Neuseeland: Fallschirmspringen über Wanaka

Posted: 6. Februar 2016

Wer schon mal dar­über nach­ge­dacht hat sich aus drei Kilo­me­tern Höhe aus einem Flugzeug zu stür­zen ist in Wana­ka genau rich­tig. Wo kann es schö­ner sein sich dem Erd­bo­den ent­ge­gen fal­len zu las­sen als über den Ber­gen und Seen der Süd­in­sel Neu­see­lands?

Wir fahren nach Wana­ka und gehen ins DOC Cen­ter. Wir haben in vier Tagen einen Tauch­gang in Mil­ford Sound gebucht und wis­sen noch nicht genau was wir bis dahin machen. Es ist nicht ger­ade leicht was zu find­en. Wir wollen wan­dern, aber die Beschrei­bung der Routen ist eher dürftig. Vor allem was den Schwierigkeits­grad ange­ht. Wir schauen uns ein paar Möglichkeit­en von Tages- und Mehrtages­touren an. Wis­sen aber am Ende auch nicht was wir machen sollen. Ich weiß nur, dass ich Fallschirm­sprin­gen will. Schon vor acht Jahren, als ich das let­zte Mal in Neusee­land war, wollte ich gerne genau hier fallschirm­sprin­gen. Damals hat­te ich allerd­ings noch Höhenangst.

Also habe ich mir gesagt, dass ich den Sprung in Neusee­land nach­hole wenn ich meine Höhenangst besiegt habe. Sozusagen als krö­nen­den Abschluss, der ulti­ma­tive Beweis. Der Ver­anstal­ter “Sky­dive Wana­ka” liegt am Flughafen außer­halb der Stadt und wir fahren vor dem Mit­tage­sen noch hin um uns Infos zu holen. Dort sagt man uns, dass wenn man die Wet­ter­aus­sicht und freie Plätze berück­sichtigt, wir am besten jet­zt sofort sprin­gen. AHHH! Zehn Minuten später sitzen wir in einem Raum der wie ein Flugzeug aussieht und bekom­men ein Sicher­heits­brief­ing. Ich bin schreck­lich aufgeregt, Alex ist hinge­gen die Ruhe selb­st.

Wir essen noch einen Riegel und machen Angst­pipi, dann bekom­men wir unsere Aus­rüs­tung angelegt. Wir ziehen unsere Sprun­ganzüge an und bekom­men ein Geschirr ange­zo­gen mit dem wir beim Sprung an unseren Tandem­part­ner gefes­selt sind. Dann gibt es noch eine Mütze und Brille, fer­tig. Unsere Tandem­part­ner stellen sich uns vor, der von Alex sieht ziem­lich wild aus und hat einen lan­gen Bart. Wir steigen in die kleine rote Pro­peller­mas­chine und steigen in den Him­mel auf. Wir liegen alle eng aneinan­der gehockt in dem Flugzeug. Bald sehen wir die umliegen­den Berge mit dem freis­te­hen­den Mt Aspir­ing und Mt Cook als High­lights. Der See und Wana­ka unter uns wer­den immer klein­er. Unsere Tandem­part­ner sitzen direkt hin­ter uns und begin­nen sich mith­il­fe des Geschirrs an uns zu binden. Hof­fentlich hält’s.

Wir set­zen unsere Mütze auf und dann geht es los. Wir erre­ichen eine Höhe von über 3.500m und die Türe des Flugzeugs öffnet sich. Ich robbe mit meinem Guide am Rück­en auf die Tür zu und springe als zweites. Naja, sprin­gen kann man das nicht nen­nen, eher fall­en. Dann geht es ganz schnell. Ich habe keine große Zeit mir Gedanken zu machen als wir schon aus dem Flugzeug fall­en. Unten ist oben und oben ist unten, wir machen einige Über­schläge und wer­den ganz schön schnell. Ich schreie. Und wenn ich nicht mehr schreien kann, hole ich Luft und fange von vorn an. Ich glaube, ich hat­te noch nie soviel Angst in meinem Leben. Der Guide auf meinem Rück­en sta­bil­isiert den Flug und wir rauschen mit 200 km/h dem Erd­bo­den ent­ge­gen.

Nach ca. 45 Sekun­den öffnet der Guide den Fallschirm und wir brem­sen stark ab. Mir ent­fährt ein erle­ichtert­er Seufz­er. Nun ist alles gut, jet­zt kann ich genießen. Wir gleit­en durch die Luft und ich erfreue mich an der Aus­sicht und dem Gesamter­leb­nis. Es ist wahnsin­nig schön so hoch oben über der Land­schaft zu schweben. Alex schwebt nur dicht neben uns und wir winken uns zu. Nach nur weni­gen Minuten lan­den wir am Flug­platz — ein tolles Erleb­nis. Aber so schnell mache ich das nicht wieder. Der freie Fall war eins der schlimm­sten Dinge, die ich je im Leben getan habe, das Gleit­en mit offen­em Fallschirm hinge­gen war wun­der­voll. Vielle­icht wird eher Paragli­den mein Sport :) Alex hinge­gen fand den freien Fall großar­tig.

 

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