Norwegen: Hauptstadt Oslo

Posted: 30. August 2014

Wir nehmen den Mor­gen­bus nach Gei­lo (was übri­gens Jei­lo aus­ge­sprochen wird). Es reg­net dicke Tropfen und ab dem Hardan­gervid­da-Plateau wird es kalt — nur mehr 9°C herrschen hier. Das Wet­ter in Gei­lo sieht nicht viel bess­er aus und wir entschei­den gle­ich mit dem näch­sten Zug nach Oslo weit­erz­u­fahren. Sehr schade, in Gei­lo gibt es nochmal schöne Wan­derun­gen, aber jegliche Out­door-Aktiv­ität lohnt kaum. Wir sitzen also bald schon im Zug nach Oslo, wo wir um zwei Uhr nach­mit­tags ein­tr­e­f­fen. Wir suchen zuerst die Touris­ten­in­fo auf, was sich als etwas schwieriger als bish­er erweist. Naja, Oslo ist ja auch ein biss­chen größer — aber auch hier hil­ft man uns bei der Suche nach Unterkun­ft weit­er.

Wir fahren mit der Tram ein Stück nördlich des Stadtzen­trums und bekom­men zwei Bet­ten im Dorm­room beim Hos­tel “Anker Apart­ments” in im Bezirk Grün­er­løk­ka. Wir laden unser Gepäck ab und gehen zurück in die Stadt. Zuerst etwas essen — endlich mal Nor­wegisch und ver­hält­nis­mäßig gün­stig in einem Selb­st­be­di­enungsrestau­rant. Für mich gibt es Kjøt­tkak­er — im End­ef­fekt Fleis­ch­pflanz­erl. Dann gehen wir zur Nation­al­bib­lio­thek, aber diese hat lei­der schon geschlossen. Also drehen wir eine Runde über den Königspalast bis zur Fes­tung und Schloss. Am Königspalast ist inter­es­sant, dass dieser nicht wie son­st üblich von hohen Zäunen umgeben ist, son­dern man direkt an der Haustür vor­bei spazieren kann. Wachen gibt’s aber trotz­dem. Der Schloss­garten heute im Regen nicht so ein­drucksvoll, aber immer­hin erfüllen die Regen­jack­en auch mal wieder ihre Daseins­berech­ti­gung. Auf dem Weg zum Schloss tre­f­fen wir am Hafen auf eine schot­tis­che Kapelle mit Dudel­säck­en, irgend­wie ein selt­samer Anblick. Aber es wun­dert nicht, dass Schot­ten sich rein wet­tertech­nisch in Nor­we­gen heimisch fühlen :)

Vom Aker­shus Schloss & Fes­tung hat man einen schö­nen Blick über den Hafen. Zu dieser Zeit haben sämtliche Museen schon geschlossen und wir wis­sen nichts mehr mit uns anz­u­fan­gen. Städte sind auch ein­fach nicht so sehr mein Ding. Wir holen uns noch ein Soft-Eis und Wind­beu­tel aus dem Super­markt (wie ver­fressen sind wir eigentlich?) und set­zen uns mit Tee in die großzügige Hostelküche.

Gedankenreise auf dem Pazifik

Des nachts hält uns ein extrem lauter Schnar­cher wach. Nicht nur uns, son­dern so ziem­lich alle im Schlaf­saal. Ich kann mir gut vorstellen, dass der ein oder andere Gewalt­fan­tasien entwick­elt hat. Nicht mal Ohren­stöpsel helfen gegen das Sägen. Trotz­dem schaf­fen wir es irgend­wie zwis­chen­durch etwas Schlaf zu bekom­men. Wir ver­früh­stück­en unsere Essen­sreste und starten dann zur Hal­binsel Bygdøy um ins Kon-Tiki Muse­um zu gehen. Hier kann man die orig­i­nalen Schiffe Kon-Tiki und Ra II sehen und sich vorstellen wie es wohl gewe­sen sein mag 101 Tage auf so einem Boot über den Paz­i­fik zu treiben, der Natur vol­lkom­men aus­ge­set­zt und allem Gegen­wind seit­ens der Kri­tik­er zum Trotz. Ein großar­tiges Aben­teuer. Im Muse­um erfährt man viel über Thor Hey­erdals Expe­di­tio­nen und auch Aus­grabun­gen. Es ist inter­es­sant wie durch Leben­sum­stände ein Zoologe mit Hydropho­bie und ohne Schwimm- und Segelken­nt­nisse zu solchen Reisen kommt. Eine gehörige Prise Ver­rück­theit gehört dazu. Nur um seine The­o­rie nachzuweisen. Die The­o­rie, dass es den Indi­an­ern Südamerikas mit Basalt­booten möglich war Poly­ne­sien zu besiedeln. Neugi­er ist die beste Triebfed­er. Bei der Ra und Ra II ging es darum mit einem Papyrus­boot den Atlantik zu über­queren.

Am Opernhaus von Oslo

Wir fahren mit dem Bus zurück Rich­tung Innen­stadt und gehen im Steakhaus “Jens Bøfhus” essen, das selb­st für außer-nor­wegis­che Ver­hält­nisse ein gün­stiges Mit­tags­menü mit Salat­buf­fet anbi­etet. Viel Zeit haben danach nicht mehr. Oslo hat viele inter­es­sante Museen zu bieten, die Regen­t­age per­fekt füllen wür­den. Vom Kun­st­mu­se­um mit dem berühmtem “Schrei” von Edvard Munch über das Frieden­sno­bel­preis-Muse­um bishin zum Naturhis­torischen Muse­um. Heute bleibt für all das lei­der keine Zeit. Wir gehen zum futur­is­tis­chen Opern-Gebäude und sehen von dessen Däch­ern über die Stadt. Hier wird noch viel gebaut, was mich an die Hafenci­ty in Ham­burg erin­nert. Hier wird in den näch­sten Jahren sich­er noch viel passieren.

Botanischer Garten

Es gibt noch ein let­ztes Soft­eis, dann ver­brin­gen wir die let­zte Stunde im Botanis­chen Garten. Wir gehen in das Pal­men­haus, dass die Evo­lu­tion der Pflanzen seit dem Ordoviz­ium zeigt, wo es nur Bak­te­rien und Algen gab. Dann ins Vic­to­ri­a­haus, das auf Wasserlilien und aller­hand exo­tis­che Pflanzen wie Papaya, Pas­sions­frucht und fleis­chfressende Arten spezial­isiert ist. Im Stein­garten find­et man Pflanzen aus der ganzen Welt und beson­ders auch aus der skan­di­navis­chen Tun­dra.

Dann gehen wir zurück zum Hos­tel, holen unser Gepäck und machen uns auf den Weg zum Flughafen. Es artet ein biss­chen in Ren­nerei aus, aber wir schaf­fen alles pünk­tlich und heben ab in die Heimat.

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