Montscheinspitze: Paradetour in den Felswelten des Karwendels

Posted: 6. Juni 2015

Die Montschein­spitze im Kar­wen­del haben wir schon vor ziem­lich genau zwei Jahren anvisiert, mussten die Tour aber auf­grund von zuviel Schnee abbrechen. Dieses Jahr schaf­fen wir es endlich und erstür­men den Felsen­gipfel hoch über dem Achensee, dem höch­sten Gipfel der Kar­wen­del-Vor­berge. Über Ier Klet­terei machen wir die Vari­ante über Plum­sjoch mit Über­schre­itung zum Schleimssat­tel.

Anreise an den Achensee

Bere­its am Vor­abend reisen wir zum Achensee an, um ein­er­seits Stau durch den G7-Gipfel zu ver­mei­den und ander­er­seits früh starten zu kön­nen. Schon am Don­ner­stag war es so unerträglich heiß, dass wir auf jeden Fall so früh wie möglich auf­brechen wollen um die große Hitzewelle zu umge­hen. Wir über­nacht­en bei Seecamp­ing Wim­mer, einem Zelt­platz, der direkt am Achensee liegt und somit die per­fek­te Gele­gen­heit für ein abendlich­es Bad bietet. Wir schla­gen keine Zelte auf, son­dern wollen unter freiem Him­mel schlafen. Das erweist sich nicht als die beste Idee, denn schon bald fressen uns die Mück­en beina­he auf.

Aufstieg zur Montscheinspitze über Plumsjoch (West-Grat)

Am näch­sten Mor­gen wachen zwei von uns mit zahlre­ichen Stichen im Gesicht auf, was uns nicht ger­ade hüb­sch­er macht :) Eine Mücke hat mich unter dem Auge erwis­cht und für eine ordentliche Schwellung gesorgt. Wir brechen um 6 Uhr zum Wan­der­park­platz 3,3km hin­ter der Maut­stelle im Gern­tal auf. Von hier schnüren wir die Wan­der­stiefel und es geht los. Erst­mal auf dem Weg zur Ger­nalm, dann über eine steile Forststraße hin­auf zum Plumssat­tel. Puh, schon um 6 Uhr mor­gens ist es unglaublich heiß und schwül. Der Forstweg bringt mich ordentlich ins Schwitzen und ich glaube schon fast niemals oben anzukom­men. Feuchte Hitze ist ein­fach nicht mein Ding, damit kann ich nicht umge­hen.

Forstwege sind auch immer recht ein­tönig und erscheinen einem länger als sie sind. Durch den steilen Weg gelan­gen wir aber recht schnell zum Plumssat­tel auf 1.705m, wo wir auch unser erstes “Gipfelkreuz” ein­sam­meln. Ein paar Meter weit­er unten ste­ht die Plum­sjochhütte, die sich auch als Über­nach­tungsmöglichkeit anbi­etet. Allerd­ings han­delt es sich um eine Pri­vathütte, somit sind die Preise selb­st für Lager­plätze recht gesalzen.

Über blu­mige Almwiesen und Latschen geht es nun zum Plum­sjoch hin­auf und weit­er zum Gipfelkreuz des Montscheinkopfs auf 1.921m. Nun wird’s inter­es­sant: Wir steigen etwa 120 Höhen­meter ab zur Montschein­senke um daraufhin zur Montschein­spitze zu steigen. Der Abstieg hat es mit den ersten Klet­ter­stellen in sich. Hinab ist ja bekan­ntlich schwieriger als bergauf.

Wir klet­tern über Fel­srin­nen und an zerk­lüfteten Fels­ge­bilden vor­bei. Die schwieri­gen Klet­ter­pas­sagen sind nicht aus­ge­set­zt, nur einige andere Stellen, die mit Trittsicher­heit leicht bewältigt wer­den kön­nen. Von unten sieht der Anstieg gar nicht schwierig aus, eher wie Gehgelände. Auf dem Weg hin­auf stellt sich der Weg jedoch als anspruchsvoller als auf den ersten Blick ersichtlich her­aus. Die let­zten Höhen­meter führen uns über begrünte Schro­fen.
Oben genießen wir den Aus­blick auf die Gipfel des Kar­wen­dels und den Achensee.

Abstieg über Schleimssattel (Ost-Grat)

Wir nehmen nun den steilen Ost­grat hin­unter. Die ersten Höhen­meter sind zwar brös­lig, aber ohne große Klet­ter­stellen zu meis­tern. Nur unten kom­men noch zwei anspruchsvollere Klet­ter­stellen, eine davon hinab zu einem Schmelzwasser­fluss, dann wieder hin­auf und wir gelan­gen auf grüne Wiesen, die mit Latschen verse­hen sind. Über Wurzeln und Steine steigen wir bis zum Schleimssat­tel hinab. Nun gehen wir wieder über etwas unan­genehme Forststraße in weit­en Ser­pen­ti­nen hin­unter zum Park­platz.

Fazit

Die Montschein­spitze ist eine wun­der­schöne Parad­tour mit spaßiger Krax­elei in den Fel­swel­ten des Kar­wen­dels. Für eine Über­schre­itung emp­fiehlt sich defin­i­tiv die Vari­ante mit Auf­stieg über Plum­sjoch und Abstieg über Schleimssat­tel. Der Plum­sjoch-Anstieg ist defin­i­tiv anspruchsvoller, da aus­get­zter und bröseliger. Wer nicht über entsprechende Erfahrung ver­fügt, sollte jedoch den Anstieg und Abstieg über den Schleimssat­tel wählen. Aber auch hier ist Schwindel­frei­heit, Trittsicher­heit und ein gewiss­es Klet­terkön­nen wichtig, den­noch ist diese Vari­ante deut­lich ein­fach­er.


FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Montschein­spitze (auch Mond­schein­spitze geschrieben) (2.106m)
Gehzeit: 6,5h
Höhen­meter: 1400m
Aus­gangspunkt: Wan­der­park­platz 3,3km hin­ter der Maustelle im Gern­tal (1.084m)
Schwierigkeit: T4 — Alpin­wan­dern / I. Grad
Mehr zur Tour gibt’s hier.

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