Peru: An der Quelle des Amazonas

Posted: 10. Mai 2016

Jahrhun­derte­lang blieb die Frage danach wo der läng­ste und größte Fluss der Erde seinen Ursprung hat unbeant­wortet. Erst seit 2007 weiß man, dass er in einem Riss ein­er steilen Fel­swand auf 5.170m auf der Nord­seite des Neva­do Mis­mi auf 5.170m entspringt, 6.992km von sein­er Mün­dung in den Atlantis­chen Ozean ent­fer­nt. In der Trocken­zeit kann man mit einem Jeep bis kurz vor die Ama­zonasquelle fahren und wenn man schon mal dort ist auch gle­ich den 5.597 hohen Neva­do Mis­mi besteigen.

Eine hand­voll Tourenor­gan­i­sa­tio­nen in Chivay organ­isieren den Trip zur Ama­zonasquelle mit der Bestei­gung des Mis­mi. Über unser Hos­tel in Chivay find­en wir einen Guide, den Besitzer des Hos­tels, der uns auf den Mis­mi und zum Ama­zona­sur­sprung führen will. Man kann zum Ama­zona­sur­sprung auch von Tuti oder Lari aus laufen, was aber zwei Tage benötigt. In der Trocken­zeit brin­gen einen Jeeps bis kurz vor die Quelle.

Um 6 Uhr mor­gens steigen wir in den Jeep unseres Guides und fahren in Rich­tung Tuti. Unser Guide und Fahrer trägt einen Schlap­phut und Schal. Wir schätzen ihn auf knapp über 50. Die Sonne ist schon aufge­gan­gen und es wird langsam wärmer. Nach Tuti biegen wir links in einen Feld­weg ab, der langsam aufwärts führt. Die Umge­bung beste­ht aus san­ften Hügel mit Lagunen in denen Andengänse und Enten schwim­men. Wir kom­men an ein­er Kirche und Stein­häusernn ohne Dach vor­bei. Hier wohnt nie­mand, aber ein­mal im Jahr find­et hier ein großes Fest statt. Je höher wir kom­men desto karg­er wird die Land­schaft. Zwis­chen den Steinen sehen wir Vis­cachas und Vicuñas herum­sprin­gen. Die Land­schaft ist nun fast wüste­nar­tig und erin­nert ein wenig an die Gobi.

An der Quelle des längsten Flusses der Welt

Wir hal­ten und erre­ichen unser Ziel. Mit­tler­weile sind wir auf 5.170m Höhe. Im Schat­ten der Steine ist noch Eis auf der Erde zu sehen, auf der anderen, son­ni­gen Seite ist es schon geschmolzen. Wir gehen an ein­er Fel­swand ent­lang. Der gras­be­deck­te Boden ist feucht und schlam­mig, ein­mal klet­tern wir über einen Bach. Drei von uns holen sich in ihren Lauf­schuhen nasse Füße, denn im Col­ca Canyon wollte ich keine schw­eren, war­men Wan­der­stiefel tra­gen und so müssen meine Salomons eben mit auf über 5.000m. Es dauert nicht lange und wir ste­hen vor der Ama­zonasquelle. Das Wass­er spritzt aus einem Riss ein­er senkrecht­en Fel­swand her­aus. Die Pflanzen am Boden sind in dick­en Wassertropfen zu Eis­blu­men einge­froren und die Steine liegen unter ein­er rutschi­gen Eiss­chicht. Den Punkt, den offizellen Ursprung des Ama­zonas, markiert ein Kreuz mit Plakette.

Besteigung des Mismi

Wir gehen zum Auto zurück und begin­nen unseren Auf­stieg zum Mis­mi. Es wird gle­ich ein wenig krax­elig, da wir über ein paar große Steine hin­auf müssen. Dann wird es flach­er, aber einen Weg gibt es nicht. Wir steigen über Steine und Geröll. Man muss ziem­lich auf­passen, da manche der Steine lose sind. Unser Guide ist ziem­lich fix, auch wenn er mit seinen zwei Plas­tik­tüten, in denen er seine Brotzeit trägt, und sein­er Klei­dung eher aussieht als würde er Enten im Park füt­tern gehen. Bald sehen wir den Mis­mi vor uns. Das Gelände wird steil­er und durch den Schot­ter rutscht man immer wieder ab. Wir sind jedoch mit­tler­weile alle gut akkli­ma­tisiert und haben von damit schon­mal keine Prob­leme.

Zusam­men erre­ichen wir die ersten Schneefelder und queren diese, bleiben die meiste Zeit aber im Schot­ter. Wir steigen zum Bergrück­en auf, wo es fel­siger wird und somit bess­er zum gehen ist. Der Bergrück­en erweist sich als Grat und auf der anderen Seite geht es steil nach unten. Wir gehen und krax­eln an ihm eben ent­lang. Es ist anspruchsvoller als erwartet auf dieser Höhe. Dann ste­hen wir vorm let­zten Gipfe­lauf­bau. Es ist wieder steil­er und ein Gemisch aus Fels und Schot­ter­plat­ten. Jed­er sucht sich einen Weg auf den Gipfel zu. Dann sind wir oben, auf der Spitze des 5.597m hohen Mis­mi. Der Weg war anspruchsvoll und wir sind froh, dass wir gut akkli­ma­tisiert sind. Wir haben eine schöne Aus­sicht auf die Umge­bung, die großen Vulka­ne der Umge­bung, Lagunen und rot-gelb-braun-gefärbte Berge.

Abstieg vom Mismi

Durch den Schot­ter am Gipfe­lauf­bau ist der Abstieg beschw­er­lich, wenn man aber einen guten Weg durch die Felsstufen find­et, kommt man ohne Prob­leme voran. Weit­er unten rutscht man ein­fach den feinen Schot­ter­hang hin­unter und dann laufen wir durch die Schneefelder hinab was viel leichter ist. Unserem Guide ist kalt und er läuft weit voraus und über­lässt die Wegfind­ung uns selb­st. Bald sind wir wieder in dem Schot­ter­feld und müssen über die Steine bal­ancieren. Bald darauf erre­ichen wir das Auto wo unser Guide schon mit laufen­d­em Motor auf uns wartet. In Peru scheint Ben­zin nichts zu kosten, denn jed­er lässt immer den Motor an. Wir fahren zurück und bis auf einem Stop an der Kirche fahren wir durch. So sind wir am frühen Nach­mit­tag wieder in Chivay.

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