einem Brun­nen und vie­len riesi­gen alten Bäu­men. Bei einem der kleinen Schreine seg­net eine Frau Touris­ten, was ich mir nicht nehmen lasse.

Tegallalang Reisterrassen

Nicht weit von Ubud ent­fer­nt befind­en sich die Tegal­lalang Reis­ter­rassen. Üppige grüne Reis­felder flankieren hier die Straße und schmale Pfade führen durch sie hin­durch. Kleine Cafés bieten Erfrischun­gen in der schwülen Hitze und die ein oder andere Schaukel lässt sich gegen einen Obo­lus als hüb­sches Foto­mo­tiv ver­wen­den. Diese sind aber stark von Touris­ten fre­quen­tiert und die Schlange ist lang. Von der Straße kön­nen wir ein­mal über die Reis­ter­rassen nach unten spazieren und auf der anderen Seite, wo es deut­lich ruhiger zuge­ht, wieder hin­auf. Hier sieht die Schaukel auch deut­lich spek­takulär­er aus, denn man kann direkt über den Agrund schaukeln. Wir sind abends unter­wegs wo bere­its weniger los ist und die Idylle auch ohne Massen zu genießen ist.

Pura Gunung Kawi

Der alte Tem­pel von Gunung Kwai befind­et sich in ein­er Ent­fer­ung von etwa ein­er hal­ben Stunde Roller­fahrt nördlich von Ubud. Hier zwis­chen den dicht bewach­se­nen stein­er­nen Schreien kann man sich wahlweise wie Indi­ana Jones oder Lara Croft fühlen, die auf Ent­deck­ungsreise durch den Dschun­gel sind. Eine steile Stein­treppe führt uns an üppi­gen Reis­feldern hinab zum Fluss. Unten befind­et sich der große Tem­pel- und Begräb­niskom­plex, der zu Balis ältesten und größten gehört. In die 8m hohen Nis­chen der Fel­swand sind ver­schiedene Schreine gehauen. Ange­blich wur­den alle 10 Schreine in ein­er einzi­gen Nacht gehauen wor­den.

Im Ver­gle­ich zu den Sehenswürdigkeit­en näher an Ubud ist hier auch fast gar nichts los und wir kön­nen in Ruhe die Anlage erkun­den. Einziger Wer­mut­stropfen ist, dass die steilen Trep­pen schlussendlich auch wieder hin­auf gestiegen wer­den müssen. In der schwülen Hitze Balis ist jegliche kör­per­liche Anstren­gung, sei sie noch so ger­ing, ein Kraftakt und von viel Schweiß begleit­et. Zahlre­iche kleine Geschäfte am Trep­pen­rand bieten aber glück­licher­weise Erfrischun­gen an. Kein Wun­der also, dass wir uns oben eine Kokos­nuss gön­nen.

 

Wasserfall Tour

Rund um Ubud gibt es viele mehr oder weniger besuchte Wasser­fälle. Als beson­ders schön emp­fand ich den Wasser­fall Kam­po Lam­po, den wir gegen Abend kom­plett für uns alleine haben. Um ihn richtig genießen zu kön­nen gilt es allerd­ings im kni­etiefe Wass­er zum Wasser­fall zu wat­en. Dort bieten sich dann die schön­sten Motive in den Felsstufen vor dem Wasser­fall. Allerd­ings erschlägt uns auf dem Rück­weg fast ein riesiger Ast. Ger­ade als wir auf dem stein­er­nen Weg wieder hin­auf steigen kracht es laut um Unter­holz und ehe wir uns verse­hen lan­det der riesige Ast nur wenige Milime­ter direkt neben uns. Puh, das sorgt für ordentlich Adren­a­lin.

Der Goa Ran­greng, Tibu­mana, Pen­gibul und Kan­to Lam­po Wasser­fall sind alle recht nah beieinan­der und lassen sich so wun­der­bar zu ein­er Wasser­fall Tour verbinden. Über­all ist es auch möglich zu baden. Im Ver­gle­ich zum etwas weit­er ent­fer­nt liegen­den Tege­nun­gan Wasser­fall hat man diese auch fast für sich alleine und die Fahrt dahin durch dünn besiedelte Reis­felder ist bere­its eine Reise wert. Der Tege­nun­gan Wasser­fall ist unheim­lich touris­tisch: Es wird eine Ein­tritts­ge­bühr fäl­lig, es gibt eine Schaukel und Men­schen­massen drän­gen sich im und um den großen Wasser­fall. Hier finde ich ein ein­sames kleines Kätzchen mit­ten in den son­nenbeschienen Felsstufen am Wasser­fall, das noch viel zu klein ist ohne Mut­ter irgend­wo alleine zu sein, schon gar nicht in der sen­gen­den Hitze. Ich übergebe die kleine Katze einem Ein­heimis­chen, der weiß wohin sie gehört. Men­schen­massen hin oder her, der Wasser­fall ist wirk­lich ein gewaltiger Anblick und ein­mal schaukeln ist auch mal drin.

Mount Batur

Balis Land­schaft ist geprägt von aktiv­en Vulka­nen, die sich bild­schön zwis­chen Reis­feldern erheben. Der Mount Batur ist zwar nicht Balis höch­ster Vulkan, sein Gipfel bietet aber Aus­blick auf ihn: Den 3.142m hohen Mount Agung. Während die Bestei­gung des Mount Agung schon eine ern­sthaftere Wan­derung ist gle­icht der nur fast halb so hohe Mount Batur eher einem Spazier­gang. Die Wan­derung startet um 4 Uhr nachts um bei Son­nenauf­gang am Gipfel zu ste­hen. Die Bestei­gung muss mit einem Guide unter­nom­men wer­den, was sich aber von über­all in Ubud organ­isieren lässt. Trotz der Massen, die nachts auf den Gipfel stür­men, ist es ein wun­der­schönes Erleb­nis wie die Sonne den Him­mel zum bren­nen bringt und die Szener­ie erleuchtet. Mehr zur Bestei­gung des Mount Baturs find­et ihr hier»

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