Nepal: Auf Spuren von Tigern und Nashörnern

Posted: 22. Oktober 2015

Nach der Aufre­gung am Ever­est mal was anderes: Dschun­ge­laben­teuer im Chit­wan Nation­al Park. Dieser befind­et sich ganz im Süden von Nepal, fast an der Gren­ze zu Indi­en. Hier zeigt sich ein ganz anderes Gesicht von Nepal — ein grünes voller Wildtiere! Wild­schweine, Rehe, Nashörn­er, Man­gusten, Ele­fan­ten, Krokodile, Gaviale und bei ein biss­chen Glück auch Tiger und Bären sind hier zu ent­deck­en. Wir ver­brin­gen fünf Tage hier.

Wir haben ver­schiedene Agen­turen in Kath­man­du besucht um Ange­bote für ein Chit­wan Pack­age zu erhal­ten. Derzeit wer­den viele Rabat­te ange­boten, da wenig Touris­ten da sind. Ger­ade ist jedoch Fes­ti­valzeit, hinzu kommt die Ben­zinkrise und deshalb ist es kein­er der Agen­turen möglich ein Bustick­et für den näch­sten Tag zu organ­isieren. Alle Busse sind bere­its aus­ge­bucht. Ein Resort jedoch, mit dem ich in direk­ten Kon­takt per E-Mail getreten bin, kann uns noch kurzfristig Plätze in einem Bus organ­isieren und abends um 21 Uhr am Vortag bekom­men wir die Mit­teilung, dass alles klappt und wir nach Chit­wan fahren kön­nen. Juhu! Wir haben das 3 Tage & 4 Nächte Paket gebucht, das für 185$ pro Per­son alle Dschun­ge­lak­tiv­itäten (Jeep Safari, Ele­phant & Gavial Breed­ing Cen­tre, Ele­phant Bath, Riv­er Safari, Walk­ing Tour), Essen und Über­nach­tung abdeckt.

Wir ste­hen früh mor­gens auf. Unsere Ruck­säcke sind wieder mega schw­er, aber es ist nicht weit zum Bus­bahn­hof der Touris­ten­busse in Kath­man­du. Es dauert bis wir unter der Vielzahl an Bussen den unseren find­en. Pünk­tlich um  7 Uhr fahren wir los. Doch wir fahren nicht lange, denn nach weni­gen Minuten ste­ht der Bus wieder. Wir ste­hen in ein­er Schlange vor ein­er Tankstelle. Es dauert ca. zwei Stun­den bis wir an der Rei­he sind. Danach hält der Bus nach weni­gen Minuten wieder an ein­er anderen Tankstelle. Nach fünf Minuten laden die Bus­fahrer zwei offene Kanis­ter mit Sprit in den Bus. Jet­zt geht es endlich weit­er. Die Fahrt ist ruck­e­lig dank der vie­len Schlaglöch­er. Wir fahren am Fluss Trisuli ent­lang auf welchen man auch gut raften kann. Eigentlich woll­ten wir gerne nach Chit­wan raften, das ist aber dank der Ben­zinkrise derzeit nicht möglich. Land­schaftlich ist es sehr schön.

In Saura­ha angekom­men wer­den wir abge­holt und ins Chit­wan Vil­lage Resort gebracht. Es hat einen schön angelegten Garten und auch die Zim­mer sind schön. Wir ruhen kurz aus und bekom­men dann unser Mit­tagessen. Danach erk­lärt uns unser Guide das Pro­gramm. Die Fahrt war anstren­gend und heiß. Wir sind ordentlich kle­brig. Außer Aben­dessen passiert heute nicht mehr viel. Neben uns sind nur drei weit­ere Gäste anwe­send. So haben wir das Per­son­al so ziem­lich für uns.

Fluss-Safari 

Wir ste­hen um 5:30 Uhr auf, pack­en unsere Safarisachen zusam­men und gehen früh­stück­en. Mit dem Wagen des Resorts fahren wir zum Fluss. Schon vom Ufer aus kön­nen wir Pfaue beobacht­en. Unser Guide erk­lärt uns, dass sie Schlangen jagen. Wir steigen ins Boot. Es dauert nicht lange bis wir das erste Sumpfkrokodil sehen. Das Ufer ist steil und aus­ge­spült und kleine Vögel haben Löch­er hinein gegraben um darin zu brüten. Im Früh­jahr ist hier alles meter­hoch über­schwemmt. Man kann die Höhe des Wassers anhand des Unrats abschätzen, der zwei bis drei Meter über uns in den Bäu­men abhängt. Die Ufer Abschnitte wech­seln sich ab zwis­chen steilem und lachen Strand sowie Wiesen.

