Blick auf den Schliersee

Nagelspitz & Jägerkamp: Schöne Runde über dem Schliersee

Posted: 23. August 2021 by Annika

Die Berge rund um den Spitz­ingsee sind beliebt und so ist man kaum allein am Berg. Es gibt jedoch noch einen Geheimtipp: Die Nagel­spitz bietet Ein­samkeit, eine kurze Klet­terei und eine schöne Aus­sicht auf den Schliersee. Nur ein Gipfelkreuz gibt es nicht. Das kann man aber noch ein­sam­meln wenn man danach noch zum Jägerkamp aufsteigt.

Ich starte am Spitz­ingsat­tel und gehe durch einen Durch­lass, der vorne an der Straße ist (nicht dem Pfad hin­ter dem Park­platz fol­gen). Der Pfad ist nicht markiert, aber stets deut­lich zu erken­nen. Ich folge dem Weg über die Wiese zum Wal­drand und folge ein­er recht­en Spitzkehre weit­er über die Wiese bis zum Wald weit­er oben. Es geht durch steile Wald­hänge und über Law­inen­reißen. Hier hat man eine super Aus­sicht auf die Brech­er­spitze gegenüber. Weit­er oben tre­ffe ich auf Law­inen­ver­bau­un­gen an deren Seit­en der Weg extrem steil über Trittspuren bergauf führt. Er führt schließlich durch den Wald, wo es dank des let­zten Regen­guss­es ordentlich glitschig über Steine und Wurzeln geht.

Aufstieg zur Nagelspitz

Ich erre­iche freies Gelände, biege links ab und gehe um eine Kurve herum nach der ich die Jäger­bauer­nalm schon sehen kann. Auf der Alm soll es Katzen, Kan­inchen, Lamas, Kühe, Hunde und mehr geben. Ich sehe tat­säch­lich ein Kan­inchen namens “Schnuf­fi” ungestört neben mir auf der Wiese mumpfeln und auf ein­er hin­teren Wei­de ein Lama. Brotzeit­en und Getränke soll es auch geben. Hin­ter der Hütte biege ich links ab und folge dem Weg zu einem Sat­tel mit Kühen. Statt ger­adeaus dem Weg hin­unter oder dem recht­en Weg hin­auf zum Jägerkamp zu fol­gen, wende ich mich nach links auf den Wiesen­buck­el wo es kein­er­lei Markierung oder Trittspuren gibt. Ich steuere auf einen latschen­be­wach­se­nen Fels­gupf zu und gehe dann links an ihm vor­bei über die Wiese, die extrem sump­fig ist. Die Alter­na­tive führt rechts am Fels­gupf vor­bei durch die Latschen, die ist allerd­ings noch matschiger wie ich beim Abstieg fest­stellen musste.

Ich erre­iche einen weit­eren Sat­tel und dann geht’s in die Latschen hinein. Der etwas abwärts führende Weg ist matschig und stel­len­weise so rutschig, dass ich mich mehrfach hin­packe. Es gibt Trittspuren und mit etwas Aufmerk­samkeit lässt sich der Weg gut find­en. Auf der linken Kamm­seite geht’s durch den Wald und wo es nicht mehr weit­erzuge­hen scheint wech­se­le ich auf die rechte Seite. Schließlich erre­iche ich eine Felsstufe über die es nun krax­elig (UIAA I.) hin­auf zum aus­ge­set­zten kreu­zlosen Gipfel der Nagel­spitz geht. Ein Gipfel­buch gibt es jedoch in den Latschen unter­halb des höch­sten Punk­ts und verze­ich­net nur wenige Ein­träge. Ich ste­he auf einem steil abfal­l­en­den Felsen, der aus dem Wald hin­aus ragt, mit ein­er wun­der­schö­nen Aus­sicht auf den Schliersee und die umgebende Bergwelt.

Aufstieg zum Jägerkamp

Ich ver­lasse die Nagel­spitz, gehe den Weg zurück und gehe dies­mal den anderen Weg um den Fels­gupf herum, durch die Latschen. Das ist jedoch mega matschig und ich komme ohne nasse Füße da nicht raus. Ich gehe zurück zum Sat­tel mit den Kühen und gehe nun ger­adeaus zum Jägerkamp um die Tour zu ein­er schö­nen Runde zu machen. Ein steil­er Pfad führt in etwa 20 Minuten am Nord­grat durch die Latschen hin­auf zum Gipfelkreuz des Jägerkamps, wo es eben­falls eine wun­der­schöne Aus­sicht auf Schliersee, Aiplspitz, Rot­wand und Ris­serko­gel gibt. Der Jägerkamp verze­ich­net schon deut­lich mehr Besuch­er, aber an einem Wochen­tag hält auch das sich in angenehmen Grenzen.

Abstieg über Schönfeldhütte

Wer noch Lust hat kann von hier auch noch die Aiplspitz oder das Wilde Fräulein besteigen. Für den Abstieg wäh­le ich den Weg südöstlich, der unter der Ben­z­ingspitze hin­durch führt bis ich einen Weg­weis­er erre­iche. Hier wende ich mich nach rechts Rich­tung Schön­fel­dalm. Wenn man den Anstiegsweg zurück gehen möchte kann man vom Jägerkamp durch Latschen nach Süd­west­en absteigen und gelangt mit ein­er Querung nach rechts zurück zur Jäger­bauer­nalm. Ich komme an ein­er pri­vat­en Alm vor­bei, wo mir Bier und Schnaps ange­boten wird. Ich verzichte jedoch und steige weit­er zur Schön­fel­dalm, wo man einkehren kön­nte. Es fol­gt ein Wiesenpfad Rich­tung Spitz­ingsat­tel von dem ich als­bald einen schö­nen Blick auf den Spitz­ingsee erhasche. Ich erre­iche eine Abzwei­gung wo ich mich rechts halte und in den Wald ein­tauche. Hier sind die Felsen und Wurzeln unglaublich rutschig und ich muss sehr auf­passen wohin ich meine Füße set­ze. Stöcke wären hil­fre­ich gewe­sen. Der Weg quert den Wald und ich gelange schließlich wieder auf die Wiese ober­halb des Spitz­ingsat­tels über die es nun in Ser­pen­ti­nen zurück zum Park­platz geht.

Blick auf den Spitzingsee
Blick auf den Spitzingsee

FAKTEN ZUR TOUR
Berg­tour Nagel­spitz (1.554m) & Jägerkamp (1.746m)
Gehzeit: 4h (2,5h Auf­stieg, 1,5h Abstieg)
Höhen­meter: 720hm
Aus­gangspunkt: Park­platz Spitz­ingsat­tel (1.129m)
Schwierigkeit: T3 — anspruchsvolles Berg­wan­dern / I. Grad (UIAA)

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