Peru: Das Geheimnis der Nazca Linien

Posted: 18. Mai 2016

Naz­ca ist vor allem für seine Lin­ien bekan­nt, die berühmten Naz­ca Lin­ien, die nicht nur aus den his­torichen geometrischen Lin­ien in der Naz­ca-Wüste beste­hen, son­dern auch rät­sel­hafte Tier­geo­glyphen. Diese Schar­rbilder wer­den der Pre-Inka Zivil­sa­tion der Naz­cas in ein­er Zeit zwis­chen 500 Jahren vor und nach Chris­tus zugerech­net. Immer noch ist es ein Mys­teri­um warum diese Lin­ien erstellt wur­den und von wem.

Die Naz­ca Lin­ien sind riesige Schar­rbilder in der Wüste von Naz­ca. Die Naz­ca-Ebene zeigt auf ein­er Fläche von 500 km² schnurg­er­ade, bis zu 20 km lange Lin­ien, Dreiecke und trapezför­mige Flächen sowie Fig­uren mit ein­er Größe von zehn bis mehreren hun­dert Metern, z.B. Abbilder von Men­schen, Affen, Vögeln und Walen. Oft sind die fig­ur­bilden­den Lin­ien nur wenige Zen­time­ter tief.

Rundflug über die Nazca Linien

Am besten lassen sich die Naz­ca Lin­ien aus der Luft anse­hen. Es gibt zwar auch zwei Aus­sichts­gele­gen­heit­en, bei denen sich aber nur jew­eils zwei Fig­uren erfassen lassen. Man hat hier ver­schiedene Optio­nen. Ein kurz­er Flug ist die gün­stig­ste Vari­ante, man fliegt dabei allerd­ings höher und nur ein­mal über die Fig­uren, während die von uns gewählte Vari­ante tiefer fliegt und die Fig­uren von jed­er Seite anfliegt.

Man soll den Flug vor dem Früh­stück machen, da man dabei leicht seekrank wer­den kann. Der Flughafen ist nicht groß und anscheinend nur für die Rund­flüge gebaut. Zuerst wer­den wir gewogen um die richtige Sitzverteilung im kleinen Flugzeug zu erre­ichen. In der Wartezeit sehen wir einen Film über die Naz­cakul­tur, dann geht es los. Die Mas­chine ist eine kleine Pro­peller­mas­chine mit sechs Sitz­plätzen plus Pilot und Copi­lot. Der Start ver­läuft ziem­lich ruhig und bald fliegen wir auf knapp 210m über die Wüste.

Die erste Fig­ur, die wir sehen ist der Wal. Der Pilot fliegt jede Fig­ur von links und rechts an, damit jed­er gut sehen kann. Danach sehen wir große Trapeze im Sand und die Fig­uren Affe und Hund. Der Wüsten­bo­den ist voll mit Lin­ien und man muss oft suchen bis man die Fig­uren genau erken­nen kann. Vor dem Affen und dem Hund sehen wir noch den Astro­naut­en. Im Gegen­satz zu den anderen Fig­uren liegt dieser an einem Berghang. Nach dem Hund sehen wir Kolib­ri, Kon­dor und die Spinne.

Es ist faszinierend vor allem wenn man bedenkt, dass die Naz­ca diese Fig­uren schon 500 vor Chris­tus geschaf­fen haben. Über­all sieht man auch Lin­ien, Dreiecke und Quadrate. Neben einem großen Quadrat ist der Rei­her zu sehen. Auf ihn fol­gt der Papagei. Die bei­den Fig­uren Baum und Hände bzw. Frosch liegen direkt neben ein­er Straße und einem Aus­sicht­sturm. Durch das ganze Hin- und Her beim Anfliegen der Fig­uren bekom­men sog­ar wir einen flauen Magen, obwohl wir recht robust sind. Beim Aussteigen habe ich ziem­lich weiche Knie.