Immer wieder sehen wir Sumpfkrokodile im Wass­er oder am Ufer liegen. Wir leg­en kurz am Ufer an und unser Guide steigt aus, denn in einiger Ent­fer­nung soll ein Nashorn ste­hen. Lei­der ste­ht es weit­er flus­saufwärts und mit dem Boot kön­nen wir in der Strö­mung nicht wen­den. Zu Fuß ist es zu gefährlich sich einem Nashorn zu näh­ern. Wir bekom­men das Nashorn lei­der nicht Gesicht. Auf unser­er weit­eren Fahrt sehen wir Eisvögel, Rei­her und andere Vögel. High­light ist ein­er der sel­te­nen Gaviale, die hier leben. Er ist ziem­lich groß und liegt mit weit aufgeris­se­nen Maul am Ufer.

Dschungelspaziergang

Nach ein­er dreivier­tel Stunde erre­ichen wir den End­punkt unser­er Boots-Safari. Wir steigen aus dem aus einem einzi­gen Baum­stamm gehack­ten Boot und gehen ein wenig in den licht­en Wald hinein. Es soll ein kurz­er Dschun­gelspazier­gang fol­gen. Auf ein­er Lich­tung bekom­men wir eine kurze Ein­weisung, da es hier ein paar Tiere gibt, die uns dur­chaus gefährlich wer­den kön­nen. Wenn wir auf einen Tiger tre­f­fen, sollen wir ihm in die Augen sehen und uns langsam rück­wärts ent­fer­nen. Der Augenkon­takt bleibt aber beste­hen.

Bei einem Bären müssen wir Lärm und uns groß machen um ihn zu vertreiben. Bären und Tiger trifft man aber nur sel­ten. Am gefährlich­sten sind daher Nashörn­er, vor allem Müt­ter mit Kind. Wenn ein Nashorn auf einen los­ge­ht, soll man im Zick­za­ck zum näch­sten Baum laufen und raufk­let­tern oder wenn nicht möglich sich dahin­ter ver­steck­en. Am besten wirft man noch Klei­dung oder Kam­era weg. Nashörn­er riechen und hören gut, aber sie sehen schlecht weshalb man sie damit ver­wirren kann. Auf län­geren Walk­ing­touren kommt das wohl regelmäßig vor, dass man Nashörn­ern begeg­net und weglaufen muss. Das muss ganz schön Adren­a­lin durch den Kör­p­er jagen.

Auf ein­mal raschelt es heftig in einem Gebüsch 100m hin­ter uns. Wir sind alle in heller Aufre­gung. Ob es schon Zeit ist auf einen Baum zu klet­tern? Nach ein paar Sekun­den kom­men jedoch ein paar Men­schen hin­ter dem Busch her­vor. Wir starten beruhigt die Tour und sehen bald ein paar weiß gefleck­te Rehe und Hirsche. Wir gehen durch den licht­en Wald und unser Guide zeigt uns Vögel und Ter­miten­hügel.

Alle Sinne arbeit­en, Augen und Ohren sind ges­pan­nt. Es gilt die Natur zu ent­deck­en aber auch von ihr gewarnt zu wer­den. Wir kom­men an Seen vor­bei welche dicht mit Wasserpflanzen bewach­sen sind. Oben in den Bäu­men sitzen Affen. Es ist die selbe Art wie wir sie schon am Tem­pel in Kath­man­du gese­hen haben. Um ihr Revi­er zu vertei­di­gen pinkeln sie auf uns herunter. Der Wald wird nun dichter und wir müssen über ein paar Bäche sprin­gen. Durch den dicht­en Wald sieht man nur ein paar Meter weit und wir erwarten nicht viel zu sehen. Wenn dann ist man wahrschein­lich schon näher dran als einem lieb ist. Es ist schwül und heiß, wir sind nass geschwitzt und kle­brig. Wir kom­men wieder auf freies Gelände.

