Peru: Besuch bei den Brillenbären im Chaparri Reserve

Posted: 25. Mai 2016

Das Chap­ar­ri Reserve ist ein soge­nan­nter Trock­en­wald in der Tumbes Region, wo viele endemis­che und sehr gefährdete Tier­arten in bild­schön­er Land­schaft zu find­en sind. Darunter mehr als 219 Vogel-, 15 Säugeti­er-, 22 Rep­tilie- und vier Amphi­bi­en­arten. Benan­nt ist es nach dem Berg, der die Region dominiert. Das 34.412 Hek­tar große Reser­vat befind­et sich in 70km Ent­fer­nung von Chi­clayo und behei­matet eine der acht Bäre­narten der Welt: Den Bril­len­bär.

Um 8 Uhr mor­gens ver­lassen wir die Stadt und fahren an Zuck­er­rohr- und Wein­feldern vor­bei. In den Feldern sehen wir große und kleine weiße Rei­her am Him­mel und in den Bäu­men sind schwarze Geier zu sehen. In einem Dorf nach ca. ein­er Stunde Fahrt steigt unser Guide zu. Wed­er Fahrer, noch Guide kön­nen Englisch, aber wir ver­suchen unser Bestes in Spanisch. Von der Teer­straße zweigen wir auf einen hol­pri­gen Feld­weg ab. Wir ver­lassen bebautes Gebi­et nach dem Parkein­gang und fahren durch ein trock­enes Gebi­et aus Gräsern und niedri­gen Büschen. Durch die Fen­ster sehen wir einen graubraunen Fuchs, einen Sechu­ra­fuchs, durch die Büsche hüpfen, eine poten­tiell gefährdete Art nach der Roten Liste gefährde­ter Arten. Wir kom­men an und lassen Auto und Fahrer zurück. Unser Guide führt uns auf einen Pfad zu ein paar Hüt­ten.

Wir kom­men an mehreren Meter hohen Kak­teen vor­bei und an einem Baum mit roten Bohnen. In den Hüt­ten sind einige Infotafeln zum Park und sein­er Flo­ra und Fau­na. Dann begin­nt unsere eigentliche Tour. Zuerst sehen wir einen knall­roten Rubin­tyrann. In der Luft schwirren viele Libellen und Schmetter­linge. An einem Baum sehen wir ein paar Fal­ter, die fast unerkennbar mit der Rinde ver­schmelzen. An den Bäu­men sind Ter­miten­straßen zu sehen und in der Luft fliegen vere­inzelt riesige Wespen. Immer wieder hal­ten wir und hal­ten Auss­chau nach Tieren.

Wir sehen viele Spottdrosseln und gelbe Tumbes Tyran­nen­vögel. In einem Käfig sehen wir grüne Papageien (Kolumbi­a­sit­tiche), die auf ihre Auswilderung vor­bere­it­et wer­den. Wir kom­men zum Rep­tilien­haus des Parks, wo wir einen Frosch und viele kleine Schlangen und ihre Mama sehen. Sie sind giftig und gehören der Art der Lanzenot­tern an. Wir gehen weit­er und kom­men zu einem Zaun mit einem schwarzen Hals­band­pekari, einem Wild­schwein, das neugierig zu uns rüber schnüf­felt. Um das Gehege fliegt ein dunkel­blau-weißer Vogel, ein Blau­rabe.

Wir gehen weit­er und kom­men zu einem über­dacht­en Aus­sicht­spunkt und set­zen uns in den Schat­ten. Vor uns liegt der Berg Chap­ar­ri. Unser Guide zeigt uns eine Fototafel und Bilder, die im Park von selb­staus­lösenden Kam­eras gemacht wur­den. Darauf sehen wir Pumas, eine Bärin mit Jun­gen und einen Ameisen­bär an ein­er Wasser­stelle. Sie kom­men nachts hier­her um ihren Durst zu stillen. In einem Gehege sehen wir einen Bril­len­bär.

Er heißt Cho­lo und ist fast blind. Er wurde aus einem Zirkus gerettet. Von weit­er oben stapft noch ein zweit­er Bär zu uns herunter. Ihr Name ist Choli­ta. Das Fell der Bären ist viel länger und strup­piger als das vom Malaien­bär. Deut­lich ist der weiße Fell­rah­men und ihre Augen zu sehen, der ihnen ihren Namen gibt. Bril­len­bären sind die einzige Bäre­nart in Südameri­ka und gel­ten als gefährdete Art, vor allem durch Ver­schwinden ihres Leben­sraums. Über­wiegend ernähren sie sich von Pflanzen und Frücht­en, sel­ten aber auch von Insek­ten und Vögeln.

Wir füt­tern die Bären mit Zuck­er­rohr und einem Apfel. Choli­ta klet­tert auf einen Baum. Bril­len­bären sind gute Klet­ter­er, wenn sie auch vor allem am Boden leben. Schmatzend sitzt sie auf dem Ast und knab­bert an einem Zuck­er­rohr. Cho­lo ist zu alt zum Klet­tern und frisst die Reste, die von oben run­ter­fall­en. Bei­de kön­nen nicht mehr aus­gewil­dert wer­den, sie haben aber ein Kind bekom­men, das aus­gewil­dert wurde. Wir beobacht­en die bei­den eine Zeit lang bis Choli­ta wieder vom Baum herun­terkommt und die bei­den im Wald ver­schwinden.

Wilde Bären sind wir heute lei­der nicht, aber ich freue mich als großer Bären­fre­und trotz­dem über die bei­den Bären, die hier in natur­na­he Umge­bung leben kön­nen. In einem Busch sitzen große schwarze Vögel, White Winged Guans (Pene­lope albipen­nis), die vom Ausster­ben bedro­ht sind. Sie sind neben dem Bril­len­bären die Schlüs­sel­spezies des Reserves. Wir gehen weit­er einen Hang hin­auf und das Gelände wird wieder trock­en­er. Unter anderem wächst hier der hal­luzino­gene San Pedro Kak­tus. Unter uns liegt ein grün­er Streifen, von dem aus sich der immer trock­en­er wer­dende Wald den Hang hin­auf zieht.

Auf der Rück­fahrt sehen wir zwei gut getarnte Eulen in einem Busch, Kan­inchenkauze. Ein Stück weit­er läuft uns ein grün­er Leguan über den Weg und ver­schwindet im Gebüsch. Wir sehen auch noch eine über­fahrene tote Schlange auf der Straße liegen.

Um 15 Uhr sind wir zurück und sehen uns noch etwas auf dem Markt von Chi­clayo um. Auch hier gibt es einen Hex­en­markt und neben den gängi­gen Kräutern und Mit­telchen sieht man auch Kuriositäten wie (falsche) Schrumpfköpfe und (echte) Schlangenköpfe. Wir kaufen nur das Obst.

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