Italien: Klettersteig mit Tiefblick auf den Gardasee

Posted: 31. Mai 2014 by Annika

Wir haben den Klet­ter­steig “Via del­l’Am­i­cizia”, der erste und älteste Klet­ter­steig am Gar­dasee, ins Auge gefasst. Er geht in Riva del Gar­da los und führt auf den Cima SAT auf 1.276m, einem kleinen Fels­gipfel über­halb des Gar­dasees. Verbinden lässt sich der Steig noch wun­der­bar mit ein­er Gipfel­tour auf den Cima Giochel­lo (1.540m).

Schon von Riva sehen wir die Kapelle San­ta Bar­bara weiß vor der Fel­swand schim­mern. Unge­fähr auf dieser Höhe begin­nt der Klet­ter­steig. Auf dem markierten Wan­der­weg geht es hoch zur Bas­tione, von wo aus man einen fan­tastis­chen Blick auf den glitzern­den See geboten bekommt. Bald hin­ter der Bas­tione wird der Weg steil­er und schmaler bis wir die Hütte Capan­na erre­ichen. Diese hat nur unregelmäßig geöffnet, auch heute ist sie geschlossen. Schon bald danach erre­ichen wir den Hub­schrauber­lan­de­platz, wo wir uns ein Päuschen mit Blick auf den See gön­nen. Segel­boote und Wind­surfer gleit­en über Schaumkro­nen, eine leichte Brise geht durch die Bäume. Es ist ein sehr heißer Vor­mit­tag und in der Sonne sehr heftig, da kommt der leichte Wind sehr gelegen.

Einstieg in den Klettersteig

Der Ein­stieg fol­gt dann direkt nach dem Heli-Lan­de­platz und begin­nt über erste Draht­seile über Steil­stufen. Dann fol­gen lange und aus­get­zte Leit­erse­rien, davon eine dur­chaus etwas über­hän­gend. Zwis­chen den Leit­ern befind­et sich eine kleine Plat­tform von der man in die Tiefe schauen kann. Schon ein gruseliger Anblick :) Zwis­chen den Leit­ern befind­en sich schöne Zwis­chen­plat­tfor­men und immer wieder eröff­nen sich Blicke auf den See und Riva del Garda.

Nach zwei let­zten Leit­ern sind wir endlich oben und machen Pause am typ­isch ital­ienis­chen “Flaggenkreuz”.

Weiter auf den Rochetta Giochello

Von hier geht’s weit­er auf einem Nor­mal­weg zum Rochet­ta Giochel­lo (1.540m). Außer uns gön­nt sich kein­er mehr den Spaß die weit­eren 250hm auf den zweit­en Gipfel zu gehen, dabei liegt es doch auf der Hand. Auf dem Weg nach oben stürzen uns einige Moun­tain­bik­er ent­ge­gen. Total ver­rückt, der Weg ist steil, teil­weise steinig, schmal und ver­dammt kurvig. Im Leben würde ich sowas nicht machen. Wir warten brav am Rand bis alle 12–15 Fahrer vor­bei sind und set­zen unseren Weg zum Gipfel fort. Ziem­lich erschöpft kom­men wir nach 1.400hm am kreu­zlosen Gipfel an. Es ist sehr windig hier oben, dadurch auch recht kalt, aber der Aus­blick auf die mit Felsen durch­set­zte Grasland­schaft mit den san­ften Hügeln ring­sherum ist die Mühe wert.

Abstieg

Wir disku­tieren über den Abstieg, dessen Vari­ante über den Grat sicher­lich schön ist, aber in Erman­gelung ein­er Karte und auf­grund vorg­erück­ter Stunde, entschei­den wir uns dann doch den Auf­stiegsweg hin­unter zu nehmen und dann den Nor­mal­weg bis zur Hütte zur nehmen. Dieser Abstieg erweist sich noch als gewaltiger Hatscher.

2,5h geht’s hinab, irgend­wann bren­nen mir ganz schön die Füße. Was vor allem daran liegt, dass ich beim let­zten Wach­sen der Schuhe vergessen habe, die Sohle wieder hinein zu leg­en… Da muss ich nun durch. Beson­ders die Teer­stücke am Ende des Weges, nach der Bas­tione, sind ganz schön desas­trös. Vor der kleinen Kapelle St. Bar­bara gibt es noch eine Über­raschungsleit­er nach unten für die wir unsere Klet­ter­steigsets wieder anziehen.

Abend in Arco

Nach­dem wir uns kurz am Auto umziehen, machen wir uns auf in die Stadt. Wir spazieren zum Restau­rant in ein­er Seit­en­gasse, dann bum­meln wir noch etwas an der Hafen­prom­e­nade ent­lang, mumpfeln ein Eis und genießen die Abendstimmung.

Bei der Heim­fahrt nach Arco ver­fahren wir uns nochmal kräftig — im Dunkeln sieht alles anders aus! Und kom­men so erst spät am Camp­ing­platz an. Trotz­dem ver­spüre ich das starke Bedürf­nis nach ein­er Dusche an diesem schweißtreiben­dem Tag. Diese erweist sich jedoch als mächtig kalt. So gehe ich unge­duscht, nicht aber ohne den Genuss von Weißwein, ins Zelt zum Schlummern.


FAKTEN ZUR TOUR
Klet­ter­steig Via del­l’Am­i­cizia auf den Cima SAT (1.276m)
Gehzeit: 5–6h (davon 2h im Klettersteig)
Höhen­meter: 1.220m (davon 640m im Klettersteig)
Aus­gangspunkt: Hafen von Riva del Gar­da (78m)
Schwierigkeit: B/C und I-

Rochet­ta Giochel­lo (1.540m)
Gehzeit: 1h
Höhen­meter: 250hm
Aus­gangspunkt: Ausstieg Klet­ter­steig Cima SAT
Schwierigkeit: T2 — Bergwandern

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