Wir sehen große Ter­miten­hügel und einen Baum, der sich um einen anderen schlingt. Dieser Baum ist ein Par­a­sit und wächst immer im Uhrzeigersinn um seinen Wirts­baum. In der Ferne sehen wir schon das Ele­phant Breed­ing Cen­ter. Wir durch­queren eine Herde Kühe und treten ein. In einem kleinen Muse­um ler­nen wir etwas über die Ele­fan­ten, ihre Zucht und das Train­ing. Das Train­ing klingt mehr nach Folter. Stun­den­lang müssen die Ele­fan­ten ange­bun­den ste­hen, ihnen wird Nahrung ent­zo­gen, damit sie gehorchen. Später erfol­gen die Befehle über­wiegend mit der Stimme.

In der Sta­tion gibt es nur Weibchen. Die Befruch­tung übernehmen wilde Ele­fan­ten, die von selb­st vor­beikom­men. Ein­er der wilden Ele­fan­ten­bullen hat den Namen Ronal­do von dem Fußball­spiel­er, da bei ihm auch jed­er Schuss ein Tre­f­fer ist. Wir sehen Ele­fan­ten­müt­ter und ihre Käl­ber unter Däch­ern ste­hen. Um Ket­ten zu ver­mei­den gibt es Elek­trozäune. Die Ele­fan­ten, die hier geboren wer­den, wer­den als Arbeit­se­le­fan­ten einge­set­zt. Dadurch müssen keine wilden Ele­fan­ten mehr gefan­gen wer­den.

Mit einem Boot über­queren wir den Fluss zurück. Wir sehen Kinder und Rinder im Fluss baden. Sie scheinen keine Angst vor Krokodilen zu haben. Mit dem Gelän­dewa­gen des Hotels geht es zurück. Wir sitzen hin­ten und der Fahrtwind weht uns um die Nase.

Jeep-Safari mit Nashörnern

Nach dem Mit­tagessen bringt uns unser Guide zum Fluss, wo die Jeep­sa­fari startet. Es ist sehr heiß und schon das Warten und Rum­ste­hen bringt uns ins Schwitzen. Im Fluss liegen Krokodile. Wir fahren mit ein­er Gruppe über den Fluss und gehen dann zum Jeep. Wir ergat­tern Plätze in der ersten Rei­he. Wir teilen uns den Wagen mit ca. fünf bis sechs weit­eren Men­schen — Nepalis, Bolivi­er und Nieder­län­der. Der Fahrtwind kühlt uns ein wenig ab. Aber der Wald ist dicht und die Fahrt ver­gle­ich­sweise schnell, weshalb es sehr schw­er ist den Wald genau zu beobacht­en. Details ent­ge­hen einem bei ein­er Jeep­sa­fari. Hier geht es um die großen Tiere.

Nach kurz­er Zeit ent­deckt Alex einen schwarzen Fleck im Grün und wir hal­ten an. Es erweist sich als Wild­schwein. Alex ist so gut im Tiere­find­en, teil­weise bess­er als der Guide. Lei­der sehen wir nur den Rück­en des Wild­schweins, aber wir kön­nen erken­nen, dass es ziem­lich groß ist. Die Fahrt geht weit­er und führt durch hohes Gras. Es türmt sich vier bis fünf Meter hoch neben dem Weg auf. Ein Tier zu ent­deck­en scheint hier unmöglich. Im Früh­jahr mähen die Ein­heimis­chen das Gras ab, was oft zu unfrei­willi­gen Begeg­nun­gen zwis­chen Men­sch und Tier führt. Vor allem Nashörn­er sind gefährlich. Das Gebi­et wird wieder waldiger. Wir sehen weiße Affen mit schwarzen Gesichtern in den Bäu­men. Die anderen Touris­ten quatschen ziem­lich viel, was ein wenig die Atmo­sphäre verdirbt.

Wir fahren weit­er durch den Wald und unser Safarigu­ide ent­deckt zwei Nashörn­er im Dic­kicht — eine Mut­ter mit ihrem Kalb. Sie sind ca. 50m von uns ent­fer­nt und wir kön­nen nur ihren Rück­en und ab und zu die Köpfe sehen. Manch­mal sieht man auch nur die bei­den Ohren über den Büschen wack­eln.