Museum Didáctico Antonini

Ein Pilot fährt uns zum Hos­tel zurück, wo wir auf der schö­nen Dachter­rasse früh­stück­en. Wir gehen durch die Straßen und Sou­venirstände von Naz­ca. Da wir nicht genau wis­sen was wir machen sollen und es sauheiß ist, gehen wir ins Muse­um Didác­ti­co Antoni­ni. Hier ler­nen wir etwas über die Naz­cakul­tur und ihre Ruinen. Die Schautafeln sind alle auf Spanisch, aber wir lesen uns aus ein­er Broschüre vor. Wir sehen ein Mod­ell der gesamten Naz­ca Lin­ien, Keramiken, Klei­dungsstücke und Schädel, manche von ihnen deformiert. In einem schö­nen Garten sind Nach­bau von Nazca­gräbern und ein Aquä­dukt nachge­baut. Der wenige Nieder­schlag in der Wüste machte aus dem Volk der Naz­ca Meis­ter der Bewässerung. Ihre Kanal­sys­teme dienen noch heute der Land­wirtschaft.

Planetarium Maria Reiche

Abends gehen wir ins Plan­e­tar­i­um. Es liegt im Naz­ca Lines Hotel, das ziem­lich schick ist. Wir ler­nen etwas über die deutsche Lin­ien­forscherin Maria Reiche und ihre Arbeit. Maria Reiche stammt aus Dres­den und begann 1924 nach Ent­deck­ung der Lin­ien allein die Schar­rbilder in der Wüste von Naz­ca zu unter­suchen. Mith­il­fe eines Helikopters, an dessen Kufen sie sich binden ließ, machte sie die ersten Luftauf­nah­men der Lin­ien, die sie und die Lin­ien welt­bekan­nt macht­en. Sie engagierte sich für den Schutz und Erhalt der Schar­rbilder und bewirk­te die Auf­nahme der Naz­ca Lin­ien in die UNESCO-Liste des Wel­terbes. Bis in die 60er Jahre hat­te sie ein riesiges Gebi­et von etwa 150m² ver­messen und hat 50 Fig­uren und 1.000 Lin­ien ent­deckt. Dabei lebte sie in ein­er kleinen Hütte ohne Strom und Wass­er am Rande der Wüste. Bis zum Ende ihres Lebens durfte Maria Reiche in dem Naz­ca Lines Hotel kosten­frei wohnen.

 Mit ein­er Pro­jek­tion wer­den die Lin­ien und Fig­uren und Sterne an die Decke des Plan­e­tar­i­ums gewor­fen. Wir ler­nen ver­schiedene The­o­rien über die Naz­calin­ien ken­nen. Manche sind ein­leuch­t­end, andere eher abwegig. Die anerkan­nteste ist wohl, dass es sich um Wass­er- und Frucht­barkeit­srituale han­delte und durch Kli­maschwankun­gen ver­an­lasst wur­den. Ent­lang der Lin­ien fand man Muscheln und Relik­te von Meer­estieren. Keramiken, auf denen etwa Grup­pen zu sehen sind, die Mais­bier trinken oder ein­er Pan­flöte lauschen, kön­nten darüber hin­aus ein Hin­weis darauf sein, dass dort Zer­e­monien abge­hal­ten wur­den. Weshalb allerd­ings die Lin­ien so ange­ord­net sind, wie sie sind, bleibt weit­er­hin ein Geheim­nis. Eine andere The­o­rie besagt, dass die Lin­ien auf bes­timmte Sternkon­stel­la­tio­nen ver­weisen und ein riesiger astronomis­ch­er Kalen­der sein kön­nte oder dass es sich um Bilder für die Göt­ter han­delte, eine Art Freiluft­tem­pel. Die Alien-The­o­rie gibt es natür­lich auch.

Danach beobacht­en wir den Ster­nen­him­mel durchs Teleskop und sehen Jupiter, Sat­urn, Mars und den Mond.


Museo Didác­ti­co Antoni­ni, Av de la Cul­tura 600, 9 bis 19 Uhr, Ein­tritt S20
Plan­e­tar­i­um Maria Reiche, Naz­ca Lines Hotel, Bolog­ne­si 147, Englis­che Show um 19 Uhr, Ein­tritt S20

Hotel Empfehlung
Mama Che­li­ta, ab 15€ im Dop­pelz­im­mer pro Nacht inkl. Früh­stück
Calle Fer­min del Castil­lo 531, Naz­ca
Super Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis! Kosten­lose Abhol­ung vom Bus­bahn­hof, sehr gutes Früh­stück auf der Dachter­rasse und Buchung von Nasca Flü­gen möglich.

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