Nepal: Stupas und Klöster von Bodhnath

Posted: 24. September 2015

In Bodhnath ste­ht die größte Stu­pa Asiens. Zumin­d­est war es bis vor dem Erd­beben noch so, denn momen­tan muss sie restau­ri­ert wer­den. Bud­dhis­tis­che Pil­ger umkreisen die Stu­pa im Uhrzeigersinn und man bekommt wieder ein ganz tibetis­ches Gefühl an diesem Ort, mit dem zugle­ich wieder ein biss­chen Ruhe in die Seele kehrt.

Statt nach Luk­la zu fliegen, besuchen wir die größte Stu­pa Asiens — in Bod­nath. Wir fahren mit dem Taxi raus. Auch hier hat das Erd­beben gewütet. Es hat die Stu­pa zwar nicht zer­stört, aber stark beschädigt. So musste der obere Teil abge­baut wer­den um ihn neu zu errichtet. Derzeit ist nur die weiße Hal­bkugel der Stu­pa zu sehen. Darauf ste­ht ein Gerüst aus Bam­bus, Men­schen arbeit­en daran sie wieder neu aufzubauen. Durch lange Plas­tikröhren wird der Schutt nach unten trans­portiert. Die neu zemen­tierten Risse in der weißen Hal­bkugel sind deut­lich zu sehen.

Wir gehen im Uhrzeigersinn um die Stu­pa herum. Darum herum rei­hen sich Geschäfte mit religiösen Sou­venirs aneinan­der, darüber gibt es Restau­rants. Der Platz erin­nert an Lhasa. Viele Tibeter, die nach Nepal geflüchtet sind, hal­ten sich an der bud­dhis­tis­chen Stu­pa auf und umrun­den sie im Uhrzeigersinn. Es wer­den auch wieder Thangkas ange­boten. Wir besuchen eine Thangkaschule in der wir dabei zuse­hen kön­nen wie ger­ade fil­igrane Man­dalas gemalt wer­den. Unter einem Mod­ell des Pota­la Palasts liegt ein Man­dala aus Sand, das Design dafür stammt vom Dalai Lama. Fotos zeigen den Dalai Lama beim Erstellen von Sand­man­dalas.

Der Verkäufer zeigt uns drei Man­dalas: eins wurde von einem Schüler, eins von einem nor­malen Maler und eins von einem Meis­ter gemalt. Der Unter­schied ist deut­lich erkennbar. Auch das Man­dala des Schülers ist schön und weit mehr als wir zus­tande brin­gen kön­nten, doch die Fein­heit und Kom­plex­ität des Meis­ter­stücks sind unver­gle­ich­lich. Es sind Blu­men aufgeze­ich­net, die wir nur mit der Lupe in all ihren Details sehen kön­nen. Der Meis­ter ver­wen­det auch echt­es Gold in der Gold­farbe. Ein Schüler­w­erk kostet etwa 10€, ein kleines Man­dala eines Meis­ters etwa 250€. Wir umrun­den die Stu­pa und nehmen die Atmo­sphäre in uns auf. Hier ist das wieder möglich, da es deut­lich ruhiger zuge­ht als in Kath­man­du.

Wir gehen in die Gassen, die von der Stu­pa wegführen. Hier ver­steck­en sich viele Klöster. Im Gegen­satz zu den Klöstern, die wir bish­er gese­hen haben, sehen wir hier nicht die Tem­pel und religiösen Anla­gen von innen, son­dern vielmehr die Apparte­ments und Wohn­bere­iche der Mönche, allerd­ings nur von außen. Auf dem Weg zurück zur Stu­pa kaufen wir Bana­nen und einen Granat­apfel, von denen wir eine Banane an einen kleinen Jun­gen geben. Wir suchen uns eins der Restau­rants mit Dachter­rasse aus um zu Mit­tag zu essen. Von hier haben wir einen direk­ten Blick auf die Stu­pa, der sicher­lich über­wälti­gend sein muss, wenn die Stu­pa ihre volle Größe und Pracht präsen­tiert und einen die Augen des Bud­dhas direkt anschauen.

Das Kopan Kloster

Wir ver­lassen den Platz mit der Stu­pa um zum Kopan Kloster zu gehen. Es ist nur 1,4km ent­fer­nt und wir kön­nen die glitzern­den Däch­er des Klosters von der Dachter­rasse des Restau­rants sehen. Der Weg führt durch enge, staubige Straßen. Am Rand der Straße sind kleine Geschäfte und Restau­rants. Es wird immer untouris­tis­ch­er, und bald schon wis­sen wir nicht mehr wo wir sind. Wir fra­gen, aber kein­er kann mit dem Namen “Kopan” etwas anfan­gen. Wir bekom­men eine grobe Marschrich­tung von ein­er Nicht-Nepalesin.

Zwis­chen­durch erhaschen wir immer wieder einen Blick auf das Kloster und kor­rigieren unsere Rich­tung. Das Kloster liegt auf einem Hügel und ist wei­thin sicht­bar. Wir gehen bergauf, aber als wir oben ankom­men, sehen wir, dass wir auf dem falschen Hügel ste­hen. Das Kloster liegt auf dem Hügel gegenüber. Dazwis­chen liegt ein Tal mit Feldern ohne richti­gen Weg hin­durch. “Weg” ist hier ohne­hin rel­a­tiv. Wir ste­hen in einem Vier­tel mit neuen großen Häusern, das einen reichen Ein­druck macht. Dabei schwitzen wir und sind ein wenig erschöpft. Wir kaufen uns ein Wass­er an einem kleinen Kiosk und machen erst­mal Pause. Die Verkäuferin bietet uns einen Stuhl an und rät uns auf der Straße zurück zu gehen und dann hinüber.

Wir tre­f­fen auf einen Nepali und fra­gen nach dem weit­eren Weg. Er war vor einem Monat erst in Garmisch-Partenkirchen. Er weist uns den Weg nach unten und auf die andere Seite. Jet­zt sollte es kein Prob­lem mehr sein, das Kloster zu find­en.

Wir fol­gen ein­er Straße bis zu ein­er Abzwei­gung, wo uns ein Mönch eine Abkürzung hin­auf zeigt. Wir kom­men auf dem kurzen steilen Stück gut ins schwitzen. Als wir oben ankom­men, sehen wir noch wie die Tore des Klosters sich schließen. Es ist kurz nach 17 Uhr und das Kloster hat ger­ade geschlossen.

Wir reden noch ein wenig mit dem Wach­mann. Zwei Stun­den sind wir umhergeir­rt um das Kloster zu find­en und jet­zt schlägt man uns die Tür vor der Nase zu. Aber es war inter­es­sant Wohn­vier­tel von Kath­man­du zu sehen. Wir ärg­ern uns nicht lange und genießen die Aus­sicht — der Weg ist das Ziel!

Wir wollen ein Taxi zurück in die Innen­stadt nehmen, hier gibt es jedoch keins. Wir gehen den Berg weit­er hinab und fol­gen der Straße bis wir ein Taxi find­en. Die Tax­i­fahrt ist ein Aben­teuer für sich. Es ist nun schon dunkel und die Straßen sind voll. In dem kleinen Taxi wirkt die Fahrt mehr wie die Fahrt mit einem Autoscoot­er. Es geht links, rechts durch die kleinen Gassen und über den Verkehrsring der Stadt. Alles ist voll mit Autos und Motor­rädern, über­all Stau. Aber man schlän­gelt sich durch. Regeln scheint es nicht zu geben.

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