Gavial Breeding Centre

Wir fahren weit­er und kom­men bald am Gavial Breed­ing Cen­tre an. Wir sehen Gaviale in allen Altersstufen: Von kleinen 1m lan­gen bis zu den großen fünf bis sieben Meter lan­gen, welche zur Zucht ver­wen­det wer­den. Mit ihren dün­nen Schnau­zen und der bronze far­be­nen Haut sehen sie aus wie von einem anderen Stern. Auch ein paar Schild­kröten find­en sich in einem anderen Gehege. Lei­der wer­den wir ziem­lich bald von unserm Safarigu­ide zur Weit­er­fahrt gerufen. Kurz nach dem Cen­ter ste­hen mehrere Jeeps und beobacht­en ein Nashorn. Wir bekom­men von dem Tier nur den Hin­tern zu sehen bevor es im Wald ver­schwindet. Son­st gibt es auf der Rück­fahrt nicht viel zu sehen. Nur einige Fliegen welche uns ins Gesicht fliegen.

Die Tänze der Tharus

Wir gehen ins Hotel zurück. Auf der Straße kom­men uns Ele­fan­ten ent­ge­gen. Kaum im Hotel angekom­men geht es weit­er in die Stadt, wo wir das Tharu Kul­tur­pro­gramm zu sehen bekom­men. Die Tharu sind das in der Mitte des Tieflan­des lebende Volk Nepals, das aus sehr vie­len ver­schiede­nen Völk­ern beste­ht: Sher­pas und Bhote im Himalaya, die Newari in der Mitte, Nepalis im West­en, Tharu im Tiefland und viele mehr.

Erst tanzen und sin­gen Frauen. Dann fol­gen Stock­tänze der Män­ner, bei denen Stöcke in rasender Geschwindigkeit durch die Luft gewirbelt wer­den. Wie oft man sich wohl mit dem Stock haut bevor man das kann? Ein Mann tanzt im Pfauenkostüm, was ziem­lich komisch ist und den ganzen Saal zum Lachen bringt. Zum Ende gibt es einen Gemein­schaft­stanz bei dem auch ich mit­tanze. Zurück im Hotel ist es schon dunkel. Wegen der Gasknap­pheit essen Alex und ich immer das selbe Gericht. Der Schokop­ud­ding ist super leck­er.

Das volle Elefanten-Programm

Wir schlafen lange, da heute nicht viel auf dem Pro­gramm ste­ht. Im Hotel­gar­ten sitzt wieder die kleine Eidechse im Busch welche ich wir schon öfter gese­hen haben. Nach dem Früh­stück sitze ich auf dem Balkon vor unserem Zim­mer. Vor unserem Hotel liegt ein Feld. Fast zehn Frauen sind ger­ade dabei es mit Hand­sicheln abzumähen. Sie kom­men nur langsam voran und es wird wohl Stun­den dauern bis sie fer­tig sind. Es gibt immer etwas zu sehen. Doch wird man von den Ein­drück­en nicht erschla­gen. Wir genießen es ein­fach nur dazusitzen und unseren Blick über die Umge­bung wan­dern zu lassen.

Der Kell­ner des Resorts bringt uns zum Fluss hin­unter. Ele­fan­ten­baden ste­ht auf dem Pro­gramm. Wir sind erst skep­tisch was diesen Pro­gramm­punkt ange­ht, aber die Tiere machen ein gesun­den Ein­druck und auf ihrer Haut sind keine Spuren von Ver­let­zun­gen zu sehen. Wir steigen auf. Der Ele­fant ist ziem­lich groß und es schaukelt ganz schön. Wir müssen etwas kämpfen die Bal­ance zu hal­ten und nicht runter zu fall­en. Auf Kom­man­do des Treibers spritzt der Ele­fant uns mit Wass­er voll. Das ist dur­chaus sehr spaßig :)

Das Ganze dauert nur ein paar Minuten und wir sind dann auch froh wieder fes­ten Boen unter uns zu haben. Die Haut des Ele­fants fühlt sich sehr dick an als wir ihn stre­icheln. Patschnass geht es ins Hotel zurück. Wir duschen und essen Mit­tag.

Elefantensafari

Dann geht es zur Ele­fan­ten­sa­fari weit­er. Heute ist der Höhep­unkt der nepale­sis­chen Fest­tage und die Angestell­ten unseres Resorts feiern ein wenig. Unser Hotel­guide ist schon gut betrunk­en und lustig drauf. Fahrer, Guide und Kell­ner fahren uns mit dem Wagen zur Safari. Der Guide erzählt einiges, aber er lallt schon ziem­lich und wir ver­ste­hen nicht viel. Wir steigen auf ein kleines Plateau und besteigen den Ele­fan­ten, der davor “parkt”. Auf ihm ist ein gepol­stertes Met­allgeschirr ges­pan­nt in welchem wir Platz nehmen. Neben uns sitzen noch zwei Nepalis und vorne der Ele­fan­ten­treiber. Es schaukelt ziem­lich und es ist mir unmöglich eine bequeme Posi­tion zu find­en. Zudem sitze ich hin­ten und sehe nicht viel. Die Nepalesin drängt mich ganz schön in die Ecke. Alex hat mehr Glück und sieht vorne alles.

Wir gehen in den Wald hinein und kom­men bald auf eine Lich­tung wo wir auf die gefleck­ten Rehe tre­f­fen wir schon tags zuvor beobacht­en kon­nten. Es sind auch noch andere Rehe zu sehen. Sie sind größer und haben große Ohren. Durch das Schaukeln ist es so gut wie unmöglich während der Ele­fant in Bewe­gung ist Fotos zu machen. Es geht wieder in den Wald hinein. Die Nepalis quatschen die ganze Zeit, das nervt ein wenig. Immer wieder huschen Rehe durch die Büsche. Die Äste der Bäume streifen an uns ent­lang während der Ele­fant hin­durch stapft. Wir kom­men zum Fluss und ein Boots­führer bedeutet unserem Guide dass stro­maufwärts ein Nashorn ste­ht. Auch andere haben davon Wind bekom­men und mit drei Ele­fan­ten im Schlepp­tau queren wir den Fluss. Auf dem Ele­fan­ten bleiben wir im Trock­e­nen.

Das ist auch gut so, denn tags zuvor kon­nten wir bei der Boot­s­tour an dieser Stelle ein großes Sumpfkrokodil sehen. Wir erre­ichen das andere Ufer. Immer mehr Ele­fan­ten kom­men aus dem Wald und sie kesseln das arme Nashorn ein. So kom­men wir aber bis auf wenige Meter an das Nashorn her­an und kön­nen es gut sehen. Das Nashorn und auch die Ele­fan­ten wirken allerd­ings gestresst und machen dro­hende Geräusche. Wir reit­en weit­er in den Wald hinein und über­queren wieder den Fluss. Auf ein­er Lich­tung sehen wir Man­gusten.

Ein Stück weit­er sehen wir in den Bäu­men in einiger Ent­fer­nung einen großen Vogel. Er hebt ab und lan­det auf einem Baum direkt vor unser­er Nase. Es ist ein Adler. Bei unserem Anblick plus­tert er sich mächtig auf. Dann erre­ichen wir das Ende unser­er Tour und fahren auf Motor­rädern zurück ins Hotel. Dort ver­längern wir noch eine Nacht um die näch­ste Nacht auf einem Turm im Dschun­gel ver­brin­gen zu kön­nen.

Abendliche Nashorn-Sichtung am Fluss

Es ist früher Abend und wir gehen zum Fluss um den Son­nenun­ter­gang zu sehen. Zum Son­nenun­ter­gang sind wir zwar zu spät dran, aber zu unser­er Über­raschung sehen wir ein Nashorn im Fluss baden. Ich laufe schnell zurück ins Hotel um die Kam­era zu holen. Als ich wieder da bin, kommt das Nashorn langsam näher und wir suchen uns einen sicheren Platz um es zu beobacht­en. Langsam wird es dunkel. Wir gehen ins Hotel zurück, denn bei Dunkel­heit rumzu­laufen wenn ein Nashorn in der Nähe ist scheint uns nicht sehr klug. Tat­säch­lich kom­men abends wohl öfter Nashörn­er über den Fluss und plün­dern mit Vor­liebe Früchte aus den Gärten. In der Däm­merung muss man in Flussnähe ganz schön vor­sichtig sein. Wir essen noch zu Abend und ziehen uns dann in unser Zim­mer zurück. Das Feld ist nun abgemäht, die Frauen haben den ganzen Tag dafür benötigt.

Besuch eines Tharu Dorfs

Wir schlafen lange. Nach dem Mit­tagessen wollen wir eins der umliegen­den Tharudör­fer besichti­gen. Wir wollen in das Dorf von Bach­hauli gehen, welch­es nur 20 Minuten Fuß­marsch von Saura­ha ent­fer­nt liegt. Tra­di­tionell wis­sen wir mal wieder nicht genau wo es langge­ht, da die Karte im Lon­ley Plan­et nur sehr unge­nau ist, aber wir fra­gen uns durch. Bald sind wir auf dem richti­gen Weg und kom­men an der Bushal­testelle vor­bei wo wir vor ein paar Tagen angekom­men sind. Wir wan­dern an Feldern vor­bei welche ger­ade abgeern­tet wer­den, sehen Kühe rum­ste­hen und die Ein­wohn­er bei der Fel­dar­beit.

Bald erre­ichen wir Bachauli. Es sieht aber nicht großar­tig anders aus als Saura­ha. Es gibt Lehmhüt­ten und viele Felder. Wir biegen in eine Straße welche Rich­tung Fluss führt und fol­gen ihr. In einem Feld kön­nen wir ein paar Vögel beobacht­en welche uns von ihrer Form und Größe an Zebrafinken erin­nern. Sie haben jedoch schwarz gefärbte Bäuche mit weißen Fleck­en. Wir besuchen ein Geschäft welch­es Büch­er verkauft. Das Beson­dere daran ist, dass das Papi­er aus Ele­fan­tenkot hergestellt wird. Der Kot wird gekocht und mit Wass­er ver­mengt, aus den Fasern wird dann das Papi­er hergestellt.

Wir gehen weit­er und kom­men zum Wildlife Dis­play & Infor­ma­tion Cen­tre. Es liegt in der Nähe des Flusses und gehört schon wieder zu Saura­ha. Hier wer­den alle möglichen TIere des Parks aus­gestopft aus­gestellt: Tigerbabys, Nashörn­er, Schlangen, Fis­che, Krokodile uvm. Sie haben sog­ar einen der wahrschein­lich in Nepal schon aus­gestor­be­nen Fluss­delfine. Außer den Tieren wird auch noch vieles über den Nation­al­park und sein Arten­schutzpro­gramm erk­lärt. Unser Weg führt uns zurück zum Parkein­gang wo unsere Jeep­sa­fari begann. An ein­er Strand­bar kaufen wir uns ein Bier und set­zen uns um den Fluss zu beobacht­en. Dann gehen wir am Strand ent­lang in unser Hotel zurück. Wir ruhen uns ein wenig aus und pack­en unsere Sachen für die Nacht im Dschun­gel. Aktuell ist die einzige Möglichkeit eine Nacht im Dschun­gel zu ver­brin­gen der Watch­tow­er in der Buffer­zone des Parks. Bis vor ein paar Jahren gab es noch teure Lodges inner­halb des Nation­al­parks, diese sind aber nun geschlossen wor­den.

Eine Nacht im Dschungel

Um fünf Uhr bekom­men wir unsere Marsch­pakete. Da der Wagen nicht ver­füg­bar ist, wer­den mit zwei Motor­rädern zum Park gebracht. Ein Fahrer, Alex und ich auf einem Motor­rad und unser­er Guide mit einem Fahrer auf einem anderen Motor­rad. Wir fahren zu der Stelle, wo unsere Ele­fan­ten­sa­fari begann. Am Ein­gang hal­ten wir jedoch nicht, son­dern fahren in den Park hinein. Auf unser­er kleinen Motor­rad­sa­fari sehen wir sog­ar ein paar Rehe. Dann erre­ichen wir eine große Lich­tung mit dem Aus­sicht­sturm und somit unseren heuti­gen Schlaf­platz.

Der Turm ist ca. 15m hoch und hat zwei Eta­gen zum Schlafen. Unser Raum ist auf der unteren Etage. Es gibt zwei Bet­ten und eine Ter­rasse, die man über eine Treppe erre­icht. Die Toi­lette ist unten, was wegen der wilden Tiere ziem­lich unprak­tisch ist, da wir ab Mit­ter­nacht unsere Plat­tform nicht mehr ver­lassen soll­ten. Noch ist es aber hell und wir unter­suchen die Umge­bung. Bis auf ein paar Insek­ten und einen Gecko find­en wir aber nichts.

Wir gehen hoch auf die Ter­rasse und wir richt­en uns ein. Um einen besseren Überblick über die Umge­bung zu haben, wollen wir auf die obere Plat­tform gehen. Hin­auf führt eine Wen­del­treppe, die jedoch am Boden begin­nt und keinen Ein­gang auf unser­er Ebene hat. Um trotz­dem nicht hin­unter zu müssen klet­tern wir über das Gelän­der der Ter­rasse und bal­ancieren auf einen Beton-Steg zur Wen­del­treppe hinüber. Oben auf der Plat­tform sitzen drei andere Besuch­er aus Neusee­land mit ihrem Guide. Sie haben die oberen Bet­ten gebucht.

Wir beobacht­en die Umge­bung, kön­nen aber keine Tiere ent­deck­en. Es däm­mert schon als wir im Wald etwas rascheln hören. Kurz darauf ent­deckt Alex ein Rudel Wild­schweine, die den Wald ver­lassen. Es sind zwei Erwach­sene und drei Jungtiere. Es wird schnell dunkel und bald kann man sie nur noch als schwarze Puk­te im hohen Gras aus­machen. Wir beobacht­en sie weit­er bis sie auf der anderen Seite der Lich­tung ver­schwinden. Es ist dunkel, aber da es wolken­los ist und der Mond hell am Him­mel ste­ht, haben wir noch genü­gend Licht um die nähere Umge­bung unseres Turms sehen zu kön­nen. Wir klet­tern zurück auf unsere Ter­rasse und essen dort unseren mit­ge­bracht­en Reis. Einen Teil davon leg­en wir neben die Treppe neben dem Turm.

Dann sitzen wir da und beobacht­en den im Licht des Mon­des liegen­den Wal­drand. Alle paar Minuten leuchtet unser Guide den Wal­drand mit sein­er Taschen­lampe ab, aber ohne Erfolg. Ich werde langsam müde und ziehe mich ins Bett zurück, horche aber ob draußen etwas passiert. Alex ist geduldiger und er und der Guide sehen ein paar Augen im Schein der Taschen­lampe. Sie gehören zu Rehen, welche über die Lich­tung ziehen. Sie scheinen sich durch den Schein der Lampe nicht stören zu lassen. Die Rehe kom­men langsam näher und wir kön­nen die Umrisse ihrer Kör­p­er sehen. Sie kom­men aber nie so nahe, dass wir sie ohne Lampe sehen kön­nen.

Ich lege mich wieder hin und auch unser Guide ver­ab­schiedet sich. Er schläft oben bei dem anderen Guide. Unser Zim­mer ist zu klein und auf der Ter­rasse ist es ihm zu unheim­lich, da ein Tiger oder ein Bär über die Treppe hin­auf kom­men kön­nte. Alex sitzt noch eine Weile alleine draußen und beobachtet den Wal­drand sowie die Treppe. Dann zieht auch er sich zurück.

Mit Beginn der Däm­merung gehen wir hin­aus, sehen aber nicht viel. Langsam begin­nt wieder das Zir­pen der Grillen und Quak­en der Frösche. Bald wer­den wir von einem Jeep abge­holt und zum Parkein­gang gebracht. Wir sehen auf dem Weg wieder Rehe. Zurück zum Hotel fahren wir wieder auf dem Motor­rad. Bis unser Bus nach Pokhara geht, haben wir noch Zeit. Wir früh­stück­en, pack­en, duschen und ruhen uns aus. Dann fahren wir zur Bushal­testelle und nehmen den Bus Rich­tung Pokhara. Chit­wan hat uns sehr gut gefall­en und wir sind fast ein biss­chen trau­rig es zu ver­lassen.